9, 2 – 12
Brüder! Es war das Vorderzelt gemacht, worin der Leuchter und
der Tisch und die Schaubrote waren, welches das Heilige heißt; und hinter dem
zweiten Vorhange war das Zelt, welches das Allerheiligste heißt, welches das
goldene Rauchfass und die von allen Seiten mit Gold belegte Bundeslade
enthielt, worin die goldene Urne mit den Manna, der ausgeschlagene Stab Aarons
und die Bundestafeln sich befanden, und über welcher die Cherubim der
Herrlichkeit waren, den Gnadenthron überschattend, von welchem allen jedoch im
einzelnen jetzt nicht zu reden ist; da dieses aber so eingerichtet war, so
gingen in das Vorderzelt jederzeit die Priester ein, wenn sie den Opferdienst
verrichteten; in das Hinterzelt (ging) einmal im Jahre der Hohepriester
allein, nicht ohne Blut, welches er darbrachte für seine und des Volkes Sünden;
wodurch der Heilige Geist andeuten wollte, dass der Weg zum Heiligtume noch
nicht geöffnet sei, solange das erste Zelt Bestand hätte. Dieses ist ein
Sinnbild der gegenwärtigen Zeit, gemäß welchem Gaben und Opfer dargebracht
werden, die im Gewissen nicht vollkommen manchen können den, welcher nur in
Rücksicht auf Speisen und Getränke mittelst mancherlei Abwaschungen und
fleischlicher Rechtfertigungsgebräuche, die bis zur Zeit der Verbesserung
auferlegt waren, Gott dient. Dagegen ist Christus, nachdem er als Hoherpriester
der zukünftigen Güter gekommen, durch ein höheres und vollkommeneres Zelt, das
nicht von Menschenhänden gemacht, nämlich nicht von dieser Welt ist, auch nicht
durch Blut von Böcken und Stieren, sondern mit seinem eigenen Blute ein für
allemal ins Heiligtum eingegangen, und hat eine ewige Erlösung gefunden.
Evangelium des Hl. Lukas
13, 6 – 17
In jener Zeit sprach Jesus zu dem Volke dieses Gleichnis:
Einer hatte einen Feigenbaum, der in seinem Weinberge gepflanzt war. Und er kam
und suchte Früchte auf demselben, fand aber keine. Da sprach er zu dem
Weingärtner: Siehe, schon drei Jahre komme ich und suche Frucht an diesem
Feigenbaume und finde keine; hau ihn also weg! Was soll er noch das Land
einnehmen? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, lass ihn auch noch
dieses Jahr, bis ich um ihn her aufgegraben und Dünger daran gelegt habe,
vielleicht bringt er Frucht; wenn nicht, so magst du ihn für die Zukunft
weghauen. Am Sabbate aber lehrte er in ihrer Synagoge. Siehe, da war ein Weib,
die schon achtzehn Jahre einen Geist der Krankheit hatte; sie war gekrümmt und
konnte durchaus nicht aufwärts sehen. Da nun Jesus sie sah, rief er sie zu sich
und sprach zu ihr: Weib, du bist von deiner Krankheit befreit! Und er legte ihr
die Hände auf, und sie richtete sich sogleich auf und pries Gott. Es entgegnete
aber der Synagogenvorsteher, welcher unwillig war, dass Jesus am Sabbate
geheilt hatte, und sprach zu dem Volke: Sechs Tage sind, an welchen man
arbeiten soll; an diesen kommt und lasset euch heilen, aber nicht am Tage des
Sabbats. Der Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Ihr Heuchler, bindet nicht
jeder von euch am Sabbate seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt
ihn zur Tränke? Diese Tochter Abrahams aber da, die der Satan schon achtzehn
Jahre gebunden hielt, sollte nicht von dieser Fessel gelöst werden am Tage des
Sabbats? Und als er dieses sagte, schämten sich alle seine Widersacher; das
ganze Volk aber freute sich über alle die herrlichen Taten, die durch ihn
geschahen.
Gebet der Kirche
Allmächtiger, ewiger Gott, der du durch heilsame Enthaltsamkeit
Leib und Seele heilest, wir bitten demütig deine Majestät, dass du, durch das
inbrünstige Flehen der Fastenden geführt, uns sowohl gegenwärtige als künftige
Hilfe verleihest – durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn ... Amen.
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