Samstag, 23. November 2013

Unterricht für den vierundzwanzigsten und letzten Sonntag nach Pfingsten


Der Eingang der heiligen Messe ist wie am dreiundzwanzigsten Sonntage nach Pfingsten.

Gebet der Kirche
Wir bitten dich, o Herr, erwecke die Herzen deiner Gläubigen, damit sie die Früchte deines göttlichen Erlösungswerkes williger zu erlangen suchen und wirksamere Heilmittel von deiner Vaterhand empfangen mögen – durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn ... Amen.

Epistel des Hl. Paulus an die Kolosser
1, 9 - 14
Brüder! Wir hören nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis des Willens Gottes in aller Weisheit und dem geistigen Verständnisse; dass ihr Gottes würdig wandelt, in allem wohlgefällig, an allen guten Werken fruchtbar seid und zuneh­met in der Erkenntnis Gottes; dass ihr mit aller Kraft gestärkt werdet gemäß der Macht seiner Herrlichkeit, zu aller Geduld und Langmut mit Freuden, und dass ihr Dank saget Gott, dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat, teilzunehmen am Erbe der Heiligen im Lichte, welcher uns errettet hat aus der Gewalt der Finsternis und versetzt hat in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in welchem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.

Paulus versichert die Kolosser, dass er nicht nachlasse, für sie Gott zu bitten, dass sie den Willen Gottes in allem, was er verlangt, erfüllen mögen; dass der Herr uns die Gnade erteilen wolle, die himmlischen Dinge zu erkennen und zu verstehen; dass wir christliche Werke ausüben und in der Geduld und Beharrlichkeit gestärkt werden, endlich aber auch Gott danken, dass er uns zu seiner himmlischen Erbschaft berufen.

Evangelium des Hl. Matthäus
24, 15 - 35
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr den Greuel der Verwüstung, welcher von dem Propheten Daniel vorhergesagt worden, am heiligen Orte stehen sehet, - wer das liest, der verstehe es wohl! - dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; und wer auf dem Dache ist, der steige nicht herab, um etwas aus seinem Hause zu holen; und wer auf dem Felde ist, kehre nicht zurück, um seinen Rock zu holen. Und wehe den Schwangeren und Säugenden in jenen Tagen! Bittet aber, dass eure Flucht nicht im Winter oder am Sabbate geschehe. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein dergleichen von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist noch fernerhin sein wird. Und wenn dieselben Tage nicht abgekürzt würden, so würde kein Mensch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage abgekürzt werden. Wenn alsdann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist Christus, oder dort! So glaubt es nicht. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und sie werden große Zeichen und Wunder tun, so dass auch die Auserwählten (wenn es möglich wäre) in Irrtum geführt würden. Siehe, ich habe es euch vorhergesagt! Wenn sie euch also sagen: Siehe, er ist in der Wüste! So gehet nicht hinaus; siehe er ist in den Kammern! So glaubet es nicht. Den gleichwie der Blitz vom Aufgange ausgeht und bis zum Untergange leuchtet, ebenso wird es auch mit der Ankunft des Menschensohnes sein. Wo immer ein Aas ist, da versammeln sich auch die Adler. Sogleich aber nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht mehr geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels erschüttert werden. Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden alle Geschlechter der Erde weheklagen, und sie werden den Menschensohn kommen sehen in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und er wird seine Engel mit der Posaune senden mit großem Schalle, und sie werden seine Auserwählten von den vier Winden, vom einen Ende des Himmels bis zum andern zusammenbringen. Vom Feigenbaume aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon zart wird und die Blätter hervorgewachsen sind, so wisset ihr, dass der Sommer nahe ist. So auch, wenn ihr dies alles sehet, so wisset, dass es nahe vor der Türe ist. Wahrlich, sage ich euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Dieses Evangelium bezieht sich nach den Schriftauslegern sowohl auf die Zerstörung Jerusalems als auf das Ende der Welt, auf die Zeit, wo der Antichrist kommen wird.

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Etwas vom Antichrist

Was viele Lehrer der Kirche über den Antichrist lehren, ist in Kürze dieses:
Er werde, sagen sie, von überaus gottlosen Eltern abstammen, leibeigenen Sklaven des Teufels. Dieser werde dem Antichrist schon im ersten Augenblicke seiner Empfängnis solche höllische Neigungen einflößen, als wenn nicht ein Mensch, sondern Luzifer selbst sein Vater gewesen wäre. Nach der Geburt werde Luzifer sein Lehrmeister sein in allen erdenklichen Lastern, dergleichen die Welt noch nie an einem Menschen gesehen. Nach der gewöhnlichen Auslegung des zweiten Kapitels im zweiten Briefe des Apostels Paulus an die Thessalonicher werde Luzifer persönlich in ihm wohnen.

Der Hl. Paulus nennt nämlich daselbst (Vers 3) den Antichrist einen „Menschen der Sünde“, in welchem gleichsam die Sünde leibhaftig wohne, und ein „Sohn des Verderbens“, weil er schier unzählige Menschen verführen und ins ewige Verderben stürzen werde. - Die Ankunft dieses menschgewordenen Luzifer werden seine Vorläufer verkünden; diese werden ein falscher Elias und Beelzebub in der Gestalt eines Engels sein. Alsdann werde der Antichrist wie sein Lehrmeister Luzifer dergestalt sich erheben, dass er sich für Gott ausgeben und sich als solcher anbeten lassen werde (2 Thess 2, 4). Er werde ferner mit Hilfe der bösen Geister – nach Christi Weissagung – solche Wunder und Zeichen tun, dass, wen es möglich wäre, selbst die Auserwählten verführt würden. An allen Elementen, ja selbst an den Verstorbenen werde er Zeichen tun; alle, die im wahren Glauben verharren, werde er aufs grausamste peinigen lassen.

