Sonntag, 27. März 2011

Das Stundengebet nach dem Usus antiquor

Das Gesamte Stundengebet mit den Lesungen der Lesehore - allerdings nur auf Deutsch, gibt's hier:

Deutsches Brevier

Vollständige Übersetzung des Stundengebetes der römischen Kirche

Herausgeber: Johann Schenk

Pustet, Regensburg

Antiquarisch.

Samstag, 26. März 2011

Der Usus Antiquor

... und seine Wirkung auf einen Konvertiten, ehemals Lutheraner:

"Ganz anders ist es beim außerordentlichen Ritus. Als ich den hier in Berlin in St. Afra im Institut Philipp Neri kennenlernte, war ich erst einmal ziemlich verwirrt. Denn diese alte Heilige Messe ist etwas völlig anderes. Wenn man sie allein nur anschaut – und da muss man noch gar nichts verstehen – weiß man als Konvertit und ehemaliger Lutheraner sofort: hier geschieht etwas völlig anderes als bei den Protestanten. Warum man dieses katholische Alleinstellungsmerkmal aufgegeben hat, ist mir ein völliges Rätsel."

Wer mehr wissen will - hier gehts lang. Im Beitrag vom Montag, 31. Januar 2011.

Das Stundengebet

Das Psalmengebet

übersetzt und erklärt von Peter Morant OFM Cap.

Nach dem usus antiquor Alle 150 Psalmen aufgeteilt auf die Gebetszeiten einer Woche. Mit Erläuterungen. Ohne die Texte der Lesehoren.

Gebets- und Lesungstexte Lt./Dt.

Alternativ siehe hier.

Hiroschima und Nagasaki

Ja, TOPAKTUELL!!!

In einer der beiden Städte wohnten während des II. Weltkriegs Christen (Ordensleute und/oder Missionare), die nach der Botschaft von Fatima lebten.

Sie waren die einzigen, die damals mittendrin wohnten und nicht verstrahlt wurden.

Grobe Zusammenfassung der Botschaft von Fatima:

- Täglich den Rosenkranz beten zu Ehren Unserer lieben Frau vom Rosenkranz
Mit dem Zusatz nach jedem Gesätz:
"O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel -
besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen."

- Sich für die Sünder aufopfern (SICH!!! aufopfern).

- Sühnekommunion (Empfang der Hl. Kommunion aufopfern) an jedem 1. Samstag im Monat.

- Der Papst soll Russland der Mutter Gottes weihen.


Für weitere Infos zu Fatima siehe hier.

Benary-Isbert, Margot

Die Arche Noah

Der Ebereschenhof

2 Romane - erhältlich als 1 oder 2 Bücher.

Erzahlt die Geschichte einer aus den "Ostgebieten" vertriebenen deutschen Familie. Schön zu lesen, nicht nur literarisch ...

Der Jahreskreis (usus antiquor)

Benedikt Baur OSB

Werde Licht
Liturgische Betrachtungen an den Sonn- und Wochentagen des Kirchenjahres (3 Bände)
Liturgische Betrachtungen zu den Festen der Heiligen des Römischen Messbuches (1 Band)

Sehr empfehlenswert, habe heute Band 2 der Sonn- und Wochentage aus dem Internet erhalten - für 8 ct oder 0,08 Euro.
(3 Euro Porto)

Donnerstag, 17. März 2011

Der gelitten hat für uns Sünder

1. Der gelitten hat für uns Sünder,
Jesu Christe, Du Sohn Gottes,
Erbarme Dich unser,
erbarme Dich unser,
erbarme Dich unser.

O Lamm Gottes

1. O Lamm Gottes unschuldig,
Am Stamm des Kreuzes geschlachtet,
Allzeit gefunden geduldig,
Wiewohl Du wurdest verachtet;
All Sünd‘ hast Du getragen,
Sonst müssten wir verzagen;
Erbarm‘ Dich unser, o Jesu, o Jesu!

2. Von Herzen wir Dir danken,
Dass Du uns so große Treue
Getan hast an uns Kranken;
Gib uns ein’ selige Reue,
Dass wir die Sünden meiden,
Zu Ehren Deinem Leiden;
Erbarm‘ Dich unser, o Jesu, o Jesu!

3. Stärk in uns das Vertrauen
Durch Deinen Tod, Blut und Wunden,
Lass uns darauf fest bauen
In unsern letzten Stunden,
Und hilf uns, selig sterben,
Dass wir den Himmel erben,
Gib uns den Frieden, o Jesu, o Jesu!

Wie öde bist du, Todeshügel

1. Wie öde bist du, Todeshügel,
Wie trüb ist es um dich herum!
Nur rauschen noch des Todes Flügel,
Sonst bist du einsam, still und stumm;
Tot hängt in nächtlich schwarzer Wolke
Der Mittler von dem Kreuz herab.
Getötet von dem Judenvolke,
Sehnt sich Sein Leichnam nach dem Grab.

2. Sieh, Joseph lässt sich nicht verwirren
Von Furcht: er bringt das Sterbgewand.
Auch Nikodemus trägt die Myrrhen,
Und bietet ihm hilfreiche Hand.
O unter welchen Liebeszähren
Vollzieh’n sie den gefassten Schluss?
Sanft senken sie mit vielen Ehren
Den Leib herab zum Kreuzesfuß.

3. Sie salben mit sorgvollen Händen
Den Leib des Mittlers Jesus Christ,
Um die Verwesung abzuwenden
Von Dem, Der unverweslich ist;
Mit Leinwand wird der Leib gebunden,
Wie jener Brauch es mit sich bringt.
Noch triefet Blut aus Seinen Wunden
So, dass es durch die Leinwand dringt.

4. Den Leib hebt Joseph von der Erde,
Und Nikodemus hebt ihn auch,
Damit er nun begraben werde
Nach aller Sterblichen Gebrauch.
Sie gehen langsam von den Höhen
Des Golgatha dem Grabe zu.
Der die Verwesung nicht wird sehen,
Den bringen sie zur Grabesruh.

5. Die Mutter folgt verhüllt der Leiche
Mit Schritten, die voll Todes sind.
Wo ist der Schmerz, der jenem gleiche,
Den des Johannes Herz empfindt?
Es folget voll von Todesschauer
Das Frauenvolk im Trauerflor.
Lobsingend, doch in dieser Trauer
Begleitet sie der Engel Chor.

6. Nun sind die Träger angekommen
Im Garten bei dem Felsengrab;
Wie mühsam wälzen diese Frommen
Vom Grab den schweren Türstein ab.
Die Leiche senken sie laut weinend,
Sanft in das kühle Grab hinein;
Ihr müder Arm bedeckt wohlmeinend
Die Grabesöffnung mit dem Stein.

7. Mein Auge, wein’ Ihm nach und klage,
Wehklage laut – Er ist nicht mehr.
Ermüdet von der Todesplage,
Ruht Er im Grab – Er ist nicht mehr.
Nach tausend mühevollen Stunden,
Nach dornenvoller Laufesbahn,
Hat Er im Grabe nun gefunden,
Wo Er Sein Haupt hinlegen kann.

8. So schlumm’re denn den Todesschlummer,
Du Todsbezwinger Jesus Christ!
Umschweben soll mein Geist voll Kummer
Dein Grab, bis Du erstanden bist.
Drei Jammernächte müssen gehen
Bei Deinem heil’gen Grabe hin;
Vom Tod wirst Du dann auferstehen,
Wie ich durch Dich versichert bin.

Weichet, finstere Gedanken

1. Weichet, finstere Gedanken,
Die mit meinem Herzen zanken,
Dass mein Gott mich nicht mehr liebt,
Wenn Er mich im Leiden übt.

2. War nicht Jesus Sein Geliebter?
Und wer lebte je betrübter?
Und wer rang so mit der Not?
Und wer litt so einen Tod?

3. Krippe, des Gebor’nen Lage,
Wunde schon am achten Tage;
Nach Ägypten harte Flucht,
Haben Ihn als Kind besucht.

4. Jesus wuchs, und mit den Jahren
Musst Er auch mehr Kreuz erfahren.
Armut, Arbeit, Herzensprast
Waren Seiner Jugend Last.

5. Als ein Mann beschwerte Reisen,
Drohung, Flüche falscher Weisen,
Blutschweiß, Bande, Geißel, Spott
Littest Du, vermenschter Gott!

6. Herr! Bei Deines Kreuzes Fuße
Wähl‘ ich dann ein Kreuz zur Buße,
Das des rechten Mörders Geist
Zu dem Paradeise weist.

7. Ja, an diesem bleib‘ ich hangen,
Und ich will damit noch prangen,
Bis die Stund‘, die Du bestimmt,
Mich herab vom Kreuze nimmt.

8. Lass Dein Blut darüber fließen,
Meine Sünden abzubüßen;
Und Dein Kreuz, wenn es wird stehn,
In den Wolken froh zu sehn.

9. Alsdann geh ich nach dem Leiden
Mit Dir, Herr, in Deine Freude.
O beglückte Schädelstatt,
Die den Himmel nach sich hat!
(Melodie: Mutter Christi hoch erhoben)

Die Seúfzer, die du ausgestoßen

1. Die Seufzer, die Du ausgestoßen,
Herr Jesus, in der letzten Qual;
Die letzten Worte, die geflossen
Aus Deinem Mund am Kreuzespfahl:
Die, Herr, aus Deinem Munde sammeln,
Ist, Jesus, Heiland, meine Pflicht.
Ich strebe, sie Dir nachzustammeln
Zu meinem Trost und Unterricht.

2. „Verzeih, o Vater, meinen Feinden,
Sie wissen es nicht, was sie tun,
Gib ihnen, was Du gibst den Freunden,
Ja, Vater, höre Du Mich nun.“
O welche Worte, welche Liebe!
Tief drück‘ sie meinem Herzen ein.
Sie sind für mich die stärksten Triebe,
Gern meinen Feinden zu verzeih’n.

3. Dem Mörder, welcher Dir zur Rechten
Am Baum des Kreuzes aufgehenkt,
Wie hast Du diesem Sündenknechte
So liebreich Deine Gunst geschenkt:
„Ich sage dir, du wirst noch heute
Bei mir im Paradiese sein.“
Lass mich, wenn ich den Tod einst leide,
Auch dieses Gnadenwort erfreu’n.

4. „Sieh, Weib, den sollst du künftig achten
Als Sohn“, sprichst Du im Sterbeton.
„Johannes! du sollst sie betrachten
Als deine Mutter: Sei ihr Sohn.“
So gossest Du aus Deinem Munde
Den Beiden Trost und Lind’rung ein.
Lass jetzt und in der Todesstunde
Maria meine Mutter sein.

5. Da Dich mit eiserm Arm umfassen
Die Todesschmerzen, rufest Du:
„Warum hast Du Mich so verlassen,
Mein Gott? Mein Gott? Ach, eil‘ herzu!“
Wenn ich in meinem letzten Streite
Voll Schmerzen bin, verlass mich nicht.
Sei mir mit Deinem Trost zur Seite,
Wenn mir mein Herz im Sterben bricht.

6. „Mich dürstet!“ sprichst Du noch im Sterben:
Der Schmerz nahm Dir den Lebenssaft.
Vertrocknet war, gleich einem Scherben,
Dir, Jesus, Deine Leibeskraft.
Du Quell, Dein Wasser strömt ins Leben
Dort in der frohen Ewigkeit:
Heiß dürstend müsse sich erheben
Zu Dir mein Herz zu jeder Zeit.

7. Des Vaters Zorn ist nun gestillet,
Den Bildern ist ein End‘ gemacht;
Die Schrift von Dir nun ist erfüllet,
Drum sprichst Du, Herr: „Es ist vollbracht!“
Wie selig wär‘ ich, wenn im Tode
Ich sagen könnt‘: „Es ist vollbracht!
Erfüllt hab‘ ich des Herrn Gebote,
Ich fürchte nicht des Todes Nacht.“

8. „Dir, Vater, Dir in Deine Hände“,
rufst Du, „empfehl Ich Meinen Geist.“
Du neigst Dein Haupt und machst ein Ende
Dem Leben, das man sterblich heißt.
Wenn von dem Leib mein Geist wird scheiden,
Nimm Du ihn auf, Herr Jesus Christ!
Der Du, zum Himmel mich zu leiten,
Auf Golgotha gestorben bist.

Lass mich deine Leiden singen

1. Lass mich Deine Leiden singen,
Dir des Mitleids Opfer bringen,
Unverschuld’tes Gotteslamm!
Das von mir die Sünden nahm.
Jesus, drücke Deine Schmerzen
Tief in aller Christen Herzen.
Lass mir Deine Todespein
Trost in meinem Tode sein.

2. Ins Gericht für Menschen treten,
Zum erzürnten Vater beten,
Seh‘ ich Dich mit Blut bedeckt
Auf den Ölberg hingestreckt.
Jesus, drücke ...

