Sonntag, 31. März 2013

Unterricht für den Ostermontag

 Die katholische Kirche vergleicht im Eingange der heiligen Messe die Einführung in den Himmel, welche durch Christi Tod und Auferste­hung geschehen ist, mit dem Eingange des Volkes Israel in das gelobte Land, welcher durch Josue vollbracht wurde; darum singt sie aus dem 13. Kapitel des Buches Exodus:

„Der Herr hat euch geführt in das Land, wo Milch und Honig fließt, Alle­luja, auf dass das Gesetz allzeit in eurem Munde sei, Alleluja, Alleluja!“ „Preiset den Herrn und rufet an seinen Namen; machet kund unter den Völkern seine Werke“ (Ps 104, 1). Ehre sei dem Vater ...

Gebet der Kirche

O Gott, der du in dem Geheimnisse der Osterfeier deinem Volke ein kräftiges Heilsmittel verliehen hast, wir bitten dich, du wollest deine Gemeinde mit deiner Gnadenfülle so reichlich überströmen, dass sie würdig werde, sowohl des Geistes vollkommende Freiheit von dir zu erlangen, als auch auf dem Wege der ewigen Seligkeit unablässig fortzuschreiten – durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn ... Amen.

Lektion aus der Apostelgeschichte

 10, 37 – 43

In jenen Tagen stand Petrus in der Mitte des Volkes und sprach: Ihr wisset, Brüder, welches Wort durch ganz Judäa ergangen ist; denn es begann in Galiläa nach der Taufe, welche Johannes predigte: wie Gott ihn, Jesum von Nazareth, mit dem Heiligen Geiste und mit Kraft gesalbt hat; welcher umhergezogen ist, Gutes getan und alle, die vom Teufel überwältigt waren, geheilt hat; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen von dem allem, was er getan im Lande der Juden und zu Jerusalem, und dass sie ihn getötet haben, indem sie ihn ans Holz hingen. Diesen hat Gott am dritten Tage auferweckt und ihn er­scheinen lassen, nicht dem ganzen Volke, sondern den von Gott vor­herbestimmten Zeugen, uns, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er von den Toten auferstanden war. Und er hat uns geboten, dem Volke zu predigen, und zu bezeugen, dass er es sei, der von Gott verordnet worden zum Richter der lebendigen und Toten. Diesem geben alle Propheten Zeugnis, dass alle, die an ihn glauben, durch seinen Namen Ver­ge­bung der Sünden erlangen.

Der Hl. Petrus erzählt, dass die Auferstehung Christi zu dem Ende ge­schehen sei, dass alle, die an Christum recht glauben, d. i. die den Glauben mit guten Werken zieren, Vergebung ihrer Sünden erlangen und selig werden. Erfreue dich und danke Christo!

„O wahrhaft und aller Annahme wert ist das Wort, dass Jesus Christus gekommen ist in diese Welt, die Sünder se­lig zu machen, unter denen ich der erste bin“ – schreibt der heilige Apostel Paulus an seinen Timotheus (1 Tim 1, 15). O erwünsch­ter Tag, glückselige Stunde!

Evangelium des Hl. Lukas

 24, 13 – 35

In jener Zeit gingen zwei von den Jüngern Jesu an demselben Tage in einen Flecken, der sechzig Stadien von Jerusalem entfernt war, mit Namen Emmaus. Und sie redeten miteinander über alles dies, was sich zugetragen hatte. Und es geschah, als sie miteinander redeten und sich befragten, nahte Jesus selbst und ging mit ihnen. Ihre Augen aber waren gehalten, damit sie ihn nicht erkennten. Und er sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr miteinander auf dem Wege wechselt, und ihr seid traurig? Da antwortete einer, dessen Name Kleophas war, und sprach zu ihm: Bist du der einzige Fremdling in Je­rusalem und weißt nicht, was daselbst geschehen ist in diesen Tagen? Und er sprach zu ihnen: Was? Und sie sprachen: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Rede vor Gott und allem Volke, und wie ihn unsere Hohenpriester und Vor­steher zur Todesstrafe überliefert und gekreuzigt haben. Wir aber hofften, dass er es wäre, der Israel erlösete. Und nun ist heute nach diesem allem der dritte Tag, dass dieses geschehen ist. Auch haben uns einige Weiber von den Unserigen in Erstaunen gesetzt, welche vor Sonnenaufgang am Grabe waren, seinen Leib nicht fanden und kamen und sagten, sie hätten eine Erscheinung von Engeln gehabt, welche gesagt, dass er lebe. Und einige von den Unserigen gingen zu dem Grabe und fanden es so, wie die Weiber gesagt hatten; ihn selbst aber fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Unverstän­digen von langsamer Fassungskraft, um alles zu glauben, was die Propheten gesprochen haben! Musste nicht Christus dies leiden und so in seine Herrlichkeit eingehen? Und er fing an von Moses und allen Propheten, und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm geschrieben steht. Und sie kamen nahe zu dem Flecken, wohin sie gingen, und er stellte sich, als wollte er weitergehen. Aber sie nötigten ihn und sprachen: Bleib bei uns; denn es wird Abend, und der Tag hat sich schon geneigt. Und er ging mit ihnen hinein. Und es geschah, als er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, segnete es, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan, und sie erkannten ihn; er aber verschwand aus ihrem Gesichte. Und sie sprachen zu einander: Brannte nicht unser Herz in uns, während er auf dem Wege redete und uns die Schrift aufschloss? Und sie machten sich in der nämlichen Stunde auf und gingen nach Jerusalem zurück und fanden die elf und die mit ihnen waren, versammelt, die da sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und dem Simon erschienen! Und sie erzählten ihnen, was sich auf dem Wege zugetragen, und wie sie ihn am Brotbrechen erkannt hätten.

Was sind das für Jünger gewesen, die nach Emmaus gehen wollten?
Es sind zwei aus den 72 Jüngern Jesu gewesen.

Warum kam Christus in Gestalt eines Pilgers oder Fremdlings zu ihnen?
Er wollte dadurch andeuten, dass er, obwohl der Herr der Welt, der Gü­ter der Welt nicht anders als wie ein Pilger sich bedient habe.

Lerne, dass wir uns hinieden wie Pilger oder Fremdlinge verhalten sollen, weil wir hier keine bleibende Stätte haben, sondern die zukünf­tige Heimat im Himmel suchen (Hebr 13, 14).

Warum hat Christus die beiden Jünger Unverständige gescholten?
Das hat er um ihres kleinen Glaubens willen gaten; denn obwohl sie ge­hört hatten, dass er am dritten Tage auferstehen werde, haben sie all­bereits die Hoffnung fallen lassen; sodann schalt er sie auch darum, weil sie nicht mehr aus ihm machten als aus einem Propheten, und ihn auch nur einen Propheten nannten, da sie ihn doch für den Sohn Gottes hätten halten sollen. Hieraus können wir abnehmen, wie sehr Gott das Misstrauen missfalle; lerne  daher fest auf Gott vertrauen.

Hat Christus gezwungen gelitten, da er sagt: „Hat nicht Christus leiden müssen“?
Hier ist zu wissen, dass der Sohn Gottes sich ganz freiwillig in den Tod gegeben hat, laut den Worten der Heiligen Schrift bei Jesaja (53, 7): „Er wird geopfert, weil er selbst wollte“; nachdem er aber einmal sei­nen freien guten Willen durch den Mund des Propheten erklärt hatte, dass er nämlich für uns leiden wolle, so hat er deswegen leiden müssen, damit alles, was er durch die Propheten vorhergesagt hatte, erfüllt würde.

Bild Jesus und die zwei Jünger in Emmaus

Wie hat Christus den beiden Jüngern die Schrift ausgelegt?
Er hat ihnen bewiesen, inwiefern sein Leiden in verschiedenen Vor­bildern schon längst geweissagt worden, z. B. wie er im unschuldigen Joseph sei verkauft, wie seine Geißelung durch den blutigen Rock Josephs, den man dem Patriarchen Jakob zeigte, vorbedeutet worden. Er hat ihnen wohl auch erklärt, wie seine Krönung mit Dornen durch den Widder, der zwischen den Dornen gehangen, vorgebildet sei; ferner wie er in Isaak, der das Holz, worauf er verbrannt und geopfert werden sollte, auf den Berg trug, sein Kreuz auf den Kalvarienberg getragen habe; wie er im entblößten und von seinen Kindern verspotteten Noe seiner Kleider beraubt, entblößt und verspottet worden. Er zeigte ihnen weiter, dass eine Kreuzigung durch die von Moses aufgerichtete Schlange dargestellt worden; in dem ganz getöteten und unzerteilt ge­bratenen Osterlamme erklärte er ihnen sein Tod, wie auch er ganz und unzerbrochen ans Kreuz genagelt und davon abgenommen wurde. Er hat ihnen wohl auch nachgewiesen, wie klar König David und der Prophet Jesaja sein Leiden vorausgesagt und beschrieben haben ...

Warum stellte sich Christus, als wollte er weitergehen?
Auf dass er den beiden Jüngern Anlass gäbe, ihn einzuladen und ein Werk der Barmherzigkeit zu üben, weil es Gott sehr angenehm ist, wenn man die Fremden beherbergt; es haben darum auch viele große Heilige, wie Abraham, Augustinus, der heilige Papst Gregorius und andere, Gott dadurch überaus gefallen. Wer Fremde um Gottes willen beherbergt, der beherbergt Gott den Herrn selbst (Mt 25, 35. 40).

Warum sind ihre Augen erst geöffnet worden, als er das Brot brach?
Weil er (wie viele heilige Väter der Kirche meinen) bei dieser Brotbre­chung ihnen seinen Leib dargereicht hat, wie aus der übernatürlichen Wir­kung, die alsbald erfolgt ist, genugsam erhellt.

Aus diesem heiligen Evangelium lernen wir ganz besonders, dass wir, die wir in dieser österlichen Zeit Christum im hochwürdigsten Sakramente empfangen haben, ihn inbrünstig bitten sollen, er möge bei uns blei­ben, weil der Abend, nämlich der Tod, allgemach herannahe.

