1. Auf Christen, singt festliche Lieder
Und jauchzet mit freudigem Klang!
Es schall’ an dem Erdeball wieder
Süßtönender Jubelgesang.
Der Vater hat unser Verlangen,
Die Wünsche des Herzens erfüllt:
Der Heiland, nach welchem wir rangen,
Erscheinet im Fleische verhüllt.
2. Im Stalle bei Betlehems Toren
Hat zur mitternächtlichen Zeit
Maria, die Jungfrau, geboren
Ein Kindlein, das Engel erfreut.
Sieh, Rosen und Lilien blühen
Im Antlitz des Kindes hervor;
Sieh, Lippen und Augen, die glühen
Von Schönheit im reizenden Flor.
3. Dies schönste der menschlichen Kinder
Ist Gott, in die Menschheit gekleidt.
Es hat sich der Mittler zum Sünder
Aus zärtlicher Liebe geweiht.
Dies große Geheimnis erklären
Die Engel den Hirten im Feld;
Sie singen dem Schöpfer zu Ehren
Und singen vom Frieden der Welt.
4. Es eilen aus Betlehems Fluren
Die Hirten zum Stalle geschwind
Und werden auf englischen Spuren
Geleitet zum göttlichen Kind.
Sie werfen zur Krippe sich nieder
Im tiefesten Staube gebückt,
Und singen Ihm liebliche Lieder,
Von himmlischen Freuden entzückt.
5. O lasset in ihre Gesänge
Uns mischen mit fröhlichem Ton;
O lasset mit Jubelgepränge
Uns singen dem göttlichen Sohn;
Die Krippe kniefällig umringen,
In welcher der Heiligste liegt:
Ihm Lobeserhebungen singen
Ist unsere süßeste Pflicht!
6. Eh’ Sonnen und Sterne gewesen
Hat Dich Gott, der Vater gezeugt;
Du bist unermesslich im Wesen,
Das selbst nicht der Cherub erfleugt.
Vom Vater, dem ewigen Lichte,
O Du wiederstrahlendes Licht!
Erhaben sind Deine Gerichte:
Selbst Seraphim fassen sie nicht.
7. O ewiger, himmlischer König!
Der Du alle Welten erschufst,
Ist denn Deiner Güte zu wenig,
Dass Du in das Leben uns rufst?
Muss selbst Deine Hoheit sich neigen
Zur niederen Menschengestalt?
Wer könnte mehr Liebe erzeigen?
O Wunder der Liebesgewalt!
8. Du steigest vom glänzenden Sitze
Und wohnest im finsteren Stall;
Du bist es, Der sonsten die Blitze
Hinschleudert mit schrecklichem Knall;
Hier bist Du, an Händen und Füßen
Gebunden, in Windeln versteckt;
Du, unter Dem zitteren müssen
Die Himmel, zurücke geschreckt.
9. Du wählest, mit Schwächlingen schwächlich,
Mit Sterblichen sterblich zu sein:
Du zeigst Dich, gleich Menschen, gebrechlich,
Bei Kleinen erscheinest Du klein.
Du machest Dich ähnlich in allem
Uns Menschen und unserm Geschlecht.
Wir Brüder (o lass Dir’s gefallen)
Wir nennen Dich Bruder mit Recht.
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