3. Dich zu binden, Dich zu schlagen,
Zu beschimpfen und zu plagen,
Nahet sich der Feinde Schar,
Und Du gibst Dich willig dar.
Jesus, drücke ...

4. Von den Richtern, die Dich hassen,
Wilden Kriegern überlassen,
Strömet Dein unschuldig‘ Blut
Unter frecher Geißeln Wut.
Jesus, drücke ...

5. Unter lauter Spott und Hohne
Seh‘ ich eine Dornenkrone,
Die, mein Heiland, scharf gespitzt,
Deine Stirne schmerzlich ritzt.
Jesus, drücke ...

6. Wundenvoll, erblasst, entkräftet,
An das Opferholz geheftet,
Seh‘ ich, wie ein Gottmensch stirbt
Und den Sündern Heil erwirbt.
Jesus, drücke ...

7. Heiland, meine Missetaten
Haben Dich verkauft, verraten,
Dich gegeißelt, Dich gekrönt,
An dem Kreuze Dich verhöhnt.
Ach, es reuet mich von Herzen!
Lass, mein Heiland, Deine Schmerzen,
Deines Mittlertodes Pein
Nicht an mir verloren sein.
(Melodie: Christi Mutter stand mit Schmerzen)

Auf den Karfreitag

("Kara" kommt von Trauern, altes Deutsch)
1. Nimm, meine Seele, Seraphsflügel,
Erschwing‘ dich nach Gethsemane;
Dring‘ hin bis zum Oliven-Hügel,
Schau, was geschieht auf seiner Höh‘.
Hör, Waffen rauschen, Lanzen klingen,
Von Wut geschwoll’ne Mörder dringen
Mit Ungestüm in’n Garten ein.
Wer ist es doch, den sie verlangen?
Wo ist er, den sie wollen fangen
Beim Fackel- und Laternenschein?

2. Ach, Jesus ist es, der Gerechte,
Des Höchsten Eingebor’ner Sohn.
Ihn suchen diese Sündenknechte:
Des Judas Kuss verrät Ihn schon.
„Wie du“, spricht er, „du mein Geliebter:
Verrätst du mich? – Was ist betrübter,
Was schmerzlicher, Mein Freund!
Du stellst dich an der Henker Spitze,
Du übergibst Mich ihrer Hitze,
Und wirst Mein ärgster Todesfeind?“

3. Er fragt die Schar mit hoher Stimme:
„Wen suchet ihr im Dunkeln hier?“
Sie rufen mit verweg’nem Grimme:
„Den Nazarener suchen wir.“
„Ich bin’s!“ – Von diesem Allmachtsworte
Sinkt nieder die betäubte Rotte
Und Judas sinkt mit ihr dahin –
Doch lässt Er sie bald auferstehen
Und spricht: „Lasst diese Männer gehen,
Und wisset, dass Ich Jesus bin.“

4. Man greift und bindet Ihn mit Ketten.
Und Petrus schwinget kühn sein Schwert;
Er haut, um seinen Herrn zu retten,
Doch wird es ihm vom Herrn verwehrt;
„Du würdest, wenn Ich wollte flehen,
Viel Legionen Engel sehen
Zum Schutz, vom Vater hergesandt.
Allein, wo würde jenes bleiben,
Was die Propheten von Mir schreiben?“
Spricht Er, zu Petrus hingewandt.

5. Zur Schar: „Ihr habt mich angefallen,
Wie man bei Übeltätern pflegt.
Ich saß bei euch in Sions Hallen,
Nichts ward Mir in den Weg gelegt.
Frei durfte Ich im Tempel lehren;
Nun will Mich euer Grimm verzehren,
Der euer Herz vergiftet hat.
Doch eure Stunden sind erschienen,
In denen ihr nun müsset dienen
Der Hölle zu der schwärzsten Tat.

6. Von Seinen Jüngern ganz verlassen,
Mit starken Stricken hart geschnürt,
Wird Er, geschleppt durch Salems Gassen,
Zuerst dem Annas vorgeführt.
Der fragt: „Welch‘ waren deine Lehren?“
Und Jesus spricht: „Willst du sie hören?
Frag‘ jene, die Mich angehört.“
Gleich einer der verweg’nen Knechte
Schlägt Jesu Wangen mit der Rechte,
Das kaum den Sklaven widerfährt.

7. Jetzt wird Er grausam hingerissen
Zum Richterstuhl des Kaïphas,
Der mit verblendetem Gewissen
Das Urteil spricht aus Neid und Hass.
Er ist der Priester Spöttereien,
Des Volkes wilden Rasereien
Die ganze Nacht durch ausgesetzt.
Von den vergällten Lästerungen,
Von spitz’gen Pfeilen falscher Zungen,
Wie schmerzlich wird Sein Herz verletzt.

8. Indessen häufet Jesu Schmerzen,
Was Petrus, treuvergessen, spricht,
Der dreimal aus verzagtem Herzen
Beteu’rt, er kenne Jesum nicht.
So hart nun Jesus dies empfunden,
Hat Ihn die Liebe doch verbunden,
Zu helfen dem, der es nicht meint.
Er wirft auf Petrus Gnadenblicke;
Und diese führen ihn zurücke,
So, dass er bitt’re Tränen weint.

9. Der Tag bricht an, und neues Leiden
Folgt auf die leidensvolle Nacht.
Er wird zum Richtstuhl eines Heiden
Mit Ungestüme hingebracht.
Wie beißend sind der Priester Klagen,
Die sie aus Hass dem Richter sagen;
Doch Jesus hört sie mit Geduld.
Pilatus merket es zur G’nüge,
Dass Bosheit wider Jesus lüge
Und spricht Ihn frei von aller Schuld.

10. Ein Todesurteil zu erzwingen,
Stellt man Ihn dem Herodes vor.
O Zunge! Kannst du dieses singen?
Hier ruft man aus: „Er ist ein Tor!“
Bei diesem spöttelnden Verächter
Muss Jesus zu des Volk’s Gelächter
In einem weißen Kleide geh’n.
Bald wird Er wiederum gezwungen,
Von einer Menge Volks umrungen,
Vorm Richter Pontius zu steh’n.

11. Dem Heiland stellt man hier zur Seiten
Den allerärgsten Bösewicht.
„Wen wollet ihr von diesen beiden
Frei haben von dem Strafgericht?“
Pilatus spricht’s – die Juden schreien:
„Barabbas sollst du uns befreien,
Und Jesus schlagen an das Holz.“
So schrecklich tief herabgesetzet,
Geringer als ein Knecht geschätzet,
Büßt unser Herr für unser’n Stolz.

12. Inzwischen quillt aus Jesu Wunden
Von allen Seiten Blut hervor:
Er blutet schon durch ganze Stunden;
Der Schmerz hebt Ihn am Kreuz empor.
In jeder Ader wühlen Dolche;
O Schmerzen, wer ertrug je solche?
Allmächtig drücket Ihn der Schmerz.
Er kann den Schmerz nun nicht mehr fassen:
„Wie hast Du Mich, O Gott! Verlassen!
Ruft durch den Mund Sein mattes Herz.

13. „Mich dürstet!“ ruft Er, da Er schmachtet,
In kläglich ausgestoß’nem Ton.
Und sehet, wie man Ihn verachtet,
Sein Labsal ist nur Spott und Hohn.
Der Wein, den sie mit Galle mischen,
Soll Seine Zung‘ und Mund erfrischen
In Seiner letzten Ohnmachtszeit.
Hauch, Jesus! Hauch von Dir die Seele,
Damit man Dich nicht länger quäle;
Zum Sterben bist Du ja bereit.

14. Mein Blick soll, Jesus, an Dir hangen,
Bis Du beschließest Deinen Lauf.
Ach, Deine todesvollen Wangen,
Ach, Todesblässe steht darauf.
Du hebst Dein Haupt, und hebst es wieder:
Doch sinkt es allzeit tiefer nieder:
Tief sinkt es auf die Brust herab.
Dein sterbend‘ Aug‘ ringt zu den Höhen;
Jetzt bleibt es unbeweglich stehen;
Jetzt starrt es hin zum Felsengrab.

15. Jetzt hebet Er Sein Haupt vom Herzen
Hoch in die Höh‘ mit aller Macht;
Dies ist das Ende Deiner Schmerzen.
Er ruft nun laut: „Es ist vollbracht!
O ew’ger Vater, Ich empfehle
In Deine Hände Meine Seele:
Nimm Du sie auf aus dieser Not.“
Nun sinkt Dein Haupt – es ist gesunken
Bis auf das Herz – die Lebensfunken
Sind ausgelöscht – nun ist Er tot.

16. Nun ist Er tot – die Erde zittert,
Sie bebt und macht ihr Mitleid kund.
Ringsum wird fürchterlich zersplittert
Der Fels bis auf den tiefsten Grund.
Des Tempels Vorhang ist zerrissen.
Dem Hauptmann saget sein Gewissen:
„Dies, wahrlich, ist der Gottessohn.“
Wie Manche, die von Herzen beben,
Entschließen sich zum bessern Leben;
Nur Juda nur spricht Ihm noch Hohn.

17. Nun ist Er tot – die Wut der Frechen,
Ihr Blutdurst ist noch nicht gestillt,
Bis sie das Herz Ihm noch durchstechen,
Woraus noch Blut und Wasser quillt. –
Nun fängt das Blut an, still zu stehen;
Der Leib hängt an des Kreuzes Höhen
Mit tiefgesunk’nem Haupt herab.
Zerrissen, schrecklich ausgestrecket,
Bleich, stumm, mit starrem Blut bedecket,
Wird Er nun schlummern in dem Grab.

18. Nun ist Er tot – Die Engel weinen,
Und der erlöste Sünder schweigt.
Geschaffen ist das Herz aus Steinen,
Dem keine Zähr‘ ins Auge steigt.
Nein, Jesus, Heiland! Frommes Trauern
Soll meine Seele ganz durchschauern:
Ich weine Dir den tiefsten Dank.
Die unaussprechlich schweren Plagen,
Der Tod, den Du für mich ertragen,
Sei mir ein ew’ger Lobgesang.

19. Ergreifet mich bei meinem Scheiden
Der Todesängste schwere Last,
So tröste, Jesus, mich Dein Leiden,
Dein Tod, den Du gelitten hast.
Mach‘ alle Furcht von mir verschwinden,
Hilf, Jesus, hilf mir überwinden
Des Menschenfeindes Macht und List.
Lass mich nach einem sel’gen Sterben
Den Lohn der Überwinder erben,
Der Du, o Jesus, selber bist.

Am Gründonnerstag

("Grün" kommt von grienen, weinen)
1. Wo eilst Du hin, o Herr, nach Deinem Abendmahl?
Verlässest Du so schnell den stillen Speisesaal?
Und gehst aus Salems Stadt hinaus;
Ist Deine Lebenszeit schon aus?
Ach, jene Stunde ist gekommen,
Die Du vom Vater angenommen,
Nach der so lange Du getrachtet,
In der Du als ein Lamm geschlachtet,
Für uns am Kreuze bluten wirst.

2. Folg‘ deinem Herrn, mein Geist, folg‘ Jesu Schritt vor Schritt;
Er geht schon und Er führt die lieben Jünger mit.
Sie sind zu schwach, mit anzuseh’n
Den Kampf, in den Er jetzt will geh’n.
„Bleibt hier im Hof“, spricht Er zu ihnen,
„Bis Ich dem Vater werde dienen
Alldort mit Wachen und mit Beten:
Wo Ich mit Ihm auch werde reden
Von dem, was euer Heil betrifft.

3. Der Gottversöhnte geht von Seinen Jüngern fort;
Drei Jünger folgen Ihm auf Sein gegeb’nes Wort.
Sie geh’n mit Ihm zum Garten ein,
Um Zeugen Seiner Angst zu sein.
Noch weiter geht Er auch von diesen,
Die Er zum Wachen angewiesen,
Er beugt mit trauriger Gebärde
Im Dunkeln Seine Knie zur Erde:
Betrübet ist Er bis zum Tod.

4. Tritt näher hin, mein Geist, zu diesem Heiligtum:
Anbetend schwebe still um diesen Berg herum.
Hör, was Er zu dem Vater spricht
Mit trauervollem Angesicht:
„Ich bin“, spricht Er, „nun in dem Stande,
Zu ehren Dich durch Todesbande;
Damit Dein Zorn gestillet werde,
Gabst Du Mir einen Leib von Erde,
Der sterbend Dich versöhnen kann.

