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Sonntag, 1. Dezember 2013

Der Heiligenkalender

... steht hier im Blog so, wie er aus dem Goffine abgeschrieben wurde.
Das sind pro Tag schon eine ganze Menge Heilige.

Doch in 1900 Jahren Kirchengeschichte (der Goffine wurde Ende des 19. Jahrhunderts gedruckt) gab es sicher noch viel mehr Heilige als da schon geschrieben sind.

Dennoch bin ich für Ergänzungen dankbar - hatte mit so etwas allerdings nicht gerechnet auf Grund der schon so großen Zahl aufgeführter Heiliger.

Vergelt's Gott an Cassandra!

Montag, 25. November 2013

An alle mitlesenden Theologen

Den "Goffine" hat ein Laie abgeschrieben, der einfach glaubt, was da steht (grundsätzlich). Allerdings wurde ihm beim Abtippen bestimmter Textstellen doch etwas eigentümlich zu Mute; Doch aus Mangel an Fachkenntnis hat er dennoch abgeschrieben, was da geschrieben steht, z. B. über die Juden.

Ein Datum kann leider nicht angegeben werden, da das Abtippen einfach schon zu lange her ist.

Also: Wenn etwas auffällt: Bitte korrigieren!

Vergelt's Gott!!!

Sonntag, 24. November 2013

Die "Zukunft" des "Goffine" auf diesem Blog

Nachdem nun das Kirchenjahr komplett ist, erfolgt eine Pause unbestimmter Länge, was die Veröffentlichung des "Goffine" betrifft.
Der nächste Punkt, die Heiligen, wartet z. T. noch auf meiner Finger Arbeit und ich möchte nicht irgendwann die laufende Serie unterbrechen. So sehe ich derzeit von einer Veröffentlichung ab.

Ich bitte um Verständnis.

Samstag, 23. November 2013

Unterricht für den vierundzwanzigsten und letzten Sonntag nach Pfingsten


Der Eingang der heiligen Messe ist wie am dreiundzwanzigsten Sonntage nach Pfingsten.

Gebet der Kirche
Wir bitten dich, o Herr, erwecke die Herzen deiner Gläubigen, damit sie die Früchte deines göttlichen Erlösungswerkes williger zu erlangen suchen und wirksamere Heilmittel von deiner Vaterhand empfangen mögen – durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn ... Amen.

Epistel des Hl. Paulus an die Kolosser
1, 9 - 14
Brüder! Wir hören nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis des Willens Gottes in aller Weisheit und dem geistigen Verständnisse; dass ihr Gottes würdig wandelt, in allem wohlgefällig, an allen guten Werken fruchtbar seid und zuneh­met in der Erkenntnis Gottes; dass ihr mit aller Kraft gestärkt werdet gemäß der Macht seiner Herrlichkeit, zu aller Geduld und Langmut mit Freuden, und dass ihr Dank saget Gott, dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat, teilzunehmen am Erbe der Heiligen im Lichte, welcher uns errettet hat aus der Gewalt der Finsternis und versetzt hat in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in welchem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.

Paulus versichert die Kolosser, dass er nicht nachlasse, für sie Gott zu bitten, dass sie den Willen Gottes in allem, was er verlangt, erfüllen mögen; dass der Herr uns die Gnade erteilen wolle, die himmlischen Dinge zu erkennen und zu verstehen; dass wir christliche Werke ausüben und in der Geduld und Beharrlichkeit gestärkt werden, endlich aber auch Gott danken, dass er uns zu seiner himmlischen Erbschaft berufen.

Evangelium des Hl. Matthäus
24, 15 - 35
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr den Greuel der Verwüstung, welcher von dem Propheten Daniel vorhergesagt worden, am heiligen Orte stehen sehet, - wer das liest, der verstehe es wohl! - dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; und wer auf dem Dache ist, der steige nicht herab, um etwas aus seinem Hause zu holen; und wer auf dem Felde ist, kehre nicht zurück, um seinen Rock zu holen. Und wehe den Schwangeren und Säugenden in jenen Tagen! Bittet aber, dass eure Flucht nicht im Winter oder am Sabbate geschehe. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein dergleichen von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist noch fernerhin sein wird. Und wenn dieselben Tage nicht abgekürzt würden, so würde kein Mensch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage abgekürzt werden. Wenn alsdann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist Christus, oder dort! So glaubt es nicht. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und sie werden große Zeichen und Wunder tun, so dass auch die Auserwählten (wenn es möglich wäre) in Irrtum geführt würden. Siehe, ich habe es euch vorhergesagt! Wenn sie euch also sagen: Siehe, er ist in der Wüste! So gehet nicht hinaus; siehe er ist in den Kammern! So glaubet es nicht. Den gleichwie der Blitz vom Aufgange ausgeht und bis zum Untergange leuchtet, ebenso wird es auch mit der Ankunft des Menschensohnes sein. Wo immer ein Aas ist, da versammeln sich auch die Adler. Sogleich aber nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht mehr geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels erschüttert werden. Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden alle Geschlechter der Erde weheklagen, und sie werden den Menschensohn kommen sehen in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und er wird seine Engel mit der Posaune senden mit großem Schalle, und sie werden seine Auserwählten von den vier Winden, vom einen Ende des Himmels bis zum andern zusammenbringen. Vom Feigenbaume aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon zart wird und die Blätter hervorgewachsen sind, so wisset ihr, dass der Sommer nahe ist. So auch, wenn ihr dies alles sehet, so wisset, dass es nahe vor der Türe ist. Wahrlich, sage ich euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Dieses Evangelium bezieht sich nach den Schriftauslegern sowohl auf die Zerstörung Jerusalems als auf das Ende der Welt, auf die Zeit, wo der Antichrist kommen wird.

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Etwas vom Antichrist

Was viele Lehrer der Kirche über den Antichrist lehren, ist in Kürze dieses:
Er werde, sagen sie, von überaus gottlosen Eltern abstammen, leibeigenen Sklaven des Teufels. Dieser werde dem Antichrist schon im ersten Augenblicke seiner Empfängnis solche höllische Neigungen einflößen, als wenn nicht ein Mensch, sondern Luzifer selbst sein Vater gewesen wäre. Nach der Geburt werde Luzifer sein Lehrmeister sein in allen erdenklichen Lastern, dergleichen die Welt noch nie an einem Menschen gesehen. Nach der gewöhnlichen Auslegung des zweiten Kapitels im zweiten Briefe des Apostels Paulus an die Thessalonicher werde Luzifer persönlich in ihm wohnen.

Der Hl. Paulus nennt nämlich daselbst (Vers 3) den Antichrist einen „Menschen der Sünde“, in welchem gleichsam die Sünde leibhaftig wohne, und ein „Sohn des Verderbens“, weil er schier unzählige Menschen verführen und ins ewige Verderben stürzen werde. - Die Ankunft dieses menschgewordenen Luzifer werden seine Vorläufer verkünden; diese werden ein falscher Elias und Beelzebub in der Gestalt eines Engels sein. Alsdann werde der Antichrist wie sein Lehrmeister Luzifer dergestalt sich erheben, dass er sich für Gott ausgeben und sich als solcher anbeten lassen werde (2 Thess 2, 4). Er werde ferner mit Hilfe der bösen Geister – nach Christi Weissagung – solche Wunder und Zeichen tun, dass, wen es möglich wäre, selbst die Auserwählten verführt würden. An allen Elementen, ja selbst an den Verstorbenen werde er Zeichen tun; alle, die im wahren Glauben verharren, werde er aufs grausamste peinigen lassen.

Warum aber wird Gott zulassen, dass ein solches Ungeheuer zur Welt kommen soll?
Um der argen Gottlosigkeit willen, die um jene Zeit wird überhandgenommen haben. Der größte Teil der Menschen wird nämlich so gottlos leben, als wenn weder Gott noch Hölle wäre. Darum hat Christus vorhergesagt: „Wenn der Menschensohn kommen wird (zum Gerichte), wird er wohl Glauben finden?“ (Lk 18, 8). Desgleichen hat der Hl. Paulus vorausverkündet, dass „in diesen letzten Zeiten einige vom Glauben abfallen und irreführenden Geistern und Teufelslehrern Gehör geben werden“ (1 Tim 4, 1). Darum wird Gott zulassen, dass die Juden, welche, von Hoffart aufgeblasen, Christum, den wahren Messias, in seiner Armut verworfen haben, den leidigen Saten in seiner Hoffart annehmen und anbeten werden, und dass die Namenschristen, welche durch ihr gottloses Leben Christum verläugnen (Tit 1, 16), seiner heiligen Lehre widersprechen und dem Teufel folgen, denselben auch in seinem Ebenbilde, dem Antichrist, anbeten werden. Das wird Gott zulassen, weil es ihre Sünden also verdienen.

Welchen Trost werden die guten Christen zur Zeit des Antichrist haben?
Es ist schon ein großer Trost, dass Christus uns diesen eingefleischten Teufel so deutlich vorhergesagt und auch auf die Weissagung Daniels hingewiesen hat, damit man sich hüten möge.

Gott wird zum Troste der getreuen Christen den Henoch und Elias senden, welche im Paradiese weilen; diese werden sie aus den Propheten und aus den andern Büchern der Heiligen Schrift überzeugen, dass der Antichrist wirklich jener Mensch der Sünde und jener Sohn des Verderbens sei, den Christuns und die Heilige Schrift vorhergesagt haben (Ofb 11, 7; Eccli 44, 16 und 48, 9. 10).

Auch Henoch und Elias werden überaus große Wunderzeichen tun, wodurch den bedrängten Christen Trost zuteil wird. Noch mehr wird Gott sie trösten, indem er die Tage des Antichrists verkürzen wird, damit nicht auch die Gerechten noch der Verführung erliegen.

Letztlich wird Gott vor der ganzen Welt zeigen, dass der Antichrist ein von Gott verfluchter Mensch gewesen, und plötzlich denselben in die Hölle stürzen. Alsdann werden die standhaft gebliebenen Christen so sehr sich freuen, dass sie frohlockend ihre Hände zusammenschlagen, gen Himmel erheben und dem lieben Gott, der sie durch seine Gnade erhalten, danken werden.

