Sonntag, 28. November 2010

Heimkehr

Wie ist das, wenn man heim kommt, nach Jahren, vielleicht Jahrzehnten?

Das Elternhaus ist verkauft, inzwischen wohnen Ausländer darin, die für die Gegend typischen Fensterläden sind fort, innen alles umgebaut. Nein, das ist ohnehin nicht mehr das, was man sich unter "daheim" vorstellt. Schon lange nicht mehr.

Heim kommen in die einst vertrauten Straßen, viele Neubauten, die man nicht kennt, Geschäfte geschlossen, aus Altersgründen, weil es sich nicht mehr rentiert hat? Das Haus, in dem man geboren wurde abgerissen ...

Die vertrauten Menschen um Jahrzehnte grauer oder schon unter der Erde ... ihre Kinder sind groß, aber man hat den Kontakt nicht gehalten ... man ist sich fremd ...

Heim kommen ... wohin? Wird man es schaffen, nach so vielen Jahren sich selbst eine Heimat zu bauen in der fremd gewordenen Stadt, die gewachsen ist ... neue Straßen, neue Häuser ...

Und wieder macht ein kleines Geschäft zu ... man hat ihm einen Supermarkt vor die Nase gesetzt ...

Kuckuck! - Ende?

Mit "Kuckuck" habe ich mich zum ersten Mal aus diesem "Loch" gemeldet, dass mir in der Nähe von Myladys Haus dankenswerterweise für Spaziergänge und anderes im Internet zur Verfügung steht.

Nun - lange habe ich mich nicht hier gemeldet -, habe ich nicht nur (eine noch recht unsichere, was das "Überleben" der Probezeit angeht) Arbeit, sondern auch eine Wohnung dort, in der Nähe des Flusses. Wenn ich laufen möchte, ist es wohl eine 3/4 Stunde auf die Arbeit. Aber es gibt dort ein gut ausgebautes Netz öffentlichen Nahverkehrs.

Die Kisten sind gepackt, ich habe sogar ein Messer zuviel schon weggeräumt und musste heute mit dem Brotmesser zu Mittag essen. So bald meine Umzugshelfer Zeit haben, bin ich weg hier, aus Myladydorf ...

Dies mag also tatsächlich das letzte Mal sein, dass ich durch das "Loch" ins Internet geschlüpft bin.

Neue Böden, neue Türen, 2 - 3 Jahre alte Fenster - diese Wohnung sollte doch wirklich bewohnbar sein - wenn meine Umzugshelfer aufpassen und nichts verschrammen. Ich weiß, dass sie etwas großzügig sind ...

Noch einen Post für heute, dann ist wohl von hier aus Ende.

Ilse Meidinger-Geise

Ich schenke mir ein Jahr

heißt das Buch. Sie (die Ich-Erzählerin) ist krank, hatte einen Unfall oder so. Und beschreibt, was sie in dem Jahr Krankenhaus erlebt, ihre Rückblicke etc.

Nachdem ich mich durch das halbe Buch gequält hatte, gab ich auf. Jetzt liegt es endlich da, wo es hingehört: Im Altpapier.

Stolz

Ein stolzer Mensch verlangt von sich
das Außerordentliche.
Ein hochmütiger Mensch
schreibt es sich zu.
(Marie v. Ebner-Eschenbach)

Eigentum

Dies Haus ist mein
und doch nicht mein.
Dem nächsten
wird es auch nicht sein.
Den Dritten
trägt man auch hinaus,
... nun sag mir:
Wem gehört dies Haus?

Aufgelesen - auf einer Hauswand

Freitag, 5. November 2010

Lieder zum Advent

Dies sind Lieder zum Advent aus einem ALTEN Liederbuch. Leider habe ich nur den Text und keine Noten.

Da dem einen oder anderen Lieder bekannt vorkommen, die auch z. T. im Gotteslob stehen, habe ich auch die Anzahl der Strophen angegeben. Bedenkenswert!!!

... und sollte jemand eine der (mir) unbekannten Melodien kennen (oder vielleicht die Oma) - bitte mit mir in Verbindung setzen!!!