5. Ich kam in diesem Fleisch als Mensch auf diese Welt;
Für Menschen hab‘ Ich Mich zum Bürgen dargestellt.
Du sprachst schon längstens wider Mich
Das Urteil – es ist fürchterlich.
Doch Liebe zu den Adamskindern
Wird alle Peinenschrecken mindern.
Zu Deiner Ehre will Ich sterben,
Damit die Menschen nicht verderben:
Der Tod ist Meines Herzens Wunsch.“

6. Kaum hat zum letztenmal sich Jesus so erklärt,
So ist Er mit der Schuld der ganzen Welt beschwert;
Der Vater sieht das Opfer an,
Das uns mit Ihm versöhnen kann.
Er muss in vollem Maß empfinden
Die Pein und Schmerzen aller Sünden.
Von dieser Stund‘ ist Er bedecket
Mit Schimpf und Schamröt‘ – und Er schmecket
Die ganze Bitterkeit des Kelchs.

7. Auf einmal stellt sich Ihm das ganze Leben vor;
Zum voraus stürzen Ihn Spott, Backenstreich und Rohr,
Dorn, Geißel, Nägel, Kreuz und Speer
Tief in ein bitt’res Schmerzensmeer.
Sein Geist kann es nicht überstehen,
Doch darf Er nicht vom Körper gehen;
Gott hält Ihn auf – Er soll noch dulden,
Was wegen aller Menschen Schulden
Des Vaters Zorn zu fordern hat.

8. So kämpft Er bis zum Schweiß, so kämpft Er bis aufs Blut.
Er sinkt – Er fällt – Er liegt. Ihn drückt der Schmerzen Wut.
Im Staube liegt Sein Angesicht,
Vor Blässe kennet man es nicht.
Er ächzet mit gerung’nen Händen:
„Wirst Du Mir keine Hilfe senden?
Darf Ich zu Dir, o Vater flehen,
So lass‘ den Kelch vorübergehen:
Doch es geschehe, wie Du willst.“

9. Er ringet in die Höh‘ ganz kraftlos allgemach,
Und wankend stützt Er sich, zum Gehen noch zu schwach;
Doch schwankt Er zu den Jüngern hin:
„Ihr schlaft und lasst Mich aus dem Sinn?
Könnt ihr nicht eine Stunde wachen?
Kann euch die Not nicht wachsam machen?
O betet, dass ihr fliehen möget
Die Fallstrick, die der Feind euch leget;
Stark ist der Geist, das Fleisch ist schwach.“

10. Zurücke kehrt der Herr zum vorigen Gebet,
Wo Seine Seele bald vor Todesangst vergeht.
Zermalmet ist Sein ganzes Herz;
Zum blut’gen Schweiß gepresst vom Schmerz.
Die Frucht durchzittert Seine Glieder;
Zum Vater betet Er nun wieder:
„Lass ab, den Zornkelch auszugießen;
Lass sich die Leidensstunde schließen!
Doch es geschehe, wie Du willst.

11. Ohnmächtig richtet Er vom Staube Sich empor;
Liebreich besuchet Er die Jünger wie zuvor.
Doch sieht Er sie im Schlaf versenkt:
Wer ist, der Seiner Schmerzen denkt?
„Wollt ihr mit Mir nicht wachen können?
Wollt ihr Mir diesen Trost nicht gönnen?
Sorgt, dass der Feind durch seine Tücke
Nicht euer schwaches Herz berücke,
Stärkt euch durch wachendes Gebet.“

12. Zum dritten Mal fängt nun der Herr zu beten an.
Mit welcher Bangigkeit ringt dieser Schmerzensmann!
Er liegt im Staub, von Angst bedrängt:
In Seinen Schweiß ist Blut gemengt.
Blutquellen werden Seine Glieder,
Blut strömt vom Leib zur Erde nieder.
So wie ein Lamm im Blut sich windet,
Da es den Messerstich empfindet,
So liegt der Gottmensch hier im Blut.

13. Der Vater schaut herab, Er sieht des Sohnes Leid,
Und Stärke sendet Er dem Sohn zu diesem Streit.
Vom Himmel kommt ein Seraph her,
Den Mittler stärkt ein Endlicher.
Sonst mussten Engel Ihn anbeten,
Gebücket vor Sein Antlitz treten:
Jetzt lässt Er Sich von ihnen stärken,
Nimmt Trost von seiner Hände Werke;
So weit ist Er herabgesetzt.

14. Dir, Jesus! Mittler! Gott! Sei Dank und Lob und Preis
Für Deine Todesangst, für Deinen blut’gen Schweiß.
Da ich Dir sonst nichts leisten kann,
So nimm des Mitleids Zähren an.
Wenn ich im Todesschatten sinke
Und aus dem Schmerzenskelche trinke,
Misch’ Du darein von Deinem Schweiße;
Lass mir denselben auf der Reise
Aus dieser Welt zum Labsal sein.

Für den Palmsonntag

1. Sions Tochter! Fromme Seele!
Sieh, dein König kommt heran.
Sing‘ aus jubelvoller Kehle,
Was dein Herz ersinnen kann.
Sieh, Er kommt nur deinetwegen,
Sing‘ frohlockend Ihm entgegen:
Hosianna! Davids Sohn,
Nimm den Szepter und den Thron.

2. Sonst schienst Du der Gott der Rache,
Blitze warfst Du rings umher;
Nun führst Du selbst uns’re Sache,
Süßer und Sanftmütiger;
Tief gerühret von Erbarmen
Kommst Du, sanft uns zu umarmen:
Hosianna! Davids …

3. „Bringt die Eselin, das Füllen“,
So sprichst Du, o Herr der Welt!
Schnell erfüllt man Deinen Willen;
Schnell sind sie Dir dargestellt.
Kleider von den Jüngern schmücken
Dieser Tiere rauhe Rücken.
Hosianna! Davids …

4. Da Dir so beliebt, zu reiten,
Wird vor Freuden alles reg‘,
Und viel‘ hundert Menschen breiten
Ihre Kleider auf den Weg.
And’re hauen Zweig‘ von Palmen;
Alle singen Jubelpsalmen.
Hosianna! Davids …

5. Ölbaums-Zweige, die man streuet,
Schildern Deine Gütigkeit;
Palmen, die das Volk Dir weihet,
Zeigen Deinen Sieg im Streit,
Denn Du wirst den Tod bezwingen
Und die Höll‘ im Sieg verschlingen.
Hosianna! Davids …

6. Jetzt erblickst Du Salems Mauern,
Und Dein Herz verliert die Ruh‘.
O, woher so tiefes Trauern?
Ach, warum, Herr, weinest Du?
„Weil die Stadt ihr Heil verkennet
Und in ihr Verderben rennet.“
Hosianna! Davids …

7. Und mit welchem Ehrgepränge
Ziehst Du endlich in die Stadt!
O, wie jauchzt des Volkes Menge,
Das sich Dir gewidmet hat.
Alles tut zu Deinen Ehren,
Jeder lässt die Wünsche hören:
Hosianna! Davids …

8. Freude bringst Du den Hebräern,
Nur die Priester grämen sich;
Diese, samt den Pharisäern,
Zürnen heimlich über Dich:
Und man wird nach wenig Tagen
An ein Kreuz Dich grausam schlagen.
Hosianna! Davids …

9. Zieh, o Herr, in uns’re Seelen
Heut‘ mit Deinen Gnaden ein;
Denn Du bist’s, Den wir erwählen,
Unser König sollst Du sein.
Unser Herz soll an Dir hangen
Und mit Liebe Dich empfangen.
Hosianna! Davids …
(Melodie: Von dem Himmel wird jetzt kommen)

Mittwoch, 16. März 2011

Auf den Sonntag Judica

1. Seht, Christen, Gottes Untertanen,
Beschaut des Königs blut’ge Fahnen,
Das Kreuz in seinem vollen Schein.
Es starb an diesem Holz das Leben,
Ein neues Leben uns zu geben;
Sein Tod sollt‘ uns das Leben sein.

2. Das Leben wollt‘ am Kreuzesstamme
Uns waschen von dem Sündenschlamme,
Drum duldet Er den Lanzenstoß.
Und hier war jene große Stunde,
In der aus Seiner Seitenwunde
Das Blut und Wasser häufig floss.

3. In die Erfüllung ist gegangen
Das Wort, nach dem die Väter rangen,
Von ihrem Elend tief gerührt;
Das Wort, das David uns gelehret,
Der es von Gottes Geist gehöret:
Der Gottmensch hat am Holz regiert.

4. O Baum, dem alle Bäume weichen,
Dem keine Zedern zu vergleichen,
Der heil’ge Schatten um sich streut:
Du warst erwählet, zu berühren
Den frommen Leib; dich sollte zieren
Das königliche Purpurkleid.

5. O Baum, an dem der Preis gehangen,
Durch welchen wir zum Heil gelangen,
Du bist des Mittlers Blutaltar.
Du Waag‘, auf der der Leib gewogen,
Der wieder hat zu Sich gezogen
Den Raub, der sonst der Hölle war.

6. O uns’re Hoffnung! Sei gegrüßet,
O Kreuz, von dem alleine fließet
Das Heil in dieser Lebenszeit;
Vermehre Gottes Huld den Frommen,
Verschaffe, dass die Sünder kommen
Zu Gott, von ihrer Schuld befreit.

7. Dich lobe, was im Himmel schwebet,
Dich preise, was auf Erden lebet,
Du Quell‘ des Heils; Dreifaltigkeit!
Gib uns, die wir durchs Kreuz gesieget,
Den Lohn, der schon bereitet lieget
Für Überwinder in dem Streit.

Psalm 50

1. Erbarme Dich, Gott, über mich,
Nach Deiner großen Güte;
Erbarme Dich, ich bitte Dich
Mit trauerndem Gemüte.
Nach Menge der Erbarmungen,
Die Deinen Thron umgeben,
Tilg‘ aus die Übertretungen,
Die immer vor Dir schweben.

2. Gott, wasche meine Seele rein
Von allen ihren Sünden;
Lass sie vor Dir getilget sein,
Die Deinen Zorn entzünden;
Ich weiß, die Laster, welche sich
Des Tags und in den Nächten
Gerecht empören wider mich,
Sie droh’n mir Ungerechten.

3. Gesündigt hab‘ ich Dir allein,
Vor Dir ist mein Vergehen.
Du strafst – Du bist gerecht allein,
Dies muss ich selbst gestehen.
Doch sieh auch dessen Schwachheit an,
Den, als der Schoß noch deckte,
Den, der das Leben kaum begann,
Die Sünde schon bedeckte.

4. Du hast die Wahrheit stets geliebt;
Das Dunkle zu verstehen,
Hast Du in Weisheit mich geübt:
Du gabst es mir zu sehen.
Bespreng‘ mit Ysop mich, o Herr!
So werd‘ ich rein auf Erden.
Ach, wasche mich, Barmherziger!
So werd‘ ich schneeweiß werden.

5. Lass Freud‘ und Lust zu meinem Ohr
Durch Deine Gnade dringen,
So hebt sich mein Gebein empor,
Dir fröhlich Lob zu singen.
Dein Angesicht, Grundgütigster!
Wend‘ ab von meinen Sünden;
Vertilge sie: lass‘ mich, o Herr
Bei Dir Vergebung finden.

6. Erschaff‘ ein reines Herz in mir
Und eine reine Seele,
Die heilig wandelend vor Dir
Nur Deine Wege wähle.
Wirf nicht von Deinem Angesicht
Mich hin, dass ich verderbe;
Und Deinen Geist entzieh‘ mir nicht,
Dass ich nicht ewig sterbe.

7. Gib, dass ich mich in Deinem Heil
Aufs Neue standhaft freue;
Gib mir an Deinem Geiste Teil,
Der meine Furcht zerstreue,
Ich will Dein unbeflecktes Recht
Den rohen Sünder lehren:
In Dir soll jeder Sündenknecht
Von Herzen sich bekehren.

8. Vom Blute, das um Rache schreit,
Eil‘, Gott, mich zu entbinden,
Und meine Zunge, Dir geweiht,
Soll Deinen Ruhm verkünden.
Eröffne mir, o Herr, den Mund;
Er wird Dein Lob verbreiten;
Dass Du gerecht bist, macht er kund
Der Welt auf alle Zeiten.

9. Mein Gott! Brandopfer liebst Du nicht,
Ich wollte sie sonst schlachten;
Vor Deinem heil’gen Angesicht
Sind sie für nichts zu achten.
Ein Herz voll Kummer und voll Leid,
Dich, Gott, erzürnt zu haben,
Dies waren Dir zu jeder Zeit
Die angenehmsten Gaben.

10. Sei gnädig! – Wenn es Dir gefällt,
So baue Zions Mauern.
O wären sie doch hergestellt!
Lass Salem ewig dauern.
Mit Kälbern, Lämmern wird man dann
Erfüllen die Altäre:
Dann fangen Opfer wieder an
Zu rauchen, Dir zur Ehre.
(Nach dem Sonntag Judika bleibt die letzte Strophe weg)

11. Gott Vater! Dir sei Dank gebracht
Für Deine vielen Gaben.
Dem Sohne Dank, Der gut gemacht,
Was wir verschuldet haben.
Lob sei dem Geiste jederzeit
Im Himmel und auf Erden;
Die Heiligste Dreifaltigkeit
Soll stets gepriesen werden.
(Melodie: Ihr Felsen hart)

Dienstag, 15. März 2011

Tod, Gericht und Himmel, Hölle

1. Tod, Gericht und Himmel, Hölle
Gegenstand, der Furcht erregt!
Wenn nach seiner ganzen Völle
Ihn ein böser Christ erwägt.
Letzte Dinge! Ihr beschließet,
Was ein Sünder frech genießet,
Und beim Schlusse seiner Zeit
Öffnet ihr die Ewigkeit.