Gebet

Gelobt und gebenedeit seist du, o mildreichster Jesu, um deiner Güte und Sorgfalt willen, mit welcher du als ein guter Hirt deine flüchtigen Jünger wie zerstreute Schäflein so emsig gesucht hast, vorab die zwei, die wegen deines bittern Leidens und schmählichen Todes sehr betrübt nach Emmaus gegangen sind, im Glauben gewankt, jedoch großes Verlangen gehabt haben, Gewissheit zu erlangen, da sie ja eben dar­über ihre Gespräche führten; aber du ließest sie nicht lange in ihrem Zweifel und ihrer Traurigkeit, sondern geselltest dich als Fremdling zu ihnen und bewiesest ihnen aus der Heiligen Schrift, dass du habest leiden und also in dein Reich eingehen müssen. O gütiger Jesu, wenn uns Traurigkeit, Zweifel und Kleinmütigkeit überfallen, so bleibe alsdann bei uns, insonderheit wenn der Tag unseres Lebens sich neigt und die Nacht des Todes herannaht. Denn du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben; du bist das wahre Licht der Welt und lässest keinen, der dir folgt, in Finsternis geraten, sondern führst ihn zum ewigen Lichte der Seligkeit. Um dieses bitten wir flehentlich mit aufgehobenen Händen: o allerliebster Jesu, verlasse uns nicht! Amen.
Quelle

Vom Unsinn des Ostereier-Suchens

gibt er hier gute Gedanken.

HALT! Nicht sagen, das weiß  ich doch alles. LESEN!

Gewissensverweigerung

... wo kann ich mein Kind noch abtreiben? - fragen sich manche italienische Frauen - und es werden immer mehr. Gott sei DANK.

Heiligenkalender April

April

1.     Hugo, B, Patr gegen Magen­leiden – Gilbert, B
2.     Franz von Paula, Ordst – Ur­ban, B, Patr gegen Hagel­schlag – Maria v. Ägypten, Büßerin
3.     Richard, B von Andria – Benedikt der Mohr, Bk – Aga­pe und Chionia, JJ und MM
4.     Isidor, B und Kirchl
5.     Vinzenz Ferrer, Bk – Irene, J und M, Patr gegen Blitz und Ungewitter
6.     Cölestin I., P – Sixtus I. P und M
7.     Hermann Joseph, Bk – Eberhard von Nellenburg, A
8.     Walter, A – Dionysius, B von Korinth
9.     Maria Cleophä – Waltraud, Ä
10.  Mechtild, Ä – Ezechiel, Proh­phet – Fulbert, B
11.  Leo I., der Große, P und Kirchl
12.  Julius, P – Zeno, B und M
13.  Hermenegild, Prinz und M – Ida
14.  Tiburtius, Valerianus und Ma­ximus, MM – Lidwina, J
15.  Anastasia, M – Peter Gonza­lez, Bk, Patr gegen Meeres­stürme
16.  Benedikt Joseph Labre, Bk – Drogo, Patr der Schäfer – En­cratis, J und M
17.  Anicetus, P und M – Rudolf, Knabe und M
18.  Apollonius, M - Eleutherius, B und M – Amadeus, Bk und Ordst
19.  Werner, Knabe und M, Patr der Winzer – Emma, W
20.  Agnes von Montepulciano, J – Oda, J – Wilho, B
21.  Anselm, Erzb und Kirchl
22.  Soter, Pr und M und Cajus, P und M – Opportina, Ä
23.  Georg, M, Nothelfer und Patr der Soldaten und Sattler – Adalbert, B und M
24.  Fidelis von Sigmaringen, M – Dismas, der gute Schächer, Patr der Sterbenden
25.  Marcus, Ev – Bittag
26.  Maria vom guten Rat – Trud­pert, Eins und M – Cletus und Marcellinus, PP und MM
27.  Turibius, B von Lima – Zita, J, Patr der Mägde
28.  Paul vom Kreuze, Ordst – Vi­talis, M
29.  Petrus, Pr und M, Patr gegen Ungewitter – Robert, A
30.  Katharina von Siena, J – Eu­tropius, B, Patr gegen Wassersucht

Quelle

Samstag, 30. März 2013

Unterricht für das hochheilige Osterfest


Was ist das Osterfest?

Es ist der Tag, an welchem Jesus Christus von den Toten auf­erstanden ist.

Was heißt das: „von den Toten auferstanden“?
Es heißt soviel als: Die Seele Christi, welche am Karfreitage von dem Leibe geschieden war, hat sich am Ostermorgen wiederum mit dem­selben vereinigt, und so ist Christus glorreich aus dem Grabe wieder hervorgegangen.

Warum heißt dieser Tag (in der Kirchensprache) Pascha?
Es ist zu wissen, dass Pascha ein hebräisches Wort ist und auf deutsch „Durchgang“ oder „Vorübergang“ heißt. Als nämlich die Kinder Israels noch in der Knechtschaft Ägyptens seufzten, schlug auf Geheiß des Herrn ein Engel alle Erstgeburten der Ägypter mit dem Tode; den Juden aber war befohlen, sich zum Auszuge aus Ägypten bereit zu halten, vor­her aber ein Lamm zu schlachten und mit dem blute desselben die Tür­pfosten ihrer Häuser zu besprengen; dann würde der Würgeengel an den Türen der Israeliten vorübergehen und ihre Erstgeburt ver­schonen. So geschah es denn auch, und zur dankbaren Erinnerung an diesen „Vorübergang“ des Würgeengels feierten von da an die Juden ihr Osterfest und nannten es Pascha.

Warum nennen wir nun unser Osterfest Pascha?
Weil wir durch das Blut Christi, des Herrn, der das wahre Osterlamm ge­wesen, welches die Sünden der Welt hinwegnimmt, aus der Knecht­schaft des höllischen Pharao, das ist des Teufels, befreit worden und zum ewigen Leben übergegangen sind.

Wie halten wir das Osterfest?
Wenn wir, wie Christus von dem Tode nunmehr zum unsterblichen Leben übergegangen ist, so auch vom Tode unserer Sünden zum geis­tigen Leben der Gnade übergehen und nimmermehr sterben, d. i. nie mehr in die Sünden fallen (Röm 6).

Warum singen wir heute so oft „Alleluja“?
Das tun wir, um die innerliche Freude unseres Herzens zu bezeigen wegen der Auferstehung Christi und der Hoffnung auf die ewige Selig­keit, die er uns dadurch verdient hat.

Was heißt das Wort „Alleluja“?
Es ist ein hebräisches Wort und heißt auf deutsch: „Lobet“ oder „preiset Gott!“

Was haben wir durch die Auferstehung Christi zu hoffen?
Dass auch unsere Leiber, wenn auch längst im Grabe vermodert, wiederum von den Toten auferstehen werden (Röm 8, 11). Denn ist Christus, unser Haupt, lebendig, so müssen auch wir, seine Glieder, wieder lebendig werden.

Warum wird in dieser Nacht an vielen Orten das Kruzifixusbild aus dem Grabe gehoben?
Es geschieht, um anzudeuten, dass Christus aus dem Grabe erstanden ist.

Es ist eine Übung der Liebe zu Gott, sich zu erfreuen, dass Gott geehrt und erhöht werden; darum wird gesungen, um Christo Glück zu wün­schen: „Sei gegrüßt, du Festtag, an welchem Gott die Hölle überwunden und den Himmel erobert hat!“

Zum Eingang der heiligen Messe ruft die Kirche in der Person Christi nach dem 138. Psalm:

„Ich bin erstanden und bin noch bei dir, Alleluja! Du hast deine Hand über mich ausgestreckt, Alleluja! Deine Weisheit ist wunderbar ge­worden. Alleluja, Alleluja!“

Gebet der Kirche

Gott, der du am heutigen Tage durch deinen Eingeborenen den Tod besiegt und nach besiegtem Tode uns den Eingang in die Ewigkeit aufgeschlossen hast: lass unsere Gelübde, die der Hauch deiner zu­vorkommenden Gnade erweckt, durch die macht deiner begleitenden Hilfe in Erfüllung gehen – durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn ... Amen.

Epistel des Hl. Paulus an die Korinther

 I. 5, 7 – 8

Brüder! Feget aus den alten Sauerteig, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr denn auch ungesäuert seid; denn unser Osterlamm Christus ist geopfert worden. Lasset uns also Ostern halten nicht im alten Sau­erteige, nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern um ungesäuerten Brote der Reinheit und Wahrheit.

Paulus ermahnt uns, dass wir durch wahre Buße den alten Sauerteig ausfegen sollen, nämlich Hass, Zorn, Unlauterkeit, Fraß und Völlerei etc. Das Osterlamm, welches für uns geschlachtet worden, ist Christus; wir genießen es im hochwürdigen Sakramente des Altars, was nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in der Aufrichtigkeit eines guten Gewissens geschehen soll.

Lobgebet

(Psalm 117)

Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat; lasset uns frohlocken und fröhlich sein an ihm, Alleluja! Lobet den Herrn, denn er ist gut, und seine Barmherzigkeit währet ewiglich, Alleluja! Lasset uns vor Freu­den rufen: Gott hat uns erlöst. Unser Osterlamm ist Christus, der für uns ist geopfert worden, Alleluja! Darum lasset uns essen ungesäuert, ohne Bitterkeit des Herzens, nicht in Bosheit oder Schalkheit, sondern in Aufrichtigkeit und Wahrheit der christlichen Liebe.

Evangelium des Hl. Markus

 16, 1 – 7

In jener Zeit kauften Maria Magdalena, Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Spezereien, um hinzugehen und Jesum zu salben. Und sie kamen am ersten Tage der Woche in aller Frühe zum Grabe, da die Sonne eben aufgegangen war. Und sie sprachen zu einander: Wer wird uns wohl den Stein von der Türe des Grabes wegwälzen? Als sie aber hinblickten, sahen sie, dass der Stein weggewälzt war; er war nämlich sehr groß. Und da sie in das Grab hineingingen, sahen sie einen Jüngling zur Rechten sitzen, angetan mit einem weißen Kleide, und sie erschraken. Dieser aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, er ist nicht hier; sehet den Ort, wo sie ihn hingelegt hatten. Gehet aber hin, saget seinen Jüngern und dem Petrus, dass er euch vorangehe nach Galiläa; daselbst werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.

Warum haben die drei Frauen Spezereien gekauft, Christum zu salben?
Das haben sie aus lauter Liebe gegen Christus getan, spricht der Hl. Gregorius. Hieraus lernen wir, dass wir Gott beständig lieben und nimmermehr davon ablasen sollen (Hohel 8, 7).

Hatte vielleicht der Engel den Stein von dem Grabe wälzen müssen, damit Christus auferstehen könnte?
Nein; denn Christus war schon auferstanden, ehe der Engel den Stein weggewälzt hatte.

Wie konnte aber sein Leib durch eine dicken Stein hindurchgehen?
Er konnte dies, weil er nunmehr verklärt war und darum ebenso leicht durch den Stein wie ein Sonnenstrahl durch das Glas zu gehen vermochte.

