Freitag, 30. Dezember 2011

Der freudenreiche Rosenkranz

In der Weihnachtsoktav beten wir täglich den freudenreichen Rosenkranz.
Lasst uns den Vorhang etwas lüften:

1. Jesus, den du o Jungfrau vom Heiligen Geist empfangen hast.

Maria, die junge, unverheiratete Frau, vielleicht fast noch ein Mädchen vom Alter her, sicher aber in ihrer Seele. Sie war ganz mit Gott verbunden ...

Dann der Besuch des Engels.
"Du wirst ein Kind bekommen, einen Sohn wirst du gebären ..."

Maria ist nicht verheiratet, gerade verlobt. Und dann das ... Zu einer Zeit, als auf Ehebruch die Steinigung als Strafe stand. Denn wenn es auch von der Gesellschaft erlaubt gewesen sein mag (genaues ist dem Schreiber nicht bekannt), dass sich die Verlobten vor der offiziellen Eheschließung vereinten - ihr Verlobter wusste, dass er sie nicht angerührt hatte. Und er könnte sie der Steinigung preisgeben.

Soll sie da wirklich ja sagen? Voll Vertrauen wagt sie es. Sie weiß nicht, was kommen wird, aber sie weiß: Gott lässt sie nicht allein.


2. Jesus, den du o Jungfrau zu Elisabeth getragen hast.

Dass Maria ein Kind unter ihrem Herzen trug, sah man wohl noch nicht, als sie sich auf den Weg zu Elisabeth machte. Aber eine Reise war damals lang. Wie viele Tage mag sie mit einer vorbeikommenden Reisegruppe unterwegs gewesen sein? Eine Reise war gefährlich. Wilde Tiere, Räuber, ...
Und wo übernachten? Sie haben sicherlich manche Nacht im Freien verbracht. Und in der Wüste ist es kalt in der Nacht. Auch im Sommer bis -5 Grad Celcius.


3. Jesus, den du o Jungfrau geboren hast.

Hierzu brauche ich nur an die Herbergssuche und die Geburt des göttlichen Kindes in einem Stall zu erinnern.


4. Jesus, den du o Jungfrau im Tempel aufgeopfert hast.

"Ein Schwert wird dir durch die Seele dringen ..." sagt ihr der greise Simeon im Tempel. Und viel Leid hat Maria um Jesu willen ertragen. Z. B. die Flucht nach Ägypten. Schon als Kind hat man Ihm nach dem Leben getrachtet.

5. Jesus, den du o Jungfrau im Tempel wiedergefunden hast.

Zwölf Jahre später. Sicherlich hat Maria um Jesu willen inzwischen auch mancherlei erlebt. Er war eben kein Kind wie jedes andere. Von Anfang an nicht. Einen Zwölfjährigen - auch wenn man in diesem Alter damals vermutlich reifer war als heute - gleich nach der Einführung ins Erwachsenendasein - vergleichbar unserer Firmung - aus den Augen zu verlieren und zu wissen: ER hat einen Auftrag (auch wenn man noch nicht weiß, welchen) und man hat besonders auf ihn zu achten ...

Wir beten immer so freudig den freudenreichen Rosenkranz ...
Aber so betrachtet ...

Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung geratet!!! (sagt Jesus, wenn ich mich recht erinnere, den Aposteln am Ölberg in zu Beginn jener schweren Stunde ...)

Die Geschichte, die im freudenreichen Rosenkranz in kurzen Worten zusammengefasst ist, kann man am Beginn des Lukasevangeliums nachlesen.

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