Samstag, 8. September 2012

Konfessionsverschiedene Ehen

... Die Kategorie Nachgedacht passt eigentlich nicht ... beobachtet wäre hier vielleicht der bessere Begriff.

Wenn beide Ehepartner ihren Glauben ernst nehmen, möchte jeder sonntags in seinen Gottesdienst gehen (und nicht mit dem andern in dessen). D. h. entweder gibt einer nach, oder es geht jeder seine Wege, oder beide gehen gemeinsam in beide Gottesdienste - soweit zeitlich möglich.

Die erste Möglichkeit ist für den Teil schade und wird (wie gesagt, wenn beide ihren Glauben ernst nehmen) auch so empfunden, der diesen Sonntag auf seinen Gottesdients verzichtet.
Die zweite Möglichkeit ist für beide schade, denn man hat ja nicht geheiratet, dass dann jeder seiner Wege geht, man möchte doch seinen Glauben mit dem anderen teilen, dem anderen mitteilen.
Die dritte Möglichkeit ist aus zeitlichen Gründen häufig nicht möglich, heute weniger denn je.

Üblicherweise jedoch wird der katholische Partner auf die Dauer den regelmäßigen Gang in den katholischen Gottesdienst aufgeben. Der Katholik unterliegt der Sonntagspflicht, d. h. dies ist zu beichten(1). Hierzu gehört zwingend wahre Reue und der ernste Wille zur Besserung.

Nenne mir ein Ehepaar, wo nicht entweder der Katholik auf Dauer seine Sonntagspflicht vernachlässigt (und somit sündigt) - oder der andere katholisch wird (dann ist es ja keine konfessionsverschiedene Ehe mehr, und dies ist auch äußerst selten) ...

(1) Zur Erklärung der Beichte ein Auszug von hier.
Der Hauptakzent bei der hl. Beichte soll auf der Reue liegen. Ohne aufrichtige Reue und ehrliche Absicht, die Sünde künftig nach Kräften zu meiden, ist die Beichte eine Farce und eine Lüge vor Gott. Die ehrliche Absicht, die Sünde zu meiden, schließt nicht die berechtigte Sorge aus, im Falle einer Versuchung erneut zu fallen. Je tiefer die Reue und je mehr sie aus der Liebe zu Gott hervorgeht, um so reinigender und heiligender ist die Beichte. "Die Liebe deckt eine Menge Sünden zu!" (Spr 10, 12) Selbst wenn eine schwere Sünde vorliegt, gelangt man durch die Liebesreue (contritio habitualis), die im Gegensatz zur Furchtreue auch vollkommene Reue genannt wird, wieder in den Stand der heiligmachenden Gnade. Der Grund liegt darin, daß wahre, heilige Liebe stets die Vereinigung mit Gott bewirkt, der die Liebe selbst ist. Deshalb kann man die Bedeutung der Liebesreue nicht genug betonen. Für Christen, welche das Bußsakrament nicht kennen und für Nichtchristen ist sie (von der Taufe abgesehen) die einzige Rettungsplanke. Die Todsünde ist folglich bei der Erweckung der Liebesreue bereits unabhängig vom Bußsakrament verziehen, allerdings für einen Katholiken in Verbindung mit dem Vorsatz, die schwere(n) Sünde(n) baldmöglichst dem Bußsakrament zu unterwerfen. Erst nach dem Empfang des Bußsakraments ist man in diesem Falle berechtigt, wieder die heilige Kommunion zu empfangen. Auch können wir in der Regel nicht mit letzter Sicherheit beurteilen, ob unsere Reue die Qualität einer Liebesreue hatte, auch wenn ich nicht die Meinung einiger Theologen teile, daß sie ein seltener Glückstreffer ist.

3 Kommentare:

Manfred Anderl hat gesagt…

Bist Du eigentlich nicht der Meinung, daß Du Dich hier um Dinge kümmerst, die Dich komplett nichts angehen und die Du doch am besten den Leuten selbst überlassen solltest ?

Ich schon.

Eugenie Roth hat gesagt…

Wenn mich das Seelenheil meiner Mitmenschen nichts angeht ... ich weiß ja nicht ...

Cassandra hat gesagt…

ich fürchte, das Internet hat mein Posting gefressen... also noch mal. Und wie üblich krieg ich nicht mehr zusammen, was ich da geschrieben habe.


Wir führen eine konfessionsverscheidene Ehe. Wie machen wir das mit der Messe? Entweder mein Mann kommt mit, dann tauchen wir in "voller Mannschaftsstärke" auf und belegen die ganze Bank mit 3 (bald 4!) Kindern oder ich gehe am Samnstagabend alleine, was der Sonntagspflicht vollkommen genügt oder wenn alles schief geht Sonntagabend. Um ganz ehrlich zu sein: ich bin nicht böse, wenn ich alleine gehe, da ich mich dann besser auf die Messe ausrichten kann.

Sollte ich die Messe ohne validen Grund (Krankheit, Krankheit der Kinder etc) versäumen sehe ich zu, dass ich das nicht nur gebeichtet kriege, sondern nehme gern die Möglichkeit einer Wochentagsmesse an. Da bin ich dann die einzige unter'm Rentenalter, aber was soll's?

Als wir noch nicht verheiratet waren bzw am Anfang unserer Ehe war das superbequem und ziemlich fromm- erst um 10 zu den Lutheranern, dann um 11:30 Hochamt bei den Katholiken. Ja, mein Mann ist mitgekommen. Er ist übrigens ordinierter Prädikant, dass heisst er stand dann um 10 halbwegs regelmässig selber vorne.

Als die Kinder kamen ging das nicht mehr so. Da die lutheranische Kirche nicht nur ein Nachwuchsproblem, sondern auch ein Problem mit dem Nachwuchs hat (Kinder nur selten willkommen) war die Entscheidung, wo man hingeht, relativ einfach. Sorry, meine lieben evangelischen Geschwister... ich gehe nicht zur Kirche um vor der Tür oder im Gemeinderaum zu warten.


Das klappt- wenn man dem anderen bereit ist, Raum zu lassen.