Dienstag, 30. August 2011

Glaubenskampf

Hochaktuell (Quellenangabe am Ende des "Artikels")

S. 263
... Eine ganze Welt streitet gegen unsern Glauben. Hier wird Christus als ein Mythus abgetan, dort wird aus Gott irgendein Etwas gemacht, so wie der (S. 264) Mensch es sich wünscht. Hier wird die Kirche als ein Gebilde hingestellt, das zufällig aus griechischem Geist und römischem Machtanspruch, aus orientalischer Frömmigkeit und germanischer Gemütstiefe erwachsen ist, dort vertauscht man den Glauben an die Vorsehung Gottes mit dem Glauben an die Karten und das Horoskop, oder predigt man den Menschen das Diesseits und überlässt man den Himmel den Engeln und den Spatzen. Ein „neuer Glaube“ wird verkündet. Er spricht aus dem Munde der vielen Bücher und Zeitungen des Tages. Er sitzt auf den hohen Kathedern. Er schwebt über den erhabenen Sitzen der Mächtigen. Er leitet unsichtbar die Entscheidungen so vieler Konferenzen und Beratungen. Er gehört zu den Selbstverständlichkeiten der modernen Bildung. Wer heute noch zum Credo der Apostel und der Kirche hält, der muss ein Held werden und dem Kampf der Wenigen gegen die Vielen, der Ganzen gegen die Halben, der Bewussten gegen die Gedankenlosen aufnehmen. Insbesondere wo dem Glauben der unsichtbare Feind im eigenen Innern erwächst! Wo die Atmosphäre des Zeitgeistes, des Unglaubens in die Seele und in die Gedanken eindringt und die Seele mit Zweifeln, Fragen, Problemen, mit geistiger Nervosität vergiftet. Der Christ von heute ist ein Martyrer geworden. Er lebt in einer Christenverfolgung der geistigen Nöte, der Zurücksetzungen, der Kaltstellung, der Ausschaltung. Daher die wohlbegründete Mahnung der Lesung: „Stehet fest im Evangelium, das ich euch gepredigt habe.“

(Quelle: Baur, Benedikt, WERDE LICHT! Liturgische Betrachtungen an den Sonn- und Wochentagen des Kirchenjahres, III. Teil: Osterfestkreis – die Nachpfingstzeit, 11. Woche nach Pfingsten, Dienstag. Herder & Co. GmbH Freiburg im Breisgau © 1937)

Hochaktuell. Von 1937

Donnerstag, 25. August 2011

Hunger

Wer auf einfache und preiswerte Weise etwas gegen den Hunger in der Welt tun will,

aber aus finanziellen Gründen nicht so kann, wie er möchte, dem empfehle ich diese Methode.

MERCI

Dienstag, 23. August 2011

Wahrheit ist relativ

Hierzu zunächst eine Anekdote:

Eine Gruppe Blinder wurde im Zoo ins Elefantenhaus geführt.
Dem einen gab man den Rüssel in die Hand, einen anderen führte man zu einem Bein, ein dritter fühlte ein Ohr, ein anderer den Schwanz, wieder ein anderer einen Stoßzahn, wieder einer den Bauch.

Ihre Folgerungen:
Ein Elefant ist wie eine Schlange - oh, nein! Wie ein Schlauch!
Ein Elefant ist wie eine Säule.
Ein Elefant ist wie ein Blatt Papier.
Ein Elefant ist wie ein Pinsel.
Ein Elefant ist wie ein Speer.
Ein Elefant ist wie ein Fass.

??? Ein Elefant ist ein Elefant.
Oder: Sage dem Blinden mit dem Ohr, er soll seine Sticheltafel holen, einen Brief schreiben. Das wird dem Elefanten nicht gefallen.

Den Pinsel kann man auch nicht mit nach Hause nehmen und den Kindern schenken.

Versuche einmal, den Speer zu werfen.

Oder etwas in das Fass zu füllen ...

Ja, die Wahrheit ist relativ. Die Wahrheit ist so, wie du sie gerade empfindest. Ja, das ist Wahrheit.

Also, lieber Leser, für mich ist es die Wahrheit, dass dein neues Auto gar nicht dir, sondern mir gehört. Und du hast auch meinen Haustürschlüssel einstecken. Ich will mein Haus!!!