Gebet
Wir danken dir, o Herr Jesu Christe, dass du so väterlich alle christlichen Herzen unterweisest, wie sie sich in Verfolgung und Trübsal ver­halten sollen, und bitten dich demütig um die Gnade, dass wir so heilsamer Warnung folgen und beizeiten auf die Berge der Tugenden uns flüchten, das ist: die Sünden stets fliehen, im Guten immerdar fortschreiten und nicht auf das Vergangene zurückschauen, außer in herz­licher Reue und Leid. Bewahre uns auch, o gütiger Heiland, dass das erschreckliche Wehe, welches du denen androhest, die ihre guten Vor­sätze und Besserung des Lebens bis zu einer ihnen gelegenen Zeit aufschieben, nicht über uns komme. Mahne und ermuntere uns trä­ge Menschen, dass wir unsere Flucht nicht im Winter der erkalteten Lie­be oder am Sabbate anstellen, wo man feiert und nichts arbeiten kann, sondern dass wir Gutes tun ohne Unterlass, da wir noch Zeit ha­ben und uns noch die Gnadensonne scheint. Wir bitten auch innig­lich, du wollest uns nimmer durch falsche Lehre verführt werden las­sen, sondern die Gnade verleihen, dass wir in dem wahren und allein­seligmachenden katholischen Glauben gottselig leben und sterben. Amen.

Anmerkung. Wenn mehr als 24 Sonntage nach Pfingsten fallen, so werden die treffenden Lektionen und Evangelien von jenen Sonntagen entnommen, welche nach dem Feste der heiligen drei Könige folgen, jedoch so, dass die Lektion mit dem Evangelium „vom Greuel der Ver­wüs­tung“ jedesmal am letzten Sonntag nach Pfingsten gelesen wird.

Sind also 25 Sonntage nach Pfingsten, so wird zwischen dem 23. und 24. Sonntag die Lektion und das Evangelium des 6. Sonntags nach heiligen drei Könige (Epiphanie) eingeschoben; sind es 26 Sonntage, so werden die Lektionen und Evangelien des 5. und 6. Sonntags nach Dreikönig eingeschoben u. s. w. Die höchste Zahl der Sonntage nach Pfingsten ist 28. Tritt dieser Fall ein, so werden mithin die Lektionen und Evangelien des 3., 4., 5. und 6. Sonntags nach Epiphanie zwischen jene des 23. und 24. Sonntags nach Pfingsten eingeschaltet.
Quelle

Samstag, 16. November 2013

Unterricht für den sechsten (nachgeholten) Sonntag nach dem Feste der heiligen drei Könige

Der Eingang zur Heiligen Messe ist wie am dritten Sonntage nach Dreikönig.

Gebet der Kirche
Allmächtiger Gott, wir bitten dich, verleihe uns, dass wir stets nur das betrachten, was vernünftig, und nur das, was dir gefällig ist, in Wort und Tat vollbringen – durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn ... Amen.

Epistel des heiligen Paulus an die Thessalonicher
1. 1, 2 – 10
Brüder! Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken euer ohne unterlass in unsern Gebeten, eingedenk der Werke eures Glau­bens und der Mühen der Liebe und der Ausdauer in der Hoffnung un­seres Herrn Jesu Christi vor Gott und unserem Vater, da wir wissen, von Gott geliebte Brüder, dass ihr auserwählt seid, weil unser Evangelium bei euch nicht bloß in Worten bestand, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geiste und in großer (Gnaden-) Fülle, wie ihr wisset, wie wir unter euch um euretwillen gewesen sind: und ihr seid unsere und des Herrn Nachfolger geworden, indem ihr das Wort unter vieler Trübsal aufnahmt mit Freude im Heiligen Geiste, so dass ihr ein Vorbild geworden für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaia. Denn von euch aus erscholl das Wort des Herrn nicht nur in Mazedonien und Achaia, sondern überallhin ist euer Glaube an Gott kund ge­worden, so dass wir nicht nötig haben, etwas davon zu sagen. Denn sie selbst verkündigen von uns, welchen Eingang wir bei euch ge­funden, und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habet, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn vom Himmel herab zu erwarten (den er von den Toten auferweckt hat), Jesum nämlich, der uns vom zukünftigen Zorne erlöst hat.

Paulus, Sylvanus und Timotheus wünschen den Christen zu Thessa­lonich die Gnade Gottes und den Frieden. Der Apostel erinnert sich ih­res Glaubens, der nicht müßig gewesen, sondern viele gute Werke ge­übt habe. Er freut sich ihrer Hoffnung, da sie nämlich unzählige Widerwärtigkeiten erduldet in der Hoffnung himmlischer Belohnung und ewiger Glorie. Er versichert sie sodann der Gnade und Freundschaft Gottes; denn Gott hat sie dazu erkoren, und wenn sie in der Gnade be­harren und ihr mitwirken, weil sie Gott nicht bloß angehört, sondern dass sie ihr ganzes Leben nach demselben eingerichtet hätten und nach dem heidnischen Leben nunmehr an Jesum Christum glauben, der auch von dem Zorne Gottes erlöse. Das nämliche wünsche, erinnere und versichere auch ich allen Christen.

Evangelium des Hl. Matthäus
13, 31 – 35
In jener Zeit lege Jesus dem Volke ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkörnlein, welches ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte. Dieses ist zwar das kleinste unter allen Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es das größte unter allen Kräutern, und es wird zu einem Baume, so dass auch die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen wohnen. Ein anderes Gleichnis sprach er zu ihnen: Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteige, den ein Weib nahm und unter drei Maß Mehl ver­barg, bis alles durchsäuert war. Alles dieses redete Jesus durch Gleichnisse u dem Volke, und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ih­nen, damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt worden, der da spricht: Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen, was vom Anbeginne der Welt verborgen war.

Das Senfkörnlein, womit Christus die streitende Kirche vergleicht, wächst in Syrien. Durch dieses Gleichnis gibt uns der göttliche Heiland das Wachstum der Kirche zu verstehen, welche im Anfange ganz klein und gering gewesen, mit der Zeit aber dergestalt gewachsen ist und zugenommen hat, dass die Vögel des Himmels, d. h. alle Völker und Nationen unter dem Himmel, unter ihren Zweigen, d. i. unter ihrem Schutz und Schirm, gewohnt.

Die Kirche wird auch mit einem Sauerteige verglichen, der vermengt wird unter drei Maß Mehl, indem die Lehre Christi wunderbar schnell das gesamte Menschengeschlecht durchdrungen und umgestaltet hat.

Merke, dass die Kirche Gottes gewachsen ist oder zugenommen hat: 1. durch die Liebe der ersten Christen, durch welche sie die Un­gläubigen an sich gezogen haben; 2. durch die Kraft des göttlichen Wortes; 3. durch Wunderzeichen; 4. durch die Verfolgung, indem (wie Tertullian schreibt) das Blut der Martyrer der Same gewesen, woraus neue Christen gewachsen sind; 5. durch den besonderen Beistand und die Hilfe Gottes.

Unsere Glaubensgegner rühmen sich vergeblich ihrer schnellen Aus­breitung; denn Unkraut wurzelt und breitet sich mehr und geschwinder aus als gutes und gesundes Gewächs, und Ungeziefer, wie Mücken, Frösche, Mäuse u. dgl., vermehrt sich schneller und hundertmal mehr als nützliche Tiere. Es ist auch gar keine Kunst, einen zu dem zu über­reden, was dem Fleische und Blute angenehm ist, wie z. B. dass man der Kirche keinen Gehorsam leisten, kein Fasten halten soll; hingegen ist es eine große Kunst, einen zu dem zu bringen, was der fleischlichen Neigung zuwider ist. Darum hat der berühmte Thomas Morus, Kanzler und Martyrer in England, ganz gut dem Luther geantwortet; da dieser da­rauf poche, dass seine Sekte so stark einreiße, sagt er ihm: es sei leicht hinabzusteigen, und das Volk zu einem leichten und ausgelassenen Leben anzulocken, sei kein größeres Wunderwerk, als dass ein schwerer Stein von selbst hinunter falle.

Christus hat deswegen in Gleichnissen geredet, damit seine Lehre leichter begriffen und namentlich von den Einfältigen eher behalten würde.

Danke Christo, dass er dich zu seiner Kirche berufen und derselben ein­verleibt hat; befleiße dich, allezeit im Stande der Gnade Gottes zu sein, auf dass du der geistlichen Güter der Kirche, des Gebetes, der Fasten, Almosen, heiligen Messopfer teilhaftig werdest.

Gebet
O gütigster Jesu, wie danken wir dir, dass du uns in deiner heiligen Kirche geboren werden und in deiner heiligen Lehre hast unterrichten lassen, welche gleich einem Senfkörnlein zu einem großen Baume herangewachsen ist und sich über die ganze Welt ausbreitet! Gib, dass wir in dem Schatten dieses Baumes, in deiner heiligen Kirche, immer sicher ruhen, ihr treu anhangen und, von ihrer Lehre wie von einem Sauerteige durchdrungen, dir wohlgefällige Früchte des Glau­bens und der Tugend bringen. Amen.
Quelle

Samstag, 9. November 2013

Unterricht für den fünften (nachgeholten) Sonntag nach dem Feste der heiligen drei Könige

An diesem Sonntage wird gehandelt von der Übung der christlichen Tugenden, und wie Gott die Bösen dulde, auf dass durch sie die Guten in der Geduld geübt werden.

Der Eingang der heiligen Messe wird gelesen wie am dritten Sonntag nach Dreikönig.

Gebet der Kirche
Mit deiner immer wachenden Güte sei du, o Herr, der treue Hüter deiner Familie, damit sie, weil sich ihre Hoffnung auf deine himmlische Gnade allein stützt, nun auch unter deinem Schutze stete Sicherheit finde – durch Jesum Christum, deinen Sohn ... Amen.

Epistel des Hl. Paulus an die Kolosser
3, 12 – 17
Brüder! Ziehet an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte, herzli­ches Erbarmen, Güte, Demut, Sanftmut, Geduld. Ertragt einander und verzeihet einander, wenn jemand Klage hat wider den andern: wie der Herr verziehen hat, so auch ihr! Vor allem diesem aber habet die Liebe, welche ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Christi herrsche freudig in euern Herzen, zu welchem auch ihr berufen seid in einem Leibe, und seid dankbar. Das Wort Christi wohne reichlich in euch mit aller Weisheit. Lehret und ermahnet einander mit Psalmen und Lobliedern und geistlichen Gesängen, und singet Gott mit Dankbarkeit in euern Herzen. Alles, was ihr tuet in Wort oder in Werk, das tuet alles im Namen des Herrn Jesu Christi, und danket Gott und dem Vater durch ihn.

