Samstag, 11. Juni 2011

O Heilger Geist

1. O Heil’ger Geist, komm von den Höhen,
Send‘ einen Strahl von Deinem Licht!
Komm Du, zu Dem hinauf wir sehen
Mit unverwandtem Angesicht.

2. Komm, o Du Vater Deiner Armen,
Komm, Du der heil’gen Gaben Quell!
O lass Dich über uns erbarmen,
Dein Licht mach‘ uns’re Herzen hell.

3. Du kannst allein uns wahrhaft trösten,
O süßer Gast für uns’re Brust;
Ja, Du allein bringst den Erlösten
Des Geistes allerreinste Lust.

4. Du gibst uns Ruh‘ in den Beschwerden,
Und in der Hitze kühlest Du.
Den frommen Weinenden auf Erden
Schließt sanft Dein Trost die Augen zu.

5. Füll‘ an die Herzen Deiner Treuen,
O wonnevolles, göttlich’s Licht!
Lass uns in Deinem Glanz erfreuen,
Wie uns des Mittlers Mund verspricht.

6. Nichts ist der Mensch mit seiner Stärke,
Wenn ihn Dein Atem nicht belebt,
Nichts sind des Menschen beste Werke,
Wenn sie nicht Deine Gnad‘ erhebt.

7. Wasch‘ ab in uns den Wust der Sünden,
Feucht‘ an, das, was vertrocknet ist,
Lass uns’re Wunden Balsam finden,
Der sich von Dir herab ergießt.

8. Was steif in uns ist, beuge nieder;
Erwärme wieder, was erfror’n.
Führ‘ auf die rechten Wege wieder,
Was auf Irrwegen sich verlor’n.

9. Schenk‘ Deine siebenfachen Gaben
Uns Gläubigen, die Dir vertrau’n.
Lass diese jeden aus uns haben,
Die wir nach Dir voll Hoffnung schau’n.

10. Die Tugend müsse sich verbreiten
In uns, wie Dein Gesetz gebeut,
Dass wir nach einem sel’gen Scheiden
Gelangen zu der Seligkeit.

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