Heute hatte ich ein Gespräch mit einer evangelisch getauften Frau, deren religiöse Erziehung mit ziemlicher Sicherheit gegen Null gegangen ist. Inzwischen ist sie längst aus der Kirche ausgetreten.
Ich habe ihr gesagt, dass nichts (nämlich der keine Wirkstoff, der in den meisten homöopathischen Mitteln enthalten ist), auch nicht wirken kann. Wenn da also nichts wirkt, WER wirkt dann? Sicherlich nicht Gott - vielleicht die Konkurrenz?
Wer interessiert sich für das Thema und hat Zeit, an meiner Stelle kurze sachliche Argumente (mit Quellenangabe) zu suchen und sie mir zu schicken? Diese Arbeit möchte ich meinen Augen nicht zumuten nach einem Arbeitstag am Computer. Für ausführlichen Lesestoff fehlt der Bekannten mit Sicherheit das Interesse, aber an kurzen sachlichen Argumenten scheint sie doch wirklich interessiert zu sein.
Für eure Hilfe wäre ich sehr dankbar.
Eugenie Roth
Vergelt's Gott an den sacerdos viennensis für seinen Kommentar!!! Habe den Link gleich weiter geschickt ...
Und nach dem Urlaub entdecke ich, dass auch Sophophilo etwas gefunden hat. MERCI!
2 Kommentare:
P. Clemens Pilar beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Esoterik und hat u. a. auch zur Homöopathie einen flyer herausgebracht, der heruntergeladen werden kann.
(die gesammelten flyer gibts jetzt auch als Buch)
http://nazaret.juengergemeinschaft.at/index.php?option=com_phocadownload&view=category&id=1:informationsfolder-deutsch&Itemid=211
Für die wissenschaftliche Seite dieser Frage (die Suche nach einer Effektivität jenseits des Placebo-Effekts) maßgebliche Metastudie ist Shang et al. von 2005 (Link unten). Es ist eine Metastudie, sie begutachtet also nicht Patienten, sondern wertet viele andere Studien aus, die zu diesem Thema durchgeführt wurden. Es wurden 110 Homöopathiestudien und 110 "konventionelle" Studien (also mit Placebos) aus den Jahren 1966 bis 2003 ausgewertet. Wobei innerhalb dieses Pools nochmal unterschieden wurde zwischen großangeklegten und qualitativen Studien auf der einen Seite und kleine weniger qualitativen Studien auf der anderen unterschieden wurde (es geht hierbei um die methodologische Qualität, also inwiefern die Studien unter kontrollierten, wissenschaftlich korrekten Bedingungen durchgeführt wurden). Je größer zudem eine solche Studie angeklegt ist (also die Probandenanzahl), desto aussagekräftiger ist sie, da "Dreckeffekte" vermieden werden. Das Ergebnis ist wiefolgt: »when analyses were restricted to large trials of higher quality there was no convincing evidence that homoeopathy was superior to placebo, whereas for conventional medicine an important effect remained. Our results thus provide support for the hypothesis that the clinical effects of homoeopathy, but not those of conventional medicine, are unspecific placebo or context effects.«
Zu Deutsch: Als die Analyse auf große Versuche von hoher Qualität eingeschränkt wurde, fanden sich keine überzeugenden Hinweise darauf, dass Homöopathie dem Placebo überlegen war, während für konventionelle Medizin ein gewichtiger Effekt blieb. Unsere Ergebnisse unterstützen somit die Hypothese, dass die klinischen Effekte von Homöopathie, aber nicht die konventioneller Medizin, unspezifizierte Placebo- oder Kontextwirkungen sind.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16125589
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