... steht hier im Blog so, wie er aus dem Goffine abgeschrieben wurde.
Das sind pro Tag schon eine ganze Menge Heilige.
Doch in 1900 Jahren Kirchengeschichte (der Goffine wurde Ende des 19. Jahrhunderts gedruckt) gab es sicher noch viel mehr Heilige als da schon geschrieben sind.
Dennoch bin ich für Ergänzungen dankbar - hatte mit so etwas allerdings nicht gerechnet auf Grund der schon so großen Zahl aufgeführter Heiliger.
Vergelt's Gott an Cassandra!
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Sonntag, 1. Dezember 2013
Montag, 25. November 2013
An alle mitlesenden Theologen
Den "Goffine" hat ein Laie abgeschrieben, der einfach glaubt, was da steht (grundsätzlich). Allerdings wurde ihm beim Abtippen bestimmter Textstellen doch etwas eigentümlich zu Mute; Doch aus Mangel an Fachkenntnis hat er dennoch abgeschrieben, was da geschrieben steht, z. B. über die Juden.
Ein Datum kann leider nicht angegeben werden, da das Abtippen einfach schon zu lange her ist.
Also: Wenn etwas auffällt: Bitte korrigieren!
Vergelt's Gott!!!
Ein Datum kann leider nicht angegeben werden, da das Abtippen einfach schon zu lange her ist.
Also: Wenn etwas auffällt: Bitte korrigieren!
Vergelt's Gott!!!
Sonntag, 24. November 2013
Die "Zukunft" des "Goffine" auf diesem Blog
Nachdem nun das Kirchenjahr komplett ist, erfolgt eine Pause unbestimmter Länge, was die Veröffentlichung des "Goffine" betrifft.
Der nächste Punkt, die Heiligen, wartet z. T. noch auf meiner Finger Arbeit und ich möchte nicht irgendwann die laufende Serie unterbrechen. So sehe ich derzeit von einer Veröffentlichung ab.
Ich bitte um Verständnis.
Der nächste Punkt, die Heiligen, wartet z. T. noch auf meiner Finger Arbeit und ich möchte nicht irgendwann die laufende Serie unterbrechen. So sehe ich derzeit von einer Veröffentlichung ab.
Ich bitte um Verständnis.
Samstag, 23. November 2013
Unterricht für den vierundzwanzigsten und letzten Sonntag nach Pfingsten
Der
Eingang der heiligen Messe ist wie am dreiundzwanzigsten Sonntage
nach Pfingsten.
Gebet der Kirche
Wir bitten dich, o Herr, erwecke die Herzen deiner Gläubigen, damit
sie die Früchte deines göttlichen Erlösungswerkes williger zu
erlangen suchen und wirksamere Heilmittel von deiner Vaterhand
empfangen mögen – durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn
... Amen.
Epistel des Hl. Paulus an die Kolosser
1, 9 - 14
Brüder! Wir hören nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, dass
ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis des Willens Gottes in aller
Weisheit und dem geistigen Verständnisse; dass ihr Gottes würdig
wandelt, in allem wohlgefällig, an allen guten Werken fruchtbar seid
und zunehmet in der Erkenntnis Gottes; dass ihr mit aller Kraft
gestärkt werdet gemäß der Macht seiner Herrlichkeit, zu aller
Geduld und Langmut mit Freuden, und dass ihr Dank saget Gott, dem
Vater, der uns tüchtig gemacht hat, teilzunehmen am Erbe der
Heiligen im Lichte, welcher uns errettet hat aus der Gewalt der
Finsternis und versetzt hat in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in
welchem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der
Sünden.
Paulus versichert die Kolosser, dass er nicht
nachlasse, für sie Gott zu bitten, dass sie den Willen Gottes in
allem, was er verlangt, erfüllen mögen; dass der Herr uns die Gnade
erteilen wolle, die himmlischen Dinge zu erkennen und zu verstehen;
dass wir christliche Werke ausüben und in der Geduld und
Beharrlichkeit gestärkt werden, endlich aber auch Gott danken, dass
er uns zu seiner himmlischen Erbschaft berufen.
Evangelium des Hl. Matthäus
24, 15 - 35
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr den Greuel
der Verwüstung, welcher von dem Propheten Daniel vorhergesagt
worden, am heiligen Orte stehen sehet, - wer das liest, der verstehe
es wohl! - dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; und wer auf
dem Dache ist, der steige nicht herab, um etwas aus seinem Hause zu
holen; und wer auf dem Felde ist, kehre nicht zurück, um seinen Rock
zu holen. Und wehe den Schwangeren und Säugenden in jenen Tagen!
Bittet aber, dass eure Flucht nicht im Winter oder am Sabbate
geschehe. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein dergleichen
von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist noch fernerhin sein
wird. Und wenn dieselben Tage nicht abgekürzt würden, so würde
kein Mensch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden
jene Tage abgekürzt werden. Wenn alsdann jemand zu euch sagt: Siehe,
hier ist Christus, oder dort! So glaubt es nicht. Denn es werden
falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und sie werden große
Zeichen und Wunder tun, so dass auch die Auserwählten (wenn es
möglich wäre) in Irrtum geführt würden. Siehe, ich habe es euch
vorhergesagt! Wenn sie euch also sagen: Siehe, er ist in der Wüste!
So gehet nicht hinaus; siehe er ist in den Kammern! So glaubet es
nicht. Den gleichwie der Blitz vom Aufgange ausgeht und bis zum
Untergange leuchtet, ebenso wird es auch mit der Ankunft des
Menschensohnes sein. Wo immer ein Aas ist, da versammeln sich auch
die Adler. Sogleich aber nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne
verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht mehr geben, und
die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels
erschüttert werden. Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am
Himmel erscheinen, und dann werden alle Geschlechter der Erde
weheklagen, und sie werden den Menschensohn kommen sehen in den
Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und er wird
seine Engel mit der Posaune senden mit großem Schalle, und sie
werden seine Auserwählten von den vier Winden, vom einen Ende des
Himmels bis zum andern zusammenbringen. Vom Feigenbaume aber lernet
das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon zart wird und die Blätter
hervorgewachsen sind, so wisset ihr, dass der Sommer nahe ist. So
auch, wenn ihr dies alles sehet, so wisset, dass es nahe vor der Türe
ist. Wahrlich, sage ich euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen,
bis dies alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine
Worte werden nicht vergehen.
Dieses Evangelium bezieht sich nach den
Schriftauslegern sowohl auf die Zerstörung Jerusalems als auf das
Ende der Welt, auf die Zeit, wo der Antichrist kommen wird.
_____
Etwas vom Antichrist
Was viele Lehrer der Kirche über den Antichrist lehren, ist in Kürze dieses:
Er werde, sagen sie, von überaus gottlosen Eltern
abstammen, leibeigenen Sklaven des Teufels. Dieser werde dem
Antichrist schon im ersten Augenblicke seiner Empfängnis solche
höllische Neigungen einflößen, als wenn nicht ein Mensch, sondern
Luzifer selbst sein Vater gewesen wäre. Nach der Geburt werde
Luzifer sein Lehrmeister sein in allen erdenklichen Lastern,
dergleichen die Welt noch nie an einem Menschen gesehen. Nach der
gewöhnlichen Auslegung des zweiten Kapitels im zweiten Briefe des
Apostels Paulus an die Thessalonicher werde Luzifer persönlich in
ihm wohnen.
Der Hl. Paulus nennt nämlich daselbst (Vers 3) den
Antichrist einen „Menschen der Sünde“, in welchem gleichsam die
Sünde leibhaftig wohne, und ein „Sohn des Verderbens“, weil er
schier unzählige Menschen verführen und ins ewige Verderben stürzen
werde. - Die Ankunft dieses menschgewordenen Luzifer werden seine
Vorläufer verkünden; diese werden ein falscher Elias und Beelzebub
in der Gestalt eines Engels sein. Alsdann werde der Antichrist wie
sein Lehrmeister Luzifer dergestalt sich erheben, dass er sich für
Gott ausgeben und sich als solcher anbeten lassen werde (2 Thess
2, 4). Er werde ferner mit Hilfe der bösen Geister – nach
Christi Weissagung – solche Wunder und Zeichen tun, dass, wen es
möglich wäre, selbst die Auserwählten verführt würden. An allen
Elementen, ja selbst an den Verstorbenen werde er Zeichen tun; alle,
die im wahren Glauben verharren, werde er aufs grausamste peinigen
lassen.
Warum aber wird Gott zulassen, dass ein solches Ungeheuer zur Welt kommen soll?
Um der argen Gottlosigkeit willen, die um jene Zeit
wird überhandgenommen haben. Der größte Teil der Menschen wird
nämlich so gottlos leben, als wenn weder Gott noch Hölle wäre.
Darum hat Christus vorhergesagt: „Wenn der Menschensohn kommen wird
(zum Gerichte), wird er wohl Glauben finden?“ (Lk 18, 8).
Desgleichen hat der Hl. Paulus vorausverkündet, dass „in diesen
letzten Zeiten einige vom Glauben abfallen und irreführenden
Geistern und Teufelslehrern Gehör geben werden“ (1 Tim 4, 1).
Darum wird Gott zulassen, dass die Juden, welche, von Hoffart
aufgeblasen, Christum, den wahren Messias, in seiner Armut verworfen
haben, den leidigen Saten in seiner Hoffart annehmen und anbeten
werden, und dass die Namenschristen, welche durch ihr gottloses Leben
Christum verläugnen (Tit 1, 16), seiner heiligen Lehre
widersprechen und dem Teufel folgen, denselben auch in seinem
Ebenbilde, dem Antichrist, anbeten werden. Das wird Gott zulassen,
weil es ihre Sünden also verdienen.
Welchen Trost werden die guten Christen zur Zeit des Antichrist haben?
Es ist schon ein großer Trost, dass Christus uns
diesen eingefleischten Teufel so deutlich vorhergesagt und auch auf
die Weissagung Daniels hingewiesen hat, damit man sich hüten möge.
Gott wird zum Troste der getreuen Christen den Henoch
und Elias senden, welche im Paradiese weilen; diese werden sie aus
den Propheten und aus den andern Büchern der Heiligen Schrift
überzeugen, dass der Antichrist wirklich jener Mensch der Sünde und
jener Sohn des Verderbens sei, den Christuns und die Heilige Schrift
vorhergesagt haben (Ofb 11, 7; Eccli 44, 16 und 48, 9. 10).
Auch Henoch und Elias werden überaus große
Wunderzeichen tun, wodurch den bedrängten Christen Trost zuteil
wird. Noch mehr wird Gott sie trösten, indem er die Tage des
Antichrists verkürzen wird, damit nicht auch die Gerechten noch der
Verführung erliegen.
Letztlich wird Gott vor der ganzen Welt zeigen, dass
der Antichrist ein von Gott verfluchter Mensch gewesen, und plötzlich
denselben in die Hölle stürzen. Alsdann werden die standhaft
gebliebenen Christen so sehr sich freuen, dass sie frohlockend ihre
Hände zusammenschlagen, gen Himmel erheben und dem lieben Gott, der
sie durch seine Gnade erhalten, danken werden.
