
Was unterscheidet MEIN Leben als Christ von dem Leben das ich führen würde, wenn ich KEIN Christ wäre?
Die ganzen Tage, in denen ich in den verschiedenen Blogs dieses Bild gesehen habe, habe ich mich davor gedrückt, eine Antwort zu geben.
Es fällt mir auch nicht leicht ... Was unterscheidet mein Leben ... von meinem Leben?
Ich bin in einem Elternhaus aufgewachsen, in dem durchaus nicht alles perfekt war, doch kann ich es mit gutem Gewissen als gläubig katholisch bezeichnen, soweit ich mich zurück erinnere ...
Ich kann mich auch noch an den Tag erinnern an dem ich beschlossen habe, dass der Glaube an den "Gott meiner Väter" (vgl. Volksbibel 2000
Ex 4, 5 "So müssen sie glauben, daß dir der Herr erschienen ist, der Gott ihrer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.")
nicht mehr nur der Glaube meiner Väter ist, sondern ganz bewusst auch der meine.
Was hat sich seitdem in meinem Leben - in mir - geändert?
Ich bemühe mich. Nein, über 30 Jahre nach diesem Tag bin ich bei weitem nicht perfekt, manchmal denke ich, dass ich eher mehr sündige als früher. Aber stimmt das wirklich?
Zum Vergleich: Ein kleines Kind hat einen kleinen Wissensstand. Vergleichen wir diesen mit einem Kreis, so hat ein kleiner Kreis auch einen kleinen Umfang. Alles was außerhalb der Kreises sich befindet, weiß das kleine Kind nicht. Aber von dem was es nicht weiß, sieht es nur das wenige, das sich direkt am "Umfang des Kreises aufhält". Das andere bleibt ihm verborgen.
Je mehr das Kind weiß, desto größer wird der Umfang des "Kreises", desto mehr kann es auch sehen, was es nicht weiß ... die Menge desselben insgesamt bleibt immer noch unüberschaubar.Ich bemühe mich. Früher habe ich einen "kleinen Glauben" mit "kleinem Umfang" desselben gehabt und "kleines Wissen" über meine Fehler mit ebenfalls einem "kleinen Umfang" desselben.
Heute ... manchmal denke ich, ich BEGINNE gerade zu begreifen, wie viel ich täglich sündige (meist unbewusst, also lässliche Sünden, aber dennoch), gegen Gottes Willen handle, Menschen Schmerzen in Wort oder Tat zufüge.
Was mache ich anders? Ich gehe beichten. Ich versuche, meine Sünden zu bekämpfen, wenn wohl auch mit mäßigem Erfolg. Aber bei Gott zählt nicht der Erfolg, sondern unser Bemühen. Und das macht mir Mut, am Glauben festzuhalten. Sonst hätte ich wohl längst aufgegeben.
Eugenie Roth
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