2. O des Todes bitt‘re Schmerzen
Einem, der die Welt geliebt!
O Gericht, schwer einem Herzen,
Das den Richter oft betrübt!
O der Hölle ewig‘ Leiden,
nach so kurzen Lebensfreuden!
O des Himmels ewig‘ Licht,
Aber für den Sünder nicht!

3. O ein Abgrund von Gedanken
Für dich, bloßer Namensschrift;
Und du willst noch länger wanken,
Dass du es im Werke bist!
Wer erkennet Gottes Willen
Und ihn säumet zu erfüllen,
Wird als ein erboster Knecht
Mit weit ärg’rer Straf‘ gerächt.

4. Tod, Gericht und Höll‘ und Himmel!
Hoffnungsvoller Gegenstand,
Wenn ein Christ vom Weltgetümmel
Denket an sein Vaterland;
An euch denkt er, letzte Dinge,
Dass er sich durch euch erschwinge
Dorthin, wo für ihn von euch
Nur noch bleibt das Himmelreich.

5. O des Tod’s erwünschte Stunden,
Ihr brecht meine Band‘ entzwei;
O Gericht! Des Richters Wunden
Sagen, dass Er Heiland sei.
Hölle, Kerker der Verfluchten,
Nicht für die, so Gott nur suchten!
O des Himmels schöne Kron‘,
Und der wahren Tugend Lohn!

6. Edler Stand des frommen Lebens,
Der mit Freud‘ entgegensteht,
Wo der Böse doch vergebens
Sich selbst unerträglich flieht,
Tod, Gericht, ihr rufet beide,
Aber so, dass Gott entscheide:
Sündern ewig‘ Höllenleid,
Frommen stete Himmelsfreud.
(Melodie: Dich, Mein Gott! Ich lieb‘ von Herzen)

Liebster Heiland, dein Betragen

1. Liebster Heiland, Dein Betragen
Soll mir blindem Sünder sagen,
Was die Sünde, die ich frei
Und so oft begehe, sei.

2. Gott, in Knechtsgestalt verhüllet,
Gott, mit Zähren überfüllet,
Gott verachtet, Gott in Not,
Gott am Kreuzespfahle tot.

3. O der jammervollen Stunden,
O der tief geschlag’nen Wunden,
Alles für die Sünd‘ allein.
Sünder, ist die Sünde klein?

4. Zwar ein Tropfen Deines Blutes,
Jenes Blut’s des Höchsten Gutes,
War für alle Sünden g’nug,
Welche das Lamm Gottes trug.

5. Aber alles will Er dulden
Für die Größe meiner Schulden.
Seele, sieh das Kreuz nur an!
Sieh, was deine Sünd‘ getan.

6. Geh nur, Sünder, frevle, lache!
Ach, es kommt ein Tag der Rache,
Da kein Lamm mehr Sünde trägt,
Nur der Löw‘ die Sünder schlägt.

7. Jesus wird als Richter sitzen:
O, wie wird Sein Kreuz dir blitzen;
Himmelsleiter in der Zeit,
Fluch zur bösen Ewigkeit.

8. Jesus greift schon in die Wunden,
Wo du hättest Heil gefunden:
Wirft auf dich, o Natternbrut,
Sein umsonst vergoss’nes Blut.

9. Und nun dauern Ewigkeiten,
Ewig’s Feuer, ewig’s Leiden:
Mensch, du Werk der Gotteshand,
Bleibst des Zornes Gegenstand.

10. O mein Jesus, einst mein Rächer,
Meine Sünden sind zwar frecher
Als der Hölle Feuerbann
Ewig, ewig, strafen kann.

11. Aber, Herr! Jetzt noch Erlöser,
Meine Sünden sind nicht größer,
Als, wenn ich jetzt will, Dein Blut
G’nug dem Zorne Gottes tut.

12. Herr! Geh‘ nicht mit Deinem Knechte
Nach der Gottheit strengem Rechte,
Wie Du könntest, ins Gericht
Und verstoß‘ mich Armen nicht.
(Melodie: Christi Mutter stand mit Schmerzen)

Christi Mutter stund mit Schmerzen (20 Strophen)

1. Christi Mutter stund mit Schmerzen
Bei dem Kreuz und weint‘ von Herzen,
Da ihr liebster Sohn dran hing.

2. Durch die Seel‘ mit höchstem Leiden,
Da von ihr tät Jesus scheiden,
Ein gar scharfes Schwert durchging.

3. O wie herzlich war betrübet
Diese Mutter, die so liebet
Ihren Sohn in diesem Leib.

4. Sie ihr‘ Zähr‘ und großen Schrecken
Konnte länger nicht bedecken
Bei der Juden Grausamkeit.

5. Welcher Mensch nicht sollte weinen,
Dem die Mutter wird erscheinen
In so hoch betrübtem Stand.

6. Welcher sollt‘ mit ihr nicht klagen,
Und ihr Leiden helfen tragen,
Das nur Jesu war bekannt.

7. Wegen unsern schweren Sünden,
Ihren Sohn sie sahe binden,
Und ans Kreuzholz schlagen an.

8. Ihren allerliebsten Erben
Sahe sie verlassen sterben,
Als hätt‘ Er viel Bös‘ getan.

9. Brunn der Liebe meines Herzen,
Liebste Mutter! Deine Schmerzen
Allzeit lass erfahren mich.

10. Gib, dass ich im Lieben brenne,
Jesu Lieb‘ und Gnad‘ gewinne,
Und bewahre ewiglich.

11. Gib, o Mutter, dass die Wunden
Deines Sohns zu allen Stunden
Merklich meine Seel‘ empfind‘;

12. Seines Kreuz‘ und Seiner Plagen
Einen Teil mich lasse tragen,
Als ein treu- und liebes Kind.

13. Gib, dass herzlich mit dir weine,
Und mit Christo mich vereine
Durch mein‘ ganze Lebenszeit;

14. Ich am Kreuz mit dir will bleiben,
Nicht hinweg mich wollest treiben,
Größer wäre sonst mein Leid.

15. O du Zierde der Jungfrauen!
Gnädig wollest mich anschauen,
Und dein Leid mir teilen mit.

16. Gib, dass Christi Tod empfinde,
Zu dem End‘ ans Kreuz mich binde!
Also werd‘ verführet nicht.

17. Sein verwundtes Herz mir schenke,
Und mit Seinem Blut mich tränke,
Damit es in mir verbleib‘.

18. Mein erkaltet’s Herz entzünde,
Dass es Jesu Lieb‘ empfinde,
Wann sich scheiden Seel‘ und Leib.

19. Mich dein liebes Kreuz behüte,
Und dein‘ mütterliche Güte,
Wann ausbricht der Todesschweiß;

20. Damit, weil am Leib ich sterbe,
Meine Seel‘ hingegen erbe
Das gewünschte Paradeis.

Mit was Trauern und Bedauern

1. Mit was Trauern und Bedauern,
Mit was Leid in ihrem Sinn,
Mit was Schmerzen in dem Herzen
Stund des Herrn Gebärerin.

2. Sie zugegen mit Bewegen
Sehen musste, mit was Hohn,
Mit was Plagen ward geschlagen
An das Kreuz ihr lieber Sohn.

3. Lieb‘ und Schmerzen in dem Herzen
Hatten einen harten Streit;
Beide nährten und vermehrten
Dieser Mutter Traurigkeit.

4. Sie sprach: „Liebstes und Betrübtstes,
Ach, mein allerschönstes Kind!
In was Leiden, so konnst meiden,
Ich Dich arme Mutter find‘.

5. Wie verblichen, abgewichen
Ist Dein rosenfarb’ner Mund;
Deine Glieder sinken nieder,
Hart bis zu dem Tod verwundt.

6. Wie vergangen sind die Wangen,
Alles hat verstaltet sich;
Von den Freunden, von den Feinden
Keiner mehr wird kennen Dich.

7. Ach, erscheinet und beweinet
Diesen Tod, ihr Engel all:
Helft mir mehren meine Zähren
Durch betrübten Trauerschall.

8. Menschenkinder, habt nicht minder
Ein mitleid’ges Herz mit mir:
Tut still stehen und besehen,
Was mein Sohn muss leiden hier.

9. Der gegeben uns das Leben,
Tot wird in das Grab gestellt;
Helft mir klagen und Leid tragen,
Zu dem Weinen euch gesellt.

10. Tut Ihn ehren; mit den Zähren
Waschet Seinen Leichnam rein;
Mit Gedanken allzeit danken,
Ihn begrabt ins Herz hinein.“

Da Jesus hing drei ganze Stund'

1. Da Jesus hing drei ganze Stund‘
Am Kreuz voll Blut und ganz verwundt,
Versenkt in bitt‘re Schmerzen;
Die sieben Wort‘ die Er da sprach,
Betracht‘ in deinem Herzen.

2. Zum ersten sprach Er süßiglich,
Zu zeigen, dass man mildiglich
All seine Feind‘ soll lieben:
„Vater, verzeih, sie wissen nicht,
Was sie an mir verüben.“

3. Darnach gedenk‘, wie wohl geneigt
Jesus dem Schächer Sich erzeigt;
Sein Gnad‘ ihm zu verleihen,
Sagt Er: „Noch heut‘ im Paradeis
Wirst dich mit Mir erfreuen.“

4. Der Schmerz Mariä Ihn durchsticht,
Da Jesus drittens zu ihr spricht:
„Dein‘ Sohn Johannem sehe“;
Johanni sagt: „Dein Mutter seh,
Beständig ihr beistehe.“

5. Das vierte Wort sehr tröstlich war,
Da Jesus ruft: „Mich dürstet gar.“
Was kann Dein‘ Durst noch stillen?
Das Heil der Menschen kann allein
Diese Begierd‘ erfüllen.

6. Fünftens sprach Er in großer Pein
Mit lauter Stimm‘ zum Vater Sein:
„Wie hast Du mich verlassen!“
Aus diesem schließt, ihr Sünder hart!
Wie Gott die Sünd‘ tut hassen.

7. Zum sechsten sprach Sein blasser Mund,
Zu schließen unsern Friedensbund:
„Nun alles ist vollendet!“
Die göttlich‘ Gnad‘ wird zugesagt,
Der Zorn ist abgewendet.

8. Zum siebenten sprach Er am End‘:
„Mein Geist befiehl in Deine Händ‘!“
Ach, so tut Jesus sterben.
Mit g’neigtem Haupt Sein‘ Geist aufgibt,
Das Heil uns zu erwerben.

9. Wer Jesu Tod ehrt immerfort,
Und oft gedenkt der sieben Wort‘,
Dem wird auch Jesus geben
Allhier auf Erd‘ Bekehrungsgnad‘,
Und dort das ewig Leben.

Deine Lieb, o Jesu, lenket

1. Deine Lieb‘, o Jesu, lenket
Zu der Gegenlieb‘ mein Herz,
Weil Du Dich für mich versenket
In die tiefste Pein und Schmerz,
In das äußerste Verderben,
Nur dass ich nicht möchte sterben;
Tausend-tausendmal sei Dir
Liebster Jesu, Dank dafür.

2. Du, ach Du hast ausgestanden
Lästerreden, Spott und Hohn,
Speichel, Schläge, Strick und Banden,
Du gerechter Gottessohn!
Nur mich Armen zu erretten
Von des Satans Macht und Ketten;
Tausend-tausendmal sei Dir ...

3. Du hast lassen Wunden schlagen,
Dich erbärmlich richten zu,
Um zu helfen meine Plagen,
Und zu setzen mich in Ruh.
Ach, Du hast zu meinem Segen
Lassen Dich mit Fluch belegen!
Tausend-tausendmal sei Dir ...

4. Man hat Dich sehr hart verhöhnet
Und mit großem Schimpf belegt,
Gar mit Dorn Dein Haupt gekrönet
Was hat Dich dazu bewegt?
Dass Du möchtest mich ergötzen,
Mir die Ehrenkron‘ aufsetzen;
Tausend-tausendmal sei Dir ...

5. Du hast wollen sein geschlagen
Zur Befreiung meiner Pein,
Fälschlich lassen Dich anklagen,
Dass ich könnte sicher sein;
Dass ich möchte trostreich prangen,
Bist Du ohne Trost gehangen;
Tausend-tausendmal sei Dir ...