DANKE

In Galiläa ein’ Jungfrau wohnt (9 Strophen)

1. In Galiläa ein’ Jungfrau wohnt
Von großen Qualitäten,
In Nazareth ganz wohl bekannt,
Von hohen Dignitäten;
Realisch ist sie anzusehen,
All’ Engel Gottes nach ihr stehen,
Mit Lieb’ sie zu bereden.

2. Von Gott der Engel Gabriel
Gesandt, zur Jungfrau reiset,
Und vor derselben niederfällt,
Sein’ Reverenz beweiset.
Er sprach: „Maria, sei gegrüßt!
Von Gott allein bist auserkiest,
Von Engeln hoch gepreiset.“

3. Marie erschrak ob diesem Gruß,
Gedacht: ‚Was soll dies werden?
Soll mir ein Engel fall’n zu Fuß?
Bin ich doch Staub und Erden.
Das kann ich mir nicht bilden ein,
Wie die Sach’ soll beschaffen sein;
Dies macht mir groß’ Beschwerden.’

4. „Du wirst empfangen einen Sohn,
Mit größter Freud’ gebären,
Der größer ist als Salomon
Mit allen Seinen Ehren:
Den König Himmels und der Erd’,
Des’ Reich von Ewigkeit her währt,
Wird niemand Ihm zerstören.“

5. „Sag mir, o liebster Engel mein,
Wie soll ich Mutter werden?
Mein Jungfrauschaft g’hört Gott allein,
Ich kenn’ kein’n Mann auf Erden;
Im Zweifel schwebt das G’müte mein,
Ein’ Jungfrau und ein’ Mutter sein,
Ist ein’s aus Unerhörten.“

6. „Dein Freundin auch, Elisabeth,
Hat einen Sohn empfangen,
Ob dem sie bald verzweifelt hätt’,
Trägt sie jetzt mit Verlangen,
Im sechsten Monat allbereit
Sie schwanger geht mit großer Freud’,
Ihr Trauern ist vergangen.

7. Gott ist mit dir, o Jungfrau rein!
Folg’ treulich meinem Raten;
Der Heilig’ Geist wird ob’ dir sein
Und wird dich überschatten.
Darum gib deinen Willen d’rein,
Ein’ Mutter Gottes musst du sein,
Maria voller Gnaden.“

8. Maria zu dem Engel sprach:
„Soll ich denn Gott gebären?
Wiewohl ein’ wunderschwere Sach’,
Will ich mich doch nicht wehren.
Mir g’schehe nach den Worten dein:
Nunmehr geb’ ich den Willen drein,
Ein’ Dienerin des Herren.“

9. Der dieses Lied Mariä g’macht,
Fällt täglich ihr zu Füßen,
Wünscht, dass er könnte Tag und Nacht
Mariam allzeit grüßen.
Er hat’s gemacht, so gut er’s kann,
Maria, nimm’s mit Gnaden an!
Hiemit tut er’s beschließen.

Sei gegrüßt, du Zierd’ der Erden! (10 Strophen)

1. Sei gegrüßt, du Zierd’ der Erden!
Sei gegrüßt, Maria rein!
Du bist wohl, nach Sag’ der G’lehrten,
Schöner als der Sonnenschein.
Ach, wer kann dein’ Schönheit malen,
Die du bist allein vor allen;
Schön, von Gott selbsten gezieret!
Dir allein das Lob gebühret.

2. O Maria! Voller Gnaden!
O Maria! Süß und mild,
Wende von uns allen Schaden,
Sei uns allzeit unser Schild.
Tu uns bald den Heiland zeigen,
Dessen wir uns hoch erfreu’n;
`Geben hast den Willen drein,
Du willst Mutter Gottes sein.

3. Als dich Gabriel gegrüßet:
„Sei gegrüßet voller Gnad!“,
Hast du bald die Wort’ versüßet:
„Sieh, ich bin des Herren Magd!“
Sobald die Stimm’ ist erklungen,
Ist das Echo bald entsprungen,
Bis tief in die Vorhöll’ nein,
Wo da viel gefangen sein.

4. Die Altväter mit Verlangen
Seufzen taten lange Jahr’,
Bald zu wünschen aus den Flammen
Durch dein Frucht, o Jungfrau, zart.
Wie die Alten von dir reden,
Dass du wirst den Drachen treten,
Und der Schlange Haupt zerknirschen,
Auch der Mond zu deinen Füßen.