Ein Elefant ist ein Elefant ist ein Elefant.

Und das Haus, das du zum großen Teil mit eigener Hand erbaut hast, gehört dir, auch das neue Auto, das noch kein Jahr alt ist. - Oder vielleicht doch nicht???

Und Gott ist Gott und er lässt sich nicht leugnen und nicht wegdiskutieren.

PUNKT

Freitag, 17. Juni 2011

Gemäß dem Motu proprio

Gemäß dem Motu proprio Summorum Pontificum
... findet seit Pfingstsonntag an JEDEN SONNTAG – so z. B. auch am 25. Dezember dieses Jahres, da dieser auf einen Sonntag fällt – in

Bonn in der Kirche ALT ST. NIKOLAUS

Um 17 Uhr eine Heilige Messe nach dem Usus Antiquor statt.

Weitere Informationen unter

www.kirchenzeitung-koeln.de

und

www.tridentinische-messe-bonn.de/

Nach dem Segen

1. Wir knieen hier vor Deinem Gnadenthron;
Du guter Hirt! O Jesu, Gottes Sohn!
Heilig, heilig, heilig!
Du bist allzeit heilig!
Sei gepriesen ohne End’
In dem heiligsten Sakrament.

Vor dem Segen

1. Wir beten an Dich wahres Engelsbrot!
Dich Vater, Herr! Barmherzig großer Gott!
Heilig, heilig, heilig!
Du bist allzeit heilig!
Sei gepriesen ohne End’
In dem heiligsten Sakrament.

Am vierten Altare

1. In Brots- und Weinsgestalten
Ist Jesu Fleisch und Blut
Auf dem Altar enthalten,
Das größte Seelengut.
Gelobt, gebenedeit
Soll sein zu aller Zeit
Dies heiligste Geheimnis
In alle Ewigkeit.

2. Verdeckt ist hier zu finden
Das wahre Osterlamm,
Das aller Menschen Sünden
Getilgt am Kreuzesstamm.
Gelobt, gebenedeit ...

3. Es ist der Seelen Speise,
Wie uns der Glaube lehrt;
Es nährt uns auf der Reise,
Und bleibt doch unversehrt.
Gelobt, gebenedeit ...

4. Wenn wir das Leben schließen,
Und dieses Engelsbrot
Mit frommer Lust genießen,
Dann schreckt uns nicht der Tod.
Gelobt, gebenedeit ...

5. Der Tod wird uns nicht schrecken,
Es ist ein Unterpfand,
Dass Gott den Leib wird wecken
Ins himmlisch’ Vaterland.
Gelobt, gebenedeit ...

6. O Jesu, Deiner Liebe
Sei Ehre, Lob und Dank!
Du gabst aus ihrem Triebe
Dein Blut selbst uns zum Trank.
Gelobt, gebenedeit ...

7. Dein Fleisch hast uns gegeben,
In Brotsgestalt verhüllt,
Das unser inner’s Leben
Mit Gnadenkraft erfüllt.
Gelobt, gebenedeit ...

8. Entzünd’ in uns Verlangen
Nach diesem Sakrament;
Herr! Lass es uns empfangen
Wenn Seel’ und Leib sich trennt.
Gelobt, gebenedeit ...

9. Lass uns im Frieden fahren,
Von allen Sünden rein,
Zu Deinen Engelscharen,
Und ewig bei Dir sein.
Gelobt, gebenedeit ...

10. Erbarme Dich der Sünder,
Denn Deine Lieb’ ist groß;
Sieh, Vater, Deine Kinder,
Nimm sie in Deinen Schoß.
Gelobt, gebenedeit ...

11. Herr! Der Du hier zugegen,
Beglücke jeden Stand:
Gib allen Deinen Segen,
Uns und dem Vaterland.
Gelobt, gebenedeit ...
Dieses Lied ist auch bei öffentlicher Versehung der Kranken zu gebrauchen.
Im Rückwege in die Kirche wird das Lied: Gott, wir preisen Deine Güte, Nummer 103, gesungen.

Beim dritten Altare

1. Dem hungrigen Ägypten,
Weil Josephs weiser Rat
Und anderen Betrübten
Das Brot verschaffet hat:
Drum ließ ihn Pharao,
Von ganzem Herzen froh,
Auf einen Wagen steigen
Im herrlichen Triumph.