Gebet
Wir danken dir, o Herr Jesu Christe, dass du so väterlich alle
christlichen Herzen unterweisest, wie sie sich in Verfolgung und
Trübsal verhalten sollen, und bitten dich demütig um die
Gnade, dass wir so heilsamer Warnung folgen und beizeiten auf die
Berge der Tugenden uns flüchten, das ist: die Sünden stets fliehen,
im Guten immerdar fortschreiten und nicht auf das Vergangene
zurückschauen, außer in herzlicher Reue und Leid. Bewahre uns
auch, o gütiger Heiland, dass das erschreckliche Wehe, welches du
denen androhest, die ihre guten Vorsätze und Besserung des
Lebens bis zu einer ihnen gelegenen Zeit aufschieben, nicht über uns
komme. Mahne und ermuntere uns träge Menschen, dass wir unsere
Flucht nicht im Winter der erkalteten Liebe oder am Sabbate
anstellen, wo man feiert und nichts arbeiten kann, sondern dass wir
Gutes tun ohne Unterlass, da wir noch Zeit haben und uns noch
die Gnadensonne scheint. Wir bitten auch inniglich, du wollest
uns nimmer durch falsche Lehre verführt werden lassen, sondern
die Gnade verleihen, dass wir in dem wahren und alleinseligmachenden
katholischen Glauben gottselig leben und sterben. Amen.
Anmerkung. Wenn mehr als 24 Sonntage nach
Pfingsten fallen, so werden die treffenden Lektionen und Evangelien
von jenen Sonntagen entnommen, welche nach dem Feste der heiligen
drei Könige folgen, jedoch so, dass die Lektion mit dem Evangelium
„vom Greuel der Verwüstung“ jedesmal am letzten
Sonntag nach Pfingsten gelesen wird.
Sind also 25 Sonntage nach Pfingsten, so wird zwischen dem 23. und
24. Sonntag die Lektion und das Evangelium des 6. Sonntags nach
heiligen drei Könige (Epiphanie) eingeschoben; sind es 26 Sonntage,
so werden die Lektionen und Evangelien des 5. und 6. Sonntags nach
Dreikönig eingeschoben u. s. w. Die höchste Zahl der Sonntage nach
Pfingsten ist 28. Tritt dieser Fall ein, so werden mithin die
Lektionen und Evangelien des 3., 4., 5. und 6. Sonntags nach
Epiphanie zwischen jene des 23. und 24. Sonntags nach Pfingsten
eingeschaltet.
Quelle
Samstag, 16. November 2013
Unterricht für den sechsten (nachgeholten) Sonntag nach dem Feste der heiligen drei Könige
Der
Eingang zur Heiligen Messe ist wie am dritten Sonntage nach
Dreikönig.
Gebet der Kirche
Epistel des heiligen Paulus an die Thessalonicher
Evangelium des Hl. Matthäus
Gebet
Gebet der Kirche
Allmächtiger Gott, wir bitten dich, verleihe uns, dass wir stets nur
das betrachten, was vernünftig, und nur das, was dir gefällig ist,
in Wort und Tat vollbringen – durch Jesum Christum, deinen Sohn,
unsern Herrn ... Amen.
Epistel des heiligen Paulus an die Thessalonicher
1. 1, 2 – 10
Brüder! Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken euer
ohne unterlass in unsern Gebeten, eingedenk der Werke eures Glaubens
und der Mühen der Liebe und der Ausdauer in der Hoffnung unseres
Herrn Jesu Christi vor Gott und unserem Vater, da wir wissen, von
Gott geliebte Brüder, dass ihr auserwählt seid, weil unser
Evangelium bei euch nicht bloß in Worten bestand, sondern auch in
Kraft und im Heiligen Geiste und in großer (Gnaden-) Fülle, wie ihr
wisset, wie wir unter euch um euretwillen gewesen sind: und ihr seid
unsere und des Herrn Nachfolger geworden, indem ihr das Wort unter
vieler Trübsal aufnahmt mit Freude im Heiligen Geiste, so dass ihr
ein Vorbild geworden für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaia.
Denn von euch aus erscholl das Wort des Herrn nicht nur in Mazedonien
und Achaia, sondern überallhin ist euer Glaube an Gott kund
geworden, so dass wir nicht nötig haben, etwas davon zu sagen.
Denn sie selbst verkündigen von uns, welchen Eingang wir bei euch
gefunden, und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt
habet, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn
vom Himmel herab zu erwarten (den er von den Toten auferweckt hat),
Jesum nämlich, der uns vom zukünftigen Zorne erlöst hat.
Paulus, Sylvanus und Timotheus wünschen
den Christen zu Thessalonich die Gnade Gottes und den Frieden.
Der Apostel erinnert sich ihres Glaubens, der nicht müßig
gewesen, sondern viele gute Werke geübt habe. Er freut sich
ihrer Hoffnung, da sie nämlich unzählige Widerwärtigkeiten
erduldet in der Hoffnung himmlischer Belohnung und ewiger Glorie. Er
versichert sie sodann der Gnade und Freundschaft Gottes; denn Gott
hat sie dazu erkoren, und wenn sie in der Gnade beharren und ihr
mitwirken, weil sie Gott nicht bloß angehört, sondern dass sie ihr
ganzes Leben nach demselben eingerichtet hätten und nach dem
heidnischen Leben nunmehr an Jesum Christum glauben, der auch von dem
Zorne Gottes erlöse. Das nämliche wünsche, erinnere und versichere
auch ich allen Christen.
Evangelium des Hl. Matthäus
13, 31 – 35
In jener Zeit lege Jesus dem Volke ein anderes Gleichnis vor und
sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkörnlein, welches ein
Mensch nahm und auf seinen Acker säte. Dieses ist zwar das kleinste
unter allen Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es das
größte unter allen Kräutern, und es wird zu einem Baume, so dass
auch die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen wohnen. Ein
anderes Gleichnis sprach er zu ihnen: Das Himmelreich ist gleich
einem Sauerteige, den ein Weib nahm und unter drei Maß Mehl
verbarg, bis alles durchsäuert war. Alles dieses redete Jesus
durch Gleichnisse u dem Volke, und ohne Gleichnisse redete er nicht
zu ihnen, damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt
worden, der da spricht: Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen
und will aussprechen, was vom Anbeginne der Welt verborgen war.
Das Senfkörnlein, womit Christus die
streitende Kirche vergleicht, wächst in Syrien. Durch dieses
Gleichnis gibt uns der göttliche Heiland das Wachstum der Kirche zu
verstehen, welche im Anfange ganz klein und gering gewesen, mit der
Zeit aber dergestalt gewachsen ist und zugenommen hat, dass die Vögel
des Himmels, d. h. alle Völker und Nationen unter dem Himmel,
unter ihren Zweigen, d. i. unter ihrem Schutz und Schirm,
gewohnt.
Die Kirche wird auch mit einem
Sauerteige verglichen, der vermengt wird unter drei Maß Mehl, indem
die Lehre Christi wunderbar schnell das gesamte Menschengeschlecht
durchdrungen und umgestaltet hat.
Merke, dass die Kirche Gottes gewachsen
ist oder zugenommen hat: 1. durch die Liebe der ersten Christen,
durch welche sie die Ungläubigen an sich gezogen haben; 2.
durch die Kraft des göttlichen Wortes; 3. durch Wunderzeichen;
4. durch die Verfolgung, indem (wie Tertullian schreibt) das Blut der
Martyrer der Same gewesen, woraus neue Christen gewachsen sind; 5.
durch den besonderen Beistand und die Hilfe Gottes.
Unsere Glaubensgegner rühmen sich
vergeblich ihrer schnellen Ausbreitung; denn Unkraut wurzelt und
breitet sich mehr und geschwinder aus als gutes und gesundes Gewächs,
und Ungeziefer, wie Mücken, Frösche, Mäuse u. dgl., vermehrt
sich schneller und hundertmal mehr als nützliche Tiere. Es ist auch
gar keine Kunst, einen zu dem zu überreden, was dem Fleische
und Blute angenehm ist, wie z. B. dass man der Kirche keinen
Gehorsam leisten, kein Fasten halten soll; hingegen ist es eine große
Kunst, einen zu dem zu bringen, was der fleischlichen Neigung zuwider
ist. Darum hat der berühmte Thomas Morus, Kanzler und Martyrer in
England, ganz gut dem Luther geantwortet; da dieser darauf
poche, dass seine Sekte so stark einreiße, sagt er ihm: es sei
leicht hinabzusteigen, und das Volk zu einem leichten und
ausgelassenen Leben anzulocken, sei kein größeres Wunderwerk, als
dass ein schwerer Stein von selbst hinunter falle.
Christus hat deswegen in Gleichnissen
geredet, damit seine Lehre leichter begriffen und namentlich von den
Einfältigen eher behalten würde.
Danke Christo, dass er dich zu seiner
Kirche berufen und derselben einverleibt hat; befleiße dich,
allezeit im Stande der Gnade Gottes zu sein, auf dass du der
geistlichen Güter der Kirche, des Gebetes, der Fasten, Almosen,
heiligen Messopfer teilhaftig werdest.
Gebet
O gütigster Jesu, wie danken wir dir, dass du uns in deiner heiligen
Kirche geboren werden und in deiner heiligen Lehre hast unterrichten
lassen, welche gleich einem Senfkörnlein zu einem großen Baume
herangewachsen ist und sich über die ganze Welt ausbreitet! Gib,
dass wir in dem Schatten dieses Baumes, in deiner heiligen Kirche,
immer sicher ruhen, ihr treu anhangen und, von ihrer Lehre wie von
einem Sauerteige durchdrungen, dir wohlgefällige Früchte des
Glaubens und der Tugend bringen. Amen.
QuelleSamstag, 9. November 2013
Unterricht für den fünften (nachgeholten) Sonntag nach dem Feste der heiligen drei Könige
An diesem Sonntage wird gehandelt von der Übung der christlichen
Tugenden, und wie Gott die Bösen dulde, auf dass durch sie die Guten
in der Geduld geübt werden.
Gebet der Kirche
Epistel des Hl. Paulus an die Kolosser
Warum nennt Paulus die Liebe ein Band der Vollkommenheit?
Ist es wahr, dass alles, was man im Stande der Gnade Gottes tut, verdienstlich für den Himmel sei, wenn man es durch eine gute Meinung auf Gott als auf das letzte Ziel und Ende richtet?
Warum wird die Kirche ein Himmelreich
genannt?
Was wird unter dem guten Samen verstanden?
Wann schlafen die Menschen?
Warum lässt Gott das Unkraut, nämlich die bösen Menschen, nicht ausrotten oder vertilgen?
Welches wird die Zeit der Ernte sein?
Warum sagt der Hausvater von dem Unkraut: „Bindet es in Bündeln“?
Woher kommt es, dass wir Menschen eine solche Neigung zum Bösen empfinden?
Warum wird uns diese böse Begierlichkeit gelassen?
Warum hat Gott dem Menschen einen freien Willen gegeben?
Gebet O getreuer Jesu, der du als der größte Liebhaber der Seelen den guten Samen, dein heiliges Wort, in unsere Herzen ausgesät hast, damit es viele Frucht bringe zum ewigen Leben: lass diesen Samen in uns lebendig und fruchtbar werden, behüte uns vor dem bösen Feinde, dass er kein Unkraut der falschen Lehre darein säe und das Gute verderbe; bewahre uns vor dem Schlafe der Sünden, damit wir allezeit wachsam und vorsichtig seien wider die Versuchungen der Welt, des Teufels und des Fleisches, dieselben überwinden und dereinst selig sterben. Amen.
Quelle
Der Eingang der heiligen Messe wird gelesen wie am
dritten Sonntag nach Dreikönig.
Gebet der Kirche
Mit deiner immer wachenden Güte sei du, o Herr, der treue Hüter
deiner Familie, damit sie, weil sich ihre Hoffnung auf deine
himmlische Gnade allein stützt, nun auch unter deinem Schutze stete
Sicherheit finde – durch Jesum Christum, deinen Sohn ... Amen.
