Samstag, 29. Dezember 2012

Auf Christen, singt festliche Lieder

... der Thuriferar hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es zu dem bei uns sattsam bekannten Weihnachtslied auch noch andere Strophen gibt:

1. Auf, Christen, singt festliche Lieder und jauchzet mit fröhlichem Klang!
Es schalle auf Erden laut wider süßtönender Jubelgesang!
Im Stalle bei Betlehems Toren hat mitten in nächtlicher Zeit
Maria, die Jungfrau, geboren den Heiland, der alle erfreut.

2. Dies schönste der menschlichen Kinder ist Gott, in die Menschheit gehüllt;
es weiht sich zum Mittler der Sünder, von himmlischer Liebe erfüllt.
Dies große Geheimnis erklären die Engel den Hirten im Feld;
sie singen dem Schöpfer zu Ehren, sie singen vom Frieden der Welt.

3. O laßt uns in ihre Gesänge uns mischen mit fröhlichem Ton,
erwidern die himmlischen Klänge und singen dem göttlichen Sohn;
die Krippe kniefällig umringen, in welcher der Heiligste liegt,
die Herzen zum Opfer ihm bringen, der alles mit Liebe besiegt.

Im Bistum Trier fehlt die 3. Strophe.

Im Bistum Würzburg klingt das Ganze etwas anders:

1. Auf Christen, singt festliche Lieder und jauchzet mit fröhlichem Klang!
Es töne auf Erden laut wider süß tönender Jubelgesang!
Der Vater hat unser Verlangen und seine Verheißung erfüllt,
Der Heiland, nach welchem wir rangen, erscheinet im Fleische verhüllt.

2. Im Stalle vor Bethlehems Toren hat liebend zur Mitternachtszeit
Maria, die Jungfrau geboren, den Heiland, der alle erfreut.
Dies große Geheimis erklären die Engel den Hirten im Feld,
sie singen dem Heiland zu Ehren, sie singen vom Frieden der Welt.

3. O lasset in ihre Gesänge uns mischen mit fröhlichem Ton,
mit festlichem Jubelgepränge besingen den göttlichen Sohn!
Díe Krippe in Andacht umringen, in welcher der Heiligste liegt,
ihm Opfer der Dankbarkeit bringen sei unsere heiligste Pflicht.

4. O ewiger himmlischer König, der du alle Wesen erschufst!
War's denn für die Menschen zu wenig, dass du sie zum Leben berufst?
Muss selbst deine Gottheit sich neigen zur niedrigen Knechtesgestalt?
Wer konnte mehr Liebe erzeigen? O Wunder der Liebesgewalt!

5. O Demut der ewigen Liebe, die Armut hast du dir erwählt,
Gebettet auf Stroh in der Krippe, so liegst du, der Schöpfer der Welt!
So trägst du der Menschen Gebrechen und teilst aller Sterblichen Los,
Wir knien vor Ehrfurcht und sprechen: O Liebe, wie bist du so groß!

6. Dich, König der Ewigkeit, grüßen die Engel, die Seligen all;
wir dürfen dich lieben umschließen als Kindlein im ärmlichen Stall.
Entzünde die Liebe im Herzen, vermehr' unsern Glauben, wir flehn,
auf dass wir mit brenndem Herzen der Hoffnung Erfüllung dann sehn!

7. Was atmet, soll alles dich loben, o Vater im himmlischen Thron!
Du sandtest und Sündern von oben den ewigen göttlichen Sohn.
Vom Heiligen Geiste empfangen, gebar ihin die Jungfrau uns hier.
Gestillt ist der Welten Verlangen: Dreifaltiger, Ehre sei dir!
(T und M: Fulda 1778)

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