Warum sandte der Engel die drei Frauen zu den Jüngern Christi?
Weil diese wegen des Todes Christi am meisten verstört und betrübt waren; auch darum, weil sie diejenigen sein sollten, die der ganzen Welt die Auferstehung Christi verkünden sollten (Apg 1).

Warum tut der Engel noch ausdrückliche Meldung von dem Apostel Pe­trus?
Einmal weil er das Oberhaupt der Apostel, dann weil er das Oberhaupt der Kirche war und „seine Brüder im Glauben bestärken sollte“, und endlich weil er wegen seiner dreimaligen Verleugnung mehr als die andern Apostel kleinmütig war.

Lerne, dass Gott ein demütiges und zerknirschtes herz nicht verschmäht (Ps 50, 19), weswegen sich alle Sünder erfreuen sollen.

Welchen ist Christus am ersten erschienen?
Nach der Lehre der heiligen Väter, z. B. des Hl. Ambrosius, Anselmus u. a., ist er zuerst seiner Mutter erschienen, weil solches ihre erhabene Würde und ihre Verdienste erforderten; danach den frommen Frauen, endlich den heiligen Aposteln.

Der Tag der Auferstehung Christi bringt den Verstorbenen das Leben, den Sündern die Verzeihung, den Heiden Freude.

Glaubenslehre von der Auferstehung Christi


Wodurch hat Christus seine Auferstehung bewiesen und bestätigt?
Das hat er getan, indem er den frommen Frauen, den Aposteln und mehr denn fünfhundert andern erschienen ist (1 Kor 15, 6), mit seinen Jüngern sichtbarlich umgegangen, sich von ihnen berühren, die Hand in seine Wundmale legen ließ und mit ihnen gegessen und getrunken hat (Apg 10, 41).

Bild: Die Auferstehung Christi

Was hat Jesus in den vierzig Tagen nach seiner Auferstehung getan?
Er hat mit seinen Jüngern vom Reiche Gottes geredet, d. i. er hat sie von dem Stande der Kirche, welche das Reich Gottes ist, unterrichtet, mehrere heilige Sakramente eingesetzt, die Ausspendung derselben befohlen u. dgl. m.

Wodurch können wir zeigen, dass wir wahrhaft von dem Tode der Sünden erstanden sind?
1. Wenn wir nicht allein der Sünde absagen, sondern auch der nächsten Gelegenheit zu den Sünden, vornehmlich bösen Gesellschaften, aus­weichen; 2. wenn wir nach der Tugend und den himmlischen Dingen trachten. Kol 3, 1. 2: „Wenn ihr nun mit Christo auferstanden seid, so suchet, was droben ist, wo Christus ist, der zur Rechten Gottes sitzt; Was droben ist, habet im Sinne, nicht was auf Erden.“

Übung der Liebe


Ich freue mich, o mein süßester Jesu, dass du mit deinen heiligen fünf Wunden, wie mit fünf strahlenden Edelsteinen geziert, wieder aus dem Grabe hervorgegangen bist. Gib uns, o Jesu, durch deinen Sieg, den du über den Tod und den Teufel errungen hast, die Gnade, dass wir unse­re bösen Neigungen abtöten mögen.

Sittenlehre


Manche bilden sich ein: weil Christus uns erlöst habe, darum sei es fer­nerhin nicht nötig, von unserer Seite Gutes zu wirken. Aber da irren sich solche gröblich. Die Kinder Israels waren zwar durch Moses aus der Knechtschaft des ägyptischen Pharao herausgeführt worden; sie haben aber, um noch das gelobte Land zu erobern, wider ihre Feinde gar tapfer streiten müssen. So hat uns zwar Christus durch sein Leiden und seinen Tod aus der Gewalt des Satans errettet, aber mit der Bedingung, dass wir fernerhin mit Hilfe seiner Gnade wider unsere Feinde, das Fleisch, den Teufel und die Welt, täglich streiten, um das gelobte Land des Himmels zu erobern; denn keiner wird gekrönt, „wenn er nicht ge­setz­mä­ßig gekämpft hat“ (2 Tim 2, 5).

Gebet

Allerglorwürdigster Herr Jesu, wir freuen uns und frohlocken inniglich wegen deiner herrlichen triumphierenden Auferstehung. O Trost über allen Trost! Ach, wie gut ist es, um Gottes willen Böses zu leiden und deinem himmlischen Vater bis in den Tod zu gehorsamen! O mein Jesu, weil der Knecht nicht besser ist als der Herr, siehe, so opfern wir uns ganz und gar in deinen göttlichen Willen auf und sind bereit, was du über uns väterlich anordnen wirst, williglich anzunehmen und zu tragen, in der vollen Hoffnung und Zuversicht, dass, wenn wir als deine Kinder mit dir leiden, wir auch zur Herrlichkeit mit dir aufer­stehen werden. Amen.

Quelle

Die Verbindlichkeit der Worte eines Papstes

... für den Glauben. Vergelt's Gott an Martina Katholik!

Freitag, 29. März 2013

Gott, warum hast du mich verlassen

Dunkel bricht die Nacht herein,
in meinen Gedanken
Angst und Verzweiflung schreien.
Ich schwitze Wasser und auch Blut,
verloren all mein Lebensmut.
Oh, Herr laß den Kelch an mir vorübergehen,
mich irgendeine Hoffnung sehen.
 
Hör, oh Vater dein bittendes Kind.
Du weißt, wie schwer meine Leiden sind.
Doch um mich herum ist nichts als Stille,
da weiß ich es ist Gottes Wille.
Muss ertragen was mir auferlegt.
In mir sich Hoffnungslosigkeit nun regt.
 
Ich kann deine Härte nicht erfassen!
Mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Vergelt's Gott der edlen Spenderin!

Ein Interview zu Papst Franziskus

... mit Cipriani Kardinal Thorne, zu lesen bei Katholisches. Vergelt's Gott!

Unterricht für den Karsamstag


Warum wird dieser Samstag auch der heilige Samstag genannt?

Weil Jesus Christus, der Heilige der Heiligen, an demselben im Grabe geruht hat; sodann auch, weil heute das Feuer, die Oster­kerze und das Taufwasser geweiht werden.

Warum wird das neue Feuer aus einem Steine geschlagen?
Zur Andeutung, dass Christus, das Licht der Welt, jener Eckstein ge­wesen, den die Juden verworfen haben (Ps 117, 22).

Warum werden an dem neuen Lichte alle Ampeln und Lichter in der Kirch angezündet?
Um anzudeuten, dass durch die Gnade, die uns Christus durch sein Leiden verdient hat, alle Lehrer und Menschen, die unter den Kerzen hier verstanden werden, zur Liebe Gottes entzündet werden sollen.

Was bedeutet die dreizackige Kerze oder der Triangel?
Sie ist ein Sinnbild der heiligsten Dreifaltigkeit. Beim Anzünden dieser dreifachen Kerze wird dreimal gesungen: Lumen Christi, d. i. „Licht Christi“, und dreimal wird auf den Knien Christus, das Licht der Welt, angebetet mit den Worten: Deo gratias! – „Gott sei Dank!“

Was bedeutet die Osterkerze?
Christum, und zwar das Wachs seinen Leichnam, der Docht seine Seele, das Licht seine Gottheit; ein Vorbild dessen war jene Wolken- und Feuersäule, welche die Kinder Israels aus der Dienstbarkeit des ägyptischen Pharao geführt hat (Ex 13, 21); denn also hat uns Christus, das wahre Licht, aus der Dienstbarkeit Satans herausgeführt. – Die fünf großen Weihrauchkörner, sogen. Nägel, bedeuten die heiligen fünf Wunden Jesu.

Was bedeutet das Taufwasser?
1. Das Rote Meer, in welchem der Teufel wie ein anderer Pharao ertränkt worden ist; 2. das Blut Christi, durch welches wir von unsern Sünden gereinigt werden.

Was bedeuten die verschiedenen Zeremonien, deren man sich bei der Wei­he des Taufwassers bedient?
Die verschiedenen Wirkungen der heiligen Taufe.

Was bedeutet es, wenn der Priester das Wasser kreuzweise an den vier Ecken des Taufsteines ausgießt?
Es zeigt an, dass das Taufwasser durch das Leiden Christi seine Kraft habe, war durch das Kreuz bedeutet wird; dann auch, dass das Sakrament der Taufe für alle Menschen sei, welche in den vier Enden der Welt wohnen.

Was bedeutet das dreimalige Hauchen über das Taufwasser in Kreuzes­form?
Es zeigt an: 1. dass die Taufe ihre Kraft im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit und durch das Leiden Christi habe; 2. dass der Teufel leicht, wie durch den Hauch des Priesters, verjagt werden könne.

Was bedeutet es, dass die Osterkerze in das Wasser dreimal, jedes Mal tiefer, hinuntergelassen wird?
Dadurch wird zu Verstehen gegeben, dass der heilige Geist den Tauf­brunnen mit seiner Gnade erfüllen wolle, gleichwie er getan, als Chris­tus, welcher durch die Kerze bedeutet wird, im Jordan getauft wurde. – Das dreimalige Erhöhen der Osterkerze bedeutet die Gnade Gottes, die uns auch der Sünde bis zum Himmel erheben soll. – Dass endlich hei­liges Öl und Chrisam mit dem Wasser vermischt wurde, bedeutet die Fülle des Heiligen Geistes, die über diesem Wasser schwebt und durch die Taufe den Menschen mitgeteilt wird.

Der ganze Gottesdienst gehört eigentlich schon zum heiligen Ostertage. Vor Zeiten hat man denn auch in der Osternacht die heilige Messe gesungen, aber wegen vieler Missbräuche, die mit unterliefen, wird die Feierlichkeit nicht mehr des Nachts, sondern schon am Morgen des Karsamstages gehalten.

Gebet der Kirche

Gott, der du diese hochheilige Nacht durch die herrliche Auferstehung unseres Herrn Jesu Christi erhellst, erhalte in deinen neugeborenen Kindern den Geist der Kindschaft, den du ihnen gegeben hast, damit sie, an Leib und Seele erneut, dir mit reinem Herzen dienen mögen – durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn ... Amen.

Epistel des Hl. Paulus an die Kolosser

 3, 1 - 4

Brüder! Wenn ihr mit Christo auferstanden seid, so suchet, was droben ist, wo Christus ist, der zur Rechten Gottes sitzt. Was droben ist, habet im Sinne, nicht was auf Erden. Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott. Wenn Christus, euer Leben, erscheinen wird, dann werdet auch ihr erscheinen mit ihm in Herrlichkeit.