Nach der Lehre des Apostels Paulus soll der Christ die Seele ebenso mit Tugenden, besonders mit der Liebe, zieren, wie man den Leib mit Kleidern schmückt.

Warum nennt Paulus die Liebe ein Band der Vollkommenheit?
Weil sie wie ein Band die andern sittlichen Tugenden verknüpft, nämlich die Barmherzigkeit gegen die Dürftigen, die Freundlichkeit gegen unse­re Freunde, die Demut gegen alle Menschen, die Geduld gegen Schwa­che und Kranke usw.

Paulus will auch, dass ein Christ soll reich sein, das ist wohl unterrichtet im göttlichen Worte; er soll durch dasselbe in Widerwärtigkeiten sich aufmuntern und trösten, besonders durch die Psalmen Davids und andere Lobgesänge, und so Gott danken für die empfangenen Wohlta­ten. Auch dazu ermahnt er uns, dass wir alles, was wir tun, es sei mit Worten oder Werken, wie Essen, Trinken, Arbeiten, im Namen Jesu tun und durch ihn Gott dem himmlischen Vater danken.

Seufzer. O Gott der Liebe, Gott der Geduld und Barmherzigkeit! Neige unsere Herzen dazu, dass wir unsern Nächsten aufrichtig lieben und alles, was wir tun in Worten oder in Werken, im Namen unseres Herrn Jesu Christi tun und dir, dem Vater, danken durch ihn (Kol 3, 17).

Von der guten Meinung

Oder dass man alles, was man tut, auf Gott als unser letztes Ziel und Ende richten soll, damit es für uns verdienstlich werde

„Alles, was ihr tuet in Wort oder Werk, das tuet alles im Namen des Herrn Jesu Christi, und danket Gott und dem Vater durch ihn“ (Kol 3,17).

Ist es wahr, dass alles, was man im Stande der Gnade Gottes tut, verdienstlich für den Himmel sei, wenn man es durch eine gute Meinung auf Gott als auf das letzte Ziel und Ende richtet?
Ja, freilich; denn so lehrt der Apostel Paulus ausdrücklich in dem ange­führten Texte, und an einer andern Stelle sagt er: „Darum möget ihr essen oder trinken oder etwas anderes tun, so tuet alles zur Ehre Gottes“ (1 Kor 10, 31).

O wie werden sich diejenigen auf ihrem Todbette betrüben, welche jetzt verabsäumen, ihre täglichen und ganz gewöhnlichen Werke durch eine gute Meinung auf Gott zu richten! Erst dann, wenn es zu spät ist, werden sie erkennen, was für große Schätze von Verdiensten sie hätten sammeln können, wofern sie alles in einer guten Meinung verrichtet hät­ten. Hingegen wird man sich alsdann freuen, wenn einem das Gewissen Zeugnis gibt, dass man stets sein Tun und Lassen auf Gott allein als auf das letzte Ziel und Ende gerichtet habe. Wollte Gott, solches würden alle Taglöhner und überhaupt alle, die im Schweiße ihres Angesichtes ihr Brot essen, wohl beherzigen und sich alles durch eine gute Meinung zu nutze und aus der Not eine Tugend machen!

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Evangelium des Hl. Matthäus
13, 24 – 30
In jener Zeit trug Jesus dem Volke ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. Als nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, erschien auch das Unkraut. Da traten die Knecht des Hausvaters herzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Und er sprach zu ihnen. Das hat der Feind getan. Die Knechte aber sprachen zu ihm: Willst du, dass wir hingehen und es aufsammeln? Und er sprach: Nein! Damit ihr nicht etwa, wenn ihr das Unkraut aufsammelt, mit demselben zugleich auch den Weizen ausreißt. Lasset beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündeln zum Verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheuer.

Bild: Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen
Was wird unter dem Himmelreiche verstanden?
Die Kirche Gottes oder die Versammlung aller rechtgläubigen Christen auf Erden, wie St. Gregorius sagt.
 
Warum wird die Kirche ein Himmelreich genannt?
Weil die Kirche das Reich Gottes auf Erden ist, und weil wir nur durch die Kirche ins Himmelreich eingehen und selig werden können.

Was wird unter dem guten Samen verstanden?
Das Wort Gottes, aus welchem der Weizen der guten Werke erwächst (Lk 8, 11. 15).

Wann schlafen die Menschen?
1. Wenn die Vorsteher der Kirche, die Bischöfe und Priester, nicht acht geben auf ihre Schäflein; denn um diese Zeit kommt der Teufel und sät durch die Ketzer das Unkraut der falschen Lehre.

2. Es schlafen die Menschen, wenn sie verabsäumen die heiligen Sakramente, die heilige Messe und das Wort Gottes, weil alsdann der böse Geist herbeischleicht und in ihre Seelen das Unkraut der leicht­fertigen, rachgierigen und habsüchtigen Gedanken sät, woraus dann das Unkraut der Unlauterkeit, des Zornes, der Missgunst, des Geizes usw. erwächst.

Warum lässt Gott das Unkraut, nämlich die bösen Menschen, nicht aus­rotten oder vertilgen?
Das tut Gott in seiner höchsten Weisheit, damit nicht auch der Weizen, nämlich die Gerechten, zugleich ausgerauft, d. i. verkehrt und böse werden; denn wenn Gott keine Gottlosen auf Erden ließe, so würden die Frommen aus Mangel an Übung der Tugend, wie der Liebe, Geduld, Demut, wozu ihnen die Gottlosen Anlass geben, auch gottlos werden.

Welches wird die Zeit der Ernte sein?
Der jüngste Gerichtstag, wann die Engel ausgehen werden, die Bösen von den Gerechten zu scheiden und jene in den höllischen Feuerofen zu werfen, die Guten aber in die ewige Freude einzuführen (Mt 13, 30).

Warum sagt der Hausvater von dem Unkraut: „Bindet es in Bündeln“?
Er will damit zu verstehen geben, dass in der Hölle Gleiches zu glei­chem soll: Diebe zu Dieben, Leichtfertige zu Leichtfertigen, Säufer zu Säufern, Zornige zu Zornigen usf.

Seufzer: O Jesu, gib mir Gnade, dass ich sorgfältig wache über meine Worte, Werke und Gedanken, damit der höllische Feind nicht das Un­kraut der bösen Eingebung darunter säe.

„Woher hat er das Unkraut?“

Woher kommt es, dass wir Menschen eine solche Neigung zum Bösen empfinden?
Von der Erbsünde, die wir von unsern ersten Eltern überkommen oder erben; wir sollen so die Bitterkeit der Erbsünde kosten.

Warum wird uns diese böse Begierlichkeit gelassen?
1. Um uns zu demütigen, damit wir unsere Schwachheit erkennen, un­sere Zuflucht zu Gott nehmen und ihn als unsern höchsten Herrn an­erkennen, welchem alles unterworfen ist, - den Kindern gleich, welche, wenn sie erschreckt werden, alsbald zur Mutter laufen und sich unter ih­rer Schürze verbergen. Solches hat erfahren der Hl. Paulus, welchem Gott den Stachel des Fleisches gelassen hat, damit er im Gebete seine Zuflucht zu Gott nehme (2 Kor 12, 7 – 9).

2. Gott hat solches gewollt zu seiner größern Ehre, auf dass die Kraft und Macht seiner Gnade und seines Beistandes an uns kundgetan und offenbar werde, was nicht geschehen könnte, wenn der Mensch nicht der Schwachheit unterworfen wäre und an ihm Gott seine Gnade nicht erweisen könnte.

3. Die Begierlichkeit oder Neigung zum Bösen ist uns endlich zu unserer Übung und zum Verdienste belassen, damit wir Gelegenheit hätten zu Kampf und Gegenwehr, weil wir sonst träge und böse werden. Wir könnten wir auch die Tugend üben und dadurch den Himmel verdienen, wenn uns durch die böse Begierlichkeit kein Anlass zur Gegenwehr gegeben würde, wodurch wir, von der Gnade Gottes unterstützt, ob­siegen und den Siegeskranz davontragen können! „Was den Kämpfer quält, das krönt den Sieger“, sagt der Hl. Bernardus.

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Lehre von dem freien Willen des Menschen

„Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät?“ (Mt 13, 27)

Warum hat Gott dem Menschen einen freien Willen gegeben?
1. Zu des Menschen Ehre und zur Zierde der ganzen Welt, sofern die stummen Kreaturen von Gott gezogen werden, der Mensch ihm aber so seine freiwilligen Dienste erweisen kann.

2. Um die Allmacht Gottes darin zu zeigen, dass, obwohl der Mensch seinen freien Willen hat, er gleichwohl Gottes Anordnung unterworfen bleibt und derselben nicht entgehen kann.

3. Zu des Menschen Ehre und Wohlfahrt; denn selig ist der, welcher Gottes Gebot übertreten konnte und es dennoch nicht getan hat; wer aber keine Macht dazu hatte, der hat nichts Vortreffliches getan.

4. Zum Verdienste des Menschen, weil er sonst nichts Rühmliches und folglich Verdienstliches ausrichten könnte, wenn es nicht in seiner Macht stände, solches zu tun oder zu lassen; denn wenn er es hat tun müssen und nicht unterlassen können, wie könnte er dann dafür Lohn begehren oder Ehre davon tragen?

5. Endlich hat der Mensch seinen freien Willen zur Freude Gottes; denn erzwungene Dienste sind nicht angenehm, hingegen was freiwillig ge­schieht, das ist lieb und wert.

Gebet O getreuer Jesu, der du als der größte Liebhaber der Seelen den gu­ten Samen, dein heiliges Wort, in unsere Herzen ausgesät hast, damit es viele Frucht bringe zum ewigen Leben: lass diesen Samen in uns lebendig und fruchtbar werden, behüte uns vor dem bösen Feinde, dass er kein Unkraut der falschen Lehre darein säe und das Gute verderbe; bewahre uns vor dem Schlafe der Sünden, damit wir allezeit wachsam und vorsichtig seien wider die Versuchungen der Welt, des Teufels und des Fleisches, dieselben überwinden und dereinst selig sterben. Amen.
Quelle

Samstag, 2. November 2013

Unterricht für den vierten (nachgeholten) Sonntag nach dem Feste der heiligen drei Könige

Der Eingang der heiligen Messe ist wie am vorigen Sonntage.