5. Du, Maria, bist die Heldin,
So herkommt vom Orient,
Von der oft die Schrift tut melden,
Tod und Sünd’ hast du zertrennt.
Bist ein’ Fürstin in Judäa,
Herzogin von Galiläa,
Kommet bis gen Nazareth,
Jakobs Stern dorten aufgeht.

6. Aber, Mutter, weiter eile
Gar bis gegen Betlehem,
Uns den Heiland dort erteile,
Schenk’ uns deinen König schön.
In einem Stall muss sein gebor’n
Gottes Sohn durch Vaters Zorn.
Vermag keines Königs Saal,
Bloß nur wegen Adams Fall.

7. Aber, Jungfrau, Zierd’ des Himmels,
Heil’gen Geist’s Gespons und Braut,
Achtest nicht des Weltgetümmels,
Und hast deinen Schatz vertraut
Zweien Tieren an der Krippen.
Ochs und Esel seine Lippen
Jetzt anschauen, dass möcht’ schlafen,
Gott, ihr Schöpfer, der’s erschaffen.

8. Jetzt, mein Sünder, geh und laufe
Mit mir gegen Betlehem,
Komm und eile, dort verschnaufe,
Empfang’ deinen Heiland schön!
Ach, neig’ dich zu Seinen Füßen,
Tu Ihn tausendmal schön grüßen;
Sei gegrüßt, o Jesulein,
Samt der lieben Mutter Dein.

9. Weil dann du, o Jungfrau werte,
Bist bei Gott Fürsprecherin;
Ach, bleib allzeit auf der Erde
In dem Streit Obsiegerin!
Hilf, Maria, hilf uns kämpfen,
Hilf’ allzeit die Feinde dämpfen,
Alle Ketzerei vertreib,
Schütz’ die werte Christenheit.

10. Dank sei dir zu tausendmalen,
Ehr’ und Ruhm die bleiben dir.
Ach, lass ferner deine Strahlen
Gnadenreich schießen herfür.
Bitt’ Gott für uns, dein kleines Kinde,
Dass es nicht denk’ uns’rer Sünde.
Bleib samt deinem Jesu, g’denk
Uns in unserm letzten End’.

Der Väter Seufzen und Gebet (12 Strophen)

1. Der Väter Seufzen und Gebet
War bis zu Gottes Ohr gedrungen;
Sie hatten lang um Heil gefleht,
Die Hände lang nach Ihm gerungen:
In Gottes Herz drang uns’re Not.
Er wollte nun die Seelen retten,
Zerbrechen uns’re Höllenketten,
Und uns befreien von dem Tod.

2. Damit nun Gottes Sohn zum Heil
Uns armen Menschen möchte werden,
Nimmt Er, o großes Wunder, teil
An unserm schwachen Fleisch auf Erden.
Zur Mutter wird von Ihm gewählt
Die reinste Jungfrau unter allen:
Maria nur hat Ihm gefallen,
Die mit dem Joseph sich vermählt.

3. Nach Gottes Ratschluss und Befehl
Ihr einen Gruß zu überbringen,
Senkt sich vom Himmel Gabriel
Auf Nazareth mit Engelsschwingen.
Er spricht zu ihr, von Ehrfurcht voll:
„Gegrüßet seist Du voll der Gnade!
Du bist die wahre Bundeslade,
Auf der die Gottheit ruhen soll.

4. Der Herr des Himmels ist mit dir
Auf außerordentliche Weise.
Erlaube du, o Jungfrau, mir,
Dass ich dich überselig preise.
O Frau! Du bist gebenedeit
Vor allen Weibern, die zusammen
Auf dieser Welt von Adam stammen;
Nichts gleichet dir an Heiligkeit.“

5. Des Engels Rede schreckt dich zwar;
Du denkst: ‚Was will der Gruß bedeuten?’
Allein, dir wird bald offenbar
Das höchste Wunder aller Zeiten;
Hör, was der Engel zu dir spricht:
„Du hast des Höchsten Huld gefunden,
Dich hat die Lieb’ an Ihn gebunden,
Darum, Maria, zage nicht.