Evangelium des Hl. Matthäus

28, 1 - 7

Nach dem Sabbate, als der Morgen am ersten Tage der Woche an­brach, kam Maria Magdalena und die andere Maria, das Grab zu besehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben; denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Anblick war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wächter aber bebten aus Furcht vor ihm und waren wie Tot. Und der Engel redete und sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht; denn ich weiß, dass ihr Jesum suchet, der gekreuzigt worden ist. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat; kommet und sehet den Ort, wo man den Herrn hin­gelegt hatte! Und gehet eilends hin und saget seinen Jüngern, dass er auferstanden ist; und siehe er geht vor euch nach Galiläa hin; da­selbst werdet ihr ihn sehen: Siehe, ich hab’ es euch gesagt.

Gebet

O geduldiger Herr Jesu! Ich danke dir, dass du aus deinem heiligen Blute ein Bad der Wiedergeburt in der heiligen Taufe zubereitet hast, wodurch wir die verlorene Unschuld wieder erlangen können. Ich bitte dich, du wollest mir die Gnade verleihen, dass ich die durch die Taufe empfangene Unschuld unbefleckt vor dich bringen möge. Amen.

(An diesem Samstage kannst du vielleicht nach Gelegenheit wieder den Kreuz­weg gehen und dich dabei fromm erinnern, was Christus für uns beim Kreuz­tragen und auf dem Calvarienberge gelitten hat, ihm dafür danken und um die besondere Gnade bitten, dich in irgend einer sündigen Neigung abzutöten.)
Quelle

Der Auftrag des Simon von Cyrene

Vergelt's Gott für diesen Beitrag!!!

Den Willen Gottes tun - in allem

Vergelt's Gott für diesen Beitrag!

Lass dich entzünden von der Liebe Christi

Es kam der Tag, da sagte das Zündholz zur Kerze: "Ich habe den Auftrag, dich anzuzünden."
"O nein", erschrak die Kerze, "nur das nicht. Wenn ich brenne, sind meine Tage gezählt. Niemand mehr wird meine Schönheit bewundern."
Das Zündholz fragte: "Aber willst du denn dein Leben lang kalt und hart bleiben, ohne zuvor gelebt zu haben?" "Aber Brennen tut doch weh und zehrt an meinen Kräften", flüsterte die Kerze unsicher und voller Angst.
"Es ist wahr", entgegnete das Zündholz, "aber das ist das Geheimnis der Berufung.
Du und ich sind berufen, Licht zu sein. Was ich als Zündholz tun kann, ist wenig. Zünde ich dich aber nicht an, so vergesse ich den Sinn meines Lebens. Ich bin dafür da, Feuer zu entfachen.
Du bist eine Kerze. Du bist da, um zu leuchten und Wärme zu schenken. Alles, was du an Schmerz und Leid und Kraft hingibst, wird verwandelt in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn du dich verzehrst. Andere werden dein Feuer weitertragen.
Nur wenn du dich versagst, wirst du sterben ..."
Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung: "Ich bitte dich, zünde mich an."
(Überschrift vom Abtipper, Autor unbekannt)

Donnerstag, 28. März 2013

Stärkung des Islams in Deutschland

Durch die Kirche.

Unterricht für den Karfreitag, Parasceve genannt


Was bedeutet das Wort Parasceve?
Es ist ein griechisches Wort und heißt auf deutsch „Vorbereitung“ oder „Zurüstung“. Weil nämlich vor Zeiten die Juden an diesem Tage alles zubereiteten oder rüsteten, was sie für ihr Osterfest vonnöten hatten, nannten sie diesen Tag Vorbereitungs- oder Rüsttag.

Warum halten wir Christen diesen Freitag in Ehren?
Weil an ihm Jesus Christus, der eingeborene Sohn des ewigen Vaters, nachdem er den Juden überliefert, gegeißelt und mit Dornen gekrönt worden, zu Jerusalem auf dem Kalvarienberge am Stamme des heiligen Kreuzes die Erlösung des Menschengeschlechtes durch seinen bittern Tod vollbracht hat.

Zu welchem Ende begehen wir das Gedächtnis dieses heiligen Tages?
Auf dass wir Christo dem Herrn für das Werk unserer Erlösung schul­digst danken.

Wird heute auch Messe gelesen?
Eine eigentliche Messe wird heute nicht gefeiert, da an diesem Tage Christus der Herr sich selber blutigerweise aufgeopfert hat. Zwar erhebt der Priester eine heilige Hostie und kommuniziert auch; allein er konse­kriert oder wandelt heute nicht; denn die heilige Hostie, die er erhebt, ist schon tags zuvor im Hochamte konsekriert worden und war inzwischen in dem sogenannten Heiligen Grabe aufbewahrt, von wo sie nach der Enthüllung und Verehrung des Kreuzes in Prozession auf den Altar ge­tragen wird.

Warum sind beim Anfange des Gottesdienstes keine Kerzen angezündet?
Um anzudeuten, dass heute Christus, das Licht der Welt, gleichsam erloschen ist.

Warum legt sich der Priester vor dem Altare auf sein Angesicht nieder?
Damit wir mit ihm in Glauben und Reue erwägen sollen, wie der Sohn Gottes am Kreuze für unsere Sünden gestorben ist.

Warum werden heute zwei Lektionen aus den Büchern Moses und den Propheten gelesen?
Weil schon Moses und die Propheten Zeugnis gaben vom Tode Christi.

Erste Lektion aus dem Propheten Osee (Hosea)

 6, 1 – 6

So spricht der Herr: In ihrer Trübsal werden sie früher zu mir sich auf­machen (und sagen): Kommt, lasst uns zurückkehren zu dem Herrn; denn er selbst hat uns gefangen, so wird er uns auch erlösen; ge­schlagen, so wird er uns auch heilen. Er wird uns beleben nach zwei Tagen, und am dritten Tage uns erwecken, damit wir vor ihm leben. Wir werden’s erfahren und streben nach der Erkenntnis des Herrn; denn wie die Morgenröte bereitet sich sein Ausgang, und wie Regen wird er zu uns kommen zu seiner Zeit, wie der Spätregen auf das Land. Was soll ich dir tun? Ephraim? Was soll ich dir tun, Juda? Eure Barmherzigkeit ist wie eine Morgenwolke, und wie der Morgentau, der dahinschwindet. Darum haue ich sie zu durch die Propheten, töte sie durch die Worte meines Mundes, und dein Gericht wird wie das Licht hervorbrechen. Denn Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer, Erkennt­nis Gottes denn Brandopfer.

Bild Das Ostermahl

Zweite Lektion aus dem zweiten Buche Moses (Exodus)

 12, 1 - 11

In jenen Tagen sprach der Herr zu Moses und Aaron im Lande Ägyp­ten: Dieser Monat soll euch der erste Monat sein; es soll der erste Mo­nat des Jahres sein. Redet zu der ganzen Gemeinde der Söhne Is­raels und saget ihnen: Am zehnten Tage dieses Monats nehme ein jeglicher ein Lamm je nach ihren Familien und Häusern. Ist aber die Zahl zu geringe, um hinzureichen, das Lamm aufzuessen, so nehme er seinen Nachbar, der an seinem Hause wohnt, nach der Anzahl der Seelen, die genug sein können, ein Lamm aufzuessen. Es soll aber ein Lamm sein ohne Fehler, ein Männlein, einjährig; und nach dieser Vorschrift könnet ihr auch ein Ziegenböcklein nehmen. Und ihr sollet es aufbewahren bis zum vierzehnten Tage dieses Monats; dann soll es die ganze Gemeinde der Söhne Israels schlachten gegen Abend. Und sie sollen von seinem Blute nehmen und es an die beiden Pfos­ten und an die Oberschwellen ihrer Häuser streichen, darinnen sie essen. Und sie sollen das Fleisch essen in derselben Nacht, gebraten am Feuer, und ungesäuert Brot mit wildem Lattich. Ihr sollet nichts roh davon essen oder im Wasser gesotten, sondern nur am Feuer ge­braten; seinen Kopf mit den Füßen samt dem Eingeweide sollet ihr essen. Und es soll nichts davon übrigbleiben bis zum Morgen; was aber übrigbleibt, sollet ihr mit Feuer verbrennen. Ihr sollet es aber also essen: Eure Lenden sollet ihr umgürten, und Schuhe an euern Füßen haben, und Stäbe in euern Händen halten, und eilig es essen; denn es ist das Phase (d. i. der Vorübergang) des Herrn.

Bild Jesus am Ölberge

Die Passion oder Leidensgeschichte unseres Herrn Jesu Christi nach den vier heiligen Evangelien

