Gott zu danken wegen
seiner Menschwerdung, ladet die Kirche Gottes alle Kreaturen ein durch den Eingang der heiligen Messe aus dem
65. Psalm: „Die ganze Welt bete dich an und singe dir; sie lobsinge
deinen Namen, Allerhöchster! Jauchzet zu Gott, alle Lande! Lobsinget seinem
Namen, lasset herrlich erschallen sein Lob!“ Ehre sei dem Vater ...
Gebet der Kirche
Allmächtiger, ewiger
Gott, der du alles, was im Himmel und auf Erden ist, regierest, erhöre nach
deiner Milde auch dieses Bitten deines Volkes, und schenke uns ruhige
friedliche Tage – durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn ... Amen.
Epistel des Hl. Paulus an die Römer
12, 6 – 16
Brüder! Wir haben
gemäß der Gnade, die uns gegeben worden, verschiedene Gaben. Ist es (die Gabe)
der Weissagung, (so geschehe sie) nach Maßgabe des Glaubens; hat jemand ein
Kirchenamt, (der bleibe) bei seinem Amte: wer lehret, (der bleibe) bei der
Lehre; wer ermahnt, (der bleibe) beim Ermahnen; wer gibt, (der gebe) in
Einfalt; ist jemand Vorsteher, (der sei es) mit Sorgfalt; wer Barmherzigkeit
übt, (der tue es) mit Fröhlichkeit. Die Liebe sei ungeheuchelt. Hasset das Böse
und hanget dem Guten an. Liebet einander mit brüderlicher Liebe; mit Achtung
kommet einander zuvor. Seid nicht träge im Eifer; seid inbrünstig im Geiste,
dienet dem Herrn, Erfreuet euch in Hoffnung; seid geduldig in Trübsal,
beharrlich im Gebete. Den Heiligen kommet zu Hilfe in ihren Nöten; befleißet
euch der Gastfreundschaft. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet
nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden. Habet
einerlei Gesinnung untereinander; trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet
es mit den Niedrigen.
Der Hl. Paulus
ermahnt einen jeden Christen, dass er die Gaben, die ihm Gott verliehen, wohl
anwende. Ist einem ein Amt anvertraut, so sehe er wohl zu, es so zu verwalten,
dass er einst vor Gott bestehen könne. Paulus ermahnt auch zur brüderlichen
Liebe; diese zu unterhalten, treibt er uns an zu den Werken der
Barmherzigkeit, als da sind: die Fremden beherbergen, oder mit Almosen denen
beispringen, die um des Glaubens willen ihrer Güter beraubt sind. Daneben
befiehlt er, dass wir uns über unseres Nächsten Wohlstand erfreuen und dessen
Unglück recht zu Herzen nehmen sollen, wie wir über unser eigenes Glück oder Unglück
uns erfreuen oder betrüben.
Welches ist das beste Mittel, die
brüderliche Liebe zu unterhalten?
Die Demut, die darin
besteht, dass man seinen Nächsten besser als sich selbst achtet, darum ihm mit
Ehrerbietung um Gottes willen entgegenkommt; dies hat uns Christus
ausdrücklich gelehrt und befohlen (Mt 5, 47), und es ist deswegen Gott
sehr angenehm und für uns sehr verdienstlich.
Welches ist das leichteste
Mittel, ein so liebreiches Herz zu erlangen?
Gott inbrünstig und
demütig darum bitten und sich fleißig darin üben.
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Sittenlehre für die Obern
Ein strenges Urteil
haben jene von Gott zu erwarten, welche nur um des Gewinnes willen einträgliche
Ämter verlangen und sich in dieselben eindrängen, sie seien dazu geschickt oder
nicht, oder welche, wenn sie auch dazu fähig wären, sich doch wenig darum
bekümmern, ob sie auch recht tun oder nicht, alles schlichten und richten nach
Willkür, nach Geschenken und Gaben. Aber wehe solchen! Über sie beklagt sich
Gott durch den Mund des Propheten Jesaja: „Deine Fürsten (Richter) sind
ungläubig und Diebsgesellen; alle lieben die Gaben und gehen der Belohnung
nach; der Waise schaffen sie nicht Recht, und die Sache der Witwe kommt nicht
vor sie“ (Jes 1, 23). Darum wehe solcher Obrigkeit, die außer einem
scharfen Gerichte und sehr hartem Urteile auch die Qual der Hölle mächtig wird
leiden müssen! (Weish 6, 7).