Epistel des Hl. Paulus an die Kolosser
3, 12 – 17
Brüder! Ziehet an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte,
herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Sanftmut, Geduld. Ertragt
einander und verzeihet einander, wenn jemand Klage hat wider den
andern: wie der Herr verziehen hat, so auch ihr! Vor allem diesem
aber habet die Liebe, welche ist das Band der Vollkommenheit. Und der
Friede Christi herrsche freudig in euern Herzen, zu welchem auch ihr
berufen seid in einem Leibe, und seid dankbar. Das Wort Christi wohne
reichlich in euch mit aller Weisheit. Lehret und ermahnet einander
mit Psalmen und Lobliedern und geistlichen Gesängen, und singet Gott
mit Dankbarkeit in euern Herzen. Alles, was ihr tuet in Wort oder in
Werk, das tuet alles im Namen des Herrn Jesu Christi, und danket Gott
und dem Vater durch ihn.
Nach
der Lehre des Apostels Paulus soll der Christ die Seele ebenso mit
Tugenden, besonders mit der Liebe, zieren, wie man den Leib mit
Kleidern schmückt.
Warum nennt Paulus die Liebe ein Band der Vollkommenheit?
Weil sie wie ein Band die andern sittlichen Tugenden
verknüpft, nämlich die Barmherzigkeit gegen die Dürftigen, die
Freundlichkeit gegen unsere Freunde, die Demut gegen alle
Menschen, die Geduld gegen Schwache und Kranke usw.
Paulus will auch, dass ein Christ soll reich sein, das
ist wohl unterrichtet im göttlichen Worte; er soll durch dasselbe in
Widerwärtigkeiten sich aufmuntern und trösten, besonders durch die
Psalmen Davids und andere Lobgesänge, und so Gott danken für die
empfangenen Wohltaten. Auch dazu ermahnt er uns, dass wir alles,
was wir tun, es sei mit Worten oder Werken, wie Essen, Trinken,
Arbeiten, im Namen Jesu tun und durch ihn Gott dem himmlischen Vater
danken.
Seufzer. O Gott der Liebe, Gott der Geduld und
Barmherzigkeit! Neige unsere Herzen dazu, dass wir unsern Nächsten
aufrichtig lieben und alles, was wir tun in Worten oder in Werken, im
Namen unseres Herrn Jesu Christi tun und dir, dem Vater, danken durch
ihn (Kol 3, 17).
Von der guten Meinung
Oder dass man alles, was man tut, auf Gott als unser letztes Ziel und Ende richten soll, damit es für uns verdienstlich werde
„Alles, was ihr tuet in Wort oder Werk, das tuet alles im Namen des Herrn Jesu Christi, und danket Gott und dem Vater durch ihn“ (Kol 3,17).Ist es wahr, dass alles, was man im Stande der Gnade Gottes tut, verdienstlich für den Himmel sei, wenn man es durch eine gute Meinung auf Gott als auf das letzte Ziel und Ende richtet?
Ja, freilich; denn so lehrt der Apostel Paulus
ausdrücklich in dem angeführten Texte, und an einer andern
Stelle sagt er: „Darum möget ihr essen oder trinken oder etwas
anderes tun, so tuet alles zur Ehre Gottes“ (1 Kor 10, 31).
O wie werden sich diejenigen auf ihrem Todbette
betrüben, welche jetzt verabsäumen, ihre täglichen und ganz
gewöhnlichen Werke durch eine gute Meinung auf Gott zu richten! Erst
dann, wenn es zu spät ist, werden sie erkennen, was für große
Schätze von Verdiensten sie hätten sammeln können, wofern sie
alles in einer guten Meinung verrichtet hätten. Hingegen wird
man sich alsdann freuen, wenn einem das Gewissen Zeugnis gibt, dass
man stets sein Tun und Lassen auf Gott allein als auf das letzte Ziel
und Ende gerichtet habe. Wollte Gott, solches würden alle Taglöhner
und überhaupt alle, die im Schweiße ihres Angesichtes ihr Brot
essen, wohl beherzigen und sich alles durch eine gute Meinung zu
nutze und aus der Not eine Tugend machen!
_____
Evangelium des Hl. Matthäus
13, 24 – 30
In jener Zeit trug Jesus dem Volke ein anderes Gleichnis vor und
sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen
auf seinen Acker säte. Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind,
säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. Als nun das
Kraut wuchs und Frucht brachte, erschien auch das Unkraut. Da traten
die Knecht des Hausvaters herzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du
nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das
Unkraut? Und er sprach zu ihnen. Das hat der Feind getan. Die Knechte
aber sprachen zu ihm: Willst du, dass wir hingehen und es aufsammeln?
Und er sprach: Nein! Damit ihr nicht etwa, wenn ihr das Unkraut
aufsammelt, mit demselben zugleich auch den Weizen ausreißt. Lasset
beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will
ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es
in Bündeln zum Verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheuer.
Bild:
Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen
Was wird unter dem Himmelreiche
verstanden?
Die Kirche Gottes oder die Versammlung aller
rechtgläubigen Christen auf Erden, wie St. Gregorius sagt.
Weil die Kirche das Reich Gottes auf Erden ist, und
weil wir nur durch die Kirche ins Himmelreich eingehen und selig
werden können.
Was wird unter dem guten Samen verstanden?
Das Wort Gottes, aus welchem der Weizen der guten Werke
erwächst (Lk 8, 11. 15).
Wann schlafen die Menschen?
1. Wenn die Vorsteher der Kirche, die Bischöfe und
Priester, nicht acht geben auf ihre Schäflein; denn um diese Zeit
kommt der Teufel und sät durch die Ketzer das Unkraut der falschen
Lehre.
2. Es schlafen die Menschen, wenn sie verabsäumen die
heiligen Sakramente, die heilige Messe und das Wort Gottes, weil
alsdann der böse Geist herbeischleicht und in ihre Seelen das
Unkraut der leichtfertigen, rachgierigen und habsüchtigen
Gedanken sät, woraus dann das Unkraut der Unlauterkeit, des Zornes,
der Missgunst, des Geizes usw. erwächst.
Warum lässt Gott das Unkraut, nämlich die bösen Menschen, nicht ausrotten oder vertilgen?
Das tut Gott in seiner höchsten Weisheit, damit nicht
auch der Weizen, nämlich die Gerechten, zugleich ausgerauft, d. i.
verkehrt und böse werden; denn wenn Gott keine Gottlosen auf Erden
ließe, so würden die Frommen aus Mangel an Übung der Tugend, wie
der Liebe, Geduld, Demut, wozu ihnen die Gottlosen Anlass geben, auch
gottlos werden.
Welches wird die Zeit der Ernte sein?
Der jüngste Gerichtstag, wann die Engel ausgehen
werden, die Bösen von den Gerechten zu scheiden und jene in den
höllischen Feuerofen zu werfen, die Guten aber in die ewige Freude
einzuführen (Mt 13, 30).
Warum sagt der Hausvater von dem Unkraut: „Bindet es in Bündeln“?
Er will damit zu verstehen geben, dass in der Hölle
Gleiches zu gleichem soll: Diebe zu Dieben, Leichtfertige zu
Leichtfertigen, Säufer zu Säufern, Zornige zu Zornigen usf.
Seufzer: O Jesu, gib mir Gnade, dass ich sorgfältig
wache über meine Worte, Werke und Gedanken, damit der höllische
Feind nicht das Unkraut der bösen Eingebung darunter säe.
„Woher hat er das Unkraut?“
Woher kommt es, dass wir Menschen eine solche Neigung zum Bösen empfinden?
Von der Erbsünde, die wir von unsern ersten Eltern
überkommen oder erben; wir sollen so die Bitterkeit der Erbsünde
kosten.
Warum wird uns diese böse Begierlichkeit gelassen?
1. Um uns zu demütigen, damit wir unsere Schwachheit
erkennen, unsere Zuflucht zu Gott nehmen und ihn als unsern
höchsten Herrn anerkennen, welchem alles unterworfen ist, - den
Kindern gleich, welche, wenn sie erschreckt werden, alsbald zur
Mutter laufen und sich unter ihrer Schürze verbergen. Solches
hat erfahren der Hl. Paulus, welchem Gott den Stachel des Fleisches
gelassen hat, damit er im Gebete seine Zuflucht zu Gott nehme (2 Kor
12, 7 – 9).
2. Gott hat solches gewollt zu seiner größern Ehre,
auf dass die Kraft und Macht seiner Gnade und seines Beistandes an
uns kundgetan und offenbar werde, was nicht geschehen könnte, wenn
der Mensch nicht der Schwachheit unterworfen wäre und an ihm Gott
seine Gnade nicht erweisen könnte.
3. Die Begierlichkeit oder Neigung zum Bösen ist uns
endlich zu unserer Übung und zum Verdienste belassen, damit wir
Gelegenheit hätten zu Kampf und Gegenwehr, weil wir sonst träge und
böse werden. Wir könnten wir auch die Tugend üben und dadurch den
Himmel verdienen, wenn uns durch die böse Begierlichkeit kein Anlass
zur Gegenwehr gegeben würde, wodurch wir, von der Gnade Gottes
unterstützt, obsiegen und den Siegeskranz davontragen können!
„Was den Kämpfer quält, das krönt den Sieger“, sagt der Hl.
Bernardus.
_____
Lehre von dem freien Willen des Menschen
„Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät?“ (Mt 13, 27)Warum hat Gott dem Menschen einen freien Willen gegeben?
1. Zu des Menschen Ehre und zur Zierde der ganzen Welt,
sofern die stummen Kreaturen von Gott gezogen werden, der Mensch ihm
aber so seine freiwilligen Dienste erweisen kann.
2. Um die Allmacht Gottes darin zu zeigen, dass, obwohl
der Mensch seinen freien Willen hat, er gleichwohl Gottes Anordnung
unterworfen bleibt und derselben nicht entgehen kann.
3. Zu des Menschen Ehre und Wohlfahrt; denn selig ist
der, welcher Gottes Gebot übertreten konnte und es dennoch nicht
getan hat; wer aber keine Macht dazu hatte, der hat nichts
Vortreffliches getan.
4. Zum Verdienste des Menschen, weil er sonst nichts
Rühmliches und folglich Verdienstliches ausrichten könnte, wenn es
nicht in seiner Macht stände, solches zu tun oder zu lassen; denn
wenn er es hat tun müssen und nicht unterlassen können, wie könnte
er dann dafür Lohn begehren oder Ehre davon tragen?
5. Endlich hat der Mensch seinen freien Willen zur
Freude Gottes; denn erzwungene Dienste sind nicht angenehm, hingegen
was freiwillig geschieht, das ist lieb und wert.
Gebet O getreuer Jesu, der du als der größte Liebhaber der Seelen den guten Samen, dein heiliges Wort, in unsere Herzen ausgesät hast, damit es viele Frucht bringe zum ewigen Leben: lass diesen Samen in uns lebendig und fruchtbar werden, behüte uns vor dem bösen Feinde, dass er kein Unkraut der falschen Lehre darein säe und das Gute verderbe; bewahre uns vor dem Schlafe der Sünden, damit wir allezeit wachsam und vorsichtig seien wider die Versuchungen der Welt, des Teufels und des Fleisches, dieselben überwinden und dereinst selig sterben. Amen.
Quelle
Samstag, 2. November 2013
Unterricht für den vierten (nachgeholten) Sonntag nach dem Feste der heiligen drei Könige
Der Eingang der heiligen Messe ist wie am
vorigen Sonntage.
Gebet der Kirche
Epistel des Hl. Paulus an die
Römer
Wie sind die Worte des Apostels
zu verstehen: „Wer den Nächsten liebt, hat das Gesetz erfüllt“?
