Samstag, 1. Dezember 2012

Unterricht vom Advent


Was heißt Advent?

A
dvent ist ein lateinisches Wort und heißt auf deutsch „Ankunft“, worunter hier die sichtbare Ankunft des Sohnes Gottes in dieser Welt, und zwar zu zwei verschiedenen Zeiten, verstanden wird.

Wann ist die erste Ankunft geschehen?

Als der Sohn Gottes vom Heiligen Geiste im Schoße der reinsten Jung­frau Maria empfangen, aus ihr dem Fleische nach geboren worden und die Welt durch Seine gnadenreiche Ankunft, nach welcher viele Könige und Propheten verlangt, geheiligt hat (Jes 45, 8; 64, 1. Lk 10, 24).

Wie haben aber die Altväter selig werden können, weil Christus zu ihren Lebzeiten noch nicht geboren war?

Es ist zu wissen, dass Gott nach dem Falle Adams den Altvätern geof­fenbart hat, Sein eingeborner Sohn solle Mensch werden und die Welt erlösen. Nun hat Gott den Vätern Seine Gnade in Ansehung der künf­tigen Verdienste Jesu Christi mitgeteilt, wodurch sie selig geworden sind (Ex 4, 13).

Wann wird die andere Ankunft Christi geschehen?

Am Ende der Welt, wann Er in Seiner Herrlichkeit wieder kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten (2 Tim 4, 1).

Was betrachtet und stellt uns die Kirche Gottes vor in dieser heiligen Ad­ventszeit?

Das Geheimnis der Menschwerdung Christi des Herrn, dessen Liebe, Demut und Geduld, die Er darin gegen die Menschen erzeigt hat, damit wir 1. diese heilige Adventszeit hindurch Christo danken, dass Er den Schoß Seines himmlischen Vaters verlasen und uns zu erlösen in dieses Jammertal gekommen ist; 2. dass wir uns auf die gnadenreiche Geburt Christi, die eigentlich seine „Ankunft“ ist, durch wahre Reue über unsere Sünden, durch Fasten, Beten, Almosen und der Gleichen Gott wohlgefällige Werke vorbereiten und uns so teilhaftig machen der Gnaden, die uns Christus verdient hat.

O  Gott, der Du die Welt durch Deine gnadenreiche Ankunft gesegnet hast, verleihe uns Deine Gnade, dass wir uns durch eine würdige Buße dazu vorbereiten!

Gebet

O Herr Jesu Christe, der Du mit großer Macht und Herrlichkeit kom­men wirst, zu richten die Lebendigen und die Toten: wir bitten Dich durch die Verdienste Deines heiligsten Leidens und Sterbens, Du wollest unsere Herzen durch die heilsame Betrachtung dieses erschrecklichen Gerichtes aus dem tiefen Schlafe der Sünde erwecken und zu wahrer Reue und Leid aufmuntern, damit wir, vor der Ankunft dieses großen Tages durch eine rechte Buße und Besserung unseres sündhaften Lebens mit Dir vollkommen versöhnt, Dich als einen gnädigen Richter mit großer Freude anschauen und auf die rechte Seite zu Deinen Schäflein gestellt werden mögen. Amen.

Quelle

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