Gebet der Kirche

Gott, der du weißt, dass wir in unserer menschlichen Gebrechlichkeit, von so vielen Gefahren umgeben, unmöglich bestehen können: gib uns Gesundheit der Seele und des Leibes, damit wir die Leiden, wel­che wir unserer Sünden wegen dulden, unter deiner Beihilfe über­winden mögen – durch Jesum Christum, deinen Sohn ... Amen.

Epistel des Hl. Paulus an die Römer

 13, 8 – 10

Brüder! Bleibet niemandem etwas schuldig, als dass ihr euch unter­einander liebet; denn wer den Nächsten liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn das Verbot: du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst kein falsches Zeugnis geben, du sollst nicht gelüsten, und jedes andere Gebot ist in dieser Vorschrift enthal­ten: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; die Liebe ist also die Erfüllung des Gesetzes.

Wie sind die Worte des Apostels zu verstehen: „Wer den Nächsten liebt, hat das Gesetz erfüllt“?
Gemäß der Auslegung des Hl. Augustinus so: Die Liebe gegen den Nächsten, wenn sie aufrichtig ist, kommt aus der Liebe Gottes, dem zu­liebe man seinem Nächsten Gutes gönnt und auch erweist. Wer nun Gott liebt, der hält die drei ersten Gebote; denn er glaubt, er hofft und ehrt Gott, und weil er seinen Nächsten liebt, darum hält er auch die üb­rigen Gebote; denn er ehrt seine Eltern, er tötet nicht, er stiehlt nicht, noch urteilt er über seinen Nächsten, noch weniger beschädigt er ihn durch übles Nachreden – und folglich hält er das ganze Gesetz (Mt 22, 40).

Bild: Der Sturm auf dem Meer

Gebet

O Herr Jesu! Gieße in unsere Herzen aus den Geist deiner Liebe, da­mit, wie du das Gesetz der Liebe an uns erfüllt hast, wir es auch an unserem Nächsten durch deine Gnade erfüllen mögen. Amen.

Evangelium des Hl. Matthäus

 8, 23 - 27

In jener Zeit, als Jesus in das Schifflein trat, folgten ihm seine Jünger nach. Und siehe, es erhob sich ein großer Sturm im Meere, so dass das Schifflein mit Wellen bedeckt wurde; er aber schlief. Und seine Jünger traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir gehen zu Grunde! Und Jesus sprach zu ihnen: Was seid ihr so furcht­sam, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, gebot den Winden und dem Meere, und es ward eine große Stille. Die Menschen aber wunderten sich und sprachen: Wer ist dieser, dass ihm auch die Winde und das Meer gehorchen?

Warum ist Christus in ein Schifflein getreten und hat in demselben ge­schlafen?
Christus hatte zuvor seine Jünger unterrichtet im Glauben und Ver­trauen auf ihn als den wahren Sohn Gottes; auf dass sie aber noch mehr in diesem Glauben und Vertrauen gefestigt würden, schläft er in dem Schifflein und lässt ein so großes Unwetter kommen, dass das Schifflein fast von den Wasserwellen zugedeckt wurde, worauf die Jünger Christum aufgeweckt und um Hilfe gebeten haben.

Warum tadelte Jesus die Jünger, als sie ihn aufweckten?
Um ihres schwachen Glaubens willen; denn wenn sie fest geglaubt hät­ten, dass er auch wahrer Gott sei, so hätten sie auch glauben müssen, dass er ihnen ebenso gut schlafend als wachend hätte helfen können. Nichts missfällt Gott mehr als das Misstrauen. „Gesegnet aber der Mensch, der sein Vertrauen auf den Herrn setzt und dessen Zuversicht der Herr ist“ (Jer 17, 7).

Gott lässt manchmal über uns einen Sturm kommen, wie Armut, Verfol­gung, Verkleinerung unseres guten Namens, und es lässt sich un­terdessen ansehen, als ob er schliefe, indem er, um unsere Geduld und Liebe zu bewähren, der Natur ihren Lauf lässt und uns dadurch Anlass gibt, nach dem Beispiele der Jünger unsere Zuflucht zu ihm zu nehmen und mit König David zu sprechen: „Stehe auf, o Herr, warum schläfst du? Stehe auf und verstoß uns nicht für allezeit!“ (Ps 43, 23

Warum stand der Herr Jesus auf und gebot dem Meere und es ward Stille?
Das hat er getan, um seine Allmacht zu zeigen und dass seinem Willen alles unterworfen sei. Die Menschen, welche dieses Wunder gesehen, haben sich darob verwundert und gesagt: „Wer ist der, dass ihm Wind und Meer gehorchen?“

Hieraus lernen wir in allen vorfallenden Widerwärtigkeiten unser Ver­trauen allein auf Gott setzen, weil dessen Macht alles unterworfen ist; und darum kann er auch jedes Übel von uns abwenden und was uns nützlich und dienlich ist, verleihen, wofern wir nur fest auf ihn vertrauen und eifrig und beharrlich ihn um Hilfe und Beistand anrufen.

(Gebete, in Trübsal zu sprechen, suche oben am dritten Sonntage des Ad­vents.)

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Glaubenslehre, dass Gott alles regiert


„Er gebot den Winden und dem Meere, und es ward eine große Stille“ (Mt 8, 26).

Dass Gott alles regiere, das haben alle Väter des Alten und Neuen Bundes geglaubt. Darum sprach Abraham zu seinem Sohne Isaak, als sich dieser um das Opfer bekümmerte: „Gott wird dafür sorgen“ (Gen 22, 8). Als Isaak sich verwunderte, wie Jakob, den er für den Esau ansah, so bald das Wildbret erjagt habe, sagte er: „Es war Gottes Wille, dass bald mir begegnete, was ich wollte“ (Gen 27, 20). Als Jakob seine Söhne verabschiedete, nach Ägypten zu reisen und Korn zu kaufen, sagte er zu ihnen, um sie auf die Vorsehung Gottes hinzu­weisen: „Gott der Allmächtige mache euch dem Mann (Joseph) gewo­gen!“ (Gen 43, 14). Jakobs Söhne sprachen, als sie das Geld wieder in ihren Säcken fanden: „Was ist das, was uns Gott getan?“ (Gen 42, 28). Josephs Schaffner bekannte, dass Gott alles regiere; denn da jene um des gefundenen Geldes willen bekümmert waren, suchte er sie zu trösten mit den Worten: „Fürchtet euch nicht! Euer Gott und der Gott eu­res Vaters hat euch die Schätze in eure Säcke gegeben“ (Gen 43, 23). Joseph selber hat gestanden, dass Gott alles regiere; denn da seine Brüder fürchteten, er möchte ihre an ihm verübte Bosheit rächen, sagte er, um ihnen Mut zu machen: „Fürchtet euch nicht; können wir Gottes Willen widerstreben? Ihr sannet Böses gegen mich, Gott aber wandte es zum Guten“ (Gen 50, 19. 20). Wer hat das Herz des Kerkermeisters dem Joseph zugeneigt, als Gott (Gen 39, 21)?  Wer hat ihm die Gnade gegeben, die Träume sowohl des Königs als auch der beiden Gefangenen auszulegen als nur Gott (Gen 41, 16)? Wer hat die Kinder Israels Gnade finden lassen bei den Ägyptern, dass diese jenen goldene und silberne Gefäße liehen, als nur Gott (Ex 12, 36)? Wer anders als Gott hat zugelassen, dass die Philister dem Könige Saul in das Land gefallen sind, während Saul den David umringt und einge­schlossen hatte, so dass er ihn freilassen musste (1 Kön 23, 27)?

Wer hat ferner das Herz des Königs Samanassar gegen den alten To­bias geneigt, als nur allein Gott (Tob 1, 13)? Wer hat dem Könige Assuerus den Schlaf vertrieben und ihm die Jahrbücher in die Hand gegeben, denn nur Gott (Est 6)? Wer hat das Herz dieses nämlichen Königs zur Milde geneigt, als wiederum Gott (Est 15, 11)?

Weil uns nun der Glaube lehrt, dass Gott alles regiert, ja auch die herzen der Könige lenkt, wozu es ihm gefällt (Spr 21, 1), darum soll man sich Gott ganz und gar ergeben und mit seiner Anordnung zufrieden sein; den sich dem Willen und der Anordnung Gottes widersetzen sollen, heißt ebensoviel, als mit dem Kopfe wider die Wand rennen, um dieselbe einzustoßen. „Gott ist weisen Herzens und von starker Kraft; wer widersetzt sich ihm und hat Frieden?“ (Job 9, 4).

Gebet

Wir bitten dich, liebster Jesu, verleihe uns die Gnade, dass wir in allen unsern Nöten keinen Zweifel an deinem Beistande tragen und ja nicht kleinmütig werden, sondern allezeit eingedenk seien des tröstlichen Spruches der frommen Sara: „Ein jeder, der dir dient, wird nach der Anfechtung wieder getröstet und aus der Trübsal errettet.“ Deswegen erzeige als ein barmherziger Vater deine Liebe uns, deinen Kindern: gib Gnade den Sündern, erweise deine Allmacht gegen unsere Feinde, gebiete dem ungestümen Meere und den Winden der Verfol­gung, dass sie stiller seien und deiner Kirche, die du mit deinem kost­baren Blute erkauft hast, Ruhe und Frieden lassen, damit wir in Heilig­keit und Gerechtigkeit dir mit allem Fleiße dienen und sicher in den ersehnten Hafen der ewigen Seligkeit gelangen mögen. Amen.
Quelle

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Unterricht für den dritten (nachgeholten) Sonntag nach dem Feste der heiligen drei Könige


Weil die Kirche Gottes erkennt, dass sie Gott nicht genug lieben und loben kann, so ladet sie zum Eingange der heiligen Messe alle heiligen Engel ein, dass sie Gott loben sollen: „Betet Gott an, ihr alle seine Engel! Es hört es und freut sich Sion, und die Töchter Judas frohlocken. – Der Herr regiert, darum frohlockte die Erde, und es sollen sich freuen die vielen Inseln.“ (Ps 96, 1. 7. 8).

Gebet der Kirche

Allmächtiger, ewiger Gott, sieh gnädig auf unser Unvermögen, und breite den mächtigen Arm deiner Majestät aus, um uns zu beschirmen – durch unsern Herrn Jesum Christum ... Amen.