Gemäß der Auslegung
des Hl. Augustinus so: Die Liebe gegen den Nächsten, wenn sie aufrichtig ist,
kommt aus der Liebe Gottes, dem zuliebe man seinem Nächsten Gutes gönnt und
auch erweist. Wer nun Gott liebt, der hält die drei ersten Gebote; denn er
glaubt, er hofft und ehrt Gott, und weil er seinen Nächsten liebt, darum hält
er auch die übrigen Gebote; denn er ehrt seine Eltern, er tötet nicht, er
stiehlt nicht, noch urteilt er über seinen Nächsten, noch weniger beschädigt er
ihn durch übles Nachreden – und folglich hält er das ganze Gesetz (Mt
22, 40).
Gebet
Evangelium des Hl. Matthäus
Warum ist Christus in ein
Schifflein getreten und hat in demselben geschlafen?
Christus hatte
zuvor seine Jünger unterrichtet im Glauben und Vertrauen auf ihn als den
wahren Sohn Gottes; auf dass sie aber noch mehr in diesem Glauben und Vertrauen
gefestigt würden, schläft er in dem Schifflein und lässt ein so großes Unwetter
kommen, dass das Schifflein fast von den Wasserwellen zugedeckt wurde, worauf
die Jünger Christum aufgeweckt und um Hilfe gebeten haben.
Warum tadelte Jesus die Jünger,
als sie ihn aufweckten?
Um ihres schwachen
Glaubens willen; denn wenn sie fest geglaubt hätten, dass er auch wahrer Gott
sei, so hätten sie auch glauben müssen, dass er ihnen ebenso gut schlafend als
wachend hätte helfen können. Nichts missfällt Gott mehr als das Misstrauen. „Gesegnet aber der Mensch, der sein Vertrauen auf
den Herrn setzt und dessen Zuversicht der Herr ist“ (Jer 17, 7).
Warum stand der Herr Jesus auf
und gebot dem Meere und es ward Stille?
Das hat er getan,
um seine Allmacht zu zeigen und dass seinem Willen alles unterworfen sei. Die
Menschen, welche dieses Wunder gesehen, haben sich darob verwundert und gesagt: „Wer ist der, dass ihm Wind und Meer
gehorchen?“
Glaubenslehre, dass Gott alles
regiert
Gebet
Gebet der Kirche
Gott, der du weißt,
dass wir in unserer menschlichen Gebrechlichkeit, von so vielen Gefahren
umgeben, unmöglich bestehen können: gib uns Gesundheit der Seele und des
Leibes, damit wir die Leiden, welche wir unserer Sünden wegen dulden, unter
deiner Beihilfe überwinden mögen – durch Jesum Christum, deinen Sohn ... Amen.
Epistel des Hl. Paulus an die
Römer
13, 8 – 10
Brüder! Bleibet
niemandem etwas schuldig, als dass ihr euch untereinander liebet; denn wer den
Nächsten liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn das Verbot: du sollst nicht
ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst kein
falsches Zeugnis geben, du sollst nicht gelüsten, und jedes andere Gebot ist in
dieser Vorschrift enthalten: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; die Liebe ist also die Erfüllung des
Gesetzes.
Wie sind die Worte des Apostels
zu verstehen: „Wer den Nächsten liebt, hat das Gesetz erfüllt“?
Gemäß der Auslegung
des Hl. Augustinus so: Die Liebe gegen den Nächsten, wenn sie aufrichtig ist,
kommt aus der Liebe Gottes, dem zuliebe man seinem Nächsten Gutes gönnt und
auch erweist. Wer nun Gott liebt, der hält die drei ersten Gebote; denn er
glaubt, er hofft und ehrt Gott, und weil er seinen Nächsten liebt, darum hält
er auch die übrigen Gebote; denn er ehrt seine Eltern, er tötet nicht, er
stiehlt nicht, noch urteilt er über seinen Nächsten, noch weniger beschädigt er
ihn durch übles Nachreden – und folglich hält er das ganze Gesetz (Mt
22, 40).
Bild: Der Sturm
auf dem Meer
Gebet
O Herr Jesu! Gieße in
unsere Herzen aus den Geist deiner Liebe, damit, wie du das Gesetz der Liebe
an uns erfüllt hast, wir es auch an unserem Nächsten durch deine Gnade erfüllen
mögen. Amen.
Evangelium des Hl. Matthäus
8, 23 - 27
In jener Zeit, als
Jesus in das Schifflein trat, folgten ihm seine Jünger nach. Und siehe, es
erhob sich ein großer Sturm im Meere, so dass das Schifflein mit Wellen bedeckt
wurde; er aber schlief. Und seine Jünger traten zu ihm, weckten ihn auf und
sprachen: Herr, hilf uns, wir gehen zu Grunde! Und Jesus sprach zu ihnen: Was
seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, gebot den Winden
und dem Meere, und es ward eine große Stille. Die Menschen aber wunderten sich
und sprachen: Wer ist dieser, dass ihm auch die Winde und das Meer gehorchen?
Warum ist Christus in ein
Schifflein getreten und hat in demselben geschlafen?
Christus hatte
zuvor seine Jünger unterrichtet im Glauben und Vertrauen auf ihn als den
wahren Sohn Gottes; auf dass sie aber noch mehr in diesem Glauben und Vertrauen
gefestigt würden, schläft er in dem Schifflein und lässt ein so großes Unwetter
kommen, dass das Schifflein fast von den Wasserwellen zugedeckt wurde, worauf
die Jünger Christum aufgeweckt und um Hilfe gebeten haben.
Warum tadelte Jesus die Jünger,
als sie ihn aufweckten?
Um ihres schwachen
Glaubens willen; denn wenn sie fest geglaubt hätten, dass er auch wahrer Gott
sei, so hätten sie auch glauben müssen, dass er ihnen ebenso gut schlafend als
wachend hätte helfen können. Nichts missfällt Gott mehr als das Misstrauen. „Gesegnet aber der Mensch, der sein Vertrauen auf
den Herrn setzt und dessen Zuversicht der Herr ist“ (Jer 17, 7).
Gott lässt manchmal
über uns einen Sturm kommen, wie Armut, Verfolgung, Verkleinerung unseres
guten Namens, und es lässt sich unterdessen ansehen, als ob er schliefe, indem
er, um unsere Geduld und Liebe zu bewähren, der Natur ihren Lauf lässt und uns
dadurch Anlass gibt, nach dem Beispiele der Jünger unsere Zuflucht zu ihm zu
nehmen und mit König David zu sprechen: „Stehe auf, o Herr, warum schläfst du?
Stehe auf und verstoß uns nicht für allezeit!“ (Ps 43, 23
Warum stand der Herr Jesus auf
und gebot dem Meere und es ward Stille?
Das hat er getan,
um seine Allmacht zu zeigen und dass seinem Willen alles unterworfen sei. Die
Menschen, welche dieses Wunder gesehen, haben sich darob verwundert und gesagt: „Wer ist der, dass ihm Wind und Meer
gehorchen?“
Hieraus lernen wir
in allen vorfallenden Widerwärtigkeiten unser Vertrauen allein auf Gott
setzen, weil dessen Macht alles unterworfen ist; und darum kann er auch jedes
Übel von uns abwenden und was uns nützlich und dienlich ist, verleihen, wofern
wir nur fest auf ihn vertrauen und eifrig und beharrlich ihn um Hilfe und
Beistand anrufen.
(Gebete, in Trübsal zu sprechen, suche oben am dritten
Sonntage des Advents.)
_____
Glaubenslehre, dass Gott alles
regiert
„Er gebot den
Winden und dem Meere, und es ward eine große Stille“ (Mt 8, 26).
Dass Gott alles
regiere, das haben alle Väter des Alten und Neuen Bundes geglaubt. Darum sprach Abraham zu seinem Sohne Isaak, als sich
dieser um das Opfer bekümmerte: „Gott wird dafür sorgen“ (Gen 22, 8). Als Isaak sich verwunderte, wie Jakob, den er
für den Esau ansah, so bald das Wildbret erjagt habe, sagte er: „Es war Gottes
Wille, dass bald mir begegnete, was ich wollte“ (Gen 27, 20). Als Jakob seine Söhne verabschiedete, nach
Ägypten zu reisen und Korn zu kaufen, sagte er zu ihnen, um sie auf die
Vorsehung Gottes hinzuweisen: „Gott der Allmächtige mache euch dem Mann
(Joseph) gewogen!“ (Gen 43, 14). Jakobs Söhne sprachen, als sie das Geld
wieder in ihren Säcken fanden: „Was ist das, was uns Gott getan?“ (Gen
42, 28). Josephs Schaffner bekannte,
dass Gott alles regiere; denn da jene um des gefundenen Geldes willen bekümmert
waren, suchte er sie zu trösten mit den Worten: „Fürchtet euch nicht! Euer Gott
und der Gott eures Vaters hat euch die Schätze in eure Säcke gegeben“ (Gen
43, 23). Joseph selber hat
gestanden, dass Gott alles regiere; denn da seine Brüder fürchteten, er möchte
ihre an ihm verübte Bosheit rächen, sagte er, um ihnen Mut zu machen: „Fürchtet
euch nicht; können wir Gottes Willen widerstreben? Ihr sannet Böses gegen mich,
Gott aber wandte es zum Guten“ (Gen 50, 19. 20). Wer hat das Herz des
Kerkermeisters dem Joseph zugeneigt, als Gott (Gen 39, 21)? Wer hat ihm die Gnade gegeben, die Träume
sowohl des Königs als auch der beiden Gefangenen auszulegen als nur Gott (Gen
41, 16)? Wer hat die Kinder Israels Gnade finden lassen bei den Ägyptern,
dass diese jenen goldene und silberne Gefäße liehen, als nur Gott (Ex
12, 36)? Wer anders als Gott hat zugelassen, dass die Philister dem Könige
Saul in das Land gefallen sind, während Saul den David umringt und eingeschlossen
hatte, so dass er ihn freilassen musste (1 Kön 23, 27)?
Wer hat ferner das
Herz des Königs Samanassar gegen den alten
Tobias geneigt, als nur allein Gott (Tob 1, 13)? Wer hat dem
Könige Assuerus den Schlaf vertrieben und ihm die Jahrbücher in die Hand gegeben,
denn nur Gott (Est 6)? Wer hat das Herz dieses nämlichen Königs zur Milde
geneigt, als wiederum Gott (Est 15, 11)?
Weil uns nun der
Glaube lehrt, dass Gott alles regiert, ja auch die herzen der Könige lenkt,
wozu es ihm gefällt (Spr 21, 1), darum soll man sich Gott ganz und gar
ergeben und mit seiner Anordnung zufrieden sein; den sich dem Willen und der
Anordnung Gottes widersetzen sollen, heißt ebensoviel, als mit dem Kopfe wider
die Wand rennen, um dieselbe einzustoßen. „Gott ist weisen Herzens und von
starker Kraft; wer widersetzt sich ihm und
hat Frieden?“ (Job 9, 4).
Gebet
Wir bitten dich,
liebster Jesu, verleihe uns die Gnade, dass wir in allen unsern Nöten keinen
Zweifel an deinem Beistande tragen und ja nicht kleinmütig werden, sondern
allezeit eingedenk seien des tröstlichen Spruches der frommen Sara: „Ein jeder,
der dir dient, wird nach der Anfechtung wieder getröstet und aus der Trübsal
errettet.“ Deswegen erzeige als ein barmherziger Vater deine Liebe uns, deinen
Kindern: gib Gnade den Sündern, erweise deine Allmacht gegen unsere Feinde, gebiete
dem ungestümen Meere und den Winden der Verfolgung, dass sie stiller seien und
deiner Kirche, die du mit deinem kostbaren Blute erkauft hast, Ruhe und Frieden
lassen, damit wir in Heiligkeit und Gerechtigkeit dir mit allem Fleiße dienen
und sicher in den ersehnten Hafen der ewigen Seligkeit gelangen mögen. Amen.
