1. Die Seufzer, die Du ausgestoßen,
Herr Jesus, in der letzten Qual;
Die letzten Worte, die geflossen
Aus Deinem Mund am Kreuzespfahl:
Die, Herr, aus Deinem Munde sammeln,
Ist, Jesus, Heiland, meine Pflicht.
Ich strebe, sie Dir nachzustammeln
Zu meinem Trost und Unterricht.
2. „Verzeih, o Vater, meinen Feinden,
Sie wissen es nicht, was sie tun,
Gib ihnen, was Du gibst den Freunden,
Ja, Vater, höre Du Mich nun.“
O welche Worte, welche Liebe!
Tief drück‘ sie meinem Herzen ein.
Sie sind für mich die stärksten Triebe,
Gern meinen Feinden zu verzeih’n.
3. Dem Mörder, welcher Dir zur Rechten
Am Baum des Kreuzes aufgehenkt,
Wie hast Du diesem Sündenknechte
So liebreich Deine Gunst geschenkt:
„Ich sage dir, du wirst noch heute
Bei mir im Paradiese sein.“
Lass mich, wenn ich den Tod einst leide,
Auch dieses Gnadenwort erfreu’n.
4. „Sieh, Weib, den sollst du künftig achten
Als Sohn“, sprichst Du im Sterbeton.
„Johannes! du sollst sie betrachten
Als deine Mutter: Sei ihr Sohn.“
So gossest Du aus Deinem Munde
Den Beiden Trost und Lind’rung ein.
Lass jetzt und in der Todesstunde
Maria meine Mutter sein.
5. Da Dich mit eiserm Arm umfassen
Die Todesschmerzen, rufest Du:
„Warum hast Du Mich so verlassen,
Mein Gott? Mein Gott? Ach, eil‘ herzu!“
Wenn ich in meinem letzten Streite
Voll Schmerzen bin, verlass mich nicht.
Sei mir mit Deinem Trost zur Seite,
Wenn mir mein Herz im Sterben bricht.
6. „Mich dürstet!“ sprichst Du noch im Sterben:
Der Schmerz nahm Dir den Lebenssaft.
Vertrocknet war, gleich einem Scherben,
Dir, Jesus, Deine Leibeskraft.
Du Quell, Dein Wasser strömt ins Leben
Dort in der frohen Ewigkeit:
Heiß dürstend müsse sich erheben
Zu Dir mein Herz zu jeder Zeit.
7. Des Vaters Zorn ist nun gestillet,
Den Bildern ist ein End‘ gemacht;
Die Schrift von Dir nun ist erfüllet,
Drum sprichst Du, Herr: „Es ist vollbracht!“
Wie selig wär‘ ich, wenn im Tode
Ich sagen könnt‘: „Es ist vollbracht!
Erfüllt hab‘ ich des Herrn Gebote,
Ich fürchte nicht des Todes Nacht.“
8. „Dir, Vater, Dir in Deine Hände“,
rufst Du, „empfehl Ich Meinen Geist.“
Du neigst Dein Haupt und machst ein Ende
Dem Leben, das man sterblich heißt.
Wenn von dem Leib mein Geist wird scheiden,
Nimm Du ihn auf, Herr Jesus Christ!
Der Du, zum Himmel mich zu leiten,
Auf Golgotha gestorben bist.
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