Nach dem heiligen Abendmahle ging Jesus mit seinen Jüngern nach seiner Gewohnheit hinaus an den Ölberg, und er sprach zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr alle euch an mir ärgern; denn es steht ge­schrieben: Ich will den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden; wenn ich aber werde auferstanden sein, will ich vor euch her gehen nach Galiläa. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Und wenn alle sich an dir ärgerten, so will ich mich doch niemals ärgern. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: ehe denn der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnet haben. Und Petrus versicherte noch mehr und sprach: Und wenn ich auch mit dir sterben müsste, so will ich dich nicht verleugnen, - und ebenso sprachen die Jünger alle. Und sie gingen über den Bach Cedron und kamen an einen Meierhof mit Namen Gethsemane; da war ein Garten und in diesen gingen Jesus und sei­ne Jünger. Aber auch Judas kannte den Ort; denn Jesus kehrte da­selbst oft ein mit den Seinen; der Verräter nahm also eine Rotte und Diener von den Hohenpriestern und Pharisäern und kam mit Laternen und Waffen dahin. Und Jesus sprach daselbst zu seinen Jüngern: Bleibet hier, während ich dorthin gehe und bete; betet ihr auch, auf dass ihr nicht in Versuchung fallet. Und den Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus, den Jakobus und Johannes, nahm er mit sich, und fing an, sich zu betrüben und zu ängstigen, und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; so bleibet denn hier und wa­chet mit mir. Er ging dann eine kleine Strecke – etwa einen Steinwurf weit – von ihnen, kniete hin und betete, dass, wo möglich, diese Stunde an ihm vorüberginge, und sprach: Abba, Vater, dir sind alle Dinge möglich, so gehe denn dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. Und es erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn; und als ihn Todesangst befiel, betete er in­brünstiger; sein Schweiß aber ward wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen. Und als er vom Gebete aufstand und zu seinen Jüngern kam, fand er sie vor Traurigkeit in Schlaf versunken und sprach zu ihnen: Warum schlafet ihr? Konntet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wa­chen? Und zu Petrus sprach er: Simon, du schläfst? Konntest du nicht eine Stunde mit mir wachen? Stehet auf und wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet; der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach. Und danach ging er das zweite Mal weg und be­tete abermal: Mein Vater, kann dieser Kelch nicht an mir vorüber ge­hen, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille. Und als er zu­rückkam, fand er sie wieder schlafend, denn ihre Augen waren beschwert, und sie wussten nicht, was sie antworten sollten. Und er verließ sie wieder, ging hin, betete zum drittenmal und sprach dieselben Worte; dann kam er zu seinen Jüngern und sprach: Schlafet nur und ruhet, es ist genug; sehet, die Stunde ist jetzt gekommen, des Menschen Sohn wird in die Hände der Sünder überliefert; stehet auf, laset uns gehen; sehet, der Verräter ist nahe gekommen. Indem er aber redete, kam Judas Iskariot, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stangen, die von den Hohenpriestern, Schriftgelehrten und Ältesten des Volkes ausgeschickt waren. Der Verräter hatte ihnen ein Zeichen gegeben: Den ich küssen werde, der ist’s, den greifet und führet ihn behutsam. Und er ging vor ihnen her, trat zu Jesus und sprach: Sei gegrüßt, Meister! Und küsste ihn. Aber Jesus sprach zu ihm: Freund, wozu bist du gekommen? Judas, mit einem Kusse verrätst du des Menschen Sohn? Und Jesus, der alles wusste, was ihm bevorstand, trat hervor und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Und sie antworteten: Jesum von Nazaret. Und Jesus sprach: Ich bin es! Aber auf die Worte Jesu: Ich bin es! Wichen sie zurück und stürzten zu Boden. Und er fragte sie nochmals: Wen suchet ihr? Und sie Antworteten: Jesum von Nazaret. Und Jesus sprach: Ich habe euch ja gesagt, dass ich es bin; suchet ihr also mich, so lasset diese gehen. Und jetzt traten sie hinzu, legten Hand an Jesum und ergriffen ihn.
Da nun aber die, welche um ihn waren – seine Jünger – sahen, was geschehen sollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerte dareinschlagen? Und einer von ihnen, Simon Petrus, streck­te seine Hand aus, zog sein Schwert, traf den Malchus, des Hohen­priesters Knecht, und hieb ihm das rechte Ohr ab; und Jesus sprach zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide; denn alle, welche das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen; meinst du, ich könnte nicht jetzt noch meinen Vater bitten, und er würde mir mehr als zwölf Legionen Engel senden; aber wie würde dann die Schrift erfüllt werden, welche spricht, dass es so geschehen muss? Soll ich den Kelch, den mir mein Vater gegeben hat, nicht trinken? Und er be­rührte des Knechtes Ohr und heilte es. Hierauf sprach Jesus zu den zu ihm gekommenen Hohenpriestern, Obersten des Tempels, Ältes­ten und der Schar. Wie gegen einen Mörder seid ihr mit Schwertern und Stangen ausgezogen, mich zu ergreifen; täglich saß ich doch bei euch im Tempel und lehrte, und ihr ergriffet mich nicht, legtet keine Hand an mich; aber dies alles geschieht, damit die Schriften der Propheten erfüllt werden; dies ist eure Stunde und die Gewalt der Finsternis. Und alsdann ergriffen die Rotte, der Hauptmann und die jüdischen Gerichtsdiener Jesum und banden ihn und führten ihn zu­erst zu Annas.

Bild Gefangennehmung Jesu

Aber jetzt verließen ihn seine Jünger alle und flohen, und nur ein Jüngling, der mit einem leinenen Gewande bedeckt war, folgte ihm nach; und sie ergriffen ihn; er aber ließ das Gewand zurück und ent­kam ihnen. Annas schickte Jesum gebunden zum Hohenpriester Kai­phas, wo alle Priester, Schriftgelehrten und Ältesten versammelt waren, und es befragte der Hohepriester Jesum über seine Jünger und seine Lehre; und Jesus antwortete: Ich habe öffentlich vor der Welt geredet; ich habe allezeit in den Synagogen und im Tempel ge­lehrt, wo alle Juden zusammenkommen, und ich habe nichts im ge­heimen gesprochen; was frägst du also mich? Frage diejenigen, wel­che gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe. Und da er solches gesprochen, gab ihm einer der dastehenden Gerichtsdiener einen Ba­ckenstreich und sagte: Antwortest du so dem Hohenpriester? Jesus erwiderte: Habe ich unrecht geredet, so beweise das Unrecht; habe ich recht gesprochen, warum schlägst du mich? Aber die Hohenpries­ter, Ältesten und die ganze Versammlung suchten falsches Zeugnis gegen Jesum, damit sie ihn zum Tode verurteilen könnten, und fanden keines, obschon viele falsche Zeugen auftraten und gegen ihn aussagten; endlich traten zwei auf und legten falsches Zeugnis gegen ihn ab, der eine von ihnen sprach: Wir haben gehört, dass er sagte: Ich kann den Tempel, der mit Menschenhänden erbaut ist, nieder­reißen und einen anderen ohne Menschenhände aufbauen. Aber ihr Zeugnis stimmte nicht überein. Da stand der Hohepriester auf, trat in die Mitte und fragte Jesum: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich vorbringen? Jesus schwieg und antwortete nichts; und Kaiphas fragte ihn nochmal und sprach: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes? Jesus antwortete: Du hast es gesagt, ich bin es; und ich sage euch, von nun an werdet ihr des Menschen Sohn zur Rechten der Macht Gottes sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen se­hen. Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert, was brauchen wir noch Zeugen? Ihr habt eben die Gotteslästerung gehört; was dünkt euch? Und sie antworteten alle: Er ist des Todes schuldig. Und hierauf spieen ihm einige ins Gesicht und schlugen ihn mit Fäusten; andere verbanden ihm die Augen, gaben ihm Backenstreiche und sprachen dabei: Christus, weissage uns, wer ist’s, der dich schlug? Und sie stießen noch andere Lästerungen gegen ihn aus.
Es waren aber Jesu von weitem nachgefolgt Petrus und ein anderer Jünger (Johannes), und dieser war dem Hohenpriester bekannt, und sie gingen mit Jesu in den Vorhof des Hohenpriesters. Mitten in dem­selben hatten die Knechte und Diener des Hohenpriesters ein Kohlen­feuer gemacht, weil es kalt war, und wärmten sich. Auch Petrus stand bei ihnen und wärmte sich. Eine von den Mägden des Hohenpriesters – es war die Türhüterin – sah den Petrus am Feuer sitzen und sich wärmen, ging auf ihn zu, sah ihn scharf an und sprach zu ihm: Auch du warst bei Jesus von Nazareth. Er aber leugnete und sprach: Ich kenne ihn nicht; ich weiß nicht und verstehe nicht, was du redest; und er ging zur Türe hin und der Hahn krähte. Und indem er zur Türe ging, sah ihn die Magd abermal und sprach zu den Anwesenden: Dieser ist auch einer von ihnen. Er aber leugnete abermal. Und bald darauf traten die Umstehenden hinzu und sprachen zu Petrus: Du bist gewiss auch einer von ihnen; denn du bist ein Galiläer, deine Aussprache verrät dich. Aber Petrus leugnete es nochmal und fing an zu schwören und sich zu verwünschen: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr redet. Und sogleich, indem er noch redete, krähte der Hahn zum zweitenmal. Da wandte sich der Herr um und sah Petrus an, und dieser erinnerte sich der Worte Jesu: Ehe der Hahn zweimal krähen wird, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.