Quelle
Quelle
Donnerstag, 31. Oktober 2013
Unterricht für den dritten (nachgeholten) Sonntag nach dem Feste der heiligen drei Könige
Weil die Kirche Gottes erkennt, dass sie Gott nicht genug lieben und loben kann, so ladet sie zum Eingange der heiligen Messe alle heiligen Engel ein, dass sie Gott loben sollen: „Betet Gott an, ihr alle seine Engel! Es hört es und freut sich Sion, und die Töchter Judas frohlocken. – Der Herr regiert, darum frohlockte die Erde, und es sollen sich freuen die vielen Inseln.“ (Ps 96, 1. 7. 8).
Gebet der Kirche
Allmächtiger, ewiger
Gott, sieh gnädig auf unser Unvermögen, und breite den mächtigen Arm deiner
Majestät aus, um uns zu beschirmen – durch unsern Herrn Jesum Christum ...
Amen.
Epistel des Hl. Paulus an die
Römer
12, 16 – 21
Brüder! Haltet euch
nicht selbst für klug. Vergeltet niemandem Böses mit Bösem; befleißigt euch des
Guten nicht nur vor Gott, sondern auch vor allen Menschen. Wenn es möglich ist,
so habet, soviel an euch liegt, Frieden mit allen Menschen. Rächet euch selber
nicht, Geliebteste, sondern gebet dem Zorne (Gottes) Raum; denn es steht
geschrieben: Mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr. Sondern,
wenn dein Feind Hunger hat, so speise ihn; wenn er Durst hat, so tränke ihn;
denn tust du dies, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Lass dich
nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde durch das Gute das Böse.
Der Apostel Paulus
mahnt uns: 1. dass man sich selbst nicht für klug halten soll; 2. dass man
nicht Böses mit Bösem vergelte; 3. dass man nicht allein vor Gott Gutes tue,
sondern auch seinen Mitmenschen ein gutes Beispiel gebe; 4. dass man mit allen
möge Frieden halten; 5. dass man Gott die Rache überlassen uns sich nicht
selber rächen soll an seinen Feinden; 6. dass man seine Feinde speisen soll,
wann sie hungern, und tränken, wann sie dürsten; 7. dass man sich nicht vom
Bösen überwinden lassen, sondern das Böse mit Gutem überwinden soll.
Wann lässt man sich zum Zorne
überwinden?
Wenn man sich
selbst rächen will, und das ist kein Zeichen von Mut; denn gleichwie es ein
Zeichen eines ganz schwachen Magens ist, wenn er die Speisen nicht verdauen
kann, ebenso ist es ein Merkmal eines schwachen Menschen, wenn er nicht einmal
ein hartes Wörtlein verwinden kann. „Bist du ungeduldig,“ sagt der Hl.
Ambrosius, „so bist du überwunden;
erträgst du es aber mit Geduld, so hast du
überwunden.“
Lerne von David, der sich nicht an Saul zu rächen suchte, obwohl dieser ihn
töten wollte!
Was soll man tun, wenn man an
seiner Ehre verletzt wird?
Man soll Gott, der
für uns sorgt, die Rache überlassen, der dieselbe auch sich allein vorbehalten
hat (Dtn 32, 35). Gar schön schreibt der Hl. Bernardus: Gott werde die uns
angetane Unbild vergelten, wofern wir ihm nur nicht die Rache abnehmen. Sich
selber rächen ist ein Anzeichen eines geringen Vertrauens auf Gott, als wenn
er weder für unsere Ehre noch für unsere Güter sorgen würde.
Ist es auch eine Sünde, seinem
Feinde das nämliche Übel zu wünschen, welches er uns wünscht?
Ja freilich; denn
es ist in der Tat eine Sünde, seinem Nächsten dien Übel zu wünschen, weil es
dem christlichen Gesetze widerstrebt, welches befiehlt, denen Gutes zu
wünschen, die uns Übles wünschen, und zu beten für die, die uns hassen und
verfolgen (Mt 5, 44).
Wie sind die Worte des Apostels
zu verstehen: dass man seinem Feinde feurige Kohlen auf das Haupt sammeln
könne?
Das geschieht, wenn
man ihm um Gottes willen Gutes erzeigt; denn durch Wohltaten werden unsere
Feinde so beschämt und geplagt, als würden sie von feurigen Kohlen auf ihrem
Haupte gebrannt, indem sie sehen müssen, dass die Unbild, die, wie sie meinten,
mit Schlagen und Schelten würde gerächt werden, mit Wohltaten vergolten wird.
Der Hl. Augustinus legt die angeführten Worte des Apostels also aus: „Du wirst
feurige Kohlen der Liebe auf sein
Haupt sammeln; denn nichts ist, was so zur Liebe bewegt, als mit Liebe einem
zuvorkommen.“ Lerne nach dem Beispiele der Heiligen, dass du dich nicht durch
das Böse überwinden lassest; sondern überwinde das Böse mit Gutem das ist:
erzeige Gutes denjenigen, die dich hassen und verfolgen.
Seufzer:
Ach, dass ich dieser Mahnung
des Apostels zur Liebe der Feinde nachkommen möchte, auf dass ich ein Kind sei
meines himmlischen Vaters, der seine Sonne aufgehen lässt über die Guten wie
über die Bösen und regnen über Gerechte und Ungerechte! (Mt 5, 45).
Evangelium des Hl. Matthäus
8, 1 – 13
In jener Zeit, als
Jesus vom Berge herabstieg, folgte ihm eine große Menge Volkes nach; und siehe,
ein Aussätziger kam, betete ihn an und sprach: Herr, wenn du willst, so kannst
du mich reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach:
ich will, sei gereinigt! Und sogleich ward er gereinigt von dem Aussatze. Und
Jesus sprach zu ihm: Siehe, zu, dass du es niemandem sagest; sondern geh hin,
zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, welche Moses befohlen hat, ihnen
zum Zeugnisse! Da er aber in Kapharnaum eingegangen war, trat ein Hauptmann zu
ihm, bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause gichtbrüchig und
leidet große Qual. Und Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund
machen. Und der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht würdig,
dass du eingehst unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein
Knecht gesund. Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit unterworfen, und
habe Kriegsleute unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh! So geht er; und zu
dem andern: Komm her! So kommt er; und zu meinem Knechte: Tue dies! So tut
er’s. Da nun Jesus das hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm
folgten: Wahrlich, sag’ ich euch, solch großen Glauben habe ich in Israel
nicht gefunden! Aber ich sage euch, dass viele vom Aufgange und Niedergange
Kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreiche zu Tische sitzen
werden; die Kinder des Reiches aber werden in die äußerste Finsternis hinausgeworfen
werden; da wird Heulen und Zähneknirschen sein. Und Jesus sprach zu dem
Hauptmanne: Geh hin, und wie du geglaubt hast, so soll dir geschehen. Und in
derselben Stunde ward sein Knecht gesund.
Warum sagte der Aussätzige:
„Herr, wenn du willst, so kannst du mich reinigen“?
Das sagt er, um
seinen Glauben an Christus als den der Welt verheißenen Messias zu erkennen zu
geben, dass er als wahrer Gott ihn könne gesund machen. Hieraus lernen wir: 1.
unser Vertrauen auf die Allmacht Gottes setzen, der ein Helfer ist in der Not
(Ps 49, 15); 2. dem göttlichen Willen alles anheim stellen und etwa
sprechen: „Herr, wenn es dir gefällt und mir zum Heile ist, so gib mir dieses
oder jenes.“
Bild: Saul sucht
David zu töten.
Warum streckte Jesus seine Hand
aus und rührte den Aussätzigen an?
Das tat er, um uns
ein Beispiel der Demut zu geben, dass wir an den Kranken und Presthaften kein
Ekel haben sollen; denn wenn Gott sich
gewürdigt, die Presthaften anzurühren, wie viel mehr sollen dann wir es tun! O
wie schlecht werden an jenem großen Tage diejenigen vor Gott bestehen, die sich
jetzt scheuen, die Armen auch nur anzusehen!
Warum sagte der Herr Jesus: „Ich
will, sei gereinigt“?
Das tat er, um
seine Allmacht zu offenbaren, und zu beweisen, dass derselben alles unterworfen
sei: „Er hat’s gesagt, und alles ist geworden; er hat befohlen, und alles
wurde erschaffen“ (Ps 148, 5).
Warum
befahl Jesus, er sollte es niemandem sagen?
Um uns zu
unterrichten, dass wir unsere guten Werke nicht offenbaren sollen, um eitles
Lob davonzutragen, damit wir uns der himmlischen Belohnung nicht berauben (Mt
6, 6).
Warum hat Christus den geheilten
Aussätzigen zum Priester geschickt?
Das hat er getan,
um uns zu unterrichten, dass man die Priester ihres hohen Amtes halber in Ehren
halten soll, und sollten sie auch, wie zur Zeit Christi die jüdischen Priester,
nicht fromm leben.
Warum hat Jesus ihm befohlen,
eine Gabe zu opfern?
Um zu zeigen, dass
man Gott für die uns erwiesenen Wohltaten dankbar sein soll.
Was sollen wir von dem Hauptmann
lernen, der Christum für seinen gichtbrüchigen Knecht bittet?
Von ihm sollen die
Hausväter lerne, Sorge zu tragen für ihre kranken Knechte und Mägde, damit
dieselben bei Zeiten mit den heiligen Sakramenten versehen werden. Es ist
unchristlich, arme Dienstboten, sobald sie krank werden, zur Türe
hinauszustoßen.
Warum sagte Christus: „Ich will
kommen und ihn gesund machen“?
Um seine Demut zu
zeigen, indem er, obwohl Gott und ein Herr über alle Herren, sich doch nicht
scheute, zu einem armen Knechte zu gehen. Diese Demut Christi beschämt viele
Herren, dei sich scheuen und zu groß dünken, um für einen kranken Knecht auch
nur einen Fuß zu rühren.
Warum sagte der Hauptmann: „Herr,
ich bin nicht würdig, dass du eingehest unter mein Dach“?
Das tat er in der
Erkenntnis der Gottheit Christi und seiner eigenen Nichtigkeit. Lernen sollen
wir hieraus, uns vor Gott zu verdemütigen, besonders so oft wir kommunizieren
wollen.
Warum sagte er: „Sondern sprich
nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund“?
Dies sagte er, um
seinen Glauben an die Gottheit und Allmacht Christi zu erkennen zu geben, indem
Jesus auch abwesend mit einem einzigen Worte seinen Knecht gesund machen könne.
Hat ein heidnischer Hauptmann einen solchen Glauben und solches Vertrauen zu
Jesus gehabt, so müssen wir Christen uns schämen, dass wir so kleingläubig und
misstrauisch gegen unsern Gott sind.
Was wollen die weiteren Worte des
Hauptmanns sagen?
Er wollte sagen:
Wenn mir, einem Mensche, der selber einer höhern Obrigkeit unterworfen ist,
meine Kriegsknechte gehorchen, wieviel mehr werden dann dir, o Christus, der du
wahrer Gott bist, dem die Krankheiten unterworfen sind, diese gehorsamen und
auf deinen Befehl weichen! – Lerne trauen auf die Allmacht und Vorsehung
Gottes und dich in deinen Nöten darauf verlassen (Ps 49, 15).
Warum sagte Christus: „Viele
werden vom Aufgange und Niedergange kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im
Himmelreiche zu Tische sitzen, die Kinder des Reiches aber werden
hinausgestoßen werden“?