Epistel des Hl. Paulus an die Römer

 12, 16 – 21

Brüder! Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemandem Böses mit Bösem; befleißigt euch des Guten nicht nur vor Gott, sondern auch vor allen Menschen. Wenn es möglich ist, so habet, soviel an euch liegt, Frieden mit allen Menschen. Rächet euch selber nicht, Geliebteste, sondern gebet dem Zorne (Gottes) Raum; denn es steht geschrieben: Mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr. Sondern, wenn dein Feind Hunger hat, so speise ihn; wenn er Durst hat, so tränke ihn; denn tust du dies, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Lass dich nicht vom Bösen überwinden, son­dern überwinde durch das Gute das Böse.

Der Apostel Paulus mahnt uns: 1. dass man sich selbst nicht für klug halten soll; 2. dass man nicht Böses mit Bösem vergelte; 3. dass man nicht allein vor Gott Gutes tue, sondern auch seinen Mitmenschen ein gutes Beispiel gebe; 4. dass man mit allen möge Frieden halten; 5. dass man Gott die Rache überlassen uns sich nicht selber rächen soll an sei­nen Feinden; 6. dass man seine Feinde speisen soll, wann sie hungern, und tränken, wann sie dürsten; 7. dass man sich nicht vom Bösen über­winden lassen, sondern das Böse mit Gutem überwinden soll.

Wann lässt man sich zum Zorne überwinden?
Wenn man sich selbst rächen will, und das ist kein Zeichen von Mut; denn gleichwie es ein Zeichen eines ganz schwachen Magens ist, wenn er die Speisen nicht verdauen kann, ebenso ist es ein Merkmal eines schwachen Menschen, wenn er nicht einmal ein hartes Wörtlein verwinden kann. „Bist du ungeduldig,“ sagt der Hl. Ambrosius, „so bist du überwunden; erträgst du es aber mit Geduld, so hast du über­wunden.“

Lerne von David, der sich nicht an Saul zu rächen suchte, obwohl dieser ihn töten wollte!

Was soll man tun, wenn man an seiner Ehre verletzt wird?
Man soll Gott, der für uns sorgt, die Rache überlassen, der dieselbe auch sich allein vorbehalten hat (Dtn 32, 35). Gar schön schreibt der Hl. Bernardus: Gott werde die uns angetane Unbild vergelten, wofern wir ihm nur nicht die Rache abnehmen. Sich selber rächen ist ein Anzei­chen eines geringen Vertrauens auf Gott, als wenn er weder für unsere Ehre noch für unsere Güter sorgen würde.

Ist es auch eine Sünde, seinem Feinde das nämliche Übel zu wünschen, welches er uns wünscht?
Ja freilich; denn es ist in der Tat eine Sünde, seinem Nächsten dien Übel zu wünschen, weil es dem christlichen Gesetze widerstrebt, wel­ches befiehlt, denen Gutes zu wünschen, die uns Übles wünschen, und zu beten für die, die uns hassen und verfolgen (Mt 5, 44).

Wie sind die Worte des Apostels zu verstehen: dass man seinem Feinde feurige Kohlen auf das Haupt sammeln könne?
Das geschieht, wenn man ihm um Gottes willen Gutes erzeigt; denn durch Wohltaten werden unsere Feinde so beschämt und geplagt, als würden sie von feurigen Kohlen auf ihrem Haupte gebrannt, indem sie sehen müssen, dass die Unbild, die, wie sie meinten, mit Schlagen und Schelten würde gerächt werden, mit Wohltaten vergolten wird. Der Hl. Augustinus legt die angeführten Worte des Apostels also aus: „Du wirst feurige Kohlen der Liebe auf sein Haupt sammeln; denn nichts ist, was so zur Liebe bewegt, als mit Liebe einem zuvorkommen.“ Lerne nach dem Beispiele der Heiligen, dass du dich nicht durch das Böse überwinden lassest; sondern überwinde das Böse mit Gutem das ist: erzeige Gutes denjenigen, die dich hassen und verfolgen.

Seufzer: Ach, dass ich dieser Mahnung des Apostels zur Liebe der Feinde nachkommen möchte, auf dass ich ein Kind sei meines himm­lischen Vaters, der seine Sonne aufgehen lässt über die Guten wie über die Bösen und regnen über Gerechte und Ungerechte! (Mt 5, 45).

Evangelium des Hl. Matthäus

 8, 1 – 13

In jener Zeit, als Jesus vom Berge herabstieg, folgte ihm eine große Menge Volkes nach; und siehe, ein Aussätziger kam, betete ihn an und sprach: Herr, wenn du willst, so kannst du mich reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: ich will, sei gereinigt! Und sogleich ward er gereinigt von dem Aussatze. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe, zu, dass du es niemandem sagest; son­dern geh hin, zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, welche Moses befohlen hat, ihnen zum Zeugnisse! Da er aber in Kapharnaum eingegangen war, trat ein Hauptmann zu ihm, bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause gichtbrüchig und leidet große Qual. Und Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Und der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrig­keit unterworfen, und habe Kriegsleute unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh! So geht er; und zu dem andern: Komm her! So kommt er; und zu meinem Knechte: Tue dies! So tut er’s. Da nun Jesus das hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm folg­ten: Wahrlich, sag’ ich euch, solch großen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden! Aber ich sage euch, dass viele vom Aufgange und Niedergange Kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmel­reiche zu Tische sitzen werden; die Kinder des Reiches aber werden in die äußerste Finsternis hinausgeworfen werden; da wird Heulen und Zähneknirschen sein. Und Jesus sprach zu dem Hauptmanne: Geh hin, und wie du geglaubt hast, so soll dir geschehen. Und in derselben Stunde ward sein Knecht gesund.

Warum sagte der Aussätzige: „Herr, wenn du willst, so kannst du mich reinigen“?
Das sagt er, um seinen Glauben an Christus als den der Welt verheißenen Messias zu erkennen zu geben, dass er als wahrer Gott ihn könne gesund machen. Hieraus lernen wir: 1. unser Vertrauen auf die Allmacht Gottes setzen, der ein Helfer ist in der Not (Ps 49, 15); 2. dem göttlichen Willen alles anheim stellen und etwa sprechen: „Herr, wenn es dir gefällt und mir zum Heile ist, so gib mir dieses oder jenes.“

Bild: Saul sucht David zu töten.

Warum streckte Jesus seine Hand aus und rührte den Aussätzigen an?
Das tat er, um uns ein Beispiel der Demut zu geben, dass wir an den Kranken und Presthaften kein Ekel haben sollen; denn wenn Gott sich gewürdigt, die Presthaften anzurühren, wie viel mehr sollen dann wir es tun! O wie schlecht werden an jenem großen Tage diejenigen vor Gott bestehen, die sich jetzt scheuen, die Armen auch nur anzusehen!

Warum sagte der Herr Jesus: „Ich will, sei gereinigt“?
Das tat er, um seine Allmacht zu offenbaren, und zu beweisen, dass derselben alles unterworfen sei: „Er hat’s gesagt, und alles ist ge­worden; er hat befohlen, und alles wurde erschaffen“ (Ps 148, 5).

Warum befahl Jesus, er sollte es niemandem sagen?
Um uns zu unterrichten, dass wir unsere guten Werke nicht offenbaren sollen, um eitles Lob davonzutragen, damit wir uns der himmlischen Be­lohnung nicht berauben (Mt 6, 6).

Warum hat Christus den geheilten Aussätzigen zum Priester geschickt?
Das hat er getan, um uns zu unterrichten, dass man die Priester ihres hohen Amtes halber in Ehren halten soll, und sollten sie auch, wie zur Zeit Christi die jüdischen Priester, nicht fromm leben.

Warum hat Jesus ihm befohlen, eine Gabe zu opfern?
Um zu zeigen, dass man Gott für die uns erwiesenen Wohltaten dank­bar sein soll.

Was sollen wir von dem Hauptmann lernen, der Christum für seinen gicht­brüchigen Knecht bittet?
Von ihm sollen die Hausväter lerne, Sorge zu tragen für ihre kranken Knechte und Mägde, damit dieselben bei Zeiten mit den heiligen Sakramenten versehen werden. Es ist unchristlich, arme Dienstboten, sobald sie krank werden, zur Türe hinauszustoßen.

Warum sagte Christus: „Ich will kommen und ihn gesund machen“?
Um seine Demut zu zeigen, indem er, obwohl Gott und ein Herr über alle Herren, sich doch nicht scheute, zu einem armen Knechte zu ge­hen. Diese Demut Christi beschämt viele Herren, dei sich scheuen und zu groß dünken, um für einen kranken Knecht auch nur einen Fuß zu rühren.

Warum sagte der Hauptmann: „Herr, ich bin nicht würdig, dass du einge­hest unter mein Dach“?
Das tat er in der Erkenntnis der Gottheit Christi und seiner eigenen Nichtigkeit. Lernen sollen wir hieraus, uns vor Gott zu verdemütigen, besonders so oft wir kommunizieren wollen.

Warum sagte er: „Sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund“?
Dies sagte er, um seinen Glauben an die Gottheit und Allmacht Christi zu erkennen zu geben, indem Jesus auch abwesend mit einem einzigen Worte seinen Knecht gesund machen könne. Hat ein heidnischer Hauptmann einen solchen Glauben und solches Vertrauen zu Jesus ge­habt, so müssen wir Christen uns schämen, dass wir so kleingläubig und misstrauisch gegen unsern Gott sind.

Was wollen die weiteren Worte des Hauptmanns sagen?
Er wollte sagen: Wenn mir, einem Mensche, der selber einer höhern Obrigkeit unterworfen ist, meine Kriegsknechte gehorchen, wieviel mehr werden dann dir, o Christus, der du wahrer Gott bist, dem die Krankhei­ten unterworfen sind, diese gehorsamen und auf deinen Befehl wei­chen! – Lerne trauen auf die Allmacht und Vorsehung Gottes und dich in deinen Nöten darauf verlassen (Ps 49, 15).

Warum sagte Christus: „Viele werden vom Aufgange und Niedergange kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreiche zu Tische sitzen, die Kinder des Reiches aber werden hinausgestoßen werden“?
Das sagte er um der verstockten Juden willen, welche die Lehre Christi nicht annehmen wollten, dass nämlich die Heiden, die gegen Auf- und Niedergang der Sonne wohnten, das Evangelium annehmen, diesem gemäß leben und also mit Abraham, Isaak und Jakob die himmlischen Freuden genießen würden; sie aber würden ihres Unglaubens und anderer Sünden halber in die äußerste oder dickste, gleichsam hand­greifliche Finsternis, in die Hölle, verstoßen werden, wo die grausams­ten Peinen und Qualen ihrer warten, welche durch das Heulen und Zäh­neklappern angedeutet werden.