Bild Petrus verleugnet Jesum

Gleich am Morgen, da es tagte, hielten die Hohenpriester, Schriftge­lehrten und Ältesten in voller Versammlung Rath gegen Jesum, wie sie ihn töten könnten. Sie ließen ihn also in ihre Versammlung kom­men und fragten ihn: Bist du Christus, so sage es uns. Und er ant­wortete ihnen: Wenn ich es euch sage, so werdet ihr mir doch nicht glauben, und wenn ich durch frage, so werdet ihr mir doch nicht ant­worten und mich auch nicht loslassen; aber von nun an wird des Men­schen Sohn sitzen zur Rechten er Allmacht Gottes. Da sprachen sie: Bist du also der Sohn Gottes? Er antwortete: Ihr sagt es, ich bin es. Und hierauf sprachen sie: Was brauchen wir noch Zeugnis? Wir haben es ja selbst aus seinem Munde gehört. Und sie standen insge­samt auf, ließen Jesum binden, führten ihn weg und übergaben ihn dem Landpfleger, Pilatus. Als aber der Verräter Judas sah, dass Jesus verurteilt war, reute es ihn; er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Ältesten zurück und sprach: Ich habe gesün­digt, indem ich unschuldiges Blut verraten habe. Und sie erwiderten: Was geht das uns an? Da sieh du zu. Und hierauf warf er das Geld in den Tempel, ging hin und erhängte sich. Und die Hohenpriester nahmen das Geld und sprachen: Es ist nicht erlaubt, solches in den Geldkasten zu legen, weil es Blutgeld ist. Und sie beratschlagten sich und kauften dafür den Acker eines Töpfers zum Begräbnisplatz der Fremden; und deshalb heißt dieser Acker bis auf den heutigen Tag noch Hakeldama, d. h. Blutacker, und so ward erfüllt, was durch den Propheten Jeremias gesagt ist, welcher spricht: Sie nahmen die drei­ßig Silberlinge, den Preis des Gekauften, den sie von den Israeliten gekauft haben, und gaben sie für den Acker eines Töpfers, wie mir der Herr befohlen hat.
Die Juden waren nicht zu Pilatus in das Richthaus gegangen, damit sie nicht verunreinigt würden, sondern das Osterlamm essen könnten. Pilatus ging also zu ihnen hinaus und sprach: Was bringet ihr für eine Klage gegen diesen Mann vor? Und sie antworteten ihm: Wenn dieser kein Verbrecher wäre, so hätten wir ihn dir nicht überliefert. Und Pila­tus sprach: So nehmet ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetze. Aber die Juden antworteten: Wir dürfen niemanden hinrichten. Und jetzt begannen sie ihr Anklage und sprachen: Wir haben gefunden, dass dieser das Volk aufwiegelt, dem Kaiser Steuern zu geben ver­bietet und sich selbst Christus, einen König, nennt. Und Pilatus ging nun wieder ins Richthaus und rief Jesum und fragte ihn, da er vor ihm als Landpfleger stand: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Sagst du das von dir selbst oder haben es dir andere von mir gesagt? Und Pilatus antwortete: Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Ho­henpriester haben dich mir überliefert; was hast du getan? Und Jesus sprach: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wenn es von ihr wäre, so würden meine Diener für mich kämpfen, dass ich den Juden nicht überliefert würde; aber mein Reich ist nicht von dieser Welt. Und Pila­tus sagte: Bist du ein König? Und Jesus antwortete: Du sagst es, dass ich ein König bin; ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge, und jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme. Da sprach Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und er ging wieder hinaus zu den Hohenpriestern und Juden und sprach: Ich finde keine Schuld an diesem Manne. Und die Hohenpriester und Ältesten verklagten ihn in vielen Stücken; er aber antwortete nichts. Pilatus fragte nochmal: Gibst du keine Antwort? Hörst du nicht, wel­che wichtige Dinge diese gegen dich aussagen? Aber Jesus antworte­te ihm nicht auf ein einziges Wort, so dass sich der Landpfleger verwunderte. Die Juden wurden heftiger und sprachen: Durch seine Lehren, die er zuerst in Galiläa und hernach in ganz Judäa bis hierhin verkündet hat, wiegelt er das Volk auf. Und als Pilatus von Galiläa hörte, fragte er, ob dieser Mann ein Galiläer wäre. Und da er ver­nahm, dass er aus des Herodes Gebiete sei, so schickte er ihn zu ihm, der eben damals in Jerusalem war. Und Herodes sah Jesum und freute sich sehr; denn schon lange wünschte er ihn zu sehen, weil er vieles von ihm gehört hatte, und hoffte ein Wunder zu sehen; Und er stellte viele Fragen an Jesum; allein dieser gab ihm keine Antwort. Die Hohenpriester und Schriftgelehrten standen dabei und verklagten ihn heftig, und Herodes und seine Soldaten verachteten und verhöhnten ihn, legten ihm ein weißes Kleid an und schickten ihn zu Pilatus zu­rück. Und an diesem Tage wurden Herodes und Pilatus Freunde; denn vorher waren sie einander feind.
Jetzt ließ Pilatus die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zu­sammenkommen und sprach zu ihnen: Ihr habt mir diesen Mann als einen Aufwiegler des Volkes überliefert; ich habe ihn in eurer Gegen­wart befragt und keine Schuld an ihm gefunden; eben so wenig fand Herodes; denn ich habe euch zu ihm geschickt, und man hat nichts an ihm gefunden, das den Tod verdiente; ich will ihn also züchtigen und losgeben. Denn der Landpfleger musste am Feste dem Volke einen Gefangenen losgeben, welchen sie wollten. Damals hatte er aber einen sehr berüchtigten Gefangenen, namens Barabbas, einen Stra­ßenräuber, der wegen eines Aufruhrs in der Stadt und wegen eines Mordes im Kerker saß. Und das Volk fing an zu bitten und zu rufen, er möchte ihnen tun, wie er allezeit getan. Und Pilatus sprach also zum versammelten Volke: Ihr habt eine Gewohnheit, dass ich euch zum Osterfeste einen losgebe; welchen soll ich euch nun freilassen, den Barabbas oder Jesum, den man Christus nennt, den König der Juden? Denn er wusste, dass ihn die Hohenpriester aus Neid über­liefert hatten. Und als er auf dem Richterstuhle saß, sandte seine Ge­mahlin zu ihm und ließ ihm sagen: Habe nichts mit diesem Gerechten zu tun; denn seinetwegen habe ich diese Nacht in einem Gesichte vieles gelitten. Aber die Hohenpriester und Ältesten beredeten das Volk, den Barabbas loszubegehren und auf Jesu Tod zu dringen. Und der Landpfleger fragte sie wiederholt: Welchen von beiden wollet ihr, dass ich euch losgebe? Da schrie die ganze Schar zusammen: Weg mit diesem, gib uns den Barabbas los! Und Pilatus, der Jesum gerne losgeben wollte, redete ihnen nochmal zu und fragte: Was soll ich denn mit Jesus, den man Christus nennt, dem Könige der Juden, tun? Und sie schrieen wieder alle: Kreuzige ihn, kreuzige ihn! Und er sprach wiederum zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Ich finde nichts an ihm, was den Tod verdiente: Allein sie drangen mit großem Geschrei in ihn und verlangten, dass Jesus gekreuzigt werde; und ihr Geschrei: Kreuzige ihn, kreuzige ihn! ward immer stärker.
Nun ließ Pilatus Jesum nehmen und ihn geißeln; den Barabbas aber, den Mörder, gab er los. Und die Soldaten des Landpflegers führten Jesum ins Richthaus, riefen und versammelten die ganze Rotte, zo­gen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an, flochten eine Krone von Dornen, setzten sie auf sein Haupt, gaben ihm ein Rohr in die rechte Hand, traten zu ihm und sprachen mit Hohn: Sei gegrüßt, du König der Juden! Darauf gaben sie ihm Backenstreiche, spieen ihn an, nahmen das Rohr, schlugen ihn damit auf das Haupt und fielen vor ihm auf die Knie und gebärdeten sich, als ob sie ihn anbeten woll­ten. Hierauf ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus vor euch, damit ihr wisset, dass ich keine Schuld an ihm finde. Und Jesus erschien mit der Dornenkrone und dem Purpurmantel. Und Pilatus sprach: Sehet, welch ein Mensch! Und da ihn die Hohenpriester und Gerichtsdiener sahen, schrieen sie: Kreuzige ihn, kreuzige ihn! Pilatus sprach: So nehmet ihn hin und kreuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm. Aber die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach diesem Gesetze ist er des Todes schuldig, weil er sich selbst zum Sohne Gottes gemacht hat. Und da Pilatus diese Worte hörte, fürchtete er sich, ging wieder in das Richthaus und fragte Jesum: Woher bist du? Und Jesus antwortete ihm nicht. Pilatus sprach zu ihm: Mir antwortest du nicht? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich zu kreuzigen und Macht, dich loszugeben? Und Jesus erwiderte: du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre; deshalb hat der eine größere Sünde, der mich dir überliefert hat. Und von dieser Zeit an suchte Pilatus noch mehr, ihn loszugeben; aber die Juden schrieen: Gibst du diesen los, so bist du kein Freund des Kaisers; denn jeder, der sich zum Könige macht, empört sich wider den Kaiser. Und da Pilatus dies hörte, ließ er Jesum hinausführen und setzte sich auf den Richterstuhl. Es war aber der Rüsttag des Osterfestes und ungefähr um die sechste Stunde, und er sprach zu den Juden: Sehet euren König! Sie aber schrieen: Weg mit ihm, kreuzige ihn! Und Pilatus sagte: Euern König soll ich kreuzigen? Und die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König als den Kaiser. Da Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern der Tumult immer größer wurde, so wollte er dem Volke willfahren, nahm Wasser, wusch vor der Menge seine Hände und sprach: Ich bin unschuldig am Blute dieses Gerechten, sehet ihr zu! Und das Volk antwortete: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder! Und alsdann gab er ihnen den Barabbas, den sie verlangten, los; Jesum aber übergab er ihrem Willen zur Kreuzigung.
Sie nahmen also Jesum, nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen ihm den Purpurmantel aus, legten ihm seine Kleider an und führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen. Er trug sein Kreuz und ging nach der sogenannten Schädelstätte. Und indem sie ihn dahin führten, trafen sie auf dem Wege einen vorübergehenden Mann von Cyrene an; er hieß Simon, war der Vater des Alexander und des Rufus und kam von einem Meierhofe. Diesen nötigten sie, das Kreuz zu nehmen und es Jesu nachzutragen. Eine Menge vom Volk und viele Weiber folgten Jesu nach, welche ihn beweinten und bejammerten. Aber Jesus wandte sich um und sprach zu ihnen: Ihr Töchter Jerusalems, weinet nicht über mich, sondern über euch und über eure Kinder; denn es werden Tage kommen, wo man sagen wird: Selig die Unfruchtbaren, welche nicht geboren, und die Brüste, die nicht gesäugt haben! Dann wird man anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallet über uns! Und zu den Hügeln: Bedecket uns! Denn tun sie solches am grünen Holze, was wird am dürren geschehen?