Gebet
Gib uns deine Gnade, o
Herr! Dass wir nach deinem Willen der Lehre deines Apostels von der Demut und
Liebe nachkommen, mit allen Notleidenden Mitleid tragen und nichts von uns
selber halten, sondern uns mit den Demütigen erniedrigen, damit wir mit ihnen
im Himmel erhört werden (Lk 14, 11). Amen.
Evangelium des Hl. Johannes
2, 1 – 11
In jener Zeit ward
eine Hochzeit gehalten zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dabei. Auch
Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit geladen. Und als es am Wein gebrach,
sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein! Jesus aber sprach zu ihr:
Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
Da sagte seine Mutter zu den Dienern: Was er euch sagt, das tuet. Es standen aber daselbst sechs steinerne
Wasserkrüge zu den bei den Juden üblichen Reinigungen, wovon ein jeder zwei bis
drei Maß hielt. Jesus sprach zu ihnen: Füllet die Krüge mit Wasser! Und sie
füllten sie bis oben. Und Jesus sprach zu ihnen: Schöpfet nun und bringet es
dem Speisemeister! Und sie brachten’s ihm. Als aber der Speisemeister das
Wasser kostete, welches zu Wein geworden war, und nicht wusste, woher das wäre
(die Diener, welche das Wasser geschöpft hatten, wussten es), rief der
Speisemeister den Bräutigam und sprach zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten
Wein auf, und dann, wenn sie genug getrunken haben, den geringeren; du aber
hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt. Diesen Anfang der Wunder machte Jesus
zu Kana in Galiläa: und er offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger
glaubten an ihn.
Bild Die Hochzeit
zu Kana
Warum meldet das Evangelium, dass
Christus mit seiner Mutter und seinen Jüngern auf der Hochzeit gewesen?
Es gibt zu
verstehen, dass diese Hochzeitsleute fromm und gottesfürchtig gewesen, weil
sie Christum und seine Mutter mit seinen Jüngern zur Hochzeit geladen haben.
Hieraus lernen alle Brautleute, dass, wofern sie den Segen Gottes erlangen
wollen, sie durch inbrünstiges Gebet und durch Reinheit des Gewissens Christum
auf ihre Hochzeit laden sollen. Weil solches – leider Gottes! – in unsern
verderbten Zeiten so oft verabsäumt wird, darum sieht man auch so viele missratene
Ehen.
Warum hat sich die Mutter Jesu
dieser Brautleute angenommen, als es ihnen an Wein gebrach?
Um anzudeuten, dass
sie eine Fürsprecherin aller betrübten und verlassenen Menschen sei, die Gott
fürchten. Zum andern hat sie es getan, um uns die Lehre zu geben, dass wir uns
besonders jener Armen annehmen sollen, die sich des Bettelns schämen. Hieraus
lernen alle Christen, dass sie in ihren Nöten ihre Zuflucht zur Mutter Jesu
nehmen sollen.
Hat Christus seine Mutter
gescholten, indem er sagte: „Weib, was habe ich mit dir zu schaffen“?
Nicht im
geringsten, sondern nach der Auslegung der heiligen Väter hat Christus nur
andeuten wollen, dass er seiner Mutter in jenen Dingen, welche seine Gottheit
anbelangen, wie z. B. in der Macht, Wunder zu wirken, nicht unterworfen
sei, weil er dieselben nicht von ihr empfangen hatte. Euthymius sagt: Christus
sagte darum „Weib“, weil er (nicht als Mensch, sonst hätte er „Mutter“ sagen
müssen, sondern) als wahrer Gott geredet habe.