6. Gott will, du sollst in deinem Schoß
Den Sohn empfangen und gebären,
Der Jesus heißet. Er ist groß,
Ist als des Höchsten Sohn zu ehren.
Denselben wird von dieser Zeit
Der Herr auf Davids Thron erheben
Und Jakobs Haus Ihm übergeben;
Sein Reich wird steh’n in Ewigkeit.“

7. „Sag’ doch, wie dies geschehen kann“:
Sprichst du bestürzt zum Himmelsbote;
„Denn ich erkenne keinen Mann,
Keusch will ich leben bis zum Tode.“
„Der Heil’ge Geist, des Höchsten Kraft,“
Spricht er, „wird keusch dich überscheinen,
Und mit der Gottheit das vereinen,
Was Er in deinem Schoße schafft.“

8. „O Jungfrau, es ist Gottes Sohn,
Der soll aus dir geboren werden.
Er kömmt von Seinem höchsten Thron,
Zu wandeln als ein Mensch auf Erden.
Der Herr, Dem nichts unmöglich ist,
Wird dir dabei den Wunsch gewähren:
Als Jungfrau wirst du Ihn gebären;
Sieh, wie beglückt vor Gott du bist.“

9. Du sprichst: „Ich bin die Magd des Herrn,
Mir soll nach Deinem Wort geschehen.“
Das Heil (wir waren von ihm fern)
Wird nun in die Erfüllung gehen.
O welcher süßen Freuden Quell!
Der Wunsch der Väter ist erfüllet:
Ins Fleisch ist Gottes Sohn gehüllet;
Nun ist Er der Immanuel.

10. Wie dich Elisabeth zur Zeit
Geehrt, da sie den Gruß gehöret,
So sei von uns gebenedeit,
O heil’ge Jungfrau, und geehret.
„Gebenedeit“ spricht sie zu dir,
„Ist deines Leibes Frucht zu nennen,“
Die wir für unser Heil erkennen,
Dies hohe Lob gebühret ihr.

11. Ja, deine Frucht, die Jesus heißt,
ist unser Gott, den wir verlangen;
Beschattet von dem Heil’gen Geist,
Hast du, o Jungfrau, ihn empfangen.
Bitt’, o Maria, deinen Sohn,
Bitt’, Mutter für uns arme Sünder,
Für uns vertrieb’ne Evenskinder;
Tritt hin zu Seinem Gnadenthron.

12. Bitt’ jetzt für uns, da in dem Streit
Der Feinde Scharen uns umringen,
Die aus erbostem Hass und Neid
Uns suchen in den Tod zu bringen.
Bitt’ für uns in der Sterbensnot,
O Mutter, lass uns nicht verderben,
Hilf uns, dass wir den Himmel erben,
Errette uns vom ew’gen Tod.

O Weisheit, die aus Gottes Munde (O-Antiphonen)

1. O Weisheit, die aus Gottes Munde
Von Ewigkeit gegangen ist:
Wir seufzen aus des Herzens Grunde
Zu Dir, der Du der Heiland bist.
Du reichst von einem End’ zum andern,
Und ordnest alles lieblich an.
O komme zu uns, lehr uns wandern
Auf Deiner Weisheit eb’ner Bahn.

2. O unser Herr, der Du im Blitze
Des Buschs des Moses Dich gezeigt,
Und auf des Sina heil’ger Spitze
Ihm die Gebote dargereicht.
Komm, bring’ uns Trost in unser’m Harme,
Du Fürst des Hauses Israel!
Mit Deinem ausgestreckten Arme
Rett’ uns vom Tod, Emmanuel!

3. O Wurzel Jesse, die da stehet,
Zum Zeichen aller Völkerschaft;
Aus der, von Gottes Geist gesäet,
Entquillt des wahren Lebens Saft.
Den Mund zuhaltend, werden treten
Die Könige vor Dein Gesicht;
Die Heiden werden Dich anbeten,
Erlöser! Komm, verweile nicht.

4. O Schlüssel Davids! Was auf Erden
Du öffnest, schließet niemand zu.
Von keinem kann geöffnet werden,
Was Du versperrst. Die Macht hast Du.
Komm, den Gefang’nen zu befreien,
Der in dem finstern Kerker girrt;
Komm, lass den nicht vergebens schreien,
Der in des Todes Schatten irrt.

