Freitag, 21. November 2014

Probearbeit

...und was dazu gehört.

In ihrem Pflegeleitbild bezieht sich die Einrichtung auf die Bergpredigt.

Als man mich beim Vorstellungsgespräch gefragt hat, ob ich eine Frage habe:
Ob es bei den heutigen Vorgaben der Gesundheitspolitik möglich ist, dieses Leitbild zu leben.

Probearbeit. Der Umgang der Pflegekräfte mit den alten Leuten ist gut (bis auf das "Du", mit dem sie die Bewohner häufig ansprechen ... aber das kann auch an der fortgeschrittenen Demenz der Bewohner liegen, die dann häufig nur noch auf ihren Vornamen hören. Doch glaube ich, dass die meisten Bewohner geistig noch nicht so weit abgebaut sind), soweit ich das im Lauf eines einzigen Tages feststellen konnte.

Der Umgang der Betreuungsassistenten ist ideenreich im besten Sinn des Wortes, nichts "abgelutschtes", wo man den Eindruck hat, selbst die Bewohner sind schon von den ständigen Wiederholungen genervt (waren es nicht mal die Mitarbeiter - oder man hatte zumindest nicht den Eindruck).
Das mag für jemanden, der den Beruf nicht kennt, eine eigenartige Bemerkung sein, aber wenn man jede Woche mit den Bewohnern, die ja krankheitsbedingt immer mehr vergessen Sprichwörter Raten macht ... dem "Normalbürger" könnte das dann nach einem Jahr schon "zum Hals raus hängen" ... oder wie viele Sprichwörter kennst du? So viele, dass du dich nur einmal im Jahr wiederholst? Würdest du das schaffen?

Mein Hospitationstag war ein Donnerstag. Was macht man da gegen Abend?
- Was macht "man" da? ... DAS habe ich jedenfalls, nachdem ich schon relativ viele Altenheime von innen gesehen habe, noch nirgends erlebt:

Gegen Abend wird das Donnerstagsgebet gebetet (das ich nicht einmal kannte).
Dieses ist eine Betrachtung der Ölbergsleiden Jesu ...
Ein Freitagsgebet kenne ich, und auch dies beten die Betreuer mit den Bewohnern ... eben am Freitag.

In dem Heim, in dem ich mein Praktikum gemacht habe, arbeiten etliche Ordensschwestern und dort leben etliche geistliche Herren, dort ist täglich außer montags eine Heilige Messe, sehr schön gefeiert!
In diesem Heim, einer privaten Stiftung, findet 2x wöchentlich ein Wortgottesdienst mit Kommunionspendung statt. An besonderen Feiertagen auch eine Eucharistiefeier.

Persönliches: Ich musste um 5.30 h aufstehen (da ich meine Gebetsgewohnheiten nicht aufgeben wollte, wenn ich dann dort arbeite, möchte ich ja auch, dass ich das beibehalten kann) und bin auf Grund meiner "Doppelschicht" und Fahrplanänderungen der Züge sowie Zugausfällen erst nach 20 h nach Hause gekommen ...

Ich war dann so groggy, dass ich nur rumgesessen habe und erst nach 23 h hatte ich den "drive", vom Stuhl aufzustehen und (nach Waschen und umziehen (-; ) ins Bett zu gehen ...

Herr, Dein Wille geschehe!

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