1. Wie öde bist du, Todeshügel,
Wie trüb ist es um dich herum!
Nur rauschen noch des Todes Flügel,
Sonst bist du einsam, still und stumm;
Tot hängt in nächtlich schwarzer Wolke
Der Mittler von dem Kreuz herab.
Getötet von dem Judenvolke,
Sehnt sich Sein Leichnam nach dem Grab.
2. Sieh, Joseph lässt sich nicht verwirren
Von Furcht: er bringt das Sterbgewand.
Auch Nikodemus trägt die Myrrhen,
Und bietet ihm hilfreiche Hand.
O unter welchen Liebeszähren
Vollzieh’n sie den gefassten Schluss?
Sanft senken sie mit vielen Ehren
Den Leib herab zum Kreuzesfuß.
3. Sie salben mit sorgvollen Händen
Den Leib des Mittlers Jesus Christ,
Um die Verwesung abzuwenden
Von Dem, Der unverweslich ist;
Mit Leinwand wird der Leib gebunden,
Wie jener Brauch es mit sich bringt.
Noch triefet Blut aus Seinen Wunden
So, dass es durch die Leinwand dringt.
4. Den Leib hebt Joseph von der Erde,
Und Nikodemus hebt ihn auch,
Damit er nun begraben werde
Nach aller Sterblichen Gebrauch.
Sie gehen langsam von den Höhen
Des Golgatha dem Grabe zu.
Der die Verwesung nicht wird sehen,
Den bringen sie zur Grabesruh.
5. Die Mutter folgt verhüllt der Leiche
Mit Schritten, die voll Todes sind.
Wo ist der Schmerz, der jenem gleiche,
Den des Johannes Herz empfindt?
Es folget voll von Todesschauer
Das Frauenvolk im Trauerflor.
Lobsingend, doch in dieser Trauer
Begleitet sie der Engel Chor.
6. Nun sind die Träger angekommen
Im Garten bei dem Felsengrab;
Wie mühsam wälzen diese Frommen
Vom Grab den schweren Türstein ab.
Die Leiche senken sie laut weinend,
Sanft in das kühle Grab hinein;
Ihr müder Arm bedeckt wohlmeinend
Die Grabesöffnung mit dem Stein.
7. Mein Auge, wein’ Ihm nach und klage,
Wehklage laut – Er ist nicht mehr.
Ermüdet von der Todesplage,
Ruht Er im Grab – Er ist nicht mehr.
Nach tausend mühevollen Stunden,
Nach dornenvoller Laufesbahn,
Hat Er im Grabe nun gefunden,
Wo Er Sein Haupt hinlegen kann.
8. So schlumm’re denn den Todesschlummer,
Du Todsbezwinger Jesus Christ!
Umschweben soll mein Geist voll Kummer
Dein Grab, bis Du erstanden bist.
Drei Jammernächte müssen gehen
Bei Deinem heil’gen Grabe hin;
Vom Tod wirst Du dann auferstehen,
Wie ich durch Dich versichert bin.
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