5. O Anfang, Den uns aus den Höhen
Der Schöpfer längst verheißen hat,
Wann fängst Du an, uns aufzugehen?
Wann scheinest Du uns in der Tat?
O Glanz des ew’gen Lichts, erscheine
Den Sitzenden in Dunkelheit!
Führ’ aus der Todesnacht die Deinen,
O Sonne der Gerechtigkeit.

6. O König, den so sehr die Heiden
Und Völker wünschen bald zu seh’n;
O Eckstein, der du Eins aus beiden
Machst in der Ewigkeit besteh’n,
Komm, um den Menschen zu erlösen,
Den Du aus mürbem Ton gemacht;
Komm bald, komm, rett’ uns aus dem Bösen,
Der uns zum Fall und Tod gebracht.

7. O Du Emmanuel, o König!
Herr, der Du uns Gesetze gibst;
O komm! Wir flehen untertänig:
Erlös’ die Seelen, die Du liebst.
Du bist’s, auf Den die Völker harren;
Komm, unser Herr und Gott, in Eil.
Nach Dir wird unser Blick hinstarren,
Bis wir Dich seh’n, o unser Heil!
(Melodie: Wie langsam seid ihr zum Erhören)

Wie langsam seid ihr zum Erhören (6 Strophen)

1. Wie langsam seid ihr zum Erhören,
Ihr Himmel, schließt euch auf und taut;
Taut, Den wir so sehr begehren,
Nach dem das Auge längstens schaut.
Ihr Wolken, regnet den Gerechten,
O regnet Ihn zu uns herab!
Ist’s nicht der Herr, Der Seinen Knechten
Schon längstens dies Versprechen gab?

2. Eröffne deinen Schoß, o Erde;
Nimm endlich von uns weg das Joch;
Den, welcher die zerstreute Herde
Versammelt, Den gebier’ uns doch!
Wann wird aus dir, o Erde, keimen
Der zarte Spross in Israel?
O tu dich auf, hör’ auf zu säumen!
Es komme bald Emmanuel.

3. Jahrhunderte, langsame Jahre,
O wälzet euch mit schneller’m Schritt!
Damit sich bald uns offenbare
Der Mittler: eilt und bringt Ihn mit.
Geh’ auf, du schöner Tag der Freuden,
Du zur Geburt bestimmter Tag!
Fang’ an, den Schimmer zu verbreiten,
Der allzu lang’ verdunkelt lag.

4. Das Lamm, o Gott, send’ auf die Erde,
Du, Deiner Schafe treuer Hirt!
Dass sie von Ihm beherrschet werde,
Das ihre Sünden tragen wird.
Send’ es vom Felsen in die Wüste
Zum Berg der Sions-Tochter her,
Dass sich der Feind nicht länger brüste;
Send’ es, o Herr! Verweil’ nicht mehr.

5. Der Patriarchen langes Flehen,
Die Wünsche Juda sind erfüllt.
Bald wird die Welt den Heiland sehen,
Den Gott in Menschenfleisch gehüllt.
Des Himmels Tau, der Wolken Regen
Hat sich zu uns herabgesenkt:
Die Frucht, die in dem Schoß gelegen,
Wird nach neun Monat’ uns geschenkt.

6. Man sieht den Jesse-Zweig schon blühen,
Maria bringt die Frucht hervor.
Drum soll mein Herz vor Liebe glühen:
Zum Mittler schwing’ es sich empor.
Er kömmt zu uns auf Liebeswegen,
Ihm sei mein ganzes Herz geweiht!
Mit Liebe schau’ ich Ihm entgegen,
Denn Sein Geburtstag ist nicht weit.

Christen! Hört die Stimme schallen (5 Strophen)

1. Christen! Hört die Stimme schallen,
Die bis in den Abgrund dringt;
Höret sie, weil sie uns allen
Die gewünschte Botschaft bringt.
Wachet, spricht sie, und seid munter,
Denn vom Himmel kommt herunter
|: Jesus, euer Heiland, kömmt. :|

2. Geh aus diesen niedern Grenzen,
Geh, du träger Geist hervor!
Siehst du Jakobs Stern erglänzen?
Himmelan schwing’ dich empor.
Sieh, wie sich sein Glanz verbreitet:
Folge diesem, denn er leitet
|: Aus der Finsternis ins Licht. :|

