Sie liegt jetzt nicht mehr zu zweit in einem Vierbettzimmer, sondern alleine in einem Zweibettzimmer.
Mutter ist so klein wie ich.
Sie hat in den letzten 10 Jahren (Gott sei Dank) etwa 20 kg abgenommen und hatte dann ein Gewicht, das ihrer Größe entsprach.
Seit der Hüftoperation um diese Jahreszeit letztes Jahr hat sie aber noch einmal abgenommen ... und besteht nun wohl eher noch aus Haut und Knochen.
Mutter wird gelagert, d. h. sie bewegt sich nicht im Bett, um die knochige Last ihres Körpers immer wieder mal auf eine andere Hautregion zu legen.
Alle zwei Stunden (so ist es jedenfalls üblich) wird sie gedreht und die nun entlastete Seite mit Kissen gestützt, damit die Haut sich erholen kann (wen es interessiert: das nennt man 30 ° Lagerung).
Heute war es ihr NICHT schlecht und wir konnten ein wenig miteinander sprechen. Hauptthema: ob und wo ich Arbeit habe. Das habe ich ihr beim letzten Mal schon "20 x" gesagt, heute auch wieder. Sie kann sich nichts mehr merken.
Haupttätigkeit: Kuscheln, soweit dies mit einem liegenden Patienten, bei dem die Bettgitter oben sind, möglich ist: Meine Hand an ihre Wange und von Zeit zu Zeit auch meine Stirn vorsichtig an ihrer: die ihre ist seitlich ganz blau mit "sämtlichen" Gelb- und Brauntönen, sie muss im Heim gestürzt sein ...
Mutter hatte ein nigelnagelneues Nachthemd an (sonst trug sie immer nur Schlafanzüge). Da habe ich mal in den Schrank geschaut (habe ja im letzten halben Jahr bei ihr zu Hause mich um ALLES gekümmert, schon länger auch um die Finanzen).
- Nein, die schmutzige Wäsche habe ich nicht mitgenommen ...
2 Kommentare:
"Haupttätigkeit: Kuscheln"
Im Idealfall beginnt so das Leben und im Idealfall endet es so.
Nähe ist sprechen ohne Worte. Berühren ist Da-sein.
Das ist es: So soll es sein!
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