Sonntag, 19. Januar 2014

Die Pille nehmen

Es ist die Zeit nach der Encyclica Humanae Vitae sowie der Königsteiner Erklärung.

Eine Frau ist auf Kur und spricht dort mit dem Kaplan, der für die Kurgäste zuständig ist:
Sie ist verheiratet, hat 5 Kinder und ist nervlich und vermutlich auch körperlich ziemlich "herunter".

Ihr Mann hat einen Beruf, in dem er oft abends und auch sonst wohl eher unregelmäßig unterwegs ist. Zusätzlich ist er im Ortsverband "seiner" Partei aktiv und auch da öfters abends nicht zu Hause ...
Das bedeutet, dass für Zweisamkeit nicht viel Zeit ist. Wie kann man da Familie planen?

Noch ein Kind austragen, auf die Welt bringen, stillen ... in ihrem gesundheitlichen Zustand? Oder ...

Der Rat des Kaplans lautet, dass sie die Pille nicht nur nehmen dürfe, sondern aus gesundheitlichen Gründen (und auch noch ihrem Mann zuliebe???) MÜSSE.

Herr Kaplan, wo haben Sie studiert?

3 Kommentare:

Ex hat gesagt…

Nun das habe ich wie oft gehört, auch von sehr frommen (meist freikirchlichen) Frauen.
Ich lass mich sterilisieren, ihm (meinem Mann) zuliebe.
Fakt ist in der Tat dass das Verhältnis des Mannes zu seinem Kind ein anders ist, als das der Frau.
Daher (überspringe jetzt ein paar Schlüsse) ist es wichtig, dass die Gesellschaft die Vaterschaft lobt und preist und es ihm damit ermöglicht stolz und beschützend sich vor Frau und Kinder zu stellen.
Gerade auch in diesem Punkt ist Humanae Vitae eine prophetischen Enzyklika.
Verhütung ist der einfachere, wenn auch falsche, Weg, das ist so! man spart sich viele, viele Diskussionen, viel Streß und so. Wenn man wirklich nicht offen für Kinder sein kann, dann muss man eben gemeinsam versuchen enthaltsam zu leben und wenn es dann nicht geklappt hat, eben das Kind zu nehmen, und es gemeinsam! (ist gar nicht sooo leicht) zu tragen.
Man sieht aber schön,dass der Weg von HV der partnerschaftliche Weg ist, einfach weil er es erforderlich macht, dass das Paar über existenzielle Dinge und das ist die Sexualität mitsamt der Fortpflanzung, immer 'im Gespräch' bleiben muss.
P.S das das einfach sei, habe ich nicht behauptet.

F. M. hat gesagt…

Der Herr Kaplan muss sich ja nicht um die sechs Kinder und den Ehemann kümmern, kann sich aber, wie seine Empfehlung zeigt, sehr wohl in diese Familie hinein versetzen.
Man nennt das auch "im Kopf des anderen denken" eoder einfacher: EMPATHIE.

Da aber den meisten katholischen Klerikern diese Empathie abhanden kommt, sobald sie auch nur eine Rangstufe über dem einfachen Priester im katholischen Feudalsystem aufgestiegen sind, ist die katholische Kirche insgesamt auf den Glaubwürdigkeitsstatus der "Prawda" abgesunken. Schade eigentlich.

Eugenie Roth hat gesagt…

Wer die Geschichte dieser Frau kennt, fürchtet sich auch nicht vor 20 Kindern: http://eugenieroth.blogspot.de/2010/07/requiem-aeternam.html