6. Deine Demut hat gebüßet
Meinen Stolz und Übermut,
Dein Tod meinen Tod versüßet:
Es kommt alles mir zu gut;
Dein Verspotten, Dein Verspeien
Muss zu Ehren mir gedeihen;
Tausend-tausendmal sei Dir ...

7. Nun ich danke Dir von Herzen,
Jesu, für gesamte Not,
Für die Wunden, für die Schmerzen,
Für den herben, bittern Tod;
Für Dein Zittern, für Dein Zagen,
Für Dein tausendfaches Plagen,
Für Dein‘ Ach und tiefe Pein
Will ich ewig dankbar sein.

Ihr Felsen, hart wie Marmorstein

1. Ihr Felsen hart und Marmorstein
Wollt lichte Tränen weinen;
Ihr Himmelsstern, so groß und klein,
Halt ein mit eurem Scheinen;
Ihr Himmelszier, o Mond, o Sonn‘,
Verbergt eu’r Licht und Fackel;
Am Kreuz stirbt Jesus, Gottes Sohn,
O unerhört Spektakel!

2. Kommt, Töchter all, von Zions Stadt,
Den Salomon zu sehen,
Der euch in Lieb‘ vermählet hat,
In Seiner Glorie gehen.
Die Juden, schaut, wie sie ein Kron‘
Aus Dornen tun erheben:
An Purpur statt wie sie zum Hohn
Ein spöttisch Kleid Ihm geben.

3. Schaut, was das Lamm für schwere Plag
Von Wölfen schmerzlich duldet!
Was leidet Gott für große Schmach,
Da Er doch nichts verschuldet.
Der alle Feld‘ und Gras bedeckt,
Ist bloß am Kreuz gestorben;
An diesem Stamm hat ausgestreckt,
Uns hat das Heil erworben

4. Durchstochen sind Ihm Händ‘ und Füß‘,
Sein Seit‘ ist aufgeschlossen;
Dies sind fünf Blut- und Wassergüss‘,
Daraus das Heil geflossen.
Drum, Augen mein, nur immer fließt;
Eu’r Trost und euer Leben,
So euer Gott und Heiland ist,
Hat Sich dem Tod gegeben.

5. Gekröntes Haupt! Ich bet‘ Dich an;
Euch grüß‘ ich, heil’ge Wunden!
Die Lieb‘ ich nicht vergelten kann,
Mit der Ihr mich verbunden.
O Jesu mein! Durch dieses Blut
Wollst mir mein Sünd‘ verzeihen
Und Deine Gnad‘, o höchstes Gut,
Am letzten End‘ verleihen.

Helfet mir, ihr Engel, klagen

1. Helfet mir, Ihr Engel, klagen:
Jesu Leib wird fortgetragen
Und erstarrt ins Grab gelegt.
Sünder! Werd’t ihr nicht bewegt?

2. Sünder! Spaltet eure Herzen;
Höret auf, mit Gott zu scherzen;
Nehmt den Tag des Heils in Acht.
Ihr habt Ihn ins Grab gebracht.

3. Lasset über Seine Wunden
Hier in diesen Trauerstunden
Fließen eure Tränenflut.
Waschet euch in Seinem Blut.

4. Treuer Heiland meiner Seele!
Ruhe nur in dieser Höhle;
Schlaf, Geliebter, sicher ein:
Niemand wird Dich jetzt verspei’n.

5. Schlaf; Du hast nun überwunden.
Und den Friedensport gefunden,
Den kein Feind zu stör’n vermag.
Schlaf bis in den dritten Tag.

6. Aber ich will in den Ritzen
Deines Grabes traurig sitzen,
Einer Turteltaube gleich.
Bis Du zerstört des Todes Reich.

Die sieben Worte Jesu am Kreuz

1. Da Jesus an dem Kreuze stund,
Und Ihm Sein Leichnam war verwundt,
Mit bitterlichen Schmerzen,
Die sieben Wort‘, die Er da sprach,
Betracht‘ in deinem Herzen.

2. Zum ersten sprach Er ganz süßiglich
Zu Seinem Vater im Himmelreich
Mit Kräften und mit Sinnen:
„Vergib ihnen, Vater, sie wissen nicht,
Was sie an mir vollbringen.“

3. Darnach gedenkt der Barmherzigkeit,
Die Gott dem Schächer hat erzeigt,
Und sprach ganz gnädigliche:
„Fürwahr, heut‘ wirst du bei Mir sein
In Meines Vaters Reiche.“

4. Der Herr auch Seiner Mutter gedacht‘,
Da Er das dritte Wort zu ihr sprach:
„Weib, schau dein’n Sohn gar eben,
Johannes, nimm deiner Mutter wahr,
Du sollst ihr eben pflegen.“

5. Nun merket, was das vierte Wort war:
„Mich dürst‘ so hart ohn‘ Unterlass“,
Schrie Gott mit lauter Stimmen,
Das menschliche Heil tät Er begehr’n
Die Nägel tät Er empfinden.

6. Zum fünften sprach Er mit großer Pein,
Mit kläglicher Stimm‘ zum Vater Sein:
„Wie hast Du Mich verlassen?
Das Elend, das ich da leiden muss,
Das ist groß über die Maßen.“

7. Das sechste war ein kräftiges Wort,
Das mancher Sünder gerne hört
Aus Seinem göttlichen Munde:
„Es ist vollbracht Mein Leiden groß
Allhier zu dieser Stunde.“

8. Zum siebenten sprach Er von Seinem End‘;
„Mein‘ Geist befiehl‘ Ich in Deine Händ‘,
Wann Ich jetzund soll sterben,
Du wollst den Sündern gnädig sein
Und nicht lassen verderben.“

9. Wer Jesu Marter in Ehren hat,
Und oft gedenkt der sieben Wort‘,
Den will Gott eben pflegen
Allhier auf Erden mit Seiner Gnad‘
Und dort im ew’gen Leben. Amen.

O Traurigkeit, o Herzeleid

1. O Traurigkeit, o Herzenleid!
Ist das nicht zu beklagen?
Gott des Vaters einzigs Kind
Wird zum Grab getragen.

2. O höchstes Gut, unschuldig Blut!
Wer hätt‘ dies mögen denken,
Dass der Mensch sein’n Schöpfer sollt‘
An das Kreuz aufhenken?

3. O heiße Zähr! Fließ‘ immer mehr!
Wen sollt‘ dies nicht bewegen?
Weil sich über Christi Tod
Auch die Felsen regen.

4. Es muss ja sein aus Marmorstein
Der Juden Herz gewesen,
Weil sie nur zu solcher Pein
Lachen, wie wir’s lesen.

5. Wie große Pein, Maria rein,
Leidst du über die Maßen!
Denn du bist von jedermann
Ganz und gar verlassen.

6. Wie schwer ist doch der Sünden Joch,
Weil es tut unterdrücken
Gottes Sohn als Er das Kreuz
Trug auf Seinem Rücken.

7. O großer Schmerz, o steinern‘ Herz,
Steh‘ ab von deinen Sünden,
Wenn du willst nach deinem Tod
Gottes Gnad‘ empfinden.

Himmel und Erd, schau, was die Welt

1. Himmel und Erd‘, schau, was die Welt
Heut für ein grausam’ Schauspiel hält,
Tyrannei ist zu sehen,
O Jesu, Deine Schmerzen!
O eisenharte Herzen!
Desgleichen nicht geschehen.

2. Jesus, der große Menschenfreund,
Wird g’halten als der ärgste Feind,
Zum Lohn der Wundertaten,
O Jesu, ...! O eisenharte Herzen!
Von Juda selbst verraten.

3. Ach! Sind nicht dreißig Silberling‘
Für solchen Schatz nicht viel zu g’ring?
Wer wollt‘ nicht tausend Leben,
O Jesu, Deine Schmerzen!
O eisenharte Herzen!
Jesum zu kaufen geben?

4. Allein, der Kauf ist schon gemacht,
Jesus zum Richter wird gebracht,
Wird hin und her gezogen,
O Jesu, ...! O eisenharte Herzen!
Ganz unmenschlich belogen.

5. Der Richter zwar bekennet frei,
Dass Jesus ganz unschuldig sei;
Doch auf der Juden Klagen,
O Jesu, ...! O eisenharte Herzen!
Lässt er den Herren schlagen.

6. Wann es wird an ein Richtens gehen,
Pilate! Wie wirst du bestehn?
Ja, alle auch zusammen,
O Jesu, ...! O eisenharte Herzen!
Die Gott mit dir verdammen.

7. Du aber, o mein frommer Christ!
Denk, was dies für ein Urteil ist!
Dem nehmen wir das Leben,
O Jesu, ...! O eisenharte Herzen!
Der uns dasselbig’ `geben.

8. Maria! Schau, dein liebes Kind
Man allhie an ein’ Säulen bind’t,
Hör, wie die Geißeln knallen;
O Jesu, ...! O eisenharte Herzen!
In Ohnmacht wird Er fallen.

9. Es liegt allhier das höchste Gut
Halb tot in seinem eig’nen Blut;
Das Blut tut häufig fließen,
O Jesu, ...! O eisenharte Herzen!
Die Sünden abzubüßen.

10. Viel Henker hier um Jesu steh’n,
Hier wird es an ein Leiden geh’n,
Das Kreuz (ist’s nicht zu klagen?)
O Jesu, ...! O eisenharte Herzen!
Muss Jesus selbsten tragen.

11. Ihr Christen, helfet insgemein!
Christus, ermatt‘, kann’s nicht allein;
Schaut, wie Er Sich muss biegen,
O Jesu, ...! O eisenharte Herzen!
Bald wird Er ganz erliegen.

12. Himmlischer Isaak, trag‘ nur fort!
Nicht weit von hinnen ist der Ort,
An welchem Du musst sterben,
O Jesu, ...! O eisenharte Herzen!
Und uns das Heil erwerben.

13. Leg‘ ab das Kreuz, nun ist es Zeit:
Hier ist der Ort, so Dir bereit‘,
Streck‘ aus mit allen Kräften
O Jesu, ...! O eisenharte Herzen!
Die Arm‘, Dich anzuheften.

14. Wie tun die Nägel allzuweh?
Das Blut spritzet in alle Höh‘,
Das heilig‘ Fleisch gezwungen,
O Jesu, ...! O eisenharte Herzen!
Wird in das Holz gedrungen.

15. Ist dies, Jesu, Dein Totenbett?
O dass ich nie gesündigt hätt‘!
Denn Dir mein sündig’s Leben
O Jesu, ...! O eisenharte Herzen!
Ursach‘ zum Tod gegeben.

16. Wohlan, es ist alles vollendt,
Jesus lässt in des Vaters Händ‘
Nach dreiunddreißig Jahren
O Jesu, Deine Schmerzen!
O eisenharte Herzen!
Sein‘ edle Seele fahren.

17. Selig der Mensch, so jederzeit
Betrachtet Jesu letzten Streit,
Ihm Gott auch wird beistehen,
O Jesu, Deine Schmerzen!
O eisenharte Herzen!
Mit Gnad‘ im Tod versehen.

Jesus ruft dir, o Sünder mein (7 Strophen)

1. Jesus ruft dir, o Sünder mein!
Mit ausgespannten Armen:
Wann du schon wärst aus Marmorstein,
So sollt’s dich doch erbarmen.
Wein‘, ach wein‘, mein frommer Christ!
Denk, dass dies dein Heiland ist,
Dein höchster Schatz auf Erden.

2. Hat Gottes Sohn auf solche Weis‘
Den Himmel müssen kaufen;
Meinst du, du wollst ins Paradeis
Durch Freud‘ und Wolllust laufen?
Nein, ach nein, mein frommer Christ!
Denk, wie eng der Eingang ist!
Wer weiß, wie’s möcht‘ gelingen?

3. Drum eil‘ herzu, schau Jesum an
Vom Haupt bis zu den Füßen;
Bedenke wohl, es geht dich an,
Was du noch hast zu büßen;
Wein, ach wein, mein frommer Christ!
Denk, dass dies dein Richter ist,
Dem alle Herzen offen.

4. Der Schächer zwar in Gottes Hand
Sein Seel‘ hat übergeben;
Willst du darum auch bis zum End’
Im Sündigen fort leben?
Nein, ach nein, mein frommer Christ!
Denk, das gar gefährlich ist;
Ich fürcht‘, es möcht‘ dir fehlen.

5. Schau an das Kreuz und große Lieb’,
Die Gott dir hat bewiesen,
Dass Gottes Sohn gleich wie ein Dieb
Für dich hat sterben müssen.
Wein, ach wein‘, mein frommer Christ!
Denk, was für ein Wunder ist,
Dass Jesus für dich sterbe.

6. Durch Kreuz und Leiden jedermann
Stehet der Himmel offen;
Gewiss es dir wohl fehlen kann,
Wann du willst anders hoffen.
Nein, mein Christ! Es muss doch sein;
Gib dich nur geduldig drein,
Mit Jesu musst du leiden.