Das sagte er um der
verstockten Juden willen, welche die Lehre Christi nicht annehmen wollten, dass
nämlich die Heiden, die gegen Auf- und Niedergang der Sonne wohnten, das
Evangelium annehmen, diesem gemäß leben und also mit Abraham, Isaak und Jakob
die himmlischen Freuden genießen würden; sie aber würden ihres Unglaubens und anderer
Sünden halber in die äußerste oder dickste, gleichsam handgreifliche
Finsternis, in die Hölle, verstoßen werden, wo die grausamsten Peinen und
Qualen ihrer warten, welche durch das Heulen und Zähneklappern angedeutet
werden.
Die Juden werden
genannt „Kinder des Reiches“, weil sie solche geworden wären, wenn sie die
Lehre Jesu angenommen und nach ihr gelebt hätten. Fürchte, o Christ, du
könntest aus Mangel an Mitwirkung mit der Gnade Gottes ewig verworfen werden,
während andere, die der Gnade mitwirken, in die Seligkeit aufgenommen werden. „Wirket euer Heil in Furcht und Zittern“ (Phil
2, 12).
Seufzer.
Gib mir, o Jesu, den Glauben
des Aussätzigen, dass ich mich in allem auf deine Allmacht verlasse, mich
völlig in deinen göttlichen Willen ergebe und deine Priester ehre. Verleihe
mir auch, o demütigster Jesu, den Glauben und die Demut des Hauptmanns, dass
ich meinem Nächsten um deinetwillen mitleidig beispringe und mich so würdig mache,
deine Gnade noch fernerhin zu empfangen. Amen
_____
Glaubenslehre von der Ergebung in
den Willen Gottes
„Herr, wenn du
willst“ (Mt 8, 2)
Den Himmel haben
schon auf Erden alle, welche sich sowohl im Unglück als im Glück in den Willen
Gottes ergeben und nur wollen, was Gott will, so dass sie gleichsam mit Gott ein Herz haben und das alles empfangen und
gutheißen, was ihnen Gott zuschickt, also mit Gott einen Willen, Gemüt, Sinn und Meinung und darum an allem, was
Gott ihnen schickt, volles Genügen und Freude haben.
Diese Vereinigung
unseres Willens mit dem Willen Gottes ist eine bewährte Herzstärkung wider
alle Melancholie und Kleinmütigkeit. Diese Vereinbarung beruht auf dem festen
Glauben, das „kein Übel über eine Stadt kommt“, ja über die ganze Welt,
„welches nicht der Herr getan“, das ist, geschickt oder zugelassen hat (Am
3, 6).
Wer darf nun sagen
oder denken, dass das nicht recht oder wohl getan sei, was der Herr getan hat?
Der Herr hat alles wohl getan im Himmel und auf Erden (Ps 134, 6; Mk
7, 37).
_____
Sittenlehre für die Hausväter,
Knechte und Dienstboten
Die Hausväter lernen von dem Hauptmann, dass
sie dafür sorgen sollen, damit sie brave Dienstboten ins Haus bekommen, weil
Gott die Hausväter segnet um der frommen Dienstboten willen. Also hat Gott
gesegnet den Laben um des frommen Jakob willen (Gen 30, 27), das Haus des
Putiphar wegen des gerechten Joseph (Gen 39, 5). Hingegen sollen die
Hausväter wohl zusehen, dass sie keine gottlosen Dienstboten in ihre Häuser
aufnehmen, weil Gott manchmal ganze Haushaltungen um gottloser Dienstboten
willen straft.
Knechte
und Dienstboten sollen lernen
von den Untergebenen des Hauptmanns, die gegangen und wieder gekommen sind,
wenn er es ihnen gesagt hat, dass sie bereit sein sollen, alles zu tun, was
ihnen anbefohlen wird; und um solches desto williger zu tun, sollen sie sich
in der Person ihrer Herren Gott selbst vorstellen, und bedenken, dass sie die
Dienste, welche sie ihren Herren leisten, Gott selber erzeigen. „Ihr Knechte,“
schreibt der Apostel Paulus, „gehorchet in allem den leiblichen Herren, nicht
als Augendiener, um Menschen zu gefallen, sondern mit Aufrichtigkeit des
Herzens, aus Furcht Gottes. Alles, was ihr immer tut, das tut von Herzen als
wie dem Herrn und nicht den Menschen; denn ihr wisst ja, dass ihr vom Herrn den
Lohn der Erbschaft erhalten werdet. Dienet also Christo dem Herrn“ (Kol
3, 22 – 24). Diese Lehre beobachtet wohl, ihr Dienstboten! Denn dadurch
könnt ihr sehr viel bei dem Allerhöchsten im Himmel verdienen.
Gebet
Barmherziger Jesu, der
du mit einem Worte den Aussätzigen rein und des Hauptmanns Knecht gesund
gemacht hast: wir bitten dich, siehe unsere große Schwachheit und
Gebrechlichkeit an, womit wir an Leib und Seele beladen sind. Erbarme dich
unser, die du so teuer erkauft hast, und verleihe uns die Gnade, dass wir durch
rechten Gebrauch des heiligen Sakraments der Buße uns dem Priester zeigen und
vom tödlichen Aussatze der Sünden gereinigt dir für solche Wohltat ewig danken
mögen. Amen.
Quelle
Quelle
Mittwoch, 30. Oktober 2013
Der dritte (hier: nachgeholte) Sonntag nach Epiphanie
... wird dieses Jahr nicht gebraucht, da die Anzahl der Sonntage im Kalenderjahr und somit auch im Kirchenjahr zwischen 52 und 53 schwankt. Damit die hier veröffentlichten Daten aber vollständig sind, habe ich den Sonntag einfach an diese Stelle gesetzt (wird morgen veröffentlicht).
Samstag, 26. Oktober 2013
Unterricht für den dreiundzwanzigsten Sonntag nach Pfingsten
Im Eingange der heiligen Messe verheißt uns Gott den Frieden, darum
betet die Kirche aus dem Propheten Jeremias (im 29. Kapitel): „Ich
sinne Ratschläge zum Frieden und nicht zur Trübsal, spricht der
Herr. Ihr werdet mich anrufen, und ich werde euch erhören und
zurückführen eure Gefangenen aus allen Völkern.“ - „Du hast
gesegnet, o Herr, dein Land, hast weggenommen die Gefangenschaft
Jakobs“ (Ps 84, 2). Ehre sei dem Vater ...
Gebet der Kirche
Epistel des Hl. Paulus an die Philipper
Evangelium des Hl. Matthäus
9, 18 - 26
4. Um zu beweisen, dass es dem göttlichen Heilande ebenso leicht war, einen Toten als einen Schlafenden aufzuwecken, sprach er: „Das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft.“
(Nach dem Hl. Franz von Sales. Philothea)
„Herr, meine Tochter ist gestorben“ (Mt 9, 18)
Ist es eine große Sünde, andere zu verlachen?
Was soll uns von allen Spötteleien abschrecken?
Warum verehren wir Katholiken die Gebeine oder Kleider der Heiligen?
Das Konzil von Trient gibt uns dafür einen schönen Grund an – und damit zugleich den Ausspruch der ganzen Kirche und der heiligen Väter, indem es sagt: Weil ihre Leiber lebendige Glieder Christi und Wohnungen des Heiligen Geistes gewesen, die wiederum durch ihn auferweckt werden und durch welche uns Gott viele Wohltaten erzeigt, darum halten wir selbige in Ehren.
Haben wir hierfür auch Beweise aus der Heiligen Schrift?
Ja freilich; denn 1. hat Moses die Gebeine Josephs mit sich aus Ägypten geführt (2 Mos 13, 19). 2. Elisäus hat den Mantel des Elias bewahrt und damit die Gewässer des Jordans zerteilt (4 Kön 2, 13 f.). 3. Die Gebeine des Elisäus haben einen Toten erweckt (4 Kön 13, 21). 4. Das Weib im heutigen Evangelium rührt bloß den Saum des Kleides Christi an und wird gesund. 5. Der Schatten des Petrus macht viele Kranke gesund (Apg 5, 15). 6. Die Schweißtücher des Apostels Paulus machen ebenfalls die Kranken gesund (Apg 19, 12).
Gebet
Quelle
Gebet der Kirche
Vergib, o Herr, wir bitten dich, die Übertretungen deiner Völker,
damit wir von den Schlingen unserer Sünden, die wir in unserer
Schwachheit geknüpft haben, durch deine Güte befreit werden –
durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn ... Amen.
Epistel des Hl. Paulus an die Philipper
3, 17 – 21 und 4, 1
- 3
Brüder! Seid meine Nachfolger und schauet auf die, welche so
wandeln, wie ihr uns zum Vorbilde habet. Denn viele wandlen, wie
ich euch oft gesagt habe, jetzt aber unter Tränen sage, als Feinde
des Kreuzes Christi, deren Ende Verderben, deren Gott der Bauch ist,
die sich in ihrer Schande rühmen, die irdisch gesinnt sind. Unser
Wandel aber ist im Himmel, woher wir auch den Heiland erwarten,
unseren Herrn Jesum Christum, welcher den Leib unserer Niedrigkeit
umgestalten wird, dass er gleichgestaltet sei dem Leibe seiner
Herrlichkeit nach der Kraft, durch welche er sich auch alles
unterwerfen kann. Demnach, meine geliebtesten und ersehntesten
Brüder, meine Freude und meine Krone! So stehet denn im Herrn,
Geliebteste! Die Evodia ersuche ich und die Syntyche bitte ich, eines
Sinnes zu sein im Herrn. Auch bitte ich dich, treuer Genosse, nimm
dich ihrer an, die mit mir für das Evangelium gearbeitet haben, auch
mit Clemens und meinen übrigen Mitarbeitern, deren Namen im Buche
des Lebens stehen.
Es sind leider viele Christen – worüber Paulus
weinend klagt – abgesagte Feinde des Kreuzes Christi, d. i. der
Abtötung ihrer bösen Neigungen und Begierden – Christen, die
ihrem Bauche mit Fraß und Völlerei dienen wie ihrem Gotte; aber ihr
Ende ist der ewige Untergang in der höllischen Verdammnis. Der
Wandel des Christen soll allezeit im Himmel sein, d. i. seine
Gedanken und Begierden sollen auf die himmlischen Güter gerichtet
sein.
Wollte Gott, wir könnten mit dem heiligen Apostel
Paulus sagen: „Immer tragen wir die Abtötung Jesu an unserem
Körper umher, damit auch das Leben Jesu an unsern Leibern offenbar
werde“ (2 Kor 4, 10); und: „Von mir aber sei fern, mich
zu rühmen, außer in dem Kreuze unseres Herrn Jesu Christi, durch
welchen mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt!“ (Gal 6, 14)
Evangelium des Hl. Matthäus
9, 18 - 26
In jener Zeit, da Jesus zu den Juden redete, siehe, da trat ein
Vorsteher (der Synagoge) herzu, betete ihn an und sprach: Herr, meine
Tochter ist soeben gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie,
so wird sie leben. Und Jesus stand auf und folgte ihm samt seinen
Jüngern. Und siehe, ein Weib, das seit zwölf Jahren am Blutflusse
litt, trat von hinten hinzu und berührte den Saum seines Kleides;
denn sie sprach bei sich selbst: Wenn ich nur sein Kleid berühre, so
werde ich gesund. Jesus aber wandte sich um, sah sie und sprach:
Tochter, sei getrost; dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward
gesund von derselben Stunde an. Und als Jesus in des Vorstehers Haus
kam und die Flötenspieler und das lärmende Volk sah, sprach er:
Weichet; denn das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft. Da
verlachten sie ihn. Nachdem aber das Volk hinausgeschafft war, ging
er hinein und nahm es bei der Hand. Und das Mägdlein stand auf. Und
der Ruf davon ging aus in derselben ganzen Gegend.