Warum sagte Christus „Meine
Stunde ist noch nicht gekommen“ – während er doch bald darauf das
Wunderzeichen getan hat?
Weil zu der Zeit,
als Maria ihn um Wein ansprach, wohl noch einiger Vorrat da war, Christus aber,
nach der Lehre des Hl. Chrysostomus, warten wollte bis zu der Stunde, wo kein
Wein mehr übrig wäre, auf dass das Wunder desto augenscheinlicher würde, wenn
die Gäste vernehmen würden, dass kein Wein mehr vorhanden gewesen. Weiter wollte
Christus damit andeuten, dass er aus Liebe zu seiner Mutter und auf ihre
Fürbitte sogar der anders bestimmten Zeit zuvorkomme; dass man durch ihre Fürsprache alles von Gott erlangen könne. Im geistigen Sinn wird hier
unter dem Mangel des Weines der Mangel der Liebe bei Eheleuten verstanden,
welche daher Christum fleißig bitten sollen, dass er das Wasser der
Trübseligkeit in den süßen Wein der Liebe verwandeln wolle.
Warum hat Christus den Dienern
befohlen, dass sie das Wasser schöpfen sollten?
Der Hl.
Chrysostomus sagt: es sei darum geschehen, auf dass er Zeugen des Wunders
hätte, dass kein Betrug unterlaufen.
Warum befahl Christus, dem
Speisemeister den Wein zu überreichen?
Das ist darum
geschehen, auf dass alles ordentlich zuginge und die Gäste den Wein nicht
missbrauchten, zu welchem Ende denn auch vor Zeiten ein Speisemeister
angestellt war. Aus den Worten des Speisemeisters: „Jedermann setzt zuerst den
guten Wein auf und dann erst den geringern“, lernen wir, dass die Welt zuerst den süßen Wein der Wollust
vorsetze, nachderhand aber die Galle der höchsten Bitterkeit des immer nagenden
bösen Gewissens; dass hingegen Gott auf
dieser Welt seinen Auserwählten zuerst den bittern Wein der Widerwärtigkeiten,
hernach aber den süßen Wein des Trostes in diesem und der ewig währenden
Freuden in jenem Leben einschenke.
Gebet
O mein süßester Jesu!
Nach deinem Wohlgefallen will ich lieber auf dieser Welt den herben Wein der
Trübsal kosten, als den süßen Wein der Wollust, damit ich dereinst im Himmel
den guten Wein der Freude genieße und vor Freude ausrufe: Die Welt gibt zuerst
den guten Wein, nachher aber den schlechten; du aber, o Herr, hast mir den
guten Wein bis zuletzt aufbewahrt (Joh 2, 10). Amen.
(Bete noch besonders für alle christlichen Eheleute.)
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Glaubens- und Lebenslehre von dem
heiligen Sakramente der Ehe
„Es ward eine Hochzeit gehalten zu Kana“ (Joh 2, 1)
Ist die christliche Ehe ein
Sakrament?
Ja; denn in ihm
empfangen zwei ledige Personen aus Anordnung Christi die Gnade Gottes zur
Erfüllung ihrer besonderen Standespflichten, wenn sie vor ihrem Pfarrer (oder
mit dessen Vollmacht vor einem andern Priester) und noch vor zwei Zeugen sich
ohne Hindernis verbinden, dass sie so lange wollen zusammen leben, bis sie der
Tod scheiden wird.
Woher beweisen wir das?
Aus dem Apostel
Paulus, der in seinem Briefe an die Epheser die Ehe ein „großes Sakrament“ nennt (Eph 5, 32). So hat es auch die katholische
Kirche nach dem Zeugnisse der Väter von der Apostel Zeiten an bis heute
beständig gelehrt und gehalten.
Welches ist das äußerliche
Zeichen, wodurch die Eheleute die Gnade empfangen?