Die Juden werden genannt „Kinder des Reiches“, weil sie solche ge­worden wären, wenn sie die Lehre Jesu angenommen und nach ihr ge­lebt hätten. Fürchte, o Christ, du könntest aus Mangel an Mitwirkung mit der Gnade Gottes ewig verworfen werden, während andere, die der Gnade mitwirken, in die Seligkeit aufgenommen werden. „Wirket euer Heil in Furcht und Zittern“ (Phil 2, 12).

Seufzer. Gib mir, o Jesu, den Glauben des Aussätzigen, dass ich mich in allem auf deine Allmacht verlasse, mich völlig in deinen göttli­chen Willen ergebe und deine Priester ehre. Verleihe mir auch, o demü­tigster Jesu, den Glauben und die Demut des Hauptmanns, dass ich meinem Nächsten um deinetwillen mitleidig beispringe und mich so würdig mache, deine Gnade noch fernerhin zu empfangen. Amen

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Glaubenslehre von der Ergebung in den Willen Gottes


„Herr, wenn du willst“ (Mt 8, 2)

Den Himmel haben schon auf Erden alle, welche sich sowohl im Un­glück als im Glück in den Willen Gottes ergeben und nur wollen, was Gott will, so dass sie gleichsam mit Gott ein Herz haben und das alles empfangen und gutheißen, was ihnen Gott zuschickt, also mit Gott einen Willen, Gemüt, Sinn und Meinung und darum an allem, was Gott ihnen schickt, volles Genügen und Freude haben.

Diese Vereinigung unseres Willens mit dem Willen Gottes ist eine be­währte Herzstärkung wider alle Melancholie und Kleinmütigkeit. Diese Vereinbarung beruht auf dem festen Glauben, das „kein Übel über eine Stadt kommt“, ja über die ganze Welt, „welches nicht der Herr getan“, das ist, geschickt oder zugelassen hat (Am 3, 6).

Wer darf nun sagen oder denken, dass das nicht recht oder wohl getan sei, was der Herr getan hat? Der Herr hat alles wohl getan im Himmel und auf Erden (Ps 134, 6; Mk 7, 37).

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Sittenlehre für die Hausväter, Knechte und Dienstboten


Die Hausväter lernen von dem Hauptmann, dass sie dafür sorgen sollen, damit sie brave Dienstboten ins Haus bekommen, weil Gott die Hausväter segnet um der frommen Dienstboten willen. Also hat Gott gesegnet den Laben um des frommen Jakob willen (Gen 30, 27), das Haus des Putiphar wegen des gerechten Joseph (Gen 39, 5). Hingegen sollen die Hausväter wohl zusehen, dass sie keine gottlosen Dienstbo­ten in ihre Häuser aufnehmen, weil Gott manchmal ganze Haus­haltungen um gottloser Dienstboten willen straft.

Knechte und Dienstboten sollen lernen von den Untergebenen des Hauptmanns, die gegangen und wieder gekommen sind, wenn er es ih­nen gesagt hat, dass sie bereit sein sollen, alles zu tun, was ihnen an­befohlen wird; und um solches desto williger zu tun, sollen sie sich in der Person ihrer Herren Gott selbst vorstellen, und bedenken, dass sie die Dienste, welche sie ihren Herren leisten, Gott selber erzeigen. „Ihr Knechte,“ schreibt der Apostel Paulus, „gehorchet in allem den leibli­chen Herren, nicht als Augendiener, um Menschen zu gefallen, sondern mit Aufrichtigkeit des Herzens, aus Furcht Gottes. Alles, was ihr immer tut, das tut von Herzen als wie dem Herrn und nicht den Menschen; denn ihr wisst ja, dass ihr vom Herrn den Lohn der Erbschaft erhalten werdet. Dienet also Christo dem Herrn“ (Kol 3, 22 – 24). Diese Lehre beobachtet wohl, ihr Dienstboten! Denn dadurch könnt ihr sehr viel bei dem Allerhöchsten im Himmel verdienen.

Gebet

Barmherziger Jesu, der du mit einem Worte den Aussätzigen rein und des Hauptmanns Knecht gesund gemacht hast: wir bitten dich, siehe unsere große Schwachheit und Gebrechlichkeit an, womit wir an Leib und Seele beladen sind. Erbarme dich unser, die du so teuer erkauft hast, und verleihe uns die Gnade, dass wir durch rechten Gebrauch des heiligen Sakraments der Buße uns dem Priester zeigen und vom tödlichen Aussatze der Sünden gereinigt dir für solche Wohltat ewig danken mögen. Amen.
Quelle

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Der dritte (hier: nachgeholte) Sonntag nach Epiphanie

... wird dieses Jahr nicht gebraucht, da die Anzahl der Sonntage im Kalenderjahr und somit auch im Kirchenjahr zwischen 52 und 53 schwankt. Damit die hier veröffentlichten Daten aber vollständig sind, habe ich den Sonntag einfach an diese Stelle gesetzt (wird morgen veröffentlicht).

Samstag, 26. Oktober 2013

Unterricht für den dreiundzwanzigsten Sonntag nach Pfingsten

Im Eingange der heiligen Messe verheißt uns Gott den Frieden, darum betet die Kirche aus dem Propheten Jeremias (im 29. Kapitel): „Ich sinne Ratschläge zum Frieden und nicht zur Trübsal, spricht der Herr. Ihr werdet mich anrufen, und ich werde euch erhören und zurückführen eure Gefangenen aus allen Völkern.“ - „Du hast gesegnet, o Herr, dein Land, hast weggenommen die Gefangenschaft Jakobs“ (Ps 84, 2). Ehre sei dem Vater ...

Gebet der Kirche
Vergib, o Herr, wir bitten dich, die Übertretungen deiner Völker, damit wir von den Schlingen unserer Sünden, die wir in unserer Schwach­heit geknüpft haben, durch deine Güte befreit werden – durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn ... Amen.

Epistel des Hl. Paulus an die Philipper
3, 17 – 21 und 4, 1 - 3
Brüder! Seid meine Nachfolger und schauet auf die, welche so wan­deln, wie ihr uns zum Vorbilde habet. Denn viele wandlen, wie ich euch oft gesagt habe, jetzt aber unter Tränen sage, als Feinde des Kreuzes Christi, deren Ende Verderben, deren Gott der Bauch ist, die sich in ihrer Schande rühmen, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, woher wir auch den Heiland erwarten, unseren Herrn Jesum Christum, welcher den Leib unserer Niedrigkeit umgestalten wird, dass er gleichgestaltet sei dem Leibe seiner Herrlichkeit nach der Kraft, durch welche er sich auch alles unterwerfen kann. Demnach, meine geliebtesten und ersehntesten Brüder, meine Freude und meine Krone! So stehet denn im Herrn, Geliebteste! Die Evodia ersuche ich und die Syntyche bitte ich, eines Sinnes zu sein im Herrn. Auch bitte ich dich, treuer Genosse, nimm dich ihrer an, die mit mir für das Evangelium gearbeitet haben, auch mit Clemens und meinen übrigen Mitarbeitern, deren Namen im Buche des Lebens stehen.

Es sind leider viele Christen – worüber Paulus weinend klagt – abgesagte Feinde des Kreuzes Christi, d. i. der Abtötung ihrer bösen Neigungen und Begierden – Christen, die ihrem Bauche mit Fraß und Völlerei dienen wie ihrem Gotte; aber ihr Ende ist der ewige Untergang in der höllischen Verdammnis. Der Wandel des Christen soll allezeit im Himmel sein, d. i. seine Gedanken und Begierden sollen auf die himmlischen Güter gerichtet sein.

Wollte Gott, wir könnten mit dem heiligen Apostel Paulus sagen: „Immer tragen wir die Abtötung Jesu an unserem Körper umher, damit auch das Leben Jesu an unsern Leibern offenbar werde“ (2 Kor 4, 10); und: „Von mir aber sei fern, mich zu rühmen, außer in dem Kreuze unseres Herrn Jesu Christi, durch welchen mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt!“ (Gal 6, 14)

Evangelium des Hl. Matthäus
9, 18 - 26
In jener Zeit, da Jesus zu den Juden redete, siehe, da trat ein Vorsteher (der Synagoge) herzu, betete ihn an und sprach: Herr, meine Tochter ist soeben gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie leben. Und Jesus stand auf und folgte ihm samt seinen Jüngern. Und siehe, ein Weib, das seit zwölf Jahren am Blutflusse litt, trat von hinten hinzu und berührte den Saum seines Kleides; denn sie sprach bei sich selbst: Wenn ich nur sein Kleid berühre, so werde ich gesund. Jesus aber wandte sich um, sah sie und sprach: Tochter, sei getrost; dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund von derselben Stunde an. Und als Jesus in des Vorstehers Haus kam und die Flötenspieler und das lärmende Volk sah, sprach er: Weichet; denn das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft. Da verlachten sie ihn. Nachdem aber das Volk hinausgeschafft war, ging er hinein und nahm es bei der Hand. Und das Mägdlein stand auf. Und der Ruf davon ging aus in derselben ganzen Gegend.

Bild Die Auferweckung der Tochter des Jairus

Lehrstücke des heutigen Evangeliums

1. Wie gütig und barmherzig ist nicht der süßeste Jesus, der sich schon auf die erste Ansprache des Jairus, des Synagogenvorstehers, bewegen ließ und ihm alsbald folgte, um sein Töchterlein von den Toten zu erwecken! Was vermag nicht ein lebendiger Glaube und ein inniges Vertrauen! Jairus glaubte, Christus werde ihm seine Bitte nicht abschlagen. Wie herrlich ward sein Glaube und sein Vertrauen belohnt! Keiner hat auf den Herrn vertraut und ist zu Schanden geworden (Eccli 2, 11). - Lerne von Christo, deinem Nächsten um Gottes Willen Gutes zu erweisen.

2. Christus zeigt hier durch die Tat, daß er gekommen sei, die Bresthaften gesund zu machen, gemäß der Vorhersagung des Propheten Isaias (53, 4): „Er trägt unsere Krankheiten und ladet auf sich unsere Schmerzen“ - wie auch der heilige Evangelist Matthäus diesen Text auf Christus anwendet (Mt 8, 17); er macht das Weib, das zwölf Jahre am Blutflusse gelitten und all das Ihrige umsonst an die Ärzte verwendet hattte (Lk 8, 43), wieder gesund. Hierdurch werden wir aufgemuntert, in unsern Ängsten und Nöten des Leibes sowohl als der Seele ein festes Vertrauen auf unsern Herrn Jsum Christum zu setzen.