3. Gott will uns ein Lämmlein senden
Aus unendlich großer Huld;
Dieses wird Sein Blut verpfänden
Zur Bezahlung uns’rer Schuld.
Herr, Du willst uns glücklich sehen,
Gib uns das, worum wir flehen:
|: Gnade, Nachlass, Bußezeit. :|

4. Schimmert dieser Stern einst wieder,
Dann fährst Du, o Menschensohn,
Auf den bangen Erdball nieder,
Sitzend auf dem Wolkenthron.
Sieh, zu Deinem Gnadenthrone
Fleh’n wir jetzt: Ach, Richter, schone
|: Uns zu jener Rachezeit. :|

5. Gott der Vater sei gepriesen,
Lob sei Ihm zu jeder Zeit;
Dass Er uns die Gnad’ erwiesen,
Dank sei Ihm und Herrlichkeit.
Gleiches Lob sei auch dem Sohne
Und dem Geist im Himmelsthrone
|:Jetzt und auch in Ewigkeit. :|
(Melodie: Dich, mein Gott, ich lieb’ von Herzen)

Endlich nahen sich die Stunden (7 Strophen)

1. Endlich nahen sich die Stunden,
Die bestimmet Gott allein,
Da vom Heiland wird entbunden
Maria, die Jungfrau rein.
|: Aber wo will Er einkehren?
Ach, zu Bethlehem im Stall:
Nein, Dir, Jesu, will verehren
Meine Seel’ und Herz zum Saal. :|

2. Komm nun, aller Welt Verlangen,
Aller Völker Trost und Licht!
Aber wie soll Dich umfangen,
Da mir Reinigkeit gebricht?
|: Drum die Wohnstatt selbst bereite,
Mach mein Seel’ von Sünden frei,
Sie mit Deiner Gnad’ bekleide,
Dass sie Deiner würdig sei. :|

3. Jesu, Du bist schon zugegen,
O Welt-Heiland! Jungfrau-Sohn!
Deinen gnadenvollen Segen
Meine Seel’ empfindet schon;
|: Deiner Wunden reiche Säften
Bringen schon derselben Kraft,
Sie will sich an Dich nur heften,
Trinken von des Lebens Saft. :|


4. Adle mich mit Deiner Liebe;
Jesu, nimm mein Seufzen hin,
Und in Reu, in Lieb’ mich übe,
Leite meinen Geist und Sinn.
|: Sonst zu lieben, sonst zu loben,
Steht in meinen Kräften nicht,
Gib, o Herr, die Stärk von oben,
Und ersetze, was gebricht. :|

5. Jesu, rege mein Gemüte!
Jesu, öffne mir den Mund!
Nur zu preisen Deine Güte
Ewiglich von Herzensgrund:
|: Lass von Deines Geistes Gaben,
Glaub’, Lieb’, Hoffnung und Geduld,
Meine Seel’ die Fülle haben,
Gottes Lamm nimmt hin mein’ Schuld. :|

6. Nun kein Ach, kein Weh, kein Klagen
Soll aus meinem Mund mehr geh’n.
Ich vergesse alle Plagen,
Die sonst stündlich vor mir steh’n.
|: Denn Du kommest zu mir, Jesu!
O mein’ Freude und mein Teil:
Um zu stillen meine Unruh’
Und zu bringen Trost und Heil. :|

7. Komm’ indessen, mein Verlangen,
Kehre zu mir in der Not!
Und lass mich nur Gnad’ erlangen,
Komm, versüße mir den Tod!
|: Komm und lass mich bald hinkommen,
Lass erscheinen jenen Tag,
Wo Dich lobt die Schar der Frommen
Ewig ohne End’ und Plag. :|

Wohl auf, nun lasst uns singen all (8 Strophen)

1. Wohl auf, nun lasst uns singen all,
Lasst loben Gott mit Freudenschall;
Lasst zeigen uns’re Dankbarkeit
Dem Vater aller Gütigkeit.

2. Wir arme Menschen allesamt
Zum Tod verurteilt und verdammt,
Weil wir von Adam stammen her,
An uns ererbt sein Sünde schwer.

3. Doch hat Gott aus Barmherzigkeit
Betrachtet unser ewig Leid,
Die Hilf’ versprochen bald aus Lieb’,
So da Sein göttlich Herz antrieb.

4. Was Gott uns mild verheißen hat,
Als ein getreuer Gott und tat,
Da Er vom hohen Himmelsthron
Zum Heiland uns geschickt Sein’n Sohn.

