- Eine alte Dame, die zwar Verwandtschaft in unmittelbarer Nähe hatte, die aber dennoch von der Sozialstation gepflegt wurde. Als Selbstständiger kann man vieles nicht so, wie man gerne möchte. Später konnte man sie jedoch nicht mehr alleine in ihrer Wohnung lassen und sie wurde - nach reiflicher Überlegung der Notwendigkeit folgend - ins Heim gebracht.
- Eine alte Dame mit vielen Kindern in der näheren Umgebung und auch in der Ferne. Diese haben, soweit es ihnen möglich war, die Pflege ihrer Mutter selbst in die Hand genommen. Eine Altenpflegerin in der Nähe hat auch immer gerne mit Rat und Tat geholfen. Auch hier wurde eine Zeitlang die Hilfe der Sozialstation in Anspruch genommen. Wäre Mylady länger bettlägerig krank gewesen, hätte man sie ins Heim bringen müssen, da die Kinder sich sonst aufgerieben hätten. Ein Schlaganfall hat den Überlegungen ein Ende gemacht, die letzte Woche Pflege der dann bettlägerigen Frau war fast eine Erholung im Vergleich zu manchen Zeiten zuvor.
- Und noch eine alte Dame kannte ich, die auch - wie Mylady - bis zum Schluss zu Hause gepflegt wurde.
- Eine alte Dame. Jetzt, hier und heute, nachzulesen sporadisch in die Beiträge eingestreut. Hier hängt - hing alles an mir, es war - auch auf Grund der Entfernung - einfach zu viel für mich. Mutter braucht Unterhaltung, nicht nur Hilfe. Sonst verdummt sie alleine in ihrer Wohnung. Fernseh und Radio ist für die schwerhörige Frau zu anstrengend, sie braucht echtes Leben um sich. Da scheint mir das Heim die für alle Beteiligten beste Lösung zu sein. Eine Versorgung durch mehrere Personen zu Hause ist zu teuer. Im Heim gibt es Sitztanz, Gedächtnistraining und was auch immer, Essen in Gemeinschaft schmeckt ohnehin besser (sie isst jetzt trotz Essen auf Rädern kaum etwas und hat auch vor der Einweisung ins Krankenhaus zur Behandlung viel zu wenig gegessen, was im Arztbrief gleich ganz vorne vermerkt war).
- Eine alte Dame - die Kind(er?) entscheiden sich schweren Herzens, sie ins Heim zu tun. Sie war bei der Tochter untergebracht, die sich liebevoll um sie gekümmert hat - bis zur Erschöpfung. Beide konnten einander nicht loslassen. Bis zur Entscheidung, der Mutter einen Heimplatz zu suchen. Die alte Dame zieht in das Zimmer ein - und verstirbt nach wenigen Tagen. Mutter und Kind(er?) konnten jetzt endlich einander loslassen und die alte Frau konnte in Ruhe und ohne Sorge sterben.
- Eine alte Dame im Heim. Die einzige Tochter ist alleinstehend, berufstätig und kann ihre Mutter nicht selbst pflegen. Aber sie ist Lehrerin und nimmt die Arbeiten, die sie zu korrigieren hat, oder auch die Unterrichtsvorbereitung, mit zu ihrer Mutter und erledigt dies dort. So kann sie sich zwar erst einmal nicht intensiv um ihre Mutter kümmern, aber sie ist da und kann ihr mal was zu Trinken reichen, ein paar Worte wechseln und nach getaner Arbeit je nach Wetter sogar noch einen kleinen Spaziergang mit der Mutter im Rollstuhl unternehmen.
Selbstverständlich gibt es auch Fälle, da Kinder ihre Eltern ins Heim bringen, sie quasi an der Tür abgeben und sich dann nicht wirklich mehr um sie kümmern. Aber das Heim ist nicht immer die schlechteste Lösung für beide Seiten. Das möchte ich hiermit einmal an Beispielen zeigen.
... Abtauchen in den Kommentarbereich lohnt!!!
1 Kommentar:
Ich habe da auch einiges beizutragen aus meiner Erfahrung.
Ich würde da gerne meinen alten Pfarrer zitieren, man muss über diese Dinge frühzeitig sprechen, sich überlegen was man kann und was nicht, was man will und was auf gar keinen Fall.
Meiner Erfahrung nach ist es wichtig, dass der alte Mensch selber die Entscheidung (so er kann) mittragen kann.
Jeder Mensch ist verschieden, jedes Leben verschieden, aber ein Heim ist kein Gefängnis und es gibt immer einen Punkt, wo es nicht mehr geht und dieser Punkt muss a) erreicht sein und b) darf auch nicht überschritten worden sein.
Weiter, soweit ich das mitkriege wird der Bereich Pflege, Hilfe zu Hause, aktuell ausgebaut. Finde ich gut, es sollte auch versucht werden den alten Leuten z.b zu helfen mit den technischen Errungenschaften umzugehen, kannte mal einen schwer und immer schwerer körperlich ausfallenden Menschen, der steuerte am Ende alles von seinem Bett aus und konnte daher und wollte das auch, sehr lange zu Hause bleiben.
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