Der eheliche
Konsens oder die Erklärung der beiden Brautleute vor dem verordneten Priester
und zwei Zeugen, dass sie einander heiraten wollen.
Was wirkt die Gnade Gottes in
diesem Sakramente bei den Eheleuten?
1. Dass die
Eheleute einander die versprochene Treue halten; 2. dass sie ihre Kinder
christlich auferziehen; 3. dass sie alle vorkommenden Beschwerden, als
Krankheit, Armut und anderes Elend, geduldig ertragen und friedlich zusammen
leben; denn zu all dem ist die Gnade Gottes vonnöten, ohne welche sie die eben
genannten Pflichten nicht erfüllen könnten.
Wie soll man sich vorbereiten,
damit man sich dieser Gnaden teilhaftig mache?
Gewiss ist es, dass
Gott denen seine Gnade gebe, die sich dafür durch eine gute Vorbereitung
empfänglich machen; darum ist es notwendig, dass man zuvor sein Gewissen durch
eine reumütige Beicht reinige und das heilige Sakrament des Altares empfange.
Letzteres soll, nach dem Wunsche der Kirche, in der Brautmesse geschehen, vor der
die Kopulation der Brautleute stattfindet und
in welcher diese auch den kirchlichen Brautsegen empfangen.
Woher kommen so viele ungeratene
Ehen?
Daher, weil die
Eheleute, bevor sie diesen schweren Stand antreten, sich nicht allein nicht
dazu vorbereiten, sondern, was noch ärger ist, halb voll und toll, von
irdischen Gedanken verwirrt oder mit Sorgen beladen zur Kirche kommen und mit
diesem Sakramente gleichsam ihren Spott treiben; so geschieht es dann, dass,
weil sie den Segen Gottes nicht begehren, er auch fern von ihnen bleiben wird
(Ps 108, 18).
Wozu hat Gott den Ehestand
eingesetzt?
Damit die Kinder
christlich erzogen und in allen Glaubensstücken von den Eltern unterwiesen
werden, auch damit die Sünde der
Unreinigkeit vermieden werde. „Die aber den Ehestand so anfangen, dass sie Gott
von sich und ihrem Herzen ausschließen und ihrer Geilheit dienen wie Ross und
Maultier, die keinen Verstand haben, über diese hat der Teufel Gewalt“ (Tob
6, 17).
Gebet für Brautleute
Allmächtiger, ewiger
Gott, der du den Ehestand angeordnet und die erste Ehe zwischen unsern
Stammeltern Adam und Eva geschlossen hast, damit das Menschengeschlecht ehrbar
und gottselig fortgepflanzt würde, im Neuen Bunde aber denselben zum heiligen
Sakramente erhoben hast: weil ich hoffe, du werdest mich zu diesem Stande
berufen haben, dass durch unsere Verbindung dein heiliger Name gebenedeit
werde, darum will ich dir zu Ehren und mit deiner Gnade diesen Ehebund eingehen;
du weißt aber, o mein Schöpfer, dass ich meine Schwester (meinen Bruder) nicht
nehme aus tierischer Lust angetrieben, sondern damit wir uns untereinander
tröstlich und verhilflich sein mögen, ein christliches Leben zu führen. So
wende denn, o Herr und Vater, heute dein gebenedeites Angesicht zu uns und
verleihe uns deinen Segen, diesen Stand in deiner heiligen Furcht anzufangen,
treu darin zu leben, die Kinder, die du
uns geben wirst, christlich zu erziehen und endlich die ewige Seligkeit zu
erlangen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.
Warum werden die Brautleute von
der Kanzel verkündet?
Damit, wenn irgend
ein Ehehindernis zwischen denselben wäre, entweder wegen Bluts- oder
geistlicher Verwandtschaft oder wegen Schwägerschaft, oder irgend ein anderes
Hindernis, wegen dessen sie den Ehestand nicht antreten können, solche
Hindernisse noch zur rechten Zeit entdeckt würden. Darum ist es auch jedermann,
dem solche bewusst wären, schuldig, dieselben dem Pfarrer anzuzeigen.
