Donnerstag, 7. Juni 2012

Zum Fronleichnamsfest

Deinen Heiland, Sion, preise,
Lobe Ihn in Wort und Weise,
Der dir Hirt und Führer ist.

Was du kannst das sollst du wagen;
Ihm gebührend Lob zu sagen,
Man vergebens sich vermisst.

Brot, des Lob das Lied verkündet,
Das, lebendig, Leben zündet,
Beut sich heute festlich dar.

Dass Er es im heil’gen Saale
Den zwölf Brüdern gab beim Mahle,
Ist ohn’ jeden Zweifel wahr.

Lob erschalle, Lob ertöne,
Gott genehm, voll hoher Schöne,
Sei des Herzens Jubellaut.

Denn das Fest wird heut’ begangen,
Von des Tages Glanz umfangen,
Der und dieses Pfand vertraut.

Neuen Königs Tafelrunde,
Neues Lamm im Neuen Bunde
Hat des Alten End’ gebracht.

Neues treibt das Alte fort,
Schatten scheucht der Wahrheit Wort
Und das Licht verbannt die Nacht.

Was beim Mahl durch Ihn geschehen,
Das hieß Christus uns begehen
Zum Gedächtnis Seinem Tod.

Treu befolgend heil’ge Lehren,
Weihen, unser Heil zu mehren,
Wir als Opfer Wein und Brot.

Wie des Christen Glaube lehret,
Brot in Christi Fleisch sich kehret,
Und ich Christi Blut der Wein.

Sehen kannst du’s nicht, noch fassen;
Starker Glaube wird’s nicht lassen
Trotz Natur und Augenschein.

Unter beiderlei Gestalten,
Die als Zeichen nur hier walten,
Birgt Sich göttliche Substanz.

Blut als Trank und Fleisch als Speise:
Christus ist auf beide Weise
Bei uns ungeteilt und ganz.

Wer Ihn aufnimmt, bei Ihm weilet,
Hat Ihn voll und ungeteilet,
Ungebrochen, unbrechbar.

Einer nimmt und tausend nehmen,
Gleichviel stets, wie viel auch kämen,
Immer bleibt Er, was Er war.

Gute kommen, Böse kommen,
Doch nicht jedem will es frommen,
Leben bringt’s und Todesbann.

Bösen: Tod, den Guten: Leben;
Sieh, das Gleiche wird gegeben,
Doch nicht Gleiches man gewann.

Wird die Hostie gespalten,
Zweifle nicht! Lass Glauben walten:
Jedem Teile bleibt erhalten
Doch des Ganzen Vollgehalt.

Brechen kann man nur das Zeichen.
Doch nie dessen Sein erreichen;
Nichts von Christus kann da weichen,
Weder Zustand, noch Gestalt.

Sieh, das Brot, der Engel Gabe,
Wird den Pilgern hier zur Labe,
Wahrhaft ist’s der Kinder Habe,
Nicht den Hunden werft es hin.

Längst im Bild war’s vorbereitet:
Isaak, der zum Opfer schreitet,
Osterlamm, zum Mahl bereitet,
Manna nach der Väter Sinn.

Guter Hirt, Du wahre Speise,
Dich barmherzig uns erweise,
Nähre uns auf uns’rer Reise;
Deine Güter, Jesu, weise
Uns im wahren Lebensland.

Du, der alles weiß und leitet,
Hier im Todestal und weidet:
Dort, wo licht Dein Reich sich breitet,
Sei uns Los und Tisch bereitet
In der Heiligen Verband.
Amen. Alleluja.
(Quelle: Schott)

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