Dienstag, 15. März 2011

Mit was Trauern und Bedauern

1. Mit was Trauern und Bedauern,
Mit was Leid in ihrem Sinn,
Mit was Schmerzen in dem Herzen
Stund des Herrn Gebärerin.

2. Sie zugegen mit Bewegen
Sehen musste, mit was Hohn,
Mit was Plagen ward geschlagen
An das Kreuz ihr lieber Sohn.

3. Lieb‘ und Schmerzen in dem Herzen
Hatten einen harten Streit;
Beide nährten und vermehrten
Dieser Mutter Traurigkeit.

4. Sie sprach: „Liebstes und Betrübtstes,
Ach, mein allerschönstes Kind!
In was Leiden, so konnst meiden,
Ich Dich arme Mutter find‘.

5. Wie verblichen, abgewichen
Ist Dein rosenfarb’ner Mund;
Deine Glieder sinken nieder,
Hart bis zu dem Tod verwundt.

6. Wie vergangen sind die Wangen,
Alles hat verstaltet sich;
Von den Freunden, von den Feinden
Keiner mehr wird kennen Dich.

7. Ach, erscheinet und beweinet
Diesen Tod, ihr Engel all:
Helft mir mehren meine Zähren
Durch betrübten Trauerschall.

8. Menschenkinder, habt nicht minder
Ein mitleid’ges Herz mit mir:
Tut still stehen und besehen,
Was mein Sohn muss leiden hier.

9. Der gegeben uns das Leben,
Tot wird in das Grab gestellt;
Helft mir klagen und Leid tragen,
Zu dem Weinen euch gesellt.

10. Tut Ihn ehren; mit den Zähren
Waschet Seinen Leichnam rein;
Mit Gedanken allzeit danken,
Ihn begrabt ins Herz hinein.“

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