Warum geben sich Braut und
Bräutigam einen Ring?
Damit sie sich zeitlebens
der versprochenen Treue erinnern. Der Hl. Ambrosius sagt, er werde an dem
Finger getragen, dessen Ader zum Herzen ziele, damit sie sich einander lieben.
Wozu erhalten sie den Segen des
Priesters?
Dieser Segen, im
Namen der Kirche gesprochen, ist sehr kräftig und erhält den jungen Eheleuten,
wofern sie nicht durch eine Todsünde ein Hindernis setzen, die Einigkeit,
Gesundheit usw. Dieser Segen bewirkt auch, dass Gott ihr Hab und Gut segnet und
vermehrt; daher kann man wahrnehmen, dass diejenigen, welche den Segen Gottes
haben, mehr mit einer Kuh oder mit einem Taler ausrichten als andere mit
hunderten. Man sieht auch manche Eheleute, welche, obschon sie von ihren Eltern
eine schöne Erbschaft gemacht haben, doch wegen Mangels des göttlichen Segens
ein unfriedsames und armes Leben führen. Wenn jüngere fromme Eheleute auch arm
sind, so wirkt doch der Segen Gottes bei ihnen die Geduld, welche jene innerliche Freude des Herzens oder jenen
Frieden Gottes verursacht, der allen Begriff übersteigt (Phil 4, 7).
Warum geben sich die Brautleute
vor dem Priester und zwei Zeugen die Hände?
Dadurch verbinden
sie sich vor Gott und seiner Kirche, dass sie sich wollen treu sein bis in den
Tod und bereit, einander in allen Widerwärtigkeiten die hilfreiche Hand zu
bieten.
Die Auflegung oder
Umwicklung der priesterlichen Stola, die in manchen Gegenden üblich ist,
bedeutet die innerliche Verknüpfung der Herzen der Eheleute, dass sie nunmehr
gleichsam nur ein Herz sein müssen.
Der uralte Tertullian gedenkt schon des heiligen Messopfers, welches vor Zeiten
bei der Vermählung gehalten zu werden pflegte, um dadurch den göttlichen Segen
zu erlangen.
Was ist von jenen Ehen zu halten,
welche nur vor dem bürgerlichen
Standesbeamten oder sonst einem weltlichen Beamten eingegangen werden?
Die katholische
Kirche kann (wo das Ehegesetz des Konzils von Trient verkündet ist) solche Ehen so lange nicht als wahre, gültige Ehen ansehen, als die
kirchliche Einsegnung vor dem verordneten Priester und vor zwei Zeugen
geschehen ist. Darum versündigen sich jene Brautleute schwer, die sich mit
einer solchen bloß bürgerlichen Eheschließung begnügen, und sie können so
lange nicht absolviert werden, als bis sie sich auch kirchlich haben trauen
lassen.
Was hält die katholische Kirche
von den gemischten Ehen?
Gemischte Ehen,
d. i. Ehebündnisse zwischen Katholiken und Andersgläubigen
(Protestanten), hat die Kirche von jeher verabscheut, und erteilt nur aus
wichtigen Gründen höchst ungern für solche Ehen die Dispens, und zwar nur
dann, wenn von den Brautleuten die katholische Erziehung aller zu erhoffenden Kinder zugesichert
wird.
Warum verabscheut die Kirche die
gemischten Ehen so sehr?
1. Weil der
katholische Teil großer Gefahr ausgesetzt ist, seinen Glauben zu verlieren
oder gegen denselben gleichgültig zu werden.
2. Weil die
katholische Erziehung der Kinder gewöhnlich mangelhaft und nicht selten
unmöglich ist.
3. Weil der
Nichtkatholik sich von dem katholischen Ehegatten trennen und nach seiner
Religion wieder heiraten kann, was dem Katholiken nicht erlaubt ist.
4. Weil das Glück
der ehelichen Gemeinschaft vor allem von der Gemeinschaft des Glaubens
abhängt.
