Endlich!
Endlich nicht mehr arbeitslos!
Endlich der erste Lohn auf dem Konto.
Der Geldbeutel ist längst leer, denn das Amt hat einen Fehler gemacht und sie musste sich Geld leihen, um überhaupt über die letzten beiden Monate zu kommen, Miete und Versicherungen zahlen zu können. Und um etwas zu Essen kaufen zu können.
Sie geht auf die Bank und hebt etliche hundert Euro ab, um das geliehene Geld den Bekannten wieder zurückgeben zu können.
Danach bleibt noch genügend Geld übrig, um einmal nach LANGEM wieder richtig einkaufen zu gehen, ohne jeden einzelnen Cent dreimal umdrehen zu müssen.
Von allen haltbaren Lebensmitteln, hat sie sich vor einiger Zeit Vorräte angelegt: Mehl, Nudeln, Getreide.
Brot braucht sie, Butter und noch was drauf - nein, ein Stück Käse und ein wenig Wurst hat sie auch vor kurzem erst gekauft.
Während der Jahre ihrer Arbeitslosigkeit war sie immer gezielt auf die Artikel zugegangen, die sie gebraucht hat. Heute nimmt sie sich Zeit. Viel Zeit. Eine halbe Stunde? Eine Stunde? Sie schaut nicht auf die Uhr. Sie schlendert und schaut und staunt, was so alles in den Regalen steht, was sie in den letzten Jahren gar nicht wirklich wahrgenommen hat. Von Zeit zu Zeit steckt sie etwas in ihre große Baumwolltasche, die sie mitgebracht hat. Einen Einkaufswagen nimmt sie eigentlich nie ...
Zuerst überblickt sie die aktuellen Angebote. Dann Wurst, Käse. Konserven. Körperpflegemittel. Wegen der Konserven möchte sie in den nächsten Tagen noch einmal extra kommen, denn da braucht sie mehr, um die verbrauchten Vorräte wieder aufzufüllen. Heute möchte sie nur den aktuellen Bedarf kaufen.
Zum Schluss schaut sie in alle Tiefkühltruhen, von Eis, Torten, Fertigmenüs über Fleisch bis zum Gemüse. Abgepacktes Frischfleisch ist da auch in der Reihe. Salat wächst zu Hause im Blumentopf, und ein wenig Obst hat sie auch noch.
Dann geht sie mit ihrer Tasche an die Kasse und legt die Artikel auf das Band, um zu bezahlen:
Eine Flasche Saft, ein Shampoo für den Vorrat, eine Mehrweg-Backfolie, die ist gerade im Angebot, und zwei Pfund Brot, abgepackt. - Nein, Butter hatte sic ja schon auf dem Weg von der Arbeit nach Hause gekauft, die ist schon im Kühlschrank.
Danach geht sie fröhlich und dankbar nach Hause und staunt über das große Angebot in den Geschäften.