Donnerstag, 12. Dezember 2013

Embryo überlebt in toter Mutter

Nee, das kann ja nicht sein. Ein lebendes Kind in einer Leiche?

Sollte der Beitrag nicht mehr verfügbar sein: So lebendig sind also Hirntote, dass ein Kind in seiner Mutter überlebt ... Da kann man dann gleich noch 4 Organe nach dem geglückten Kaiserschnitt entnehmen und so fünf Leben retten: das des Kindes und vier weiterer Menschen.

O. k., Leute, das Leben des Kindes habt ihr gerettet ... aber Organe entnehmen? Die Frau lebt! Sonst wäre das Kind  ja tot!

5 Kommentare:

Cassandra hat gesagt…

Die heutigen medizinisch-technischen Möglichkeiten retten Leben. Und sie sorgen dafür, daß wir Antworten auf Fragen brauchen, die sich ohne nicht stellen.

Ohne Geräte, welche für eine Schwangere atmet, ihr Blut durch den Körper pumpen läßt, ihr Blut reinigt und die Möglichkeit, sie mit Wasser und Nahrung zu versorgen, wird diese Frau sterben und das Kind mit ihr solange es nicht reif genug ist, per Kaiserschnitt auf die Welt zu kommen, und dieser Kaiserschnitt innerhalb von 3 bis 5 Minuten nach dem Aussetzen dieser lebenserhaltenden Körperfunktionen erfolgt.
In Zeiten, als es diese Möglichkeiten noch nicht gab, war schon das Aussetzen einer dieser Funktionen tödlich.
Wir können sie heute maschinell ersetzen und das ist auch gut so.

Die Frage, wann wer tot ist, hat sich bis zur vielgescholtenen "Apparatemedizin" nicht gestellt. Tot war, wer keinen Herzschlag mehr hatte und nicht mehr atmete.

Dann fanden wir eine Möglichkeit, die Hirnströme anzugucken und stellten fest: das funktioniert ja noch, auch wenn das Herz aufgehört hat zu schlagen! Das funktioniert auch ohne Atmung solange, bis dem Körper buchstäblich die Luft ausgeht. Also sorgen wir dafür, daß die Luft nicht ausgeht.

Damit stellte sich aber endgültig die Frage, wann tot tot ist.

im 19. Jahrhundert wurde die Angst, fälschlich für tot erklärt zu werden, zum Massenphänomän. Man ersann allerlei Konstruktionen, um notfalls aus dem Sarg herausläuten zu können. Außerdem durfte die Bestattung erst 3 Tage nach dem Tod stattfinden.
Diese Angst haben wir auch heute: der Arzt irrt sich oder da braucht einer eine Spenderorgan oder es wird zu teuer und dann schaltet man das Gerät ab obwohl man doch "nur" im Koma lag. Koma war zu früheren Zeiten auch tödlich: ohne die Möglichkeit, zu essen und zu trinken, stirbt der Mensch.

Die Frage des Hirntods ist komplex:
fallen die äußeren Hirnareale aus, atmet der Mensch, aber erwachen wird er nie wieder. Wird er nicht mit Nahrung und Wasser versorgt, stirbt auch der Rest seines Körpers- wie bei jedem anderen auch. Mit Nahrung, Wasser und ggf medizinischer Hilfe versorgt, kann der Körper so sehr lange weiter funktionieren.
Ich will niemaden verhungern oder verdursten lassen wie es grausamerweise mit Terry Schiavo passiert ist. In so einem Fall sollte man weiter Nahrung und Wasser geben, aber wenn die Organe anfangen zu versagen, muß man nicht nach dem Spenderorgan suchen oder zum 23. Mal wiederbeleben- außer es geht um ein anderes leben, wie das des ungeborenen Kindes.

Stirbt das Stammhirn, atmet der Mensch auch nicht mehr ohne Hilfe.

Wenn diese Hirnaktivitäten nicht mehr zu messen sind, spricht man vom Hirntod.

Alles andere ist Koma und daraus kann man wieder erwachen.

Hirnschädigungen sind auch kein Hirntod- wer aufwacht, hat nicht mehr alle seine Fähigkeiten, lebt aber nach wie vor.

Das sind Fragen, die sich uns lange nicht egstellt haben. ich bin mir da selber nicht ganz einig.

Ich habe einen Organspenderausweis, denn jenseits aller Überlegungen ist es ein Faktum, daß, sobald ich nicht mehr atmen kann, ich in den Händen der Weißkittelfraktion bin und, egal ob ich tot bin oder nicht, wenn sie mich für tot halten, bin ich es in sehr kurzer Zeit. Dann kann ich meine Organe auch jemandem schenken, der damit weiterleben kann.

Eugenie Roth hat gesagt…

Man hat festgestellt, dass das Gehirn jeder apparatetechnisch messbaren Hirnströme - das wäre hirntot - doch noch weiter arbeitet. Also ist beim FESTSTELLBAREN Hirntot selbst das Hirn noch nicht tot.
Ich weiß, schwierige Frage ...

Cassandra hat gesagt…

Wenn sich die Meßmethoden verfeinern, weil die Geräte besser werden, dann stellt man mehr fest.

Wenn ein Arzt 1900 den Tod festgestellt hat, weil er weder Herzschlag noch Atmung feststellen konnte, dann handelte er nach bestem Wissen.
Und ebenso handelt der Arzt, der heute sagt "das ist nicht tot, da bewegt sich im EEG noch was" nach bestem Wissen.
Sein Kollege 20 Jahre vorher hätte das schlicht nicht feststellen können und handelte damit auch nach bestem Wissen.

Wenn man bei der grundsätzlichen Aussage "tot ist wenn sich da nichts mehr regt" bleibt, ist man zwar einerseits sicher, daß in ein paar Jahren die Geräte noch feiner messen, aber man stellt fest, was man feststellen kann. Wir maulen den Arzt um 1900 ja auch nicht an, daß er ethisch unverantwortlich gehandelt habe.

"Mater semper certa est" sagten die römischen Juristen. heute lächeln wir müde bei der Aussage.

Eugenie Roth hat gesagt…

Mater - Mutter
semper - immer
certa - sicher
est - ist
What's?
Die Mutter ist sich immer sicher?

Organe entnehmen finde ich einfach nicht gut ... Wäre eine lange Diskussion, sowas lieber persönlich.

Cassandra hat gesagt…

In dem Satz ist kein Reflexivpronomen. "Die Mutter ist immer sicher"- der Vater nicht :-)

Das hat sich in Zeiten von Leihmutterschaft und Eizellspende erledigt, und zwar so was von aber auch.