Was sollen die Eheleute tun,
nachdem sie die Ehe eingegangen?
Sie sollen auf ihre
Knie fallen, Gott danken für die große Gnade, die er ihnen mitgeteilt, und etwa
sprechen: „Bestätige, o Herr, was du in uns gewirkt durch deine Gnade, damit
wir das, was wir vor deinem Angesichte versprochen, auch halten bis an den Tag
unseres Herrn Jesu Christi.“
Gebet
Gütigster Jesu, der du
auf der Hochzeit zu Kana dein erstes Wunder durch Verwandlung des Wassers in
Wein, um den Ehestand zu ehren, gewirkt und damit deine göttliche Macht
offenbart hat: wir bitten dich, gib Gnade, dass der Ehestand von deinen
Gläubigen ehrlich gehalten werde und sie mit Gottesfurcht und Ehrbarkeit so
darin leben, dass sie ihren Kindern und sich selbst dadurch kein Hindernis
seien für das Reich des Himmels. Verleihe uns auch gnädiglich, dass wir nach
dem Beispiele deiner lieben Mutter unseres Nächsten Notdurft mitleidig beherzigen.
Gib auch, dass wir deiner Stimme allzeit willfährig folgen und als deine
gehorsamen Kinder endlich die ewige Seligkeit erlangen mögen. Amen.
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Unterricht, wie man den Ehestand
gottselig antreten soll
„Ehrbar sei die Ehe in allem“ (Hebr 13, 4)
Fürs erste sollen
die versprochenen Brautleute mit der nämlichen Meinung den Ehestand anfangen
und eingehen, wie der jüngere Tobias getan,
der sagte: „ Herr, du weißt, dass ich nicht der Wollust wegen meine Schwester
(Base) zum Weibe genommen, sondern allein aus Liebe zur Nachkommenschaft, durch
welche dein Name von Ewigkeit zu Ewigkeit soll gepriesen (Tob 8, 9) – und
die leeren Plätze der abtrünnigen Engel sollen ausgefüllt werden.“ Wenn sie in solcher Meinung die Ehe eingehen, so wird
sie ein heiliges Werk. In diesem Sinne sind zu nehmen die Worte des Apostels
Paulus, die er von der Frau gesprochen: „Sie wird selig werden durch
Kindergebären, wenn sie im Glauben und in Liebe und Heiligung und Sittsamkeit
verharrt“ (1 Tim 2, 15).
Ehrbar
ist der Ehestand, wenn die Eheleute
Frieden und Einigkeit unterhalten, eines des anderen Bürde oder Mängel und
Gebrechen Gott zuliebe oder um das Gesetz Christi zu erfüllen gerne trägt und
duldet (Gal 6, 2).
Endlich ist der
Ehestand heilig, wenn die Eheleute ihre Kinder gottselig nach dem Gesetze des
Herrn auferziehen.
Dem jungen Tobias
sollen sie nachfolgen, von dessen Brautmahl geschrieben steht: „Sie gingen zum
mahle und hielten das Hochzeitsmahl in der Furcht des Herrn“ (Tob 9, 12).
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Sittenlehre für die Eheleute
Zur Unterweisung
der Eheleute, wie sie ihrem Berufe gemäß gottgefällig leben sollen, stellt der
heilige Apostel Paulus ihnen die Ehe oder Verbindung vor, welche Christus mit seiner heiligen Kirche eingegangen,
weshalb ihn Johannes der Täufer einen Bräutigam nennt, weil er eine Braut
gehabt, nämlich die Kirche (Joh 3, 29).
Damit im Ehestande
die höchst notwendige Einigkeit erhalten werde, wird gefordert, dass eines dem
andern um Gottes willen nachgebe. Darum befiehlt Paulus im Namen des Herrn den Weibern, dass sie als die schwächern
Gefäße ihren Männern wie Gott selbst sollen untertänig sein (versteht sich: in
allen zulässigen Dingen, die den
Geboten Gottes nicht zuwider sind). Damit sie nun solches tun möchten, hält er
ihnen das Beispiel der Kirche vor, die Christo als ihrem Haupte unterworfen
ist, und unterrichtet sie dadurch, dass sie ihre Männer als das Haupt erkennen
und ihnen folgen sollen, besonders in Sachen, die die Haushaltung angehen,
damit sie still und friedlich leben.