3. Um uns zu zeigen, daß Gott an Spöttern und lärmenden Gesellen kein Gefallen habe, hat Christus dieselben vor die Türe gewiesen; denn sie waren nicht würdig, ein so großes Wunderwerk wie die Auferweckung von den Toten mitanzusehen.

4. Um zu beweisen, dass es dem göttlichen Heilande ebenso leicht war, einen Toten als einen Schlafenden aufzuwecken, sprach er: „Das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft.“

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Glaubens- und Sittenlehre von dem Tode
(Nach dem Hl. Franz von Sales. Philothea)

„Herr, meine Tochter ist gestorben“ (Mt 9, 18)

„Es ist dem Menschen bestimmt, einmal zu sterben“ (Hebr 9, 27). Dies lehrt der Glaube, und die Erfahrung bezeugt es. Der Tag ist ungewiss; die Zeit ist nicht gewiss, ob es im Sommer oder im Winter, ob es bei Tag oder Nacht geschehen soll. Auch die Art des Todes ist ungewiss, ob eine Krankheit vorhergehen oder ob er unversehens kommen wird, ob du noch einen Beichtvater und wahre Reue und Leid haben wirst oder nicht. Bedenke das wohl und bestelle dein Haus beizeiten!

Gedenke, dass alsdann für dich die Welt zu Ende gehen und niemand sich mehr um dich kümmern wird. Beherzige, was dir alsdann die Eitelkeiten, Vergnügungen und Freuden der Welt, worauf du jetzt so viel häl­tst, nützen werden. All diese Nichtigkeiten der Welt werden dir dann wie Gespenster oder finstere Schatten vorkommen. Alsdann wirst du erst erkennen, dass du Gott um ein eitles Nichts erzürnt hast; alsdann werden sich vor dir die Sünden wie große Berge erheben und die Übungen deiner Frömmigkeit gar unbedeutend erscheinen.

Erwäge, wie es dir zu Mute sein werde, wenn deine Seele von dem Leibe, worin sie so lange gewohnt hat, scheiden und aller Eitelkeit, allen nichtigen Gesellschaften, aller Ergötzlichkeit, aller Kurzweil, allen Freunden und Nachbarn, den Eltern, dem Weibe und den Kindern Lebewohl sagen und zuletzt ihren Leib, gelb, bleich, ausgemergelt und Abscheu erregend, liegen lassen muss. Ach, wäre ich so glücklich, dass ich mit Paulus sagen könnte: „Ich sterbe alle Tage, alle Tage verläugne ich mich selbst“; d. i. ich verweigere meiner Seele jetzt alle schädlichen Lüste, damit, wenn ich sterben und die Welt verlassen muss, es mich alsdann nicht schwer ankomme!

Wer stirbt, ehe er stirbt, der stirbt nicht, wenn er einmal stirbt. Kosmas von Medicis, Herzog von Florenz, tat in seiner Krankheit immer die Augen zu. Als er gefragt wurde, warum er das tue, gab er zur Antwort: „Damit es mir nicht so schwer vorkomme, wenn ich sterben muss.“ Ach, dass wir uns dessen oft erinnerten, besonders wenn uns unziemliche Lüste angeboten werden, und ihnen beizeiten abstürben durch christliche Abtötung, damit es uns nicht so schwer ankomme, wenn wir einmal sterben und alle Lust dieser Welt verlassen müssen!

Anmutung. O Welt, weil ich die Stunde nicht wissen kann, in der ich dich lassen muss, so will ich dir auch nicht anghangen! O ihr lieben Freunde und Angehörigen, lasst mich euch nicht anders lieben als in wahrer, heiliger Freund- und Gemeinschaft, welche in Ewigkeit nicht getrennt werde! Denn wozu diente eine Liebe und Freundschaft, deren Band so bald zerrissen und aufgelöst werden müsste?

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Sittenlehre wider das Spötteln
Als der gütige Herr Jesus in des Jairus Haus kam und sagte: „Das Mägdlein ist nich tot, sondern es schläft“, da lachten sie ihn aus.

Ist es eine große Sünde, andere zu verlachen?
Ja, wenn man dadurch andern Anlass zum Fluchen, Verwünschen oder Schelten gibt, oder wenn die Ehre und der gute Name des Mitmenschen dadurch verletzt werden. Es ist auch keine kleine Sünde, die Zeremonien oder Gesänge der Kirche, oder jene zu verspotten, welche sich an gebotenen Fasttagen des Fleischessens enthalten, weil man ihnen dadurch Anlass gibt oder geben könnte, die verordneten Fasttage zu übertreten. „Jeder Spötter ist ein Greuel vor dem Herrn“ (Spr 3, 32).

Was soll uns von allen Spötteleien abschrecken?
Die ernste Erwägung, dass Gott die Spötter richtet, d. i. Strafen für sie zubereitet hat, wie solches an denen zu sehen ist, die mit den Verkündigern des Wortes Gottes Spott getrieben haben. Die Knaben, welche den Propheten Elisäus verspottet und ihm „Kahlkopf“ nachgerufen haben, sind von Bären zerrissen worden (4 Kön 2, 23 f.). Wirst du verspottet, mein lieber Christ, so tröste dich mit Jesus, deinem Seligmacher, der auch verspottet worden ist (Lk 23, 11).

Bild Elisäus und die Knaben zu Bethel

Merkliches Lehrstück

Was der Teufel vor Zeiten durch die Tyrannen ausgerichtet hat, die Christen von Gott, dem Glauben und der Gerechtigkeit abwendig zu machen, das richtet er jetzt durch die Spötter aus; denn sehr viele von jenen Katholiken, die an gebotenen Fasttagen Fleisch essen oder eine Übung der Frömmigkeit unterlassen oder irgend eine Ungerechtigkeit verüben, tun dies nur, damit sie nicht verlacht und verspottet werden. Deswegen soll man Herz und Mut fassen, mittelst der Gnadenhilfe Gottes sich dawider waffnen, um das Spötteln zu verachten und zu überwinden.

Anmutung. Ich weiß ja, mein herzliebster Jesu, dass es der Knecht nicht soll besser haben wollen als sein Herr. Wenn sie nun dich verlacht haben, warum soll es dann mir seltsam vorkommen, wenn ich wegen gewisser Übungen der Frömmigkeit, wegen Enthaltung von Fleischessen oder wegen anderer christlichen Werke ausgelacht werde?

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Glaubenslehre von der Verehrung der heiligen Reliquien

„Ein Weib trat von hinten hinzu und berührte den Saum seines Kleides“ (Mt 9, 20).

Warum verehren wir Katholiken die Gebeine oder Kleider der Heiligen?
Das Konzil von Trient gibt uns dafür einen schönen Grund an – und damit zugleich den Ausspruch der ganzen Kirche und der heiligen Väter, indem es sagt: Weil ihre Leiber lebendige Glieder Christi und Woh­nungen des Heiligen Geistes gewesen, die wiederum durch ihn auferweckt werden und durch welche uns Gott viele Wohltaten erzeigt, darum halten wir selbige in Ehren.

Haben wir hierfür auch Beweise aus der Heiligen Schrift?
Ja freilich; denn 1. hat Moses die Gebeine Josephs mit sich aus Ägypten geführt (2 Mos 13, 19). 2. Elisäus hat den Mantel des Elias bewahrt und damit die Gewässer des Jordans zerteilt (4 Kön 2, 13 f.). 3. Die Gebeine des Elisäus haben einen Toten erweckt (4 Kön 13, 21). 4. Das Weib im heutigen Evangelium rührt bloß den Saum des Kleides Christi an und wird gesund. 5. Der Schatten des Petrus macht viele Kranke gesund (Apg 5, 15). 6. Die Schweißtücher des Apostels Paulus machen ebenfalls die Kranken gesund (Apg 19, 12).

Gebet
Gebenedeit seist du, o Herr Jesu Christe, dass du ein mit zwölfjähriger Kranheit behaftetes Weib durch Anrühren deines Gewandes gesund gemacht und das verstorbene Töchterlein des Jairus durch dein Wort vom Tode erweckt hast! Wir bitten dich um die Gnade, dass wir in Erwägung unserer Sterblichkeit durch heilsame Furcht des Todes von allem Bösen abgehalten, zu allem Guten angetrieben und von der schädlichen Sicherheit und Hoffnung auf ein längeres Leben abgewendet werden, auch durch Empfang, gleichsam durch Anrührung deines heiligen Leibes im hochwürdigsten Sakramente die rechte Gesundheit der Seele erhalten und bis an unser Ende darin beharren mögen. Damit wir aber, o Herr Jesu, eines so großen Glückes teilhaftig werden, so bitten wir, dass, gleichwie du bei der Erweckung des toten Mägdleins die Flötenbläser und das lärmende Volk vor die Türe gewiesen hast, du auch aus unsern Herzen alle leichtfertigen Gedanken, unruhigen Begierden, überflüssigen Sorgen und alle Menschenfurcht wollest ausmustern und vertreiben, damit wir die noch übrigen Tage unseres mühseligen Lebens in wahrer Reinheit des Gewissens zubringen und endlich die ewige Seligkeit erlangen mögen. Amen.

Quelle

Samstag, 19. Oktober 2013

Unterricht für den zweiundzwanzigsten Sonntag nach Pfingsten

Im Eingange der heiligen Messe bete mit dem Priester um Vergebung deiner Sünden (aus dem 129. Psalm): „Wenn du acht haben wolltest auf die Missetaten, Herr, wer könnte bestehen, o Herr? Aber bei dir ist Versöhnung, o Herr, Gott Israels!“ - „Aus den Tiefen rufe ich zu dir, o Herr! Herr, erhöre meine Stimme!“ Ehre sei dem Vater ...

Gebet der Kirche
O Gott, unsere Zuflucht und Stärke, erhöre die frommen Gebete deiner Kirche, der du selbst der Urquell aller Frömigkeit bist, und verleihe, dass wir das wirklich erhalten, um was wir gläubig bitten – durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn ... Amen.