7. Verleih‘ mir dann, o höchstes Gut!
Verzeihung meiner Sünden,
Um durch Dein rosenfarb‘nes Blut
Bei Dir Gnad‘ zu finden;
Dann mit Dir, Herr Jesu Christ!
Nun mein höchsts Begehren ist,
Zu leben und zu sterben.

Am Aschermittwoch

1. O Christenmensch, wenn dir anheut
Dein Haupt mit Aschen wird bestreut,
Gedenk, so geht’s auf Erden,
Es muss, was auf der Erden lebt,
Was in der Höh‘ in Lüften schwebt,
Zu Staub und Aschen werden.

2. Was hilft es dir, wenn du viel prangst
Und nichts als Lob und Lieb’ verlangst,
Dein’ Schönheit wird verschwinden.
Geh nur ein wenig hin und her,
So wird man schon von dir nichts mehr
Als Staub und Aschen finden.

3. O Mensch, der du bezaubert bist
Durch ein Geschöpf, so sterblich ist,
Und liebst die roten Wangen;
Nur warte noch ein‘ kurze Zeit,
So findest, dass sein‘ Zierlichkeit
In Todesfarb‘ gefangen.

4. Kein Macht kann retten von dem Grab,
Die Krone stürzt der Tod herab,
Wir sterben hier auf Erden:
Dem sonst die Welt fast war zu klein,
Den schließt ein enges Grab jetzt ein,
Staub, Aschen muss er werden.

5. Drum, eitler Mensch, du Würmerspeis‘!
Geh‘ heut‘ in dich und werde weis‘!
Verlass’ die Eitelkeiten;
Dann, wann der Tod dein Herz zerbricht,
So stirbet doch die Tugend nicht,
Und bringet wahre Freuden.

Heute ließ sich Jesus taufen

1. Heute ließ Sich Jesus taufen
Durch Johannes‘ treue Hand.
Der von Gott Ihm vorzulaufen,
In die Wüste war gesandt.
|: Um die Gäste zu erfreuen,
Macht der Herr aus Wasser Wein. :|

2. Lasset uns zur Krippe treten:
Jesus ist den Sündern hold.
Weihrauch opfern wir mit Beten,
Durch die Liebe feines Gold;
|: Myrrhen aber durch Geduld,
Wenn wir leiden ohne Schuld.:|

3. Sünder! Greifet zu der Buße,
Fühlet Reu‘ und herben Schmerz,
Waschet in dem Jordanflusse
Das befleckte böse Herz.
|: Jesus wird euch bald verzeih’n
Aus den Tränen schafft Er Wein. :|
(Melodie: Großer Gott, wir loben Dich)

Drei geheimnisvolle Dinge

1. Drei geheimnisreiche Dinge
Stellt die Kirche heute vor.
Fromme Christenschar! Besinge
Mit dem frohen Engelchor
|: Deines Gottes weise Macht,
Der für deine Wohlfahrt wacht. :|

2. Drei mit Ruhm gekrönte Weisen,
Denen Jesus zeigt die Bahn,
Kommen froh nach langen Reisen
Bei des Heilands Krippe an.
|: Ein an Glanze neuer Stern
Führt sie richtig zu dem Herrn. :|

3. Unter tausend Liebesküssen
Legen sie dem Gotteskind
Weihrauch, Myrrhen, Gold zu Füßen,
Gaben, die bedeutend sind.
|: Sie erklär’n des Heilands Kraft,
Jesu Christi Eigenschaft. :|

4. Weihrauch wollten sie Ihm zünden,
Weil Er Gott und ewig war;
Myrrhen, weil Er für die Sünden
Sterben will am Kreuzaltar;
|: Und des feinen Goldes Glanz
Zeigt uns Seinen Königskranz. :|
(Melodie: Großer Gott, wir loben Dich)

Du bist, o Bethlehem, die Stadt (6. Januar)

1. Du bist, o Bethlehem, die Stadt
Vor allen andern Städten,
Die Gottes Sohn erwähltet hat
Aus dir ans Licht zu treten.
Denn als Er sich ins Fleisch gehüllt
Und zur Geburt die Zeit erfüllt,
Ward Er an deinen Toren
Im Stall zur Welt geboren.

2. Ein Stern, der aus den Wolken bricht
Und seinen Glanz verbreitet;
Der um die Schönheit, Schein und Licht
Selbst mit der Sonne streitet,
Verkündigt in sprachlosem Ton:
Es habe Gottes einz’ger Sohn
Das Fleisch an Sich genommen
Und sei zur Welt gekommen.

3. Die Weisen zieh’n aus Morgenland
Von diesem Stern begleitet:
So wurden sie, wie an der Hand,
Zum wahren Stern geleitet:
Sie beten an das höchste Kind,
Weil sie von Gott erleuchtet sind,
Und ehren Es mit Gaben
Die sie geopfert haben.

4. Sie legen Gold zum Opfer hin,
Als König Ihn zu ehren;
Als einen wahren Gott soll Ihn
Die Weihrauchsgab‘ erklären.
Die Myrrhen zeigt die Sterblichkeit,
Die unser Gott, in Fleisch gekleid’t,
Hat wollen an Sich nehmen,
Und sich zum Tod bequemen.

5. Auch tun sich heut die Himmel auf,
Und Gottes Geist fährt nieder
Auf jenes Haupt, das durch die Tauf‘
Auch heiligt Seine Brüder.
Das Lamm steigt heut in’n Jordanfluss
Und lässt durch Seinen Gnadenkuss
Die Kraft des Wassers strömen
Die Sünde wegzunehmen.

6. Welch eine nie erhöhte Kraft!
Ein Wink, und auf der Stelle
Ergießt sich süßer Rebensaft
Aus einer Wasserquelle
Es zeigt sich heut‘ Herr Zebaoth
Zum ersten Mal als wahrer Gott.
Veränderte Naturen
Sind Seiner Gottheit spuren.

7. Lob sei Dir, Herr, der Du Dich heut‘
Den Heiden wollest zeigen.
Sieh, wie wir Deine Herrlichkeit
Anbetend, tief uns neigen.
Dem Vater und dem Heil’gen Geist
Sei gleiches Lob von uns geleist‘
Jetzt und durch alle Zeiten,
In alle Ewigkeiten.

Zum 6. Januar

1. Als vom Himmel auf die Erden
Gottes Sohn gekommen war,
Der da sollt‘ ein Mittler werden,
Und sich für uns geben dar,
Wurde von den schönsten Sternen
Einer von Gott ausgesandt,
Der die Weisen sollt von fernen
Führen her aus Morgenland.

2. Seid gegrüßet, und vor allen!
Ihr drei Weise seid geehrt!
Also habt ihr Gott gefallen,
Dass Er euch vom Himmel lehrt:
Dass die wahre Sonn aufgangen,
So erleuchtet alle Land,
Und das Heil hat angefangen,
So bereitet Gottes Hand.

3. Ihr, obschon es heftig wintert,
Setzet fort die weite Reis‘:
Selig, die der Schnee nicht hindert,
Noch das hart gefrorne Eis.
Durch die Dörner eilt zur Rosen,
Welche Jesse Wurzel bracht’.
Gottes Sohn bet’t an, den Großen,
Der euch und uns selig macht.

4. Ob Er schon im Stall verachtet
Bei dem Vieh im Kripplein lag,
Doch habt in Ihm Gott betrachtet,
Welcher alle Ding vermag;
Selig, die das kleine Kindlein
Habt den großen Herrn genennt;
Selig, die in schlechten Windlein
Habt den wahren Gott erkennt.

5. Weihrauch, Myrrhen, goldne Gaben
Bringt ihr Ihm als Gottes Sohn,
Dazu Er das Herz will haben
Vor Sein‘n königlichen Thron;
Dieses wollen wir Ihm schenken,
Auf das beste zubereit’,
Und in Seine Lieb’ versenken
Von jetzt bis in Ewigkeit.

Zur Beschneidung des Herrn

1. Nicht weiter sollst du dich erstrecken
Du alter Bund mit deiner Last:
Der du die Herzen nur mit Schrecken,
Mit banger Furcht erfüllet hast.
Der neue Bund soll ewig dauern,
Den Jesus heut‘ mit uns gemacht,
Ein Bund, wo ohne Furcht und Schauern,
Nur Freundlichkeit und Liebe lacht.

2. Du göttlich Kind, des Vaters Wonne,
Du wahres Licht vom wahren Licht,
Du reinster Strahl der reinsten Sonne,
Dem dort der Engel Heilig spricht;
Heut lässest Du Dein Fleisch beschneiden,
Und nimmst der Sünder Merkmal an.
Du willst der Sünder Schande leiden,
Der Du die Sünde nie getan.

3. Dein teures Blut, das Deine Glieder
Durch die Beschneidung schmerzlich färbt,
Versöhnt uns Gott und heilt das wieder,
Was Adams Sünd‘ an uns verderbt.
Ja, da Du heut’ beginnst zu bluten,
Erteilst Du uns ein sichres Pfand,
Du werdest bluten Blutesfluten
Dereinst am Kreuzholz ausgespannt.

4. Man gibt Dir heute Deinen Namen,
Vor dem die ganze Hölle bebt;
Vor dem sich neigt der Menschen Samen
Und alles, was im Himmel lebt,
Heut höret man Dich Jesus nennen:
Denn Du fängst an, wie wir bekennen,
Heut‘ unserm Heile Dich zu weih’n.

5. Gott Vater, sei von uns gepriesen,
Der uns so große Gnade tut;
Dem Sohne Ehr’ und Dank bewiesen,
Der uns erlöst mit Seinem Blut;
Dem Heil’gen Geist sei Preis und Ehre
Von uns erzeigt zu jeder Zeit.
O dass sie Deiner würdig wäre,
O heiligste Dreifaltigkeit!

Zu Neujahr

1. Das alte Jahr verflossen ist,
So danken wir, Herr Jesu Christ,
Dass Du uns bis auf diese Zeit
Von manchem Übel hast befreit.

2. Im neuen Jahr uns leit’ und führ’,
Auch unsern Sinn und Herz regier’,
Dass alles, was wir fangen an,
Durch Deine Gnad sei wohlgetan.

3. Streck aus, o Gott, Dein‘ milde Hand,
Auf unser liebes Vaterland:
Beschütze, segne Land und Leut’,
Krieg, Hunger, Pest treib von uns weit.

4. Erhalt’ die hohe Obrigkeit
In Glück und Segen jederzeit!
Gib, dass der Hirt mit seiner Herd
Durch Deinen Schutz gesegnet werd‘.

5. Behüte uns in diesem Jahr
Vor aller Seel- und Leibsgefahr;
Gib, dass ein jeder christlich leb’
Und einzig nach der Tugend streb’.

6. Und wann wir täglich mehr und mehr
Im Leben suchen Deine Ehr,
So leg uns bei noch viele Jahr
Zu Deinem Dienst, das werde wahr.

Schlaf, o mein liebes holdseliges Kind

1. Schlaf, o mein liebes holdseliges Kind,
Schlaf aus und schließe die Äugelein zu!
Dann Dich erwärmt der Esel und Rind.
Die Mutter wachet, genieße die Ruh!
Herzlein, Kindlein! Liebes Jesulein! Sanfte Ruh!
Schlaf nur zu in stiller Ruh.

Wohlan, wacht auf

1. Wohlan, wacht auf, ihr Hirten all,
verlasset eure Herd,
Geht eilends hin in jenen Stall,
Es ist der Müh wohl wert.
Dort werd’t ihr sehn ein Wunderding,
Was für eine große Freud ich bring,
Wacht auf, wacht auf, wacht auf!

2. Ein‘ große Freud ich euch verkünd‘,
Daran all Volk hat Teil.
Der große Gott, ein kleines Kind,
Ist worden uns zu Teil.
Dort liegt es in dem Krippelein,
Gewickelt ein in Windelein,
Im Stall, im Stall, im Stall.

3. Was gibt’s, wo fehlt’s, lasst uns in Ruh,
Die Nacht ist noch nicht ganz;
Der Schlaf drückt uns die Augen zu -
Was ist das für ein Glanz?
Es kommt von fern ein Licht daher,
Als wenn’s der helle Tag schon wär,
Was gibt’s, was gibt’s, was gibt’s?

4. So lasst uns denn dies Wunder sehn,
So Gott an uns getan;
Lasst uns geschwind zum Stall hingehn,
Das Kindlein beten an.
O Jesu, unser Gott und Herr!
Dir sei Lob, Preis und Dank und Ehr:
Allzeit, allzeit, allzeit.

Am Fest der unschuldigen Kinder

1. Was für Klagen, was für Zähren
Lassen sich von weitem hören:
Rachel ihre Söhn‘ beweint,
Und will sich nicht trösten lassen,
Weilen sie betrübtermaßen
Aus der Wieg’ geraubet seind.