Um den Männern zu verstehen zu geben, dass sie
diese Untertänigkeit nicht missbrauchen dürfen, befiehlt Paulus, dass sie
ihrerseits ihre Frauen so innig lieben sollen, wie Christus seine Kirche
geliebt hat, für welche er sich willig in den Tod gegeben. Hieraus sollen sie
lernen, dass sie ihren Ehefrauen in Armut, Verfolgung und Krankheiten, ja bis
zum Tode zur Seite stehen sollen. Schändlich ist es, dass manche Männer zu
finden sind, die ihre Frauen nicht allein wie Mägde, sondern wie Sklavinnen
halten, Gottes und ihres geleisteten Eides vergessen und Weib und Kindern das
ihrige vertrinken und verschwenden!
Um die Liebe der
Eheleute besser zu erklären, braucht derselbe Apostel ein schönes Gleichnis und
sagt: Die Männer sollen ihre Weiber lieben wie ihre eigenen Leiber (was
hinwieder auch die Weiber zu tun verpflichtet sind), da ja die Eheleute
nunmehr ein Leib seien. Wie nun ein
jeder seinen Leib nicht allein nicht hasst oder verunehrt, sondern ernährt und
wohl erhaltet, also sollen auch die Eheleute sich nicht allein durch
Ehrabschneiden nicht schänden, sondern sich gegenseitig ernähren und in
Widerwärtigkeiten einander trösten. Es ist über die Maßen schmählich, wenn
Eheleute, die gleichsam nur ein Leib
sind, durch ehrabschneiderische Reden in den Häusern ihrer Nachbarn einander
beißen und nagen und aufzehren, wie der Hl. Paulus sagt (Gal 5, 15).
Das beste ist, wenn
Eheleute, soviel es möglich ist, ihr Kreuz und Leiden bei sich behalten und es
Gott allein klagen, der es ändern kann. Durch Klagen macht man sein Kreuz
schwerer.
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Sittenlehre wider die Trunkenheit
„Den geringern
Wein (setzt man auf), wenn sie genug getrunken haben“ (Joh 2, 10).
Sind denn jene Gäste trunken
geworden?
Nein; es soll damit
nur die Fröhlichkeit des Herzens ausgedrückt werden: „Der Wein erfreue des
Menschen Herz“ (Ps 103, 15).
Ist aber die Trunkenheit eine
Todsünde?
Ja, wenn man
wissentlich so viel trinkt, dass man seiner Vernunft beraubt wird. Der Hl.
Basilius nennt die Trunkenheit einen willigen Teufel. „Ein Schwein ist besser
denn ein Vollsäufer“, spricht der Hl. Chrysostomus. „Der sei dein Freund
nicht,“ sagt St. Augustin, „der dich zum Feinde Gottes machen will.“ Wirst du
einen andern trunken machen, so wirst du einen Menschen zum Freunde haben, aber
Gott zum Feinde. Darum erwäge reiflich, ob du wohl daran tuest, das du dich von
Gott trennest, indem du dich einem Säufer zugesellest. Es gibt – leider Gottes!
– viele, die vorsätzlich ihre Gäste und sich selber trunken machen,
dergestalt, dass der Wirt dafür hält, er habe die Gäste nicht wohl traktiert,
oder dass die Gäste meinen, sie seien nicht wohl empfangen und bewirtet worden,
wenn sie nicht ganz trunken nach Hause gehen; aber diese Meinung ist
bestialisch und steht den Schweinen besser an als den Menschen, meint ein
ehrwürdiger Schriftausleger.
„Hütet euch, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Völlerei und
Trunkenheit“ (Lk 21, 34).
Quelle