2. Gleichwie den Joseph ehren
Der König alle ließ,
Und dessen Ruhm zu mehren,
Durchs Reich ihn fahren ließ;
So lässt die Kirche heut’
Dich, Gottes-Sohn, erfreut
Durch uns’re Straßen tragen,
Und rufen: „Preis sei Dir!“

3. Dein Leib ist hier enthalten,
Preis sei Dir, Gottes-Sohn!
In diesen Brotsgestalten
Gleich als auf einem Thron.
Hier gibst Du uns das Brot,
Das aller Hungersnot
Der Seelen kräftig wehret,
Und unser’n Geist ernährt.

4. Drum werfen wir uns nieder,
O höchster Herr! Vor Dir,
Und singen Jubellieder,
Anbetend singen wir:
Es müsse heut’ Dein Ruhm
Vom ganzen Christentum
Durch jeden Weltteil schallen,
Und uns’re Herzen glüh’n.

5. Die Städt’ in Galiläa
Durchreisest Du, o Herr!
Und jene in Judäa
Als noch ein Sterblicher:
Dort ließest Du zurück
Den Dürftigen zum Glück
Die Zeichen Deiner Güte,
Und brachtest jedem Heil.

6. Du ziehst durch uns’re Straßen
Von Deinem Tempel aus:
Wirst Du nicht hinterlassen
Den Segen jedem Haus?
Streck’ aus, Herr, Deine Hand,
Und segne heut’ das Land.
Lass uns Dein Heil empfinden,
Das unser einz’ger Trost.

Beim zweiten Altare

1. Menschen! Kennet ihr die Ehre,
Die uns Gottes Sohn erzeigt?
Staunend steh’n die Engelchöre,
Da der Herr vom Himmel steigt.
Er lebt drei und dreißig Jahre
Hier im Fleisch uns Menschen gleich,
Damit Er uns offenbare
Seinen Weg zum Himmelreich.

2. Kleider lagen einst und Palmen,
Das Volk sang mit lauter Stimm’,
Brachte Lieder Ihm und Psalmen,
Ein Hosanna tönte Ihm.
Doch bald schlug man Ihn in Bande,
Ihn, den Herrn, und lästert’ Ihn:
Führte Ihn mit Schimpf und Schande
Durch die Gassen Salems hin.

3. Dich, Der unter Brotsgestalten
Wahrhaft hier zugegen ist,
Schadlos für den Schimpf zu halten,
Eifern wir, Herr Jesus Christ!
Liegen vor Dir auf den Knieen,
Du Anbetungswürdigster!
Sieh, Herr, wie wir uns bemühen,
So zu retten Deine Ehr’.

4. Im Triumphe Dich zu ehren,
Führen wir Dich heut’ einher.
So Dein Lob stets zu vermehren,
O Du Lobenswürdigster!
Fesseln Dich mit Liebesketten,
Herr! Denn unser Herz ist Dein;
Alle, wenn wir tausend hätten,
Sollten Dir geheiligt sein.
(Melodie: Kommt herab vom Himmel droben)

Beim ersten Altare

1. Sing, meine Zunge, feierlich,
Besing’ die Brotsgestalten,
Die (denn der Glaube lehrt es mich)
Ein göttlich’ Fleisch enthalten.
Besing’ das große Lösegeld,
Das Jesus dargeschossen,
Da Er für die verlor’ne Welt
Sein teures Blut vergossen.

2. Die reinste Jungfrau hat uns Ihn
Durch Gottes Geist geboren.
Heil uns! Wir wären sonst dahin,
Wir gingen ganz verloren.
Der Lehre Same war zerstreut
Allhier mit vielem Fleiße;
Nun schloss Er Seine Lebenszeit
Auf wunderbare Weise.

3. Da Er beim letzten Abendmahl
Das Osterlamm genossen,
Und so, wie das Gesetz befahl,
Die Mahlzeit schon geschlossen:
Gab Er Sich Selbst mit eig’ner Hand
Zur Speise Seinen Brüdern!
Und so empfingen sie das Pfand
Von allen Himmelsgütern.