Bild Christi Fall unter dem Kreuze

Es wurden aber auch zwei Missetäter mit ihm zum Tode hinausge­führt; und als die an den Ort gekommen waren, der Golgatha heißt, d. i. verdolmetscht „Schädelstätte“, gaben sie Jesu bittern Myrrhen­wein zu trinken; und als er denselben gekostet hatte, wollte er nicht trinken und nahm ihn nicht an. Und sie kreuzigten ihn und mit ihm zwei Räuber, den einen zur Rechten, den andern zu seiner Linken und Jesum in ihrer Mitte. Da wurde die Schriftstelle erfüllt, welche heißt: Er ist unter die Übeltäter gezählt worden. Es war um die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. Und Pilatus schrieb eine Überschrift und ließ sie oben ans Kreuz heften; sie war hebräisch, griechisch und lateinisch geschrieben, sollte sein Vergehen anzeigen und lautete: Jesus von Nazareth, König der Juden. Und die Soldaten setzten sie über sein Haupt. Diese Überschrift lasen viele Juden; denn der Ort, wo Jesus gekreuzigt ward, war nahe bei der Stadt; deshalb sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Du musst nicht schreiben: König der Juden, sondern dass dieser gesagt: Ich bin der König der Juden. Aber Pilatus sprach: Was ich geschrieben habe, das  habe ich geschrieben.
Nachdem die Soldaten Jesum gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider, machten daraus vier Teile, für jeden Soldaten einen, und war­fen darüber das Los, was jeder haben sollte; auch sein Gewand nahmen sie, aber dieses war ungenäht und durch und durch ge­woben. Deshalb sprachen sie zu einander: Wir wollen es nicht zerschneiden, sondern darüber losen, wer es haben soll; damit die Schriftstelle erfüllt würde, welche spricht (Ps 21, 19): Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen. Dieses taten die Soldaten, saßen dann und bewachten ihn. Die Vor­übergehenden schmähten ihn, schüttelten das Haupt und sprachen: Du, der du den Tempel Gottes abbrichst und in drei Tagen wieder auf­bauest, hilf dir nun selbst; wenn du Gottes Sohn bist, so steige herab vom Kreuze! Und mit ihnen verhöhnten ihn auf ähnliche Weise die Vornehmsten und die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen spöttisch untereinander: Anderen hat er gehol­fen, sich selbst kann er nicht helfen; ist er Christus, der König von Is­rael, so steige er jetzt vom Kreuze herab, damit wir es sehen und an ihn glauben! Auf Gott vertraute er, der befreie ihn, wenn er Wohl­gefallen an ihm hat; denn er sprach ja: Ich bin Gottes Sohn! Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! Auch die Soldaten verspotteten ihn, traten herbei und sprachen: Wenn du der König der Juden bist, so hilf dir selbst. Und gleiche Vorwürfe machte ihm einer der Missetäter, die mit ihm gekreuzigt waren, und schmähte und lästerte ihn und sprach: Wenn du Christus bist, so rette dich selbst und uns! Aber der andere verwies es ihm und sprach: Auch du fürchtest Gott nicht, da du zur gleichen Strafe verurteilt bist! Und wir zwar mit Recht, denn wir bekommen den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Böses getan. Und darauf sprach derselbe zu Jesus: Herr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus antwortete ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein.
Auch viele Weiber und Bekannte, welche Jesum, als er noch in Gali­läa war, begleitet und bedient hatten und welche mit ihm aus Galiläa nach Jerusalem kamen, standen von ferne und sahen alles. Bei dem Kreuze Jesu standen seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Ma­ria, des Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Und da Jesus seine Mutter und den Jünger, welchen er lieb hatte, den Johannes, da stehen sah, sprach er zu seiner Mutter: Weib, siehe da deinen Sohn! Und darauf sprach er zum Jünger: Siehe da deine Mutter! Und von dieser Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Es war um die sechste Stunde, und von dieser sechsten Stunde an entstand eine Finsternis über die ganze Erde bis zur neunten Stunde; die Sonne ward verfins­tert, und um die neunte Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lamma Sabac­thani? D. h. Mein Gott! Mein Gott! Warum hast du mich verlassen! Einige von den Herumstehenden hörten es und sprachen: Er ruft den Elias. Hierauf sprach Jesus: Mich dürstet! Und es stand da ein Gefäß mit Essig, und sogleich lief einer von ihnen, füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn an einen Ysopstengel, hielt ihn Jesu vor den Mund und gab ihm zu trinken. Die übrigen sprachen: Halt, wir wollen sehen, ob Elias komme, ihn zu retten. Und nachdem Jesus den Essig ge­nommen, sprach er: Es ist vollbracht! Und rief wieder mit starker Stimme: Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist! – neigte dann nach diesen Worten sein Haupt und gab den Geist auf.

Bild Christus stirbt am Kreuze

Jetzt zerriss der Vorhang des Tempels in zwei Stücke von oben bis unten; die Erde bebte, die Felsen spalteten sich, die Gräber öffneten sich, und die Leiber vieler entschlafenen Gerechten standen auf. Als aber der Hauptmann, der gegenüber stand, sah, dass er so laut rufend den Geist aufgab, sprach er: Wahrlich, dieser Mann war Gottes Sohn. Und alles Volk, das bei diesem Vorgange zugegen war und sah, was geschah, schlug an seine Brust und kehrte zurück nach Hause. Es war Rüsttag; damit also die Leichname über den Sabbat – denn jener Sabbat war ein großes Fest – nicht am Kreuze blieben, so baten die Juden den Pilatus, dass ihre Beine gebrochen und sie abge­nommen würden. Und die Soldaten gingen und brachen die Beine des ersten und des andern, die mit Jesu gekreuzigt worden. Und da sie zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, so zerbrachen sie seine Beine nicht; sondern einer der Soldaten durchstach mit einem Speere seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. Hier­auf kam Joseph von Arimathäa, der ein Jünger Jesu war (allein aus Furcht vor den Juden nur ein geheimer), zu Pilatus und bat ihn um den Leichnam Jesu. Und Pilatus verwunderte sich, dass er schon tot sein sollte, ließ den Hauptmann kommen und fragte ihn, ob er denn schon gestorben wäre. Und da er es vom Hauptmanne vernommen, schenkte er dem Joseph den Leichnam und befahl, ihm denselben abzuliefern. Und Joseph ging also, nahm den Leichnam Jesu ab und wickelte ihn in reine Leinwand, die er gekauft hatte; auch kam Ni­kodemus, der früher bei Nacht zu Jesus gekommen war (Joh 3, 2), und brachte eine Mischung von Myrrhen und Aloe, gegen hundert Pfund; und sie nahmen den Leichnam Jesu und wickelten ihn samt den Gewürzen in leinene Tücher, wie die Juden zu beerdigen pfleg­ten.

Bild Die Kreuzabnahme

Bei dem Orte aber, wo Jesus gekreuzigt ward, lag ein Garten, und in demselben war ein Grab, welches Joseph in einen Felsen hatte hau­en lassen, in das noch niemand war gelegt worden. In dieses legten sie Jesum wegen des Rüsttages der Juden, und Joseph wälzte einen großen Stein vor die Türe des Grabes und ging weg. Des anderen Tages, der auf den Rüsttag folgt, gingen die Hohenpriester und Phari­säer zu Pilatus und sprachen: Herr, wir erinnern uns, dass jener Verführer noch bei seinem Leben gesagt hat: Nach drei Tagen werde ich wiederum auferstehen; befiehl also, dass das Grab bis zum dritten Tage bewacht werde, damit nicht etwa die Jünger kommen, ihn steh­len und dann dem Volke sagen, er sei von den Toten auferstanden, und so der letzte Irrtum ärger werde als der erste. Und Pilatus ant­wortete: Ihr sollt eine Wache haben; geht und verwahrt es, wie ihr es für gut findet. Und sie gingen hin, besetzten das Grab mit der Wache und versiegelten überdies den Stein.

Nachdem die Passion gesungen ist, betet der Priester nach dem Beispiele Christi, der am Kreuze für alle Menschen gebetet hat und gestorben ist, für alle Stände der Kirche, auch für die Ketzer, Juden und Heiden. Bei jedem Gebete beugt der Priester das Knie; wenn jedoch für die Juden gebetet wird, so beugt er das Knie nicht, weil die Juden durch die Kniebeugung Christum verspottet haben.

Sprich für alle Menschen folgendes:

Gebet

O Herr Jesu, der du am Kreuze mit vielen Tränen und in Todesnöten für alle Menschen gebetet hast und für dieselben gestorben bist, wir bitten demütig für deinen Stellvertreter, unseren Heiligen Vater, Papst N. N., für alle Priester, für alle Regenten, für alle Betrübten und Be­drängten und für alle Katholiken, dass du sie in ihrem Stande erhalten wollest, damit sie dir getreulich in ihrem Berufe dienen. Wir bitten auch für alle Irrgläubigen, für Juden und Heiden, dass du sie alle an diesem deinem Sterbetage deines verdienstvollen Blutes teilhaftig machen wollest.
Amen.

Was bedeutet es, dass ein Priester das verhüllte Kruzifix trägt?
Dies geschieht zur Andeutung, dass, nachdem Christus für uns am Kreuze gestorben ist, das Kreuz allerorten durch die ganze Welt hin ge­predigt werde.

Was für ein Lied wird dabei gesungen?
Es ist ein Klagelied, worin Christus redend eingeführt wird, wie er sich mit zärtlichen Vorwürfen beklagt, dass sein Volk, dem er so viel Gutes getan, ihn so grausam zugerichtet hat: „Mein Volk, was hab’ ich dir zu­leid getan ...?“ (Improperien).

Warum ist das Kreuz bedeckt?
Es bedeutet, dass die Ehre des Kreuzes anfänglich ganz unbekannt ge­wesen und erst allgemach in die Welt eingeführt worden sei.

Warum wird es erst ein wenig, danach etwas mehr und zuletzt ganz ent­hüllt?
Dies geschieht darum, weil das Kreuz zuerst im Tempel, hernach offen vor den Juden und zuletzt auch den Heiden und aller Welt gepredigt worden ist. Während der Enthüllung wird in dreimal erhöhtem Tone gesungen: Ecce lignum crucis etc. – „Sehet an das Holz des Kreuzes ...“ worauf der Chor dreimal antwortet: Venite, adoremus! d. i. „Kommet, lasset uns anbeten!“ Dabei knien alle nieder, um Jesum, den Gekreuzig­ten, in tiefster Demut anzubeten, und zwar zum Ersatze für die dreima­lige Verspottung, die Jesus im Vorhofe des Hohenpriesters, sodann im Hause des Pilatus, als er gegeißelt wurde, und endlich auf dem Kalvari­enberge hat leiden müssen.

Gebet

O du für mich aus Liebe getöteter Herr Jesu! Verleihe mir die Gnade, dass ich mich allenthalben als einen Freund und Verehrer deines Kreuzes bekenne und mich nicht schäme, wenn ich wegen Ausübung der Frömmigkeit und Gerechtigkeit verspottet werde.

Danach singt der Chor den schönen Kreuzeshymnus und rühmt vom heiligen Kreuze, dass noch kein Wald einen Baum hervorgebracht so herrlich wie der Stamm des Kreuzes, und er ladet alle Zungen ein, dass sie den glorreichen Tri­umph besingen sollen, den Christus am Kreuze gefeiert, und wie er sich freiwil­lig für uns aufgeopfert habe und am Kreuze gestorben sei.

Während dessen wird das enthüllte Kreuz im Chor niedergelegt, und die Pries­ter treten der Reihe nach hinzu und küssen das Kreuz und die heiligen Wunden.

Gehe auch du hinzu, o frommer Christ, falle auf deine Knie, bete Jesum, deinen Heiland, am Kreuze an, küsse seine heiligen Wunden und sprich: Tausend- und tausendmal sei gelobt und gebenedeit, o du für mich aufs schmerzlichste ge­kreuzigter Herr Jesu!

Hernach sprich folgenden Seufzer:

O Herr, all das Lob, so dir jetzt die Kirche erweist, spreche ich von Grund meines Herzens mit, um dich zu preisen und dir zu danken ewiglich.

Glaubenslehre


Wo blieb die Seele Christi, nachdem sie vom Leibe geschieden?
Die Seele Christi ist zur Vorhölle hinabgestiegen, in welcher die Seelen der Altväter weilten, und hat diese durch ihre Ankunft erfreut, indem sie denselben die vollbrachte Erlösung kundgab.