Bild Die Auferweckung der Tochter des Jairus
Lehrstücke des heutigen Evangeliums
1. Wie gütig und barmherzig ist nicht der süßeste Jesus, der sich schon auf die erste Ansprache des Jairus, des Synagogenvorstehers, bewegen ließ und ihm alsbald folgte, um sein Töchterlein von den Toten zu erwecken! Was vermag nicht ein lebendiger Glaube und ein inniges Vertrauen! Jairus glaubte, Christus werde ihm seine Bitte nicht abschlagen. Wie herrlich ward sein Glaube und sein Vertrauen belohnt! Keiner hat auf den Herrn vertraut und ist zu Schanden geworden (Eccli 2, 11). - Lerne von Christo, deinem Nächsten um Gottes Willen Gutes zu erweisen.
2. Christus zeigt hier durch die Tat, daß er gekommen
sei, die Bresthaften gesund zu machen, gemäß der Vorhersagung des
Propheten Isaias (53, 4): „Er trägt unsere Krankheiten und
ladet auf sich unsere Schmerzen“ - wie auch der heilige Evangelist
Matthäus diesen Text auf Christus anwendet (Mt 8, 17); er macht
das Weib, das zwölf Jahre am Blutflusse gelitten und all das Ihrige
umsonst an die Ärzte verwendet hattte (Lk 8, 43), wieder
gesund. Hierdurch werden wir aufgemuntert, in unsern Ängsten und
Nöten des Leibes sowohl als der Seele ein festes Vertrauen auf
unsern Herrn Jsum Christum zu setzen.
3. Um uns zu zeigen, daß Gott an Spöttern und
lärmenden Gesellen kein Gefallen habe, hat Christus dieselben vor
die Türe gewiesen; denn sie waren nicht würdig, ein so großes
Wunderwerk wie die Auferweckung von den Toten mitanzusehen.
4. Um zu beweisen, dass es dem göttlichen Heilande ebenso leicht war, einen Toten als einen Schlafenden aufzuwecken, sprach er: „Das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft.“
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Glaubens- und Sittenlehre von dem Tode(Nach dem Hl. Franz von Sales. Philothea)
„Herr, meine Tochter ist gestorben“ (Mt 9, 18)
„Es ist dem Menschen bestimmt, einmal zu sterben“
(Hebr 9, 27). Dies lehrt der Glaube, und die Erfahrung bezeugt
es. Der Tag ist ungewiss; die Zeit ist nicht gewiss, ob es im Sommer
oder im Winter, ob es bei Tag oder Nacht geschehen soll. Auch die Art
des Todes ist ungewiss, ob eine Krankheit vorhergehen oder ob er
unversehens kommen wird, ob du noch einen Beichtvater und wahre Reue
und Leid haben wirst oder nicht. Bedenke das wohl und bestelle dein
Haus beizeiten!
Gedenke, dass alsdann für dich die Welt zu Ende gehen
und niemand sich mehr um dich kümmern wird. Beherzige, was dir
alsdann die Eitelkeiten, Vergnügungen und Freuden der Welt, worauf
du jetzt so viel hältst, nützen werden. All diese
Nichtigkeiten der Welt werden dir dann wie Gespenster oder finstere
Schatten vorkommen. Alsdann wirst du erst erkennen, dass du Gott um
ein eitles Nichts erzürnt hast; alsdann werden sich vor dir die
Sünden wie große Berge erheben und die Übungen deiner Frömmigkeit
gar unbedeutend erscheinen.
Erwäge, wie es dir zu Mute sein werde, wenn deine
Seele von dem Leibe, worin sie so lange gewohnt hat, scheiden und
aller Eitelkeit, allen nichtigen Gesellschaften, aller
Ergötzlichkeit, aller Kurzweil, allen Freunden und Nachbarn, den
Eltern, dem Weibe und den Kindern Lebewohl sagen und zuletzt ihren
Leib, gelb, bleich, ausgemergelt und Abscheu erregend, liegen lassen
muss. Ach, wäre ich so glücklich, dass ich mit Paulus sagen könnte:
„Ich sterbe alle Tage, alle Tage verläugne ich mich selbst“;
d. i. ich verweigere meiner Seele jetzt alle schädlichen Lüste,
damit, wenn ich sterben und die Welt verlassen muss, es mich alsdann
nicht schwer ankomme!
Wer stirbt, ehe er stirbt, der stirbt nicht, wenn er
einmal stirbt. Kosmas von Medicis, Herzog von Florenz, tat in seiner
Krankheit immer die Augen zu. Als er gefragt wurde, warum er das tue,
gab er zur Antwort: „Damit es mir nicht so schwer vorkomme, wenn
ich sterben muss.“ Ach, dass wir uns dessen oft erinnerten,
besonders wenn uns unziemliche Lüste angeboten werden, und ihnen
beizeiten abstürben durch christliche Abtötung, damit es uns nicht
so schwer ankomme, wenn wir einmal sterben und alle Lust dieser Welt
verlassen müssen!
Anmutung. O Welt, weil ich die Stunde nicht wissen
kann, in der ich dich lassen muss, so will ich dir auch nicht
anghangen! O ihr lieben Freunde und Angehörigen, lasst mich euch
nicht anders lieben als in wahrer, heiliger Freund- und Gemeinschaft,
welche in Ewigkeit nicht getrennt werde! Denn wozu diente eine Liebe
und Freundschaft, deren Band so bald zerrissen und aufgelöst werden
müsste?
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Sittenlehre wider das Spötteln
Als der gütige Herr Jesus in des Jairus Haus kam und
sagte: „Das Mägdlein ist nich tot, sondern es schläft“, da
lachten sie ihn aus.
Ist es eine große Sünde, andere zu verlachen?
Ja, wenn man dadurch andern Anlass zum Fluchen,
Verwünschen oder Schelten gibt, oder wenn die Ehre und der gute Name
des Mitmenschen dadurch verletzt werden. Es ist auch keine kleine
Sünde, die Zeremonien oder Gesänge der Kirche, oder jene zu
verspotten, welche sich an gebotenen Fasttagen des Fleischessens
enthalten, weil man ihnen dadurch Anlass gibt oder geben könnte, die
verordneten Fasttage zu übertreten. „Jeder Spötter ist ein Greuel
vor dem Herrn“ (Spr 3, 32).
Was soll uns von allen Spötteleien abschrecken?
Die ernste Erwägung, dass Gott die Spötter richtet,
d. i. Strafen für sie zubereitet hat, wie solches an denen zu
sehen ist, die mit den Verkündigern des Wortes Gottes Spott
getrieben haben. Die Knaben, welche den Propheten Elisäus verspottet
und ihm „Kahlkopf“ nachgerufen haben, sind von Bären zerrissen
worden (4 Kön 2, 23 f.). Wirst du verspottet, mein lieber
Christ, so tröste dich mit Jesus, deinem Seligmacher, der auch
verspottet worden ist (Lk 23, 11).
Bild Elisäus und die Knaben zu Bethel
Merkliches Lehrstück
Was der Teufel vor Zeiten durch die Tyrannen
ausgerichtet hat, die Christen von Gott, dem Glauben und der
Gerechtigkeit abwendig zu machen, das richtet er jetzt durch die
Spötter aus; denn sehr viele von jenen Katholiken, die an gebotenen
Fasttagen Fleisch essen oder eine Übung der Frömmigkeit unterlassen
oder irgend eine Ungerechtigkeit verüben, tun dies nur, damit sie
nicht verlacht und verspottet werden. Deswegen soll man Herz und Mut
fassen, mittelst der Gnadenhilfe Gottes sich dawider waffnen, um das
Spötteln zu verachten und zu überwinden.
Anmutung. Ich weiß ja, mein herzliebster Jesu, dass es
der Knecht nicht soll besser haben wollen als sein Herr. Wenn sie nun
dich verlacht haben, warum soll es dann mir seltsam vorkommen, wenn
ich wegen gewisser Übungen der Frömmigkeit, wegen Enthaltung von
Fleischessen oder wegen anderer christlichen Werke ausgelacht werde?
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Glaubenslehre von der Verehrung der heiligen Reliquien
„Ein Weib trat von hinten hinzu und berührte den Saum seines Kleides“ (Mt 9, 20).Warum verehren wir Katholiken die Gebeine oder Kleider der Heiligen?
Das Konzil von Trient gibt uns dafür einen schönen Grund an – und damit zugleich den Ausspruch der ganzen Kirche und der heiligen Väter, indem es sagt: Weil ihre Leiber lebendige Glieder Christi und Wohnungen des Heiligen Geistes gewesen, die wiederum durch ihn auferweckt werden und durch welche uns Gott viele Wohltaten erzeigt, darum halten wir selbige in Ehren.
Haben wir hierfür auch Beweise aus der Heiligen Schrift?
Ja freilich; denn 1. hat Moses die Gebeine Josephs mit sich aus Ägypten geführt (2 Mos 13, 19). 2. Elisäus hat den Mantel des Elias bewahrt und damit die Gewässer des Jordans zerteilt (4 Kön 2, 13 f.). 3. Die Gebeine des Elisäus haben einen Toten erweckt (4 Kön 13, 21). 4. Das Weib im heutigen Evangelium rührt bloß den Saum des Kleides Christi an und wird gesund. 5. Der Schatten des Petrus macht viele Kranke gesund (Apg 5, 15). 6. Die Schweißtücher des Apostels Paulus machen ebenfalls die Kranken gesund (Apg 19, 12).
Gebet
Gebenedeit seist du, o Herr Jesu Christe, dass du ein mit
zwölfjähriger Kranheit behaftetes Weib durch Anrühren deines
Gewandes gesund gemacht und das verstorbene Töchterlein des Jairus
durch dein Wort vom Tode erweckt hast! Wir bitten dich um die Gnade,
dass wir in Erwägung unserer Sterblichkeit durch heilsame Furcht des
Todes von allem Bösen abgehalten, zu allem Guten angetrieben und von
der schädlichen Sicherheit und Hoffnung auf ein längeres Leben
abgewendet werden, auch durch Empfang, gleichsam durch Anrührung
deines heiligen Leibes im hochwürdigsten Sakramente die rechte
Gesundheit der Seele erhalten und bis an unser Ende darin beharren
mögen. Damit wir aber, o Herr Jesu, eines so großen Glückes
teilhaftig werden, so bitten wir, dass, gleichwie du bei der
Erweckung des toten Mägdleins die Flötenbläser und das lärmende
Volk vor die Türe gewiesen hast, du auch aus unsern Herzen alle
leichtfertigen Gedanken, unruhigen Begierden, überflüssigen Sorgen
und alle Menschenfurcht wollest ausmustern und vertreiben, damit wir
die noch übrigen Tage unseres mühseligen Lebens in wahrer Reinheit
des Gewissens zubringen und endlich die ewige Seligkeit erlangen
mögen. Amen.
Quelle
Samstag, 19. Oktober 2013
Unterricht für den zweiundzwanzigsten Sonntag nach Pfingsten
Im
Eingange der heiligen Messe bete mit dem Priester um Vergebung deiner
Sünden (aus dem 129. Psalm): „Wenn du acht haben wolltest auf
die Missetaten, Herr, wer könnte bestehen, o Herr? Aber bei dir ist
Versöhnung, o Herr, Gott Israels!“ - „Aus den Tiefen rufe ich zu
dir, o Herr! Herr, erhöre meine Stimme!“ Ehre sei dem Vater ...
Gebet der Kirche
Epistel des Hl. Paulus an die Philipper
Evangelium des Hl. Matthäus
Warum haben die Pharisäer den Herrn in seiner Rede fangen wollen?
Welche sind eigentlich Gleisner und Heuchler?
Beten wir Katholiken die Bilder an?