4. Er hat durchs Wort den Wein zu Blut,
Das Brot zu Fleisch verwandelt;
Als Gott hat Er so, uns zu gut,
Aus höchster Macht gehandelt.
Der Sinn begreift zwar hievon nichts,
Nur Glaube kann’s erreichen.
Genug, denn Gott der Wahrheit spricht’s,
Drum muss der Sinn hier weichen.

5. Dies Sakrament lasst uns denn nun
Anbetend hoch verehren.
Und nach dem wahren Glauben tun,
Den uns die Väter lehren.
Ein christlich Herz muss sich hiebei
Vom Glauben leiten lassen,
Und es, von blöden Sinnen frei,
Durch festen Glauben fassen.

6. Gott Vater auf dem Himmelsthron,
Sei hoch von uns gepriesen,
Dem eingebor’nen Gottessohn
Sei gleiches Lob erwiesen;
Es soll der Heil’ge Geist zugleich
Gelobt auf ewig werden
Von allen im dem Himmelreich,
Von allen hier auf Erden.
(Melodie: Mein Zung’ erkling’ und fröhlich sing’)

Christen singt mit frohem Herzen

1. Christen, singt mit frohem Herzen;
Preiset Gott, das höchste Gut,
Das Geheimnis Seiner Liebe,
Seinen wahren Leib und Blut:
Diesen Leib, der angeheftet
An dem Kreuze für uns starb,
Dieses Blut, das dort geflossen
Und der Welt das Heil erwarb.

2. Uns gegeben, uns zum Heile,
Trat der Friedensfürst herein;
Aus Maria, reiner Jungfrau,
Wollt’ Er uns geboren sein.
Seine Wunder gaben Zeugnis
Von der Göttlichkeit der Lehr’;
Und das größte Liebeswunder
Ging kurz vor dem Tode her.

3. Denn als Er bei Seinen Jüngern
Nach dem Abendmahle saß,
Wo Er die von dem Gesetze
Vorgeschrieb’nen Speisen aß,
Macht’ Er jene Liebesstiftung,
Die durch sie bedeutet war
Und gab selbst vor Seinem Leiden
Ihnen Sich zur Speise dar.

4. Nahm in Seine heil’gen Hände,
Segnete und brach das Brot,
Und durch Seine Allmachts-Worte
War es nun Sein Leib, und Gott.
Dann gab Er den Kelch des Heiles
Und Sein heilig’ Blut darin
Zum Gedächtnis Seines Leidens
Seinen lieben Jüngern hin.

5. Was Er tat, das tun noch heute
Uns’re Priester am Altar,
Da sie unter Brotsgestalten
Auf Sein Wort hin stellen dar.
Auf Sein Wort, das Er gegeben,
Da Er sprach: „Dies tut auch ihr
Zum Gedächtnis Meines Todes.
Tut es, was ihr seht von mir.“

6. Christen! Betet dies Geheimnis,
Ganz im Staub gebeuget an;
Unser Glaub’ ersetze jenes,
Was der Sinn nicht fassen kann.
Dieses Denkmal Seiner Liebe
In dem Heil’gen Sakrament
Fordert uns’re Gegenliebe
Jetzt und ohne alles End’.

7. Guter Hirt, der Seiner Herde
Selbst Sein Fleisch und Blut gewährt;
Der uns arme, schwache Pilger
Mit des Lebens Brote nährt!
Lass uns zu dem Gastmahl kommen,
Wo wir Dich, nicht mehr verhüllt,
Wie Du bist, ansehen können,
Wenn die Reise ist erfüllt.

8. Gott dem Vater und dem Sohne
Gleicher Macht und Wesenheit,
Und dem Geist auf gleichem Throne
Singet Lob mit Fröhlichkeit.
Gott ist wahrhaft hier zugegen;
Herr! Ich glaub’, ich hoff’ auf Dich:
Vater! Gib uns Deinen Segen,
Deine Kinder lieben Dich.
(Melodie: Kommet herab vom Himmel droben)

Lauda Sion auf Deutsch - zur Prozession

1. Auf, Sion, preise deinen König,
Den Heiland preis, o Christentum!
Wag’ alles: es ist doch zu wenig,
Was du beginnst zu Seinem Ruhm.
Such’ deinen Hirten hoch zu loben,
Mach’ Ihm den süß’sten Jubelklang;
Sing, was du kannst: Er ist erhoben
Hoch über allen Lobgesang.