Was für eine Andacht kann man am heiligen Karfreitage am besten üben?
Die Andacht des heiligen Kreuzweges, indem wir im Geiste den göttli­chen Heiland Schritt für Schritt begleiten auf seinem Leidenswege aus dem Garten Gethsemane bis auf den Kalvarienberg, und dabei sein bitteres Leiden und Sterben fromm betrachten, wie der Hl. Augustinus uns mahnt mit den Worten: „Schaue auf die Wunden des am Kreuze hängenden Jesu, das Blut des sterbenden Erlösers und dessen Voll­wert! Das Haupt hat er geneigt zum Kusse, die Seite geöffnet zum Lieben, seine Arme ausgestreckt zum Umfangen, den ganzen Leib dargegeben zur Erlösung. Betrachte, was dies alles sei, damit er ganz in deinem Herzen sei, der für dich ganz am Kreuze angeheftet ist.“

Lass dir auch, o frommer Christ, durch denselben Hl. Augustinus Chris­tus vom Kreuze herab zurufen:

„O Mensch, zu dir rufe ich, weil ich für dich leide: sieh doch, was ich für dich leide! Und obwohl mein Schmerz über alle Maßen groß ist, so ist doch meine innerliche Wehmut noch viel größer, indem ich sehen muss, wie undankbar du für mein Leiden bist!“

Unterricht, wie man sich den Tag über an das bittere Leiden Christi erinnern kann


Des Abends um die sechste Stunde hat Christus seinen Jüngern die Füße gewaschen und gleich darauf das hochwürdigste Sakrament des Altars eingesetzt, sodann jene herrliche Abschiedsrede gehalten, wie zu lesen ist bei Johannes am 13., 14. und 15. Kapitel.

Um die achte Stunde des Abends ist Jesus mit seinen Jüngern in den Ölgarten gegangen und hat allda Blut geschwitzt, worauf er schmählich gefangen genommen wurde.

Um neun Uhr ist er vor Annas und Kaiphas geführt worden, allwo er einen grausamen Backenstreich bekommen hat.

Während du schlafen gehst, betrachte, was für eine große Schmach Christus im Hause des Kaiphas die Nacht hindurch gelitten und wie jäm­merlich er mit Backenstreichen geschlagen worden.

Des Morgens um vier Uhr haben die Hohenpriester über Jesum den Rat versammelt (Mt. 27, 1).

Um fünf Uhr ist er vor Pilatus gestellt worden (Mk 15, 1).

Um sechs Uhr ist er von Herodes in einem weißen Kleide verspottet worden (Lk 23, 7 ff.).

Um sieben Uhr ist er wiederum zu Pilatus geführt und dem Mörder Ba­rabbas nachgesetzt worden (Lk 23, 11 ff.).

Um die achte Stunde ist er gegeißelt worden (Joh 19, 1).

Um die neunte Stunde ist er mit Dornen gekrönt worden.

Um die zehnte Stunde ist der dem Volke ganz voll Blut und Wunden vorgestellt und zum Tode verurteilt worden (Joh 19, 2 ff.)

Um die elfte Stunde hat er sein Kreuz nach dem Kalvarienberg ge­schleppt (Joh 19, 17).

Um die zwölfte Stunde ist er gekreuzigt worden (Lk 23, 33).

Um die erste Stunde des Nachmittags hat er für seine Feinde gebetet (Lk 23, 34).

Um die zweite Stunde hat er dem rechten Schächer das Paradies versprochen (Lk 23, 39 – 43).

Um die dritte Stunde ist er am Kreuze gestorben (Mk 15, 37).

Um die vierte Stunde ist seine heilige Seite mit einem Speer durchsto­chen worden (Joh 19, 34).

Um die fünfte Stunde ist er vom Kreuze abgenommen worden.

Wie kann man sich zu den genannten Stunden des Leidens Christi verdienstlich erinnern?
Man soll Christo für sein Leiden und insbesondere für die Wohltat, die er uns zu der Stunde erwiesen hat, danken und mit Andacht etwa also sprechen:

Gebenedeit sei die Stunde, in welcher mein Herr Jesu aus Demut sei­nen Jüngern die Füße gewaschen, das hochheilige Sakrament einge­setzt hat (oder: grausam geschlagen, gegeißelt worden usw.). Ich bitte dich, o Jesu, du wollest meiner dafür in der Stunde meines Todes ein­gedenk und mir gnädig sein.

(Zu jeder Stunde nenne das Geheimnis, welches sich zur selben Stunde zugetragen hat).

Nützliche Andacht


Wenn du an einem Kruzifixusbilde vorbeigehst, so bitte Christum um des bittern Schmerzes willen, den er empfunden, als seine gebenedeite Seele aus seinem heiligen Leibe geschieden, er wolle deiner armen Seele bei ihrem Abscheiden gnädig sein.

Trostlehre vom Leiden Christi


(Aus dem Hl. Augustinus)

„In allen Widerwärtigkeiten habe ich kein so wirksames Heilmittel ge­funden als die Wunden Christi. In ihnen schlafe ich sicher, in ihnen ruhe ich unbekümmert. Christus ist für uns gestorben. Nichts ist so zum Sterben bitter, dass es nicht aus dem Tode Christi Milderung empfinge. Alle meine Hoffnung steht in dem Tode meines Herrn: Sein Tod ist mein Verdienst, meine Zuflucht, mein Heil, mein Leben, meine Auferstehung. Die Erbarmung des Herrn ist mein Verdienst. Ich bin nicht arm an Verdienst, solange er nicht aufhört, ein Herr des Erbarmens zu sein. Und wenn der Erbarmungen des Herrn viele sind, so bin auch ich reich an Verdiensten. Je mächtiger er ist, zu retten, desto sicherer bin ich. Wenn mich irgend ein schändlicher Gedanke unruhig macht, so nehme ich meine Zuflucht zu den Wunden Christi. Drückt mich des Fleisches Last nieder, so erhebe ich mich wieder durch die Erinnerung an die Wunden meines Herrn. Wenn mir der Teufel heimlich nachstellt, so flie­he ich in das Innerste der Barmherzigkeit meines Herrn – und der Ver­sucher weicht von mir. Will unreine Lust meine Glieder bewegen, so wird sie ausgelöscht durch das Gedächtnis der Wunden meines Herrn, des Sohnes Gottes.“

Gebet zum sterbenden Jesus

(Nach dem Propheten Jesaja)

Sei so vielmal gegrüßt, als Sterne am Firmamente sind und Sandkörnl­ein am Meere, o gütigster, für mich und alle Menschen mit spitzigen Dornen gekrönter Heiland! O Jesu, du Mann der Schmerzen, dem un­serer Seelen Krankheiten bewusst sind! Wahrlich, du bist wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt worden und hast nicht einmal deinen Mund aufgetan, als du mit scharfen Ruten gegeißelt und auf das allergrau­samste bist zugerichtet worden. Man hat dich angesehen, o du Blut­bräutigam! Und du hattest weder Schönheit noch Gestalt, ja vom Schei­tel deines Hauptes bis zur Fußsohle war kein gesunder Fleck an dir. Du warst einem abscheulichen Aussätzigen gleich, einem Menschen, der von Gott geschlagen ist. – Dein gebenedeites Angesicht, welches die Engel anzuschauen verlangen, war schwarz und blau geschlagen; aber du, mildreichster Jesu, du guter hirt! Um den verdammten Knecht zu erlösen, hast du dich selbst in den Tod gegeben und bist so grausam verwundet und zerschlagen worden um unserer Sünden willen. – O himmlischer Vater! Wegen der Sünden deines Volkes hast du deinen herzliebsten Sohn also jämmerlich zugerichtet! Wie ist es doch möglich, mein süßester Herr, dass ich dich so wenig liebe, obwohl ich dich in deinem Bilde für mich so missstaltet und deine heiligen Hände und Füße und deine göttliche Seite durchwundet und deine Arme, mich zu umfangen, ausgestreckt sehe! Um dieses eine bitte ich dich demütigst, du wollest mein kaltes Herz zur Gegenliebe entzünden, dass ich alle Verspottungen, die ich in Haltung deiner und der Kirche Gebote leiden muss, gerne und mit Geduld ertrage, dein bitteres Leiden wohl zu Herzen nehme, dir immer dafür danke und dich von ganzem Herzen liebe.

Alle meine Hoffnung und die Gewissheit meines ganzen Vertrauens setze ich auf das kostbare Blut meines Herrn Jesu, welches unseret­wegen und um unseres Heiles willen vergossen worden; in ihm erhole ich mich wieder, vertraue und verlange ich zu dir, o Gott, zu kommen. Amen.

Unterricht, wie man das bittere Leiden Christi in seinem Herzen be­trachten soll


„Vergiss nicht der Wohltat des Bürgen; denn er hat sich selbst für dich gegeben“ (Eccl 29, 20).

Stelle dich selber zur Rede und frage dich: Nun sind es schon so und so viele Jahre, seitdem ich in der Predigt höre oder in Büchern lese, dass mein süßer Herr Jesus für mich um dreißig Silberlinge verkauft, gefangen, mit Backenstreichen und mit Fäusten geschlagen und schändlich verspieen worden ist. Man hat mir auch vorgestellt, wie er gleich einem Gotteslästerer zum Tode verdammt, grausem mit Ruten zerfetzt und mit Dornen gekrönt worden, wie er sein eigen Kreuz ge­tragen und dem ärgsten Mörder gleich am Kreuze schmählich gestor­ben.

Nun frage dich weiter: Habe ich mir auch das bittere Leiden meines Herrn Jesu wohl zu Herzen genommen? Habe ich es auch nur einmal recht betrachtet? Habe ich auch wohl ein recht christliches Mitleiden mit ihm erweckt? Habe ich wohl schon einmal an einem Freitage gedacht: „Heute will ich mich vom Fleischessen enthalten, weil mein geduldiger und schmählich zugerichteter Jesus an diesem Tage für mich den bittersten Tod gelitten hat“? Ach, das sind ja meine allerletzten Ge­danken gewesen!

O wie beschämt stehe ich hier vor dir, o mein schmerzlich und grausam getöteter Jesus. Ach, verzeihe mir meine Gleichgültigkeit! Leid ist es mir von Herzen, dass ich dein bitteres Leiden mir so wenig zu Herzen ge­nommen habe. Meine Zunge soll an meinem Gaumen verdorren, wenn ich fortan deiner nicht eingedenk sein soll, der du Leib und Leben, ja deine Seele für mich armen Sünder dahingegeben hast. Ach, setze dich doch, o betrübter Jesu, wie ein Siegel über mein Herz, dass ich deiner nimmer vergesse, wie ein Siegel auf meinen Arm, dass ich alles, was ich tue, dir zuliebe tue, der du dich für mich ganz und zumal in den Tod gegeben hast.
Quelle