2. Sag, Herodes! Was für Schmerzen
Kann wohl bringen deinem Herzen,
Dass dein Gott geboren ist?
Hast du etwa diesen Glauben,
Dass Er dir die Kron’ möcht rauben,
Womit du gezieret bist?

3. Ach, so irrest du nicht wenig,
Es will ja nicht dieser König
Nehmen die Vergänglichkeit:
Der ein unvergänglich Leben
Wird den Seinigen dort geben
In dem Reich der Ewigkeit.

4. Hört, ihr Mütter, auf zu weinen,
Wenn es euch schon jetzt will scheinen
Ein betrübnisvoller Stand,
Dass eure geliebte Sprossen
Werden zu dem Grab verstoßen
Durch des Wütrichs wilde Hand.

5. Hört, wie unerhörte Dingen
Sie bei Gott vor andern singen,
Und dem Lämmlein folgen nach;
Ohne Qual und ohne Leiden
Leben sie in lauter Freuden
Und vergessen alle Klag.

6. Glücklich ist wohl euer Leben,
Das euch Gott kaum hat gegeben,
Da ihr solches durch den Tod
Eurem Schöpfer wieder gebet,
Und dadurch jetzt ewig lebet
Bei dem allerliebsten Gott.

7. Auch vergesst nicht in den Freuden
Eure Brüder in dem Leiden,
So da streiten in der Welt;
Macht, dass wir Blut, Leid und Leben
Gern zu Gottes Dienst hergeben,
Weil es Ihm so wohlgefällt.

Ihr Kinderlein, kommet

1. Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all,
Zur Krippe her, kommet in Bethlehems Stall
|: Und seht, was in dieser hochheiligen Nacht
Der Vater im Himmel für Freude uns macht. :|

2. O seht in der Krippe im nächtlichen Stall,
Seht hierbei des Lichtes hellglänzenden Strahl.
|: in reinlichen Windeln das himmlische Kind,
viel schöner und holder als Engel es sind. :|

3. Da liegt es, ach Kinder, auf Heu und auf Stroh,
Maria und Josef betrachten es froh.
|: Die redlichen Hirten knien betend davor.
Hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor. :|

4. O beugt wie die Hirten anbetend die Knie,
Erhebet die Händlein und danket wie sie,
|: stimmt freudig, ihr Kinder, wer soll sich nicht freun,
Stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein. :|

Ehre sei Gott in der Höhe

1. Ehre sei Gott in der Höhe,
Friede den Guten auf Erden,
Lob Dir, Preis und Anbetung,
Dank Dir, o großer Begnadiger.
|: König des Himmels,
Allmächtiger Vater,
Herr, eingebor’ner Jesus, Gesalbter.
O Du Lamm Gottes, des Vaters Sohn,
o Du Lamm Gottes, des Vaters Sohn. :|

Schau, Christ, wie Christus hat veracht' (10 Strphen)

1. Schau, Christ, wie Christus hat veracht‘
Die Welt, der Welt Gut, Ehr und Pracht.
O Gott mein Lieb,
|: o Armut, o Demut, o Gott mein Lieb. :|

2. Vom Himmel kam Er auf die Welt,
Nichts mit Sich bracht‘, noch Gut, noch Geld,
O Gott mein Lieb, |: o Armut, ... :|

3. Er ließ die Stadt Jerusalem,
Und kam zum Städtlein Bethlehem,
O Gott mein Lieb,
|: o Armut, ... :|

4. Zu Bethlehem hat Er kein Haus,
Musst hin zum Stall, zur Stadt hinaus.
O Gott mein Lieb,
|: o Armut, ... :|

5. Der Stall stund auf, und ohne Tür,
War Löcher voll, kein Fenster für,
O Gott mein Lieb, |: o Armut, ... :|

6. Der Wind und Schnee schlug überall,
Der Schnee bedeckt den ganzen Stall.
O Gott mein Lieb,
|: o Armut, ... :|

7. Ein Kripp‘ stand da, ein hartes Brett,
Das war Sein Wieg‘ und Kinderbett.
O Gott mein Lieb, |: o Armut, ... :|

8. Von Stroh die Kripp‘, von Mist und Wust,
Da Gottes Sohn aufliegen musst‘,
O Gott mein Lieb,
|: o Armut, ... :|

9. Das Kind so kalt, erbärmlich arm,
Ochs und Esel hauchten es warm,
O Gott mein Lieb, |: o Armut, ... :|

10. O Christ, tu auf das Herze dein,
Schließ ein und wärm das Kindelein,
O Gott mein Lieb,
|: o Armut, ... :|

Lasst uns das Kindlein wiegen (8 Strophen)

1. Lasst uns das Kindlein wiegen,
Das Herz zum Kripplein biegen;
Lasst uns im Geist erfreuen,
Das Kindlein benedeien: |: O Jesulein süß. :|

2. Lasst uns dem Kindlein singen,
Ihm unser Opfer bringen;
Lasst uns Ihm Ehr‘ beweisen,
Es loben und hoch preisen: |: O Jesulein süß. :|

3. Lasst uns dem Kindlein neigen,
Ihm Lied und Dienst anzeigen;
Lasst uns Sein Bettlein zieren,
Also wird sich’s gebühren: |: O Jesulein süß. :|

4. Lasst uns das Kindlein speisen,
Es wird uns Gnad‘ erweisen,
Und zum Wohlleben führen,
Das Frommen tut gebühren.
|: O Jesulein süß. :|

5. Lasst uns das Kindlein grüßen,
Und fallen Ihm zu Füßen:
Lasst’s uns demütig ehren,
Als unsern Gott und Herren:
|: O Jesulein süß. :|

6. Lasst uns Sein Mündlein küssen,
Die Hände und die Füßen;
Seht, wie Sein‘ Äuglein fließen
Und Pfeil‘ der Lieb‘ ausgießen: |: O Jesulein süß. :|

7. Lasst uns Sein Diener werden,
So lang wir sind auf Erden;
Es wird uns wohl belohnen
Mit himmlischen Kronen. |: O Jesulein süß. :|

8. Lasst uns doch tun zu Ehren,
Was wir können, dem Herren.
Im Himmel wird’s erschallen;
Vergelten wird Er’s allen. |: O Jesulein süß. :|

Ihr Hirten erwacht vom Schlummer

1. Ihr Hirten erwacht vom Schlummer, habt acht!
|: Nach Trübsal und Leiden verkündet Er Freuden.
Der Engel, der fröhliche Botschaft gebracht. :|

2. Jetzt eilet geschwind, ihr findet das Kind:
|: Ihr findet das Leben, Er ist euch gegeben
Der Heiland, der alle zu Liebe verband. :|

3. O fürchtet euch nicht, ein göttliches Licht
|: Bekleidet die Sonne mit himmlischer Wonne,
Das Friede und Freude und Liebe verspricht. :|

4. Zu Bethlehem dort, am kältesten Ort,
|: Da werdet ihr finden, was sie euch verkünden,
Den Heiland, den Herzog, der Liebe verspricht. :|

Was plaget mich die Herd' (6 Strophen)

1. Was plaget mich die Herd’,
Was plaget mich die Erd,
Mit allen ihren Schätzen?
Mein Gott ist mehrer wert;
Der Hirt und Herd’ ernährt,
Kann den Verlust ersetzen.
|: In Dir, o Kind, Ich Freude find’,
Du kannst mein Seel’ ergötzen. :|

2. Ihr Hirten von dem Feld,
Aus grünem Lauberzelt,
Kommt eilend hergetreten,
Den Gott, Der diese Welt
Durch Seine Macht erhält,
Mit Freuden anzubeten;
|: Lieb, Demut soll Von Eifer voll
Hier um den Vorzug wetten. :|

3. Hier ist das wahre Lamm,
So aus der Wüste kam,
Und herrschet diese Erden,
Der Löw von Juda Stamm,
Für dessen starken Nam’
Die Wölfe furchtsam werden;
|: Der allzeit wacht Und sicher macht
Die ganz verlass’ne Herden. :|

4. Er hält zu jeder Stund
Den teu’r gemachten Bund,
Und lässt uns Ruh’ genießen;
Er macht Sein’ Güte kund,
Der von dem Löwen-Schlund
Den Daniel entrissen.
|: Er liegt im Stall In Not und Qual,
Für uns die Schuld zu büßen. :|


5. Drum kommt, ihr Hirten, schnell,
Dem Wächter Israel,
So heut’ als Mensch erschienen,
In dieser armen Höhl’
Zugleich mit Mund und Seel’
Mit Freudenschall zu dienen!
|: Nimm an, was wir, O Schöpfer, Dir
Zu bringen uns erkühnen. :|

6. Es ist uns wohl bewusst,
O Herr, es ist kein’ Lust
An Schaf und Rind zu sehen;
Doch wirst Du, Gnadenquell
Ein’ reumutvolle Seel’
Von Dir ja nicht verschmähen;
|: Ach gib, dass wir, Gefällig Dir
In Deinen Augen stehen. :|

In der Geburt des Jesulein

1. In der Geburt des Jesulein,
Der da liegt in einem Krippelein:
Lasst uns singen,
Vor Freud’ aufspringen,
In dem Herrn frohlocken.

Still geschwinde, still ihr Winde (8 Strophen)

1. Still geschwinde, still ihr Winde,
Stört dem Kind nicht Seine Ruh,
Nicht mehr blaset, nicht mehr raset,
Schaut, Es schließt die Augen zu:
Hier liegt Der, so euch gebietet,
Dass ihr brauset, tobet, wütet,
Oder gänzlich schweiget still, Wie Er will.

2. Schnee und Regen soll sich legen,
Mehrt dem Kinde nicht die Qual.
Luft und Erde: ihnen werde,
Dass hier ruhet in dem Stall,
Welcher sonst wie Wolken schneiet,
Und Sein Eis mit Zagen streuet,
Dass sich niemand fast erhält Für der Kält.

3. Legt euch nieder, schwache Glieder,
So bekleiden unsern Gott;
Augenlider, schließt euch wieder,
Und vergesset aller Not!
Lasset Den doch ruhig schlafen,
Der den Saul und dessen Waffen,
Die dem David nachgetracht, Schlafen macht.

4. Nun will schlafen, Der erschaffen
Und bewahret alle Ding:
Statt der Strafen, Heil zu schaffen,
Macht Er sich hier selbst gering.
Höchste Macht, lässt Du Dich binden;
Da der Schlaf um uns’re Sünden
Mit dem Bild der Sterblichkeit Dich bekleidt?

5. Aber sehet und verstehet,
Wenn das Aug’ der Menschlichkeit
Stille stehet und zugehet,
Wacht doch Sein’ Fürsichtigkeit,
Dass die Erde nicht mag wanken,
Gar das wilde Meer sein’ Schranken
Nicht in Ungestümigkeit Überschreit.

6. Ich behüte eure Tritte,
Spricht Er, denn Ich schlafe zwar:
Mein Gemüte, Meine Güte
Aber wacht für Meine Schar;
Da Ich euch ganz schwach erscheine,
Friere, ächze, leide, weine,
Wird Mein’ höchste Macht der Welt Vorgestellt.

7. Drum geschwinde still ihr Winde!
Sturm, Frost, Hagel, Schnee und Eis,
So erfüllen Gottes Willen,
Bringt dem Herren Lob und Preis!
Alle, ihr erschaff’ne Geister
Lobet jenen höchsten Meister,
Der euch alle Wirkungskraft Hat geschafft.

8. Berg und Hügel, all Geflügel,
Bringt dem Herren Lob und Ehr;
Zeder, Eichen, so da reichen
Über hohe Wolken her;
Jedes Blatt und jede Rinde
Seines Schöpfers Lob verkünde;
Rühmet alle, Jung und Alt, Sein Gewalt.

Auf, ihr lieben Hirten (8 Strophen)

1. Auf, auf, ihr lieben Hirten, auf!
Fröhlich zu dem Krippelein lauf;
Zu dem Krippelein in dem Stall.
Seht, hier liegt das schöne Kind
Bei dem Esel und dem Rind,
Ist verstoßen überall.

2. Eilt, eilt nach Bethlehem geschwind,
Um zu seh’n das liebe Kind;
Ja, den wahren Gottessohn,
Welcher aus des Himmels Saal
Kommen in das Jammertal
Und verlassen Seinen Thron.

3. Kommt, kommt zu dem Stall herein,
Kommt zum armen Krippelein.
Schaut den wahren Heiland an.
Seht wie Er liegt auf dem Heu,
In des Ochs und Esels Streu,
ganz veracht’ von jedermann.

4. Fallt, fallt nieder auf die Knie,
Tut euren Gott anbeten hie
Mit aller Demütigkeit.
Legt eure Häupter auf die Erd’,
Denket, dass ihr’s nicht seit wert,
Anzuseh’n Sein’ Herrlichkeit.