Warum aber wird Gott zulassen, dass ein solches Ungeheuer zur Welt kommen soll?
Um der argen Gottlosigkeit willen, die um jene Zeit wird überhandgenommen haben. Der größte Teil der Menschen wird nämlich so gottlos leben, als wenn weder Gott noch Hölle wäre. Darum hat Christus vorhergesagt: „Wenn der Menschensohn kommen wird (zum Gerichte), wird er wohl Glauben finden?“ (Lk 18, 8). Desgleichen hat der Hl. Paulus vorausverkündet, dass „in diesen letzten Zeiten einige vom Glauben abfallen und irreführenden Geistern und Teufelslehrern Gehör geben werden“ (1 Tim 4, 1). Darum wird Gott zulassen, dass die Juden, welche, von Hoffart aufgeblasen, Christum, den wahren Messias, in seiner Armut verworfen haben, den leidigen Saten in seiner Hoffart annehmen und anbeten werden, und dass die Namenschristen, welche durch ihr gottloses Leben Christum verläugnen (Tit 1, 16), seiner heiligen Lehre widersprechen und dem Teufel folgen, denselben auch in seinem Ebenbilde, dem Antichrist, anbeten werden. Das wird Gott zulassen, weil es ihre Sünden also verdienen.

Welchen Trost werden die guten Christen zur Zeit des Antichrist haben?
Es ist schon ein großer Trost, dass Christus uns diesen eingefleischten Teufel so deutlich vorhergesagt und auch auf die Weissagung Daniels hingewiesen hat, damit man sich hüten möge.

Gott wird zum Troste der getreuen Christen den Henoch und Elias senden, welche im Paradiese weilen; diese werden sie aus den Propheten und aus den andern Büchern der Heiligen Schrift überzeugen, dass der Antichrist wirklich jener Mensch der Sünde und jener Sohn des Verderbens sei, den Christuns und die Heilige Schrift vorhergesagt haben (Ofb 11, 7; Eccli 44, 16 und 48, 9. 10).

Auch Henoch und Elias werden überaus große Wunderzeichen tun, wodurch den bedrängten Christen Trost zuteil wird. Noch mehr wird Gott sie trösten, indem er die Tage des Antichrists verkürzen wird, damit nicht auch die Gerechten noch der Verführung erliegen.

Letztlich wird Gott vor der ganzen Welt zeigen, dass der Antichrist ein von Gott verfluchter Mensch gewesen, und plötzlich denselben in die Hölle stürzen. Alsdann werden die standhaft gebliebenen Christen so sehr sich freuen, dass sie frohlockend ihre Hände zusammenschlagen, gen Himmel erheben und dem lieben Gott, der sie durch seine Gnade erhalten, danken werden.

Gebet
Wir danken dir, o Herr Jesu Christe, dass du so väterlich alle christlichen Herzen unterweisest, wie sie sich in Verfolgung und Trübsal ver­halten sollen, und bitten dich demütig um die Gnade, dass wir so heilsamer Warnung folgen und beizeiten auf die Berge der Tugenden uns flüchten, das ist: die Sünden stets fliehen, im Guten immerdar fortschreiten und nicht auf das Vergangene zurückschauen, außer in herz­licher Reue und Leid. Bewahre uns auch, o gütiger Heiland, dass das erschreckliche Wehe, welches du denen androhest, die ihre guten Vor­sätze und Besserung des Lebens bis zu einer ihnen gelegenen Zeit aufschieben, nicht über uns komme. Mahne und ermuntere uns trä­ge Menschen, dass wir unsere Flucht nicht im Winter der erkalteten Lie­be oder am Sabbate anstellen, wo man feiert und nichts arbeiten kann, sondern dass wir Gutes tun ohne Unterlass, da wir noch Zeit ha­ben und uns noch die Gnadensonne scheint. Wir bitten auch innig­lich, du wollest uns nimmer durch falsche Lehre verführt werden las­sen, sondern die Gnade verleihen, dass wir in dem wahren und allein­seligmachenden katholischen Glauben gottselig leben und sterben. Amen.

Anmerkung. Wenn mehr als 24 Sonntage nach Pfingsten fallen, so werden die treffenden Lektionen und Evangelien von jenen Sonntagen entnommen, welche nach dem Feste der heiligen drei Könige folgen, jedoch so, dass die Lektion mit dem Evangelium „vom Greuel der Ver­wüs­tung“ jedesmal am letzten Sonntag nach Pfingsten gelesen wird.

Sind also 25 Sonntage nach Pfingsten, so wird zwischen dem 23. und 24. Sonntag die Lektion und das Evangelium des 6. Sonntags nach heiligen drei Könige (Epiphanie) eingeschoben; sind es 26 Sonntage, so werden die Lektionen und Evangelien des 5. und 6. Sonntags nach Dreikönig eingeschoben u. s. w. Die höchste Zahl der Sonntage nach Pfingsten ist 28. Tritt dieser Fall ein, so werden mithin die Lektionen und Evangelien des 3., 4., 5. und 6. Sonntags nach Epiphanie zwischen jene des 23. und 24. Sonntags nach Pfingsten eingeschaltet.
Quelle

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