Haben wir auch einen Beweis aus der Heiligen Schrift, dass es zulässig sei, Bilder zu machen?
Es steht aber geschrieben: „Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen.“
Nun frage ich: ist es böse, Bilder zu machen? Oder ist's böse, dieselben in Ehren zu halten?
Wozu dienen die heiligen Bilder?
Können die Bilder auch Wunderzeichen tun?
Ist es auch verdienstlich, dem Landesherren Zins oder Steuer zu zahlen?
Gebet
Gebet der Kirche
O Gott, unsere Zuflucht und Stärke, erhöre die frommen Gebete
deiner Kirche, der du selbst der Urquell aller Frömigkeit bist, und
verleihe, dass wir das wirklich erhalten, um was wir gläubig bitten
– durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn ... Amen.
Epistel des Hl. Paulus an die Philipper
1, 6 - 11
Brüder! Wir vertrauen hierin, dass der, welcher in euch das gute
Werk angefangen, es vollenden werde bis auf den Tag Jesu Christi; wie
es billig ist, dass ich für euch alle so denke, weil ich euch im
Herzen habe, selbst in meinen Banden und bei der Verteidigung und
Bekräftigung des Evangeliums, euch alle als Teilnehmer meiner
Freude; denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt
mit der Zärtlichkeit Jesu Christi. Und um das bitte ich, dass eure
Liebe mehr und mehr zunehme in Erkenntnis und in allem Verständnis,
damit ihr das Bessere prüfen könnet, so dass ihr rein und ohne
Tadel seid auf den Tag Christi, erfüllt mit der Frucht der
Gerechtigkeit durch Jesum Christum, zur Ehre und zum Lobe Gottes.
Paulus lehrt, dass die Beharrlichkeit in Guten von Gott
komme. - Die übrigen Lehrstücke von der Liebe des Nächsten
suche oben unter dem 17. Sonntage nach Pfingsten (S. ?????)
Anmutung. „Ich vertraue im Herrn Jesu, dass der,
welcher in mir das gute Werk angefangen hat, es auch vollenden werde
bis auf den Tag Jesu Christi“ (Phil 1, 6).
Evangelium des Hl. Matthäus
22, 15 - 21
In jener Zeit gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, wie sie
Jesum in einer Rede fangen könnten. Und sie schickten ihre Schüler
mit den Herodianern zu ihm und sagten: Meister, wir wissen, dass du
wahrhaft bist und den Weg Gottes nach der Wahrheit lehrest und dich
um niemand kümmerst; denn du siehst nicht auf die Person der
Menschen; sag uns nun, was meinest wohl du: ist es erlaubt, dem
Kaiser Zins zu geben oder nicht? Da aber Jesus ihre Schalkheit
kannte, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Zeiget mir
die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Denar hin. Da sprach Jesus
zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Überschrift? Sie
antworteten ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: Gebet also dem
Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.
Warum haben die Pharisäer den Herrn in seiner Rede fangen wollen?
Auf dass sie einen Anlass bekämen, ihn beim römischen
kaiser zu verklagen oder beim jüdischen Volke verhasst zu
machen; denn würde er dem Kaiser den Zins absprechen, so hätten sie
ihn des Majestätesverbrechens angeklagt; würde er aber Ja dazu
sagen, so hätten sie ihn beim Volke verhasst gemacht, als sei er dem
Volke Gottes entgegen, das durch List und Gewalt unter die
Botmäßigkeit des römischen Kaisers gekommen war und schwer unter
dem Druck hoher Steuern seufzte. - Den Pharisäern gleichen alle
diejenigen, welche unter dem Scheine der Freundschaft ihrem Nächsten
in Verdruß und Herzeleid zu bringen suchen. „Eine erheuchelte
Freundlichkeit ist doppelte Ungerechtigkeit“, sagt der
Hl. Hieronymus.
Welche sind eigentlich Gleisner und Heuchler?
Die ihren Nächtsen hintergehen, anders reden und
anders meinen. Solche sind des Kain, Joab und Judas Brüder, von
denen der erste seinen Bruder, der andere seinen Nächsten (Abner)
listig hintergangen und getötet (2 Kön 3, 27), der
dritte seinen göttlichen Herrn und Meister betrüglich verkauft
hat. Besser ist ein offener Feind, vor dem man sich hüten kann, als
ein gleisnerischer Freund, vor dem man sich nicht in acht nimmt.
Hinterlistige Leute sind von Gott verflucht (Mal 1, 14). „Ein
zweizüngiger Mund ist ein Greuel vor Gott“ (Spr 8, 13).
Um zu zeigen, dass keine Anschläge, keine Weisheit,
kein Verstand, kein Rat etwas wider den Herrn vermögen (Spr 21, 30),
fordert der Herr Jesus eine Zinsmünze, und um die Pharisäer zu
überführen, fragt er, wessen das Bild und die Überschrift sei, und
befiehlt, dem Kaiser und Gott das Ihrige zu geben. - Mein Christ,
frage dich oft und besonders des Morgens, wesen Bild du seiest, ob
dein Leben in dir das Bild Gottes ausdrücke oder aber des Teufels,
insofern die Sünde den Menschen dem Teufel ähnlich macht.
Lerne die christliche Gerechtigkeit üben, welche jene
Tugend ist, die da einem jeden gibt, was sein ist, sowohl den
geistlichen als den weltlichen Personen.
Anmutung. „Hilf mir, Herr; denn die Heiligen nehmen
ab, und die Wahrheit mindert sich unter den Menschenkindern. Eitles
reden sie, ein jeglicher zu seinem Nächsten; ihre Lippen sind
trügerisch, mit doppeltem Herzen reden sie“ (Ps 11, 2. 3).
„O Herr, erlöse meine Seele von ungerechten Lippen und von
trügerischen Zungen!“ (Ps 119, 2) Gib mir die Gnade, dass ich
dein Bild in mir bewahre. Neige mein Herz zur Gerechtigkeit und
nicht zum Geize, damit ich einem jeden das Seine gebe und lasse.
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Glaubenslehre von der Verehrung der Bilder
„Wessen ist dieses Bild?“ (Mt 22, 20)Beten wir Katholiken die Bilder an?
Durchaus nicht, und wenn uns solches nachgeredet wird,
so ist es eben eine grobe Lüge und unverschämte Schmähung von
seiten der Un- und Irrgläubigen. Man muß nämlich wissen, dass wir
die Bilder nicht in Wert und Ehren halten, als wenn etwas Göttliches
daran verborgen wäre; sondern wir ehren sie wegen der Personen und
Dinge, die sie bedeuten und uns vor Augen stellen.
Bei allen Völkern war man von jeher der Meinung, dass
die Ehre oder Schmach, die man einem Bildnisse antut, demjenigen
angetan werde, der durch dasselbe dargestellt wird; deswegen hatte
einmal der Kaiser Theodosius beschlossen, die ganze Stadt Antiochia
zu schleifen, weil sie seinen Bildsäulen Schmach angetan hatte.
Haben wir auch einen Beweis aus der Heiligen Schrift, dass es zulässig sei, Bilder zu machen?
Ja; denn die ersten Bilder – verstehe den Menschen –
hat Gott selber nach seinem Ebenbilde gemacht (1 Mos 1, 26 f.).
Gott hat durch Moses befohlen, zwei Cherubim über der Bundeslade zu
machen (2 Mos 25, 18 ff.), ferner eine eherne Schlange
(4 Mos 21, 8). Christus selbst hat sein Angesicht in das
Schweißtuch der Veronika abgedrückt.
Es steht aber geschrieben: „Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen.“
Ja freilich; aber es steht auch dabei: „um es
anzubeten“. Also Bilder zu schnitzen ist nicht verboten, wohl aber,
sie anzubeten; denn das wäre Götzendienst. Wollte man jene
Schriftworte so ganz buchstäblich nehmen, dann dürften die
Andersgläubigen, die sich ihrer gegen uns Katholiken bedienen, nur
gleich alle Bildhauer und Maler verjagen, ja jegliche Kunst
verbieten; sie tun aber das gerade Gegenteil – und welcher
vernünftige Mensch wird es ihnen verargen? Aber was dem einen recht
ist, ist dem andern billig!
Nun frage ich: ist es böse, Bilder zu machen? Oder ist's böse, dieselben in Ehren zu halten?
Das erstere kann keiner unserer Gegner behaupten, da
sie ja selber viele Bilder machen lassen. Ist's aber böse, dieselben
in Ehren zu halten, so tun sie gar übel daran, dass sie die
Bildnisse ihrer Fürsten, ihrer Glaubensstifter Luther, Calvin ...
oder ihrer Vorfahren in großen Ehren halten und solche, welche
selbige verunehren, scharf abstrafen. Es wäre doch wahrlich
widersinnig, uns Katholiken die Bildnisse Christi und seiner
Heiligen, die uns zu gottseligen Gedanken Anleitung geben,
verbieten zu wollen, hingegen allerhand Bilder malen und
schnitzen zu lassen, die manchmal den Weg zu allen Lastern bahnen!
Wozu dienen die heiligen Bilder?
Sie dienen 1. den schlichten, einfältigen Christen zu
einem Buche, sagt der Hl. Gregorius, woraus diejenigen, die
nicht lesen können, abnehmen mögen, was Christus für uns und was
die Heiligen um Christi willen getan und gelitten haben. 2. Wir
wollen uns durch sie all der Wohltaten Gottes erinnern lassen, ihm
dafür danken und den herrlichen Tugendbeispielen der Heiligen
nachfolgen.
Können die Bilder auch Wunderzeichen tun?
Nein; wenn Wunderzeichen dabei geschehen, so wirkt sie
Gott allein, bewogen durch die Fürbitte der Heiligen, welche uns
durch die Bilder vorgestellt werden; zugleich ist es ein Anzeichen,
dass Gott an einem solchen Gnadenorte entweder in seinem oder
der Heiligen Bildnisse will geehrt und gepriesen werden.
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Vom Zins- und Steuerzahlen
„Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist“ (Mt 22, 21)Ist es auch verdienstlich, dem Landesherren Zins oder Steuer zu zahlen?
Ja; denn es ist ein Werk der Gerechtigkeit, welches uns
Gott zu tun befiehlt. Der Apostel Paulus schreibt nämlich: „Es
ist eure Pflicht, der Obrigkeit untertan zu sein, nicht nur um der
Strafe willen, sondern auch Gewissens halber; denn darum zahlet ihr
auch Steuern. Gebet also jedem, was ihr schuldig seid: Steuer
wem Steuer, Zoll, wem Zoll, Ehrfurcht wem Ehrfurcht, Ehre wem
Ehre gebührt. Bleibet niemandem etwas schuldig“ u. s. w. (Röm
13, 5 ff.) - Christus selber hat für sich und den Petrus die
Tempelsteuer entrichtet (Mt 17, 23 ff.).
Gebet
Allersanftmütigster Jesu, der du die Herzen der Menschen
durchschauest und alle heimliche Arglist und Betrügerei vor
Augen hast, aber auch nicht ungestraft lassest: gib, dass ich in
allen meinen Reden, in meinem ganzen Tun und Lassen der Warheit mich
befleißige; behüte nich vor aller Gleisnerei, dass ich mich selber
ihrer nicht schuldig mache, noch auch durch die anderer betrogen
werde. Insbesondere aber bitte ich, o liebster Jesu, du wollest mir
die Gnade verleihen, dass ich das Bild, so du in meine Seele
eingedrückt hast, sauber und unbefleckt am jüngsten Tage dir zeigen
und dadurch zu erkennen geben möge, dass ich dir und nicht dem
leidigen Satan angehöre. Um das bitte ich durch deinen bittern Tod.
O Jesu, erhöre mich! Amen.
Quelle
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