5. Ehrt, ehrt Ihn auch von Herzensgrund,
Preiset Ihn mit Zung’ und Mund,
Danket Ihm für diese Tat.
Preiset Seine große Lieb’,
Die Ihn aus dem Himmel trieb,
Euch zu bringen Gottesgnad’.

6. Nehmt, nehmt das Kind auf euern Arm,
Hauchet Es mit Atem warm;
Denn Es leidet große Kält’.
Drückt Es fest an eure Brust,
Macht Ihm alle Freudenlust,
Dann es Ihm gar wohl gefällt.

7. Küsst, küsst das liebe Kindelein,
Liebt das schöne Jesulein!
Küsst Es über hundertmal.
Küsst das liebe Kindelein!
Auf Sein rotes Wängelein.
Küsst Es hunderttausendmal.

8. Legt, legt in das Herz hinein
Und verwahrt das Schätzelein
Euer ganzes Leben lang.
Gott, der Herr, ist nun bei euch;
Und an Leib und Seele reich.
Danket Ihm mit Lobgesang.

O Wunder groß! (6 Strophen)

1. O Wunder groß! Aus Vaters Schoß
Ist Gott von Gott herkommen
Und hat aus Lieb’, die Ihn antrieb,
Die Menschheit angenommen.

2. O Wunder groß! Nackend und bloß
Liegt Er bei uns auf Erden;
Aus Gütigkeit ist Er bereit,
Will unser Mittler werden.

3. O Wunder groß! Der Mutter Schoß
Begreift jetzund den Herren,
Den Laub und Gras, und alles was
Im Himmel ist, verehren.

4. O Bethlehem, o Bethlehem!
Aus tausend auserkoren,
Wie bist du Dem so angenehm,
Der heut’ in dir geboren.

5. O Jesulein, schön’s Kindelein!
Wir fallen Dir zu Füßen;
Wir Dich verehr’n als Gott und Herrn,
Zu tausendmal Dich grüßen.

6. In diesen Stall aus Himmels Saal
Hat Dich die Lieb’ getrieben,
Drum wollen wir auch Dich hinfür
Von ganzem Herzen lieben.

Ein Kind geboren zu Bethlehem (8 Strophen)

1. Ein Kind geboren zu Bethlehem, Bethlehem.
Des freuet sich Jerusalem. Alle, Alle, Alle, Alleluja!

2. Sein’ Mutter ist ein’ Jungfrau zart, Jungfrau zart,
Die ohn’ ein’ Mann geboren hat. Alle, Alle, Alle…

3. Hier liegt Es in dem Krippelein, Krippelein,
Ohn’ Ende ist die Herrschaft Sein. Alle...

4. Der Ochs und Esel wunderbar, wunderbar
Erkannten Gott, den Herren, dar. Alle...

5. Drei König’ von Saba kamen her, kamen her,
Dem Kind zu geben göttlich’ Ehr. Alle...

6. Sie gingen in den Stall hinein, Stall hinein
Und knieten vor dem Kindelein. Alle...

7. Gold, Weihrauch, Myrrhen schenkten sie, ...
Zu zeigen, dass Gott Mensch allhie. Alle...

8. Gelobt seist Du, Herr Jesu Christ, Jesu Christ,
Dass Du uns Mensch geworden bist. Alle...

Still, o Erden,still, o Himmel (7 Strophen)

1. Still, o Erden, still, o Himmel!
Euer Gott liegt in der Ruh;
Still, o Meer, mit dem Getümmel!
Schließe deine Schranken zu.
Er vom Pfeil der Lieb getroffen,
Wie ein Ries’ sein Weg geloffen;
Drum liegt Er jetzt ganz ermatt’
Auf der harten Lagerstatt.

2. Hast vielleicht, o herzig’s Kindlein,
Ein Liebestrank genommen ein,
Dass Du auf dem harten Krippelein
Bist so bald geschlafen ein?
Freilich ist der harte Winter
Sonst ein Feind der zarten Kinder;
Aber Dir die Kält’ nicht schadt,
Weil Dein Herz gebrennt schon hat.

3. Schlaf, mein Kindlein, ohne Sorgen!
Schlaf, jetzt hast Du noch die Zeit!
Dich wird schon heut’ oder morgen
Wecken auf der Juden Neid.
Dort wirst unter harten Waffen
Wenig oder gar nichts schlafen,
Wann man Dich mit Schimpf und Spott
Wird verdammen zu dem Tod.

4. Lass im Schlaf Dir nichts vorkommen
Von dem Kreuz, o Jesulein!
Es wird schon die Zeit noch kommen,
Jetzt bist Du noch gar zu klein:
Bist ein Kind, darfst Dich nicht wagen
Schon ein schweres Kreuz zu tragen,
Deine Wänglein sind zu weich
Zu dem harten Backenstreich.

5. Schlaf, mein Kindlein! Dort im Garten
Wirst schon müssen wachbar sein:
Judas wird schon auf Dich warten,
Dich dem Feind zu liefern ein.
In der Geiß’lung wirst schon müssen
Diesen Deinen Schlaf noch büßen!
In der Krönung diese Ruh,
Schließ jetzt nur Dein’ Äuglein zu.

6. Deine Händlein kreuzweis’ lege,
Neugebor’nes Kindelein!
In der Ruh’ Dich nicht bewege,
Schlaf nur sanft, o Jesulein!
Bist noch viel zu schwach an Kräften,
Dass man Dich ans Kreuz könnt’ heften,
Deine Händlein viel zu zart,
Und die Nägel gar zu hart.

7. Schlaf nur Jesu, bleib nur liegen,
Schlaf auf Deinem harten Heu!
Werd’ ich fallen in die Zügen,
Dort wach auf und steh’ mir bei!
Dort Dein’ Armut mich woll’ zieren
Und in jene Freud’ einführen,
Dass ich lob’ im Himmelssaal,
Den ich heut’ gegrüßt im Stall.

Nun kommet, ihr Getreuen

1. Nun kommt, ihr Getreuen
Singet Jubellieder,
O kommet, o eilet
Nach Bethlehem!
Sehet das Kindlein -
aller Engel König;
O kommet anzubeten (2 x wiederholen)
Gott den Herrn.

2. Des ewigen Vaters
Gleich ewigen Abglanz
Erblicken wir heute
In Fleisch gehüllt.
Kindlein in Windeln,
Du bist unser Schöpfer;
O kommet ...

Christus ist uns heut geboren (5 Strophen)

1. Christus ist uns heut’ geboren
Aus Maria Jungfrau rein.
Alle Welt sich soll erfreuen,
Und dem Kindlein benedeien,
|: Diesem neuen Jesulein. :|

2. Wo ist denn das Kind zu finden?
In dem Stall zu Betlehem.
Da liegt Es in einer Krippe,
Schläft gar sanft in Seiner Krippe,
|: Dieses ist Ihm angenehm. :|

3. Ist denn niemand, der aufwartet
Diesem jungen Königlein?
Ja, ja, ja, ich seh’ schon laufen
In der Eil’ und vollem Schnaufen
|: Viele fromme Schäferlein. :|

4. Ist denn nicht von Gold und Seiden,
Nichts als schlechte Windelein,
Heu und Stroh und schlechte Windelein,
Wo wir decken dieses Kindelein;
|: In der größten Armut Sein. :|

5. Seht, wie sie zur Erde fallen,
Um das Kind zu beten an.
Seht, wie freundlich sie es grüßen,
Händ’ und Füßlein liebreich küssen!
|: Jeder will der erste sein. :|

O ihr Himmel! Schauet an (4 Strophen)

1. O ihr Himmel! Schauet an,
Was die Lieb’ doch wirken kann.
Schaut, ein klein’, unmündig’ Kind
Sich anheut zu Betlehem find.
Wie ein Schäflein auf der Streu,
Liegt es auf dem Stroh und Heu.
Voller Schmerz ist Sein Herz!
Voller Schmerz ist Sein Herz.
Wer ist Er! Gott ist Er.
Gott und Mensch zugleich ist Er.

2. Kommt, ihr Engel! Kommet all’!
Kommt nach Betlehem im Stall;
Kommt und sehet ohne Scheu,
Wessen Sohn dies Kindlein sei?
Wie ein Lämmlein liegt alldort,
Es ist doch Gottes Wort.
Ohne Kron’, ohne Thron!
Ohne Kron’, ohne Thron.
Wer ist Er? ...

3. O ihr Menschen, groß und klein,
Bleibt nicht aus, euch ist allein
Heut’ gebor’n dieses Kindlein zart,
Dessen Erd’ und Himmel ward;
Euer Heiland liegt allhier,
Himmel und der Erde Zier,
Arm und bloß, auf dem Schoß.
Wer ist Er? ...

4. Kommt, ihr Kreaturen all’!
Kommt nach Betlehem im Stall;
Kommt herbei, ihr Vögelein,
Singt und lobt dies Kindelein,
Der uns alles Leben gibt,
Der in uns so sehr verliebt,
Wird veracht, schlecht geacht.
Wird veracht, schlecht geacht.
Wer ist Er? ...

Auf, Christen, singt festliche Lieder (9 Strophen)

1. Auf Christen, singt festliche Lieder
Und jauchzet mit freudigem Klang!
Es schall’ an dem Erdeball wieder
Süßtönender Jubelgesang.
Der Vater hat unser Verlangen,
Die Wünsche des Herzens erfüllt:
Der Heiland, nach welchem wir rangen,
Erscheinet im Fleische verhüllt.

2. Im Stalle bei Betlehems Toren
Hat zur mitternächtlichen Zeit
Maria, die Jungfrau, geboren
Ein Kindlein, das Engel erfreut.
Sieh, Rosen und Lilien blühen
Im Antlitz des Kindes hervor;
Sieh, Lippen und Augen, die glühen
Von Schönheit im reizenden Flor.

3. Dies schönste der menschlichen Kinder
Ist Gott, in die Menschheit gekleidt.
Es hat sich der Mittler zum Sünder
Aus zärtlicher Liebe geweiht.
Dies große Geheimnis erklären
Die Engel den Hirten im Feld;
Sie singen dem Schöpfer zu Ehren
Und singen vom Frieden der Welt.

4. Es eilen aus Betlehems Fluren
Die Hirten zum Stalle geschwind
Und werden auf englischen Spuren
Geleitet zum göttlichen Kind.
Sie werfen zur Krippe sich nieder
Im tiefesten Staube gebückt,
Und singen Ihm liebliche Lieder,
Von himmlischen Freuden entzückt.

5. O lasset in ihre Gesänge
Uns mischen mit fröhlichem Ton;
O lasset mit Jubelgepränge
Uns singen dem göttlichen Sohn;
Die Krippe kniefällig umringen,
In welcher der Heiligste liegt:
Ihm Lobeserhebungen singen
Ist unsere süßeste Pflicht!

6. Eh’ Sonnen und Sterne gewesen
Hat Dich Gott, der Vater gezeugt;
Du bist unermesslich im Wesen,
Das selbst nicht der Cherub erfleugt.
Vom Vater, dem ewigen Lichte,
O Du wiederstrahlendes Licht!
Erhaben sind Deine Gerichte:
Selbst Seraphim fassen sie nicht.

7. O ewiger, himmlischer König!
Der Du alle Welten erschufst,
Ist denn Deiner Güte zu wenig,
Dass Du in das Leben uns rufst?
Muss selbst Deine Hoheit sich neigen
Zur niederen Menschengestalt?
Wer könnte mehr Liebe erzeigen?
O Wunder der Liebesgewalt!

8. Du steigest vom glänzenden Sitze
Und wohnest im finsteren Stall;
Du bist es, Der sonsten die Blitze
Hinschleudert mit schrecklichem Knall;
Hier bist Du, an Händen und Füßen
Gebunden, in Windeln versteckt;
Du, unter Dem zitteren müssen
Die Himmel, zurücke geschreckt.

9. Du wählest, mit Schwächlingen schwächlich,
Mit Sterblichen sterblich zu sein:
Du zeigst Dich, gleich Menschen, gebrechlich,
Bei Kleinen erscheinest Du klein.
Du machest Dich ähnlich in allem
Uns Menschen und unserm Geschlecht.
Wir Brüder (o lass Dir’s gefallen)
Wir nennen Dich Bruder mit Recht.

Damit das Kirchenjahr ...

... wenn schon nicht seine Ordnung, so doch die richtige Reihenfolge hat,

Hier nun die Weihnachtslieder aus eben diesem alten Buch. Und wenn ich schon dabei bin, auch die Lieder für die Fastenzeit ...

Das nächste Weihnachtsfest kommt bestimmt ...

Sorry, Hier ist das Internet ganz schlecht. Funkloch ...

Donnerstag, 3. März 2011

Treffpunkt ...

... Frankfurt?

12. März

13 Uhr

Bahnhofsvorplatz.


Wer kommt?

...für einen kam die Info wohl zu spät, Demo gegen Christenverfolgung ...