Epistel des Hl. Paulus an die Philipper
1, 6 - 11
Brüder! Wir vertrauen hierin, dass der, welcher in euch das gute Werk angefangen, es vollenden werde bis auf den Tag Jesu Christi; wie es billig ist, dass ich für euch alle so denke, weil ich euch im Herzen habe, selbst in meinen Banden und bei der Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums, euch alle als Teilnehmer meiner Freude; denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt mit der Zärtlichkeit Jesu Christi. Und um das bitte ich, dass eure Liebe mehr und mehr zunehme in Erkenntnis und in allem Verständnis, damit ihr das Besse­re prüfen könnet, so dass ihr rein und ohne Tadel seid auf den Tag Christi, erfüllt mit der Frucht der Gerechtigkeit durch Jesum Christum, zur Ehre und zum Lobe Gottes.

Paulus lehrt, dass die Beharrlichkeit in Guten von Gott komme. - Die üb­rigen Lehrstücke von der Liebe des Nächsten suche oben unter dem 17. Sonntage nach Pfingsten (S. ?????)

Anmutung. „Ich vertraue im Herrn Jesu, dass der, welcher in mir das gute Werk angefangen hat, es auch vollenden werde bis auf den Tag Jesu Christi“ (Phil 1, 6).

Evangelium des Hl. Matthäus
22, 15 - 21
In jener Zeit gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, wie sie Jesum in einer Rede fangen könnten. Und sie schickten ihre Schüler mit den Herodianern zu ihm und sagten: Meister, wir wissen, dass du wahrhaft bist und den Weg Gottes nach der Wahrheit lehrest und dich um nie­mand kümmerst; denn du siehst nicht auf die Person der Menschen; sag uns nun, was meinest wohl du: ist es erlaubt, dem Kaiser Zins zu geben oder nicht? Da aber Jesus ihre Schalkheit kannte, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Zeiget mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Denar hin. Da sprach Jesus zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Überschrift? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: Gebet also dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.

Warum haben die Pharisäer den Herrn in seiner Rede fangen wollen?
Auf dass sie einen Anlass bekämen, ihn beim römischen kaiser zu ver­klagen oder beim jüdischen Volke verhasst zu machen; denn würde er dem Kaiser den Zins absprechen, so hätten sie ihn des Majestätesver­brechens angeklagt; würde er aber Ja dazu sagen, so hätten sie ihn beim Volke verhasst gemacht, als sei er dem Volke Gottes entgegen, das durch List und Gewalt unter die Botmäßigkeit des römischen Kaisers gekommen war und schwer unter dem Druck hoher Steuern seufzte. - Den Pharisäern gleichen alle diejenigen, welche unter dem Scheine der Freundschaft ihrem Nächsten in Verdruß und Herzeleid zu bringen suchen. „Eine erheuchelte Freundlichkeit ist doppelte Ungerechtigkeit“, sagt der Hl. Hieronymus.

Welche sind eigentlich Gleisner und Heuchler?
Die ihren Nächtsen hintergehen, anders reden und anders meinen. Sol­che sind des Kain, Joab und Judas Brüder, von denen der erste seinen Bruder, der andere seinen Nächsten (Abner) listig hintergangen und ge­tötet (2 Kön 3, 27), der dritte seinen göttlichen Herrn und Meister betrüg­lich verkauft hat. Besser ist ein offener Feind, vor dem man sich hüten kann, als ein gleisnerischer Freund, vor dem man sich nicht in acht nimmt. Hinterlistige Leute sind von Gott verflucht (Mal 1, 14). „Ein zweizüngiger Mund ist ein Greuel vor Gott“ (Spr 8, 13).

Um zu zeigen, dass keine Anschläge, keine Weisheit, kein Verstand, kein Rat etwas wider den Herrn vermögen (Spr 21, 30), fordert der Herr Jesus eine Zinsmünze, und um die Pharisäer zu überführen, fragt er, wessen das Bild und die Überschrift sei, und befiehlt, dem Kaiser und Gott das Ihrige zu geben. - Mein Christ, frage dich oft und besonders des Morgens, wesen Bild du seiest, ob dein Leben in dir das Bild Gottes ausdrücke oder aber des Teufels, insofern die Sünde den Menschen dem Teufel ähnlich macht.

Lerne die christliche Gerechtigkeit üben, welche jene Tugend ist, die da einem jeden gibt, was sein ist, sowohl den geistlichen als den weltlichen Personen.

Anmutung. „Hilf mir, Herr; denn die Heiligen nehmen ab, und die Wahrheit mindert sich unter den Menschenkindern. Eitles reden sie, ein jeglicher zu seinem Nächsten; ihre Lippen sind trügerisch, mit dop­peltem Herzen reden sie“ (Ps 11, 2. 3). „O Herr, erlöse meine Seele von ungerechten Lippen und von trügerischen Zungen!“ (Ps 119, 2) Gib mir die Gnade, dass ich dein Bild in mir bewahre. Neige mein Herz zur Ge­rechtigkeit und nicht zum Geize, damit ich einem jeden das Seine gebe und lasse.

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Glaubenslehre von der Verehrung der Bilder

„Wessen ist dieses Bild?“ (Mt 22, 20)

Beten wir Katholiken die Bilder an?
Durchaus nicht, und wenn uns solches nachgeredet wird, so ist es eben eine grobe Lüge und unverschämte Schmähung von seiten der Un- und Irrgläubigen. Man muß nämlich wissen, dass wir die Bilder nicht in Wert und Ehren halten, als wenn etwas Göttliches daran verborgen wäre; sondern wir ehren sie wegen der Personen und Dinge, die sie bedeuten und uns vor Augen stellen.

Bei allen Völkern war man von jeher der Meinung, dass die Ehre oder Schmach, die man einem Bildnisse antut, demjenigen angetan werde, der durch dasselbe dargestellt wird; deswegen hatte einmal der Kaiser Theodosius beschlossen, die ganze Stadt Antiochia zu schleifen, weil sie seinen Bildsäulen Schmach angetan hatte.

Haben wir auch einen Beweis aus der Heiligen Schrift, dass es zulässig sei, Bilder zu machen?
Ja; denn die ersten Bilder – verstehe den Menschen – hat Gott selber nach seinem Ebenbilde gemacht (1 Mos 1, 26 f.). Gott hat durch Moses befohlen, zwei Cherubim über der Bundeslade zu machen (2 Mos 25, 18 ff.), ferner eine eherne Schlange (4 Mos 21, 8). Christus selbst hat sein Angesicht in das Schweißtuch der Veronika abgedrückt.

Es steht aber geschrieben: „Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen.“
Ja freilich; aber es steht auch dabei: „um es anzubeten“. Also Bilder zu schnitzen ist nicht verboten, wohl aber, sie anzubeten; denn das wäre Götzendienst. Wollte man jene Schriftworte so ganz buchstäblich nehmen, dann dürften die Andersgläubigen, die sich ihrer gegen uns Katholiken bedienen, nur gleich alle Bildhauer und Maler verjagen, ja jegliche Kunst verbieten; sie tun aber das gerade Gegenteil – und wel­cher vernünftige Mensch wird es ihnen verargen? Aber was dem einen recht ist, ist dem andern billig!

Nun frage ich: ist es böse, Bilder zu machen? Oder ist's böse, dieselben in Ehren zu halten?
Das erstere kann keiner unserer Gegner behaupten, da sie ja selber viele Bilder machen lassen. Ist's aber böse, dieselben in Ehren zu hal­ten, so tun sie gar übel daran, dass sie die Bildnisse ihrer Fürsten, ihrer Glaubensstifter Luther, Calvin ... oder ihrer Vorfahren in großen Ehren halten und solche, welche selbige verunehren, scharf abstrafen. Es wä­re doch wahrlich widersinnig, uns Katholiken die Bildnisse Christi und sei­ner Heiligen, die uns zu gottseligen Gedanken Anleitung geben, ver­bieten zu wollen, hingegen allerhand Bilder malen und schnitzen zu lassen, die manchmal den Weg zu allen Lastern bahnen!

Wozu dienen die heiligen Bilder?
Sie dienen 1. den schlichten, einfältigen Christen zu einem Buche, sagt der Hl. Gregorius, woraus diejenigen, die nicht lesen können, abnehmen mögen, was Christus für uns und was die Heiligen um Christi willen ge­tan und gelitten haben. 2. Wir wollen uns durch sie all der Wohltaten Gottes erinnern lassen, ihm dafür danken und den herrlichen Tugendbei­spielen der Heiligen nachfolgen.

Können die Bilder auch Wunderzeichen tun?
Nein; wenn Wunderzeichen dabei geschehen, so wirkt sie Gott allein, bewogen durch die Fürbitte der Heiligen, welche uns durch die Bilder vorgestellt werden; zugleich ist es ein Anzeichen, dass Gott an einem sol­chen Gnadenorte entweder in seinem oder der Heiligen Bildnisse will geehrt und gepriesen werden.

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Vom Zins- und Steuerzahlen

„Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist“ (Mt 22, 21)

Ist es auch verdienstlich, dem Landesherren Zins oder Steuer zu zahlen?
Ja; denn es ist ein Werk der Gerechtigkeit, welches uns Gott zu tun be­fiehlt. Der Apostel Paulus schreibt nämlich: „Es ist eure Pflicht, der Obrigkeit untertan zu sein, nicht nur um der Strafe willen, sondern auch Gewissens halber; denn darum zahlet ihr auch Steuern. Gebet also je­dem, was ihr schuldig seid: Steuer wem Steuer, Zoll, wem Zoll, Ehr­furcht wem Ehrfurcht, Ehre wem Ehre gebührt. Bleibet niemandem et­was schuldig“ u. s. w. (Röm 13, 5 ff.) - Christus selber hat für sich und den Petrus die Tempelsteuer entrichtet (Mt 17, 23 ff.).

Gebet
Allersanftmütigster Jesu, der du die Herzen der Menschen durch­schauest und alle heimliche Arglist und Betrügerei vor Augen hast, aber auch nicht ungestraft lassest: gib, dass ich in allen meinen Reden, in meinem ganzen Tun und Lassen der Warheit mich befleißige; behüte nich vor aller Gleisnerei, dass ich mich selber ihrer nicht schuldig ma­che, noch auch durch die anderer betrogen werde. Insbesondere aber bitte ich, o liebster Jesu, du wollest mir die Gnade verleihen, dass ich das Bild, so du in meine Seele eingedrückt hast, sauber und unbefleckt am jüngsten Tage dir zeigen und dadurch zu erkennen geben möge, dass ich dir und nicht dem leidigen Satan angehöre. Um das bitte ich durch deinen bittern Tod. O Jesu, erhöre mich! Amen.
Quelle