5. In einer keuschen Jungfrau zart
Ein wahrer Mensch empfangen ward,
Wie and’re Menschen wuchs Er auf
Nach der Natur gemeinem Lauf.

6. Also ward Er uns Armen gleich,
Mit Macht zerstört des Satans Reich,
Darin betrübt gefangen war
Der Menschen unglückselig’ Schar.

7. Also hat Er uns frei gemacht,
Wie die Propheten vorgesagt,
Wann’s schon anstund viel tausend’ Jahr’,
So ward Sein Wort doch endlich wahr.

8. Das ist die allergrößte Tat,
So uns klar angezeiget hat,
Dass Gott uns liebt mit Gütigkeit,
Drum sei Ihm Lob in Ewigkeit.
(Melodie: O Heiland, reiß die Himmel auf!)

O Heiland, reiß die Himmel auf!!! 7 Strophen

1. O Heiland, reiß die Himmel auf,
Herab, herab vom Himmel lauf,
Eröffne doch die Himmelstür,
Verweile nicht, Dich bitten wir!

2. O Gott, ein Tau vom Himmel gieß,
Im Tau herab, o Heiland, fließ!
Ihr Wolken brecht und regnet aus
Den Heiland über Jakobs Haus.

3. O Erd schlag aus, schlag aus o Erd!
Dass alles grün und fruchtbar werd;
O Blümlein, aus der Erd entspring,
O Erd! Herfür den Heiland bring.

4. Wo bleibst Du, Trost der ganzen Welt,
Darauf der Mensch all’ Hoffnung stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal,
Komm! Tröst uns hier im Jammertal.

5. O klare Sonn, o schöner Stern!
Dich wollten wir anschauen gern.
O Sonn, geh auf! Ohn’ Deinen Schein
In Finsternis wir alle sein.

6. Hier leiden wir die größte Not,
Vor Augen steht der ewig’ Tod.
Ach komm, führ’ uns mit starker Hand
Vom Elend zu dem Vaterland.

7. Da wollen wir all’ danken Dir,
Unserem Heiland nach Gebühr,
Und wollen alle loben Dich
Hier zeitlich und dort ewiglich.

Tauet, Himmel, den Gerechten!!! (5 Strophen)

1. Tauet, Himmel, den Gerechten!
Wolken regnet Ihn herab!
Rief das Volk in bangen Nächten,
Dem Gott die Verheißung gab:
Einst den Mittler selbst zu sehen,
Und in’ Himmel einzugehen;
Denn verschlossen war das Tor,
Bis ein Heiland trat hervor.

2. Gott, der Vater ließ sich rühren,
Dass Er uns zu retten sann;
Und den Ratschluss auszuführen
Trug der Sohn sich selber an.
Schnell flog Gottes Engel nieder,
Brachte diese Antwort wieder:
Sieh, ich bin des Herren Magd,
Mir geschehe, was Gott sagt.

3. Da die Botschaft angekommen,
War Maria im Gebet,
Da das Wort Fleisch angenommen,
Ging sie zu Elisabeth.
Von dem Gruße ganz durchdrungen
Ist Johannes aufgesprungen,
Der von Gott geheiligt war
Eh’ die Mutter ihn gebar.

4. Dieser ließ die Stimm’ erschallen:
Sünder, wacht vom Schlummer auf:
Denn es naht das Heil uns allen;
Hemmet euren Lebenslauf!
Brüder, lasst zu diesen Zeiten
Unser Herz zur Buß bereiten:
Wandelt auf der Tugendbahn,
Ziehet Jesum Christum an!

5. Lasst uns wie am Tage wandeln,
Nicht in Fraß und Trunkenheit!
Suchet, um gerecht zu handeln,
Wahrheit, Fried’ und Einigkeit.
Jenem gänzlich nachzuarten,
Dessen Ankunft wir erwarten:
Dieses ist der Christen Pflicht,
Wie es der Apostel spricht.

Advent

... Was??? Geht der alten Frau der Kalender vor?

- Nein, aber wenn wir im Advent Adventslieder und nicht aus Mangel an solchen schon Weihnachtslieder singen möchten, muss man sich rechtzeitig um deren Besorgung kümmern ... (((-;