2. Dem Brot gebühren Lobgesänge,
Das lebt und Leben in Sich hält,
Das man mit christlichem Gepränge
Uns heute vor die Augen stellt.
Dies ist das Brot, Das in dem Saale
In einer großen Salemsstadt,
Bei Jesu letztem Abendmahle
Der Jünger Schar genossen hat.

3. Süß, mutig, prächtig müsse schallen
Ein jauchzend Lob- und Freudenlied,
Es müsse lieblich widerhallen
Im ganzen Christenvolks-Gebiet.
Denn heute wird der Tag gefeiert,
An dem der Herr der Zwölfer Zahl
Sein Fleisch, in Brotsgestalt geschleiert,
Zur Speise gab zum ersten Mal.

4. Bei diesem Tische ward geschlossen
Des neuen Königs Testament,
Die neue Ostern sind entsprossen:
Das alte Phase hat ein End’.
Die alten Schatten sind verschwunden,
Die Wahrheit glänzt mit voller Pracht:
Das Neue haben wir gefunden:
Das Licht vertreibt die finstre Nacht.

5. Was Jesus dort uns wollte schenken
Beim Tische, was Er da getan,
Dies soll zu Seinem Angedenken
Gescheh’n; Sein Will’ geschieht hieran.
Drum fahren Priester fort zu wandeln
Das Brot, den Wein auf dem Altar,
Und bringen, da sie also handeln,
Gott ein gefällig’ Opfer dar.

6. Das Brot wird wunderbarer Weise
Zum wahren Fleisch, Dein Wein zu Blut;
Sie sind der Seelen Trank und Speise;
Sieh, was die Kraft der Worte tut:
Kein Mensch kann dieses Wunder fassen,
Den Sinnen bleibt es zugedeckt:
Die Seele muss sich führen lassen
Vom Glauben, welchen sie erweckt.

7. Kein Wesen, nein, nur Brotsgestalten
Sind es, die unser Aug’ erblickt.
Das Wesen ist darin enthalten,
Das selbst die Seraphim entzückt.
Das Fleisch ist eine wahre Speise,
Das Blut ein Trank für Jung und Alt,
Doch ist der Christus, Den ich preise,
In jener Brot- und Weingestalt.

8. Wenn wir Sein Blut und Fleisch genießen,
Bleibt Christus ganz und unzerstückt.
Sein heil’ger Leib wird nicht zerrissen,
Kein Glied zerbrochen, kein’s verrückt.
Wenn einer isst, wenn tausend essen,
So werden alle gleich ernährt:
Doch wird, das sollst du nie vergessen,
Sein Leib durchs Essen nie verzehrt.

9. Es stellt der Böse samt dem Frommen
Bei diesem heil’gen Mahl sich ein:
Doch weil sie beide ungleich kommen,
Muss ungleich auch die Wirkung sein.
Da isst der Fromme sich das Leben.
Der Sünder isst sich da den Tod.
Du, Sünder! Willst du nicht bestreben,
Zerknirscht zu essen dieses Brot?

10. Wenn nun das Sakrament gebrochen,
Zerstücket und verteilet wird,
Muss sich dem Glauben unterjochen
Der Sinn, der sonst sich leicht verirrt.
In jedem Teil ist ganz verborgen,
Was ganz zuvor im Ganzen war.
Dies halte fest und ohne Sorgen
Für so gewiss als wunderbar.

11. Nur jenes, was die Sinn’ erreichen,
(Das da verborg’ne Wesen nicht)
Nur jenes äußerliche Zeichen
Ist es, was man in Stücke bricht.
Die Stellung wird nicht umgestürzet
An Dem, Der hier bezeichnet ist;
An Seinem Leib wird nichts verkürzet,
Ganz unverletzt bleibt Jesus Christ.

12. Das Brot der Engel, das das Leben
Samt Gott- und Menschheit in Sich hält,
Zur Speise wird dies Brot gegeben
Uns Wanderern auf dieser Welt.
Fürwahr, ein Brot der Gottes-Kinder,
Das man dem Hund nicht geben soll.
Dies Brot ist nicht für dich, o Sünder!
Du seist denn schmerz- und reuevoll.

13. Zum voraus ward dies Brot in Bildern
Gezeigt auf manche Weis’ und Art.
Im Schatten soll es Isaak schildern,
Da er dem Herrn geopfert ward.
Das Himmelsbrot, mit dem sich nährte
Das Volk im Alten Testament,
Das Lamm, das dort der Jud’ verzehrte,
Erreichen hier ihr Ziel und End’.

14. Erbarm’ Dich, Jesus, uns’rer Seelen,
Du guter Hirt, Du wahres Brot!
Verzeih’ uns, die wir öfters fehlen
Und übertreten Dein Gebot.
Ach, weide die, die Dir vertrauen,
Und schütze sie in dieser Zeit.
Lass uns im Himmelreiche schauen
Dein Antlitz durch die Ewigkeit.

15. O Du, vor Dem sich nichts verhüllet,
Vor Dem sich nichts verbergen kann:
Du, Dessen Hand mit Speis’ uns füllet,
O Gott! Hör’ unser Seufzen an.
Lass uns, o Herr, dereinst gelangen
Zu Deinem Tisch im Himmelreich;
Mach’ uns, wenn diese Zeit vergangen,
Mach’ uns den Himmelsbürgern gleich.
(Melodie: Nicht weiter sollst du dich erstrecken)

O Christ, bemerk dies große Werk

1. O Christ, bemerk dies große Werk,
Glaub’ festiglich:
Dies Brot enthält den Herrn der Welt,
Gott Selbst in sich.
Dir, o Jesu, ruft mein Herz zu!
Welch’ Brot gibst Du?
Ich preise Dich, ich liebe Dich herzinniglich.

2. O Brotsgestalt, Du Aufenthalt
Für meinen Herrn.
Hier ist verhüllt, Der alles füllt,
Dies glaub’ ich gern.
Dir, o Jesu, …

3. Kein Brot ist da, noch fern, noch nah
Im Engelbrot.
Das, was da ist, ist Jesus Christ,
Gott Zebaoth.
Dir, o Jesu, …

4. Du Gottes-Sohn, steigst von dem Thron
Der Herrlichkeit,
Und deckst hier ganz den Glorieglanz
Mit Dunkelheit. Dir, o Jesu, …

5. Unendlicher! Nichts ist, o Herr!
Das Dich umfasst.
Doch denkt man kaum so engen Raum,
Als Du hier hast.
Dir, o Jesu, …

6. Die Cherubim und Seraphim,
Herr, singen Dir!
Dir sing’ ich auch nach Engelbrauch,
O Jesu, hier!
Dir, o Jesu, …

7. Wenn sich mein Geist vom Leibe reißt
Bei meinem Tod:
Ach, speise mich, ich bitte Dich,
Mit diesem Brot.
Dir, o Jesu, …
(Melodie: O Christ, hie merk)

Kommet!

1. Kommet, lobet ohne End’
Das Heiligste Sakrament,
Welches Jesus eingesetzet
Uns zum Testament.

2. Hier ist Jesus Fleisch und Blut!
Dieses Allerhöchste Gut
Schützt, wenn uns die Sünden reuen,
Vor der Höllen-Glut.

3. Sei gelobt, gebenedeit,
Du, o Trost in Traurigkeit!
In der Kriegszeit, Pest und Hunger
Wahre Sicherheit.

4. Stärke uns, o großer Gott!
Hochgeweihtes Himmelsbrot:
Auch bewahre und errette
Uns aus aller Not.

5. Gebe Fried’ und Einigkeit
Den Fürsten der Christenheit,
Weil Du selbst ein Fürst des Friedens
Und der Einigkeit.

6. Gib uns wahre Buß’ und Reu’,
Sprich uns von den Sünden frei,
Mach, dass Glauben, Lieb’ und Hoffnung
Allzeit bei uns sei.

7. Gib, dass wir vorsehen auch
Ende dieses Lebens Lauf;
Unser Bitten, unser Rufen,
Nimm in Gnaden auf.

8. Wann wir einst, o Gottessohn!
Werden steh’n vor Deinem Thron,
Lasst uns singen: „Heilig, Heilig!“
Im himmlischen Ton.
(Auch nach der Wandlung zu singen)

Sion, deinen Heiland preise

1. Sion, deinen Heiland preise,
Stimme an ein’ Lobgesang:
Deinem Fürsten Ehr’ beweise
Mit dem hellen Saitenklang;
Was nur kannst zuwegen bringen,
Wende an zu Seiner Ehr’.
Übe dich im Lob und Singen,
Er verdient noch allzeit mehr.

2. Heut’ ein sonders Lob begehret,
Was der Herr in jenem Saal
Hinterlassen und verehret
Dort im letzten Abendmahl:
Als Er kurz vor Seinem Leiden
In der lang’ erwünschten Nacht
Hat gegeben bei dem Scheiden
Brot, so lebt und lebend macht.

3. Also, Sion, fröhlich singe,
Lobe Gott um diese Speis’,
Und im Geist frohlockend springe,
Deinen Fürst und Hirten preis’:
Heut’ mit Feiern man gedenket
Jener Lieb’ und Gnadenzeit,
Da Sich Gott zur Speis’ geschenket,
Dieses Gastmahl zubereit’.

4. Was vom Osterlamm zu lesen
In dem Alten Testament,
Ist nur ein’ Figur gewesen,
Hat im Neuen nun ein End’;
Was Sich sonst im Schatten zeigte,
Stellt Sich in Sich selbsten dar:
Was ehdem der Nacht nur gleichte,
Sieht man deutlich, hell und klar.

5. Was nun Christus hat gehandelt,
Da Er beides, Brot und Wein,
In dem Abendmahl verwandelt,
Sollte zum Gedächtnis sein;
Drum die Kirch’ an allen Orten
Wandelt, opfert beides auch,
Nach der Lehr’ und Christi Worten,
Und nach altem Christenbrauch.

6. Was der wahre Glaub’ uns lehret,
Ist, dass in das wahre Blut
Wein von Reben werd’ verkehret,
Brot ins Fleisch des Höchsten Gut;
Was der Witz hievon nicht fasset,
(Weil Natur und Sinn nicht kleckt)
Sich der Glaub’ gefallen lasset,
Obgleich alles ist verdeckt.

7. Unter zweierlei Gestalten
(Zeichen ohne Wesenheit)
Sind zwei hohe Ding’ enthalten,
Wunder der Allmögenheit:
Fleisch, so uns zur Speis’ gegeben,
Und doch scheinet Brot zu sein;
Blut zum Trank und Seelen-Leben,
Wo zuvor gewesen Wein.

8. Unter diesen beiden Zeichen,
Ohne Wein- und Brotsubstanz,
Will sich Christus lassen reichen
Lebend wesentlich und ganz:
Obgleich tausend Ihn empfangen,
Bleibt Er dennoch unversehrt;
Alle Christum gleich erlangen,
Er wird niemals aufgezehrt.

9. Gut und Böse zu Ihm kommen,
Wird auch allen gleich zur Speis’,
Doch erteilt Er Sich den Frommen
Auf ein’ ganz ungleiche Weis’:
Diese werden neu beseelet
Von dem wahren Lebensbrot;
Jene, wie sie selbst erwählet,
Essen sich daran den Tod.

10. Schau! Der Engel Brot und Leben
(O! Wohl unerhörte Gnad’!)
Wird dem Wanderer gegeben
Durch so manche Wundertat;
Würdig wird es nur genossen
Von der Kinder reinem Mund!
Was nicht rein, ist ausgeschlossen,
Es gehört nicht für die Hund’.

11. So man endlich nach Belieben,
Was noch ganz, in Stück’ zerbricht,
Ist es ganz wie vor geblieben,
Man zerbricht doch Christum nicht;
Unverletzt sieht man Ihn reichen,
Auch in Stücken bleibt Er ganz!
Was zerteilt, ist nur ein Zeichen,
Aber nicht die Leibs-Substanz.

12. Dieses wollte Gott vor Zeiten
In dem reinen Osterlamm
Und in jenem Sohn bedeuten,
Den geopfert Abraham;
Unsern Vätern ward gegeben
In der Wüsten Himmelsbrot;
Jenes Brot erhält das Leben
In der Seelen Hungersnot.

13. Jesu, wahres Brot des Lebens!
Der Du Dich auf neue Weis’
Deinen Schafen wolltest geben
Als ein Hirt und als ein Speis’,
Führe uns auf jene Heiden,
Wo die auserwählte Schar,
Deine Schäflein, ewig weiden,
Frei von aller Todsgefahr.