Wer hat die vierzigtägigen Fasten angeordnet?
Warum halten wir die Fasten?
Erstlich tun wir
das aus Gehorsam gegen die katholische Kirche; denn wer diese verachtet und
schmäht, wenn sie uns Fasttage vorschreibt und dergleichen, der verachtet und
schmäht Gott selbst (Lk 10, 16); 2. damit das Fleisch dem Geiste
untertänig werde, um so ein keusches und reines Leben zu führen; 3. damit
wir dadurch für unsere Sünden genugtun.
Ist das Fastengebot nicht ein
Gebot von Menschen?
Es ist zwar ein
Gebot von Menschen, aber von solchen, welche uns die Kirche Gottes vorstellen, die uns an Gottes Statt und aus Eingebung Gottes solches befiehlt; und
darum will Gott auch, das wir ihr, wie ihm selbst, wenn er in eigener Person
etwas befehlen würde, gehorsamen sollen (Mt 18, 17).
Aus welchem Grunde gebietet uns
die Kirche die Enthaltung von Fleischspeisen an gewissen Tagen?
Aus keinem andern,
als wie Gott selbst unsern ersten Eltern im Paradiese den Apfel (Gen
3, 3) und den Juden das Schweinefleisch verboten hat (Lev
11, 7. 8). Wenn uns Katholiken nachgeredet wird, als täten wir das
nur aus einer abergläubischen Einbildung, wie wenn das Fleisch an sich böse
wäre, so ist das nur eine schändliche Schmachrede und erdachte Lüge boshafter
Menschen, die nichts anderes dabei suchen, als das gemeine Volk zur Verachtung
der Gebote der Kirche zu verführen.
Kann man auch beweisen, dass es
Gott angenehm sei, sich gewisser Speisen zu enthalten?
Ja; denn wir lesen
(Jer 35, 6), dass Jonadab seinen Nachkömmlingen den Wein verboten habe,
welches Gebot sie auch gehalten und darum von Gott belohnt worden sind. Der Hl.
Johannes der Täufer hat sich des Weines und starken Getränks enthalten (Lk
1, 15). Die ersten Christen haben auf Anordnung der Apostel sich vom
Fleische der erstickten Tiere und vom Blute enthalten (Apg 15, 29).
Welche sind schuldig, die
vierzigtätige Fasten zu halten?
Vom Fleischessen
sind alle vom siebenten Lebensjahre an verpflichtet sich zu enthalten; die aber
21 Jahre alt sind, müssen sich überdies mit einer einzigen Sättigung des
Tages (jedoch nicht vor der Mittagszeit) begnügen.
Ist es nicht erlaubt, des Abends
etwas zu essen?
Doch etwa so viel,
als den vierten Teil einer ordentlichen Mahlzeit ausmachen würde. Aber „manche
setzen so viele Speisen auf die Tafel und essen so viel davon,“ spricht der
erleuchtete Kardinal Bellarmin, „dass die Seele davon stirbt!“ Bist du im
Zweifel hierüber, so frage deinen Beichtvater um Rat.
Sind auch etliche von diesem
Gebote der vierzigtätigen Fasten ausgenommen?
Ja, nämlich alte
Leute (vom 60. Jahre an), Kranke, säugende und schwangere Frauen, ferner
diejenigen, welche schwere Arbeit oder eine Reise tun müssen, desgleichen die
Armen, die keine ausreichende Nahrung haben; alle diese mögen essen, so oft es
ihnen vonnöten ist, jedoch kein Fleisch.
Darf man auch, wenn es die Not
oder eine Krankheit erfordert, Fleisch essen?
Ja; doch soll man
die seinem Seelsorger zu erkennen geben und von ihm Dispens erbitten.
Der Hl. Ambrosius
schreibt über das Fasten: „Wer sagt, er bleibe in Christo, der muss auch so
wandeln, gleichwie Christus gewandelt ist: er, der keine Sünde getan hat, hat
für unsere Sünden gefastet. Was bist du aber für ein Christ, wen du wohl
issest, während Christus für dich hungerte?“
Wie soll man die heilige
Fastenzeit mit geistlichem Nutzen zubringen?
Nach der Lehre des
Hl. Augustinus soll man sich nicht allein vom Fleisch Essen und doppelten
Mahlzeiten enthalten, sondern vor allem von den unziemlichen Lüsten und von
jeglicher Gottlosigkeit, was das vollkommenste Fasten sei. Wir halten also auf
dieser Welt die vollkommenste Fasten, wenn wir fromm leben und uns von Sünden
enthalten. Auf dass man aber die Fastenzeit mit desto größerem Verdienste
halte, ist es gar nützlich, Gott dem Herrn dieselbe täglich durch Übung der guten
Meinung aufzuopfern und verschiedene gute und darum verdienstliche Meinungen
dabei zu machen.
Wie viele gute Meinungen kann man
dabei machen?
Hauptsächlich folgende
vier: 1. dass wir damit unserer Mutter, der Braut Christi, der
christkatholischen Kirche, um Gottes willen den schuldigen Gehorsam leisten;
2. dass wir unsern Leib durch die Kasteiung Gott zum Opfer dargeben;
3. dass wir genugtun für die begangenen Sünden; 4. dass wir von Gott
die Gnade erlangen, die Sünden zu meiden und die christlichen Tugenden zu üben.
Welchen Gebeten und frommen
Übungen soll man sich in der Fastenzeit besonders hingeben?
Solchen, die sich
auf das bittere Leiden des Herrn beziehen, als da sind: der heilige Kreuzweg,
der schmerzhafte Rosenkranz, die Verehrung der heiligen fünf Wunden, die
Litanei vom Leiden Christi u. dgl.
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Art und Weise, die gute Meinung
für die Fasten zu machen
O Herr Jesu! In Vereinigung mit deinem Fasten opfere ich dir auf mein
Fasten, aus Gehorsam gegen die Kirche, zu deiner Ehre und zur Danksagung für
so viele empfangene Wohltaten, zur Genugtuung für meine und anderer Sünden, zu
Erlangung aller